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Full text of "Symbolae Antillanae : seu fundamenta florae Indiae Occidenttalis"

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UNIVERSITY OF CALIFORNIA 
AT LOS ANGELES 




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SYMBOLAE ANTILLANAE 



SEU 



FUNDAMENTA 

FLORAE INDIAE OCCIDENTALIS 



EDIDIT 



lONATIUS URBAN 



VOLUMEN III 



LiPSlAE 

FRATRES BORNTRAEGER 

1902 — 1903 
PARISIIS LONDINI 

l'AUL KLINCKSIECK WILLIAMS & N0RGAT£ 



In lucem prodiere 

Fasel p. 1 — 160 tlie 1 m. Martii 1902. 

„ II p. 161 — 352 tlie 15 m. Aiigusti 1902. 

„ m p. 352 — 546 elie 1 m. Maji 1903. 



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Continet: 

pag. 

I. Ign. Urban: Bibliographia Indiae occidentalis botanica . 1 
IL Ign. Urban: Notae biographicae peregrinatorum Indiae 

occidentalis botanicorum 14 

III. C. de CandoUe: Piperaceae 159 

IV. F. Stephan i: Hepaticae novae Diissianae II 275 

V. Ign. Urban: Nova genera et species II 280 

VI. V. F. Brotherus: Musci novi Diissiani 421 

VII. Ign. Urban: Biirraanniaceae 430 

VIII. 0. Warburg: Ficus L 453 

IX. 0. E. Schulz: Cruciferae 493 

X. G. Hieronymus: Selaginellae novae 524 

Index nominum latinorum 528 

Index nominum vernaculorum 545 



19905! 



I. Bibliograpliia Indiae occidentalis botanica. 

Continuatio II. 

Auetore 

Ignatio Urban. 

Alvar. Flor, med.-cul). = Augusto Esteban Alvarez y Ortiz: 
Importancia j necessidad del estudio de la flora medica-cubana. Habana 
1900. 80 23 p. 

Inaugural- Dissertation zur Erlangimg des Doctor en Farmacia von der 
Universität zu Habana. Verf. bespricht die über die Flora medica-cubana 
vorhandenen Arbeiten cubensischer Botaniker, zälilt die in Betracht kommen- 
den Familien nach Engler und Prantl Nat. Pflanzenfam. auf und verbreitet 
sich über einige pharmaceutisch wichtige Pflanzen der Insel. 

Anders. Cat. Bot. Grard. St. Viiic. = Alexander Anderson: Cata- 
logue of plants in His Majesty's Botanical Garden in the island of 
St. Vincent, September 24, 1806. [Trans. Soc. Arts, Manuf. and Comm. 
London. Vol. XXV (1807) p. 187 — 212. 8o.] 

Verf. war 1785—1811 Superintendent des botanischen Gartens zu 
St. Vincent und führte zahlreiche Nutzpflanzen in denselben ein. In dem 
Kataloge werden in alphabetischer Ordnung die Commercial and Medicinal, 
die Esculents, die Mediciüal, die in Economy wichtigen Pflanzen, die 
Valuable woods, Fruits, Exotics curious or ornamental aufgezählt. 

Ballet (lUadel. = Jules Ballet: La Guadeloupe. Renseignements 
sur l'histoire, la flore, la t'aune, la geologie, la mineralogie, ragriculture, 
le commerce, l'industrie, la legislation, radministration. Vol. I. Basse- 
Terre 1890 (sur la couverture 1894). 8« 527 p. 

Der Verfasser, ein höherer Beamter auf Guadeloupe, behandelt auf 
S. 176 — 527 die Pflanzenwelt der Insel. Unter Voranstellung der einhei- 
mischen Namen werden (S. 17G — 3G7) die Bäume und Sträucher, die Gift- 
pflanzen und Fruchtbäume, die Culturpflanzen, Lianen, Küchengewächse, 
Kräuter, Wasserpflanzen, Zierpflanzen, Nutzhölzer und eine Anzahl ein- 
gefülu'ter Nutzpflanzen eingehend botanisch beschrieben und rücksichtlich ihrer 
Verwendung besprochen. Die den Hölzern beigefügten Angaben über ihre 
Dichtigkeit, Elasticität, Widerstandsfähigkeit gegen Bruch sind einem Werke 
des Artillerie - Capitäns Lallemand, die karibischen Namen dem Dictionnaire 
caraibe des P. Raymond Bketon , die medicinischen Eigenschaf ton Descourtilz's 
Flore des Antilles und Guibourt's Histoire des Drogues simples entnommen. 

Urban, Symb. ant. m. 1 



2 Iqn. Urban: Bibliographia. 

S, 368 — 465 enthält einen Katalog der Phanerogaraen von Guadeloupe 
mit ihren botanischen Namen, Synonymen, kanbischen und Yernacularnamen in 
der Eeihenfolge der GEiSEBACii'sdien Flora. Da in demselben die ganze neuere 
Literatur, insbesondere alle monographischen Bearbeitungen von Familien 
und Gattungen unberücksichtigt geblieben sind, dagegen mehr als ein halbes 
Hundert Arten in Folge falscher Identificirung Aufnahme gefunden hat, 
welche auf der so eingehend und planmässig erforschten Insel sicher nicht 
wachsen, so ist der wissenschaftliche Werth dieser Uebersicht, die ausser- 
dem durch zahlreiche Druck- und Schreibfehler entstellt wird, gleich Null 
zu erachten. 

Ob der Aufzählung der Moose (S. 469 — 474) ein grösseres Vertrauen 
entgegengebracht werden kann, entzieht sich der Beurtheilung des Eeferenten, 

Von Wichtigkeit ist dagegen der fast durchweg mit genauen Literatur- 
nachweisen versehene Katalog der Pteridophyten (S. 466 — 467, 475 — 521), 
welcher den Generalcommissär der französischen Marine H. Maze zum Ver- 
fasser hat. Aus 70 Gattungen werden nicht weniger als 367 Arten nebst 
zahlreichen Varietäten namhaft gemacht. Diese grosse Anzahl von Farnen 
findet seine Erklärung nicht nur in dem Reichthum der Insel selbst, sondern 
auch in der sorgfältigen, Jahrzehnte lang fortgesetzten Untersuchung der- 
selben auf diese Gewächse hin, besonders durch L'ÜERmNiER, Perrottet, 
HusNOT und Maze, sowie in der kritischen, oft stark zersplitternden Bear- 
beitung durch Fee, Fouenier und Maze selbst. Mehrere Arten werden mit 
der Autorität der beiden zuletzt genannten Autoren als neu aufgeführt, leider 
ohne Beschreibung. 

Das Werk ist weder 1890 noch 1894, sondern erst 1899 in den 
Buchhandel gekommen. 

Eine grössere Anzahl der MAZE'schen Farne befindet sich in dem 
Herbar des Pere Duss auf Guadeloupe und im Herbar Krug und Urban. 

Boerg. et P.iuls. V6g6t. Ant. daii. = F. Boergesen et Ove Paulsen : 
La Vegetation des Antilles danoises, traduit en fran^ais par M^^^ S. EeüvSson. 
[Bonnier's Revue gener. deBotan. Vol. XII (1900) p. 99—107, 138—153 
224 — 245,289 — 297,344 — 354,434 — 446,480 — 510. Tab. 4—14. S».] 

Französische Uebersetzung der bereits in Symb. I p. 14 — 15 von 
B0RGESEN selbst besprochenen Arbeit. 

Borg. Alg. Dan. West-Iiul. = F. B0rgesen: A contribution to the 
knowledge of the marine Alga Vegetation on the coasts of the Dauish 
West-Indian Islands. [Botan. Tidsskr. Kjobenb.. Vol. XXIII (1900) 
p. 49 — 57. Fig. 1—4.] 

A^erl, welcher sich im Februar und März 1892 und Ende Dec. 1895 
bis Anfang Febr. 1896 auf den dänisch- westindischen Inseln Studien halber 
aufgehalten hatte, thcilt Beobachtungen über Algen -Associationen an den 
Küsten der genannten Inseln, besonders in den Lagunen und Untiefen, mit. 

Auf p. 58 — 60 wird aus obigem Aufsatze ein Auszug in dänischer 
Sprache angeschlossen. 

Buchen. June, antill. cf. Urb. Synib. I. 

Clarke Cypcr. antill. cf. Umi. Symb. IL 



Boerg. et Pauls. Veget. Ant. dan. — Franp. Clayt. 3 

Clute Fern. Jam. = Willard N. Clute: A list of the Fernworts 
collected iu Jamaica. [The Fern Bull. Binghauipton, IST. Y. Vol. VIII 
(1900) p. 64— 66, 89 — 90, IX (1901) p. 16 — 18, 43,67. 8*>.] 

Yerf. sammelte im Spätwinter 1900 zwei Monate lang in Jamaica 
besonders Pteridophyten (ca. 250 Arten) und giebt hier eine Aufzählung 
derselben. Den einzelnen Arten werden die Standorte und hier und da 
auch anderweitige Notizen beigefügt. 

Clute Dryopt. Jam. = Willaed N. Clute: A new Dryopteris from 
Jamaica. [The Fern Bull. Binghampton, N. Y. Vol. VIII (1900) p. 67. S^.] 

Beschreibung von Dryopteris Gilherti (aus der Verwandschaft von 
D. villosa Kze.), welches Verf. März 1900 in Jamaica sammelte. 

Daveiii>. Acrost. lomar. = George E. Davenport: Acrostichum 
lomarioides Jenman. [Bull. Torr. bot. Club. New York. Vol. XXVI 
(1899) p. 318 — 319.] 

Verf. bezweifelt die Selbständigkeit der genannten Art gegenüber 
A. aiirenyn L., soweit die Florida- Pflanze in Betracht kommt, hat aber die 
Jamaica -Pflanze nicht gesehen. 

Doli. Alltill. = Dr. Franz Doflelx: Von den Antillen zum fernen 
Westen. Jena 1900. 1 vol. 8«. 180 p. mit 83 Abbild, im Text. 

Verf., Zoologe von Fach, bereiste im Jahre 1898 die kleinen Antillen, 
besonders Martinique, sowie das nordamerikanische Festland und giebt 
von den bes\ichten Gebieten Schilderungen, die vorher schon in der „Bei- 
lage zur Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht worden waren. Von den Ab- 
bildungen sind einige Vegetationsansichten von Interesse. 

Dyer Sugar-cane Dis. = Sir Willlvm T. TmsELTON Dyer: Note 
on the Sugar-cane Disease of the West Indies. [Ann. of Bot. London. 
Vol. XIV (1900) p. 609 — 616. 8«.] 

Bespricht die beiden in Barbados unter dem Namen „Rind Disease" 
und „Root Disease" auftretenden Krankheiten des Zuckerrohrs und die sie 
veranlassenden Pilze. 

Fawc. Not. Jam. plaiits III. = W. Fawcett: Elementary notes 
on Jamaica plants. III. [Bull. Botan. Departm. Jamaica. Kingston. 
Vol. VI (1899) p. 170- 171. Tab. 4. 8o.J 

Beschreibung der drei auf Jamaica vorkommenden Nj'^mphaeaceen ; 
vorangeschickt sind die Familien- und Gattungscharaktere. Die Tafel giebt 
Nelumbium luiemn wieder. 

Fawc. Jam. Herl). [Bull. Botan. Departm. Jamaica. Kingston. 
Vol. VI (1899) App. p. 208 — 210. 8».] 

Aufzählung der im voraufgehenden Jahre aus Jamaica bekannt ge- 
wordenen, für die Wissenschaft, bezw. für die Insel neuen Pflanzenarten. 

Fraiiij. Clayt. = E. Franvais: La claytone de Cuba. [Moniteur 
hortic. beige. 1899 p. 190— 191.J 

Nicht gesehen; nach Botan. Centralbl. vol. LXXX (1899) p. 319. 

1* 



4 Ign. Ueban: Bibliogiaphia. 

Oiflford Silvieult. Ciib. = J. Gifford: Silvicultural prospects of 
the Island of Cuba. [Forester VI (1900) p. 179—183, illustr.] 

Nicht gesehen; nach Bull. Torr. bot. Club vol. XXVII (1900) p. 656. 

Gilb. Feriis Jam. = B. D. Gilbert: Tvvo iiew ferns from Jamaica. 
[The Fern Bull. Binghampton, N.Y. Vol. VIII (1900) p. 62 — 64. S».] 

Besclu'eibt Asjjlenium Clutei und Polystichiim tenue, welche von Mr. 
Clute, das zweite auch vom Verf., auf Jamaica gesammelt waren. 

GrroYC Diät. West. Ind. = Edmund Gkove: Diatoms of St. Vin- 
cent, Westindies. [Beitt. Journ. of Bot. London. Vol. XXXVII (1899) 
p. 411—417. 8°.] 

Aufzählung von 200 Brackwasser- und Süsswasser-Diatoraaceen, welche 
H. H. SmTH an 41 verschiedenen Locali täten auf St. Vincent sammelte. 
Neue Arten sind nicht darunter. 

Die Typen sind im British Museum (153 mikroskopische Präparate). 

Criiibourt Notice = N. J. B. G. Guibourt: Notice sur Felix Louis 
L'Herminier, suivie de la nomenclatiire synonymique creole et botanique 
des arbres et bois indigenes et exotiques observ6s ä la Guadeloupe. 
Paris 1834. 8o. 18 p. 

Nicht gesehen; nach Pritz. Thes. II ed. p. 131. 

Harriiigt. Flor. Puerto ßic. = M. W. Harrington: Fauna and 
Flora of Puerto Rico [Science IL 10 (1899) p. 286 — 288]. 

Nicht gesehen; nach Bull. Ton-, bot. Club vol. XXVII (1900) p. 604. 

Hart Kep. Bot. Gard. Triiiid. = J. H. Hart : Aunual report of 
the Royal botanic gardens Trinidad. Port-of-Spain 1897—1900. Fol. 

In dem Capitel „Herbariiun" werden die für die Flora von Trinidad 
neuen, meistens kurz vorher publicirten Arten namhaft gemacht. In dem 
Berichte für 1899 wird von G. Massee auch eine neue Nectria beschrieben. 

Hill Forest Porto ßico = R. T. Hill: Notes on the forest con- 
ditions of Porto Rico. [Bull. U. S. Departm. Agric, Div. Forestry, XXV 
(1899) p. 1— 48 tab. 1— 8.] 

Nicht gesehen; nach Bull. Torr. bot. Club vol. XXVI (1899) p. 600. 

Jean -Louis Flore d'Haiti = Victor Duclin^: Jean -Louis: Docu- 
ments pour la Flore indigene d'Haiti. Premier fascicule. Extrait du 
„Traito de Botanique appliquee ä la Flore d'Haiti". Port-au-Prince 
1899. 8». V et 28 p. 

Der Verfasser, ein eingeborener Haitianer (Neger), ist seit längerer 
Zeit Professor . an der Ecole nationale de medecine et de pharmacie zu 
Port-au-Prince und ausserdem praktischer Arzt. Seine botanischen Studien 
hat er an der genannten Schule bezw. als Autodidakt gemacht, ohne jemals 
sein Vaterland verlassen zu haben. Da ihm mit Ausnahme von Grosoukdy's 
Medice botänico criollo und Bocquillon's Etüde des plantes des colonies 
fran9aises alle botanische Literatur zu fehlen scheint, so hat er sich darauf 



Gifford Silvicult. Cub. — Mellvill Key West 5 

beschränkt, von den beiden abgehandelten Familien der Lauraceen und 
Cucurbitaceen eine Anzahl Culturpflanzen , hauptsächlich nach den genannten 
Autoren, zu r.childern {Campliora ofßcinalis fand er auf den Höhenzügen von 
Furcy etc. wild!?). Am Schlüsse der Familien werden einige Arten von 
den benachbarten Antillen in veralteter Nomenclatur aufgeführt, von Haiti 
nur Cinnamommn monfamim {Phoebe montana). Das Werk mag für die 
dortige niedicinische Schule von einigem Werthe sein, für die Botanik ist 
es nutzlos; es enthält überhaupt nichts von dem, was in dem Titel an- 
gekündigt ist. 

Jcniii. Aspl. Fawc. = Jexmax: Asplenium Fawcettii Jenm. n. sp. 
[Gard. Chron. III ser. vol. XXVI (1899) p. 121. 4°]. 

Beschreibung einer neuen auf Jamaica von Wm. Harris gesammelten 
Asplenium- Axi. 

Jenm. Ferns Brit. Westiiid. = G. S. Jekman: Ferns of the Bri- 
tish West Indies and Guiana. [Bull. Miscell. Inform. Roy. Botan. Gar- 
dens Trinidad 1899 — 1900. Appendix p. 95 — 133. 8».] 

Yerf. fährt fort (cf. Syrab. I p. 82, II p. 8), die Farne der britisch- 
Ave st indischen Inseln und Guyana's zu beschreiben, und behandelt die 
Adianteae und Pterideae. 

Kiaersk. Daiisk. Sainl. = Hjalmar Kiaerskou: Om danske Samlere 
af vestindiske Planter. [Botan. Tidsskr. Kobenh. Yol. XXIII (1900) 
p. 35 — 47. 80.] 

Auf meine Anregung hin schrieb K. kurze biographische Skizzen von 
folgenden dänischen Botanikern und Sammlern, welche die Herbarien, be- 
sonders das Museum zu Kopenhagen, mit westindischen Pflanzen bereichert 
haben: P. E. Benzox, C. C. Berg, F. C. E. B0rgesen, H. F. A. Baron von 
Eggers, C. 0. E. Hansen, H. B. Hornbeck, P. E. Isert, H. J. Krebs, 
H. J. Lassen, F. M. Liebmann, 0. V. Paulsen, P. Ravn (aus Norwegen), 
A. H. RiiSE, J. P. B. VON Rohr, J. Ryan, J. E. B. Warming, H. West, 

A. S. 0RSTED. 

0. Kuiitze P. Browne = Otto Kuntze: lieber neue nomenclato- 
rische A ausser ungen. [Botan. Centralblatt. Cassel. Vol. LXXIX (1899) 
p. 405 — 407. 8».] 

0. Ktjntze tritt noch einmal für die Anerkennung der von P. Browne 
gegebenen Gattungsnamen ein. Es mag hier nur hervorgehoben werden, 
dass ich nicht nacligewiesen habe, dass „P. B. wohl formgerechte Diagnosen 
gab, die aber sonst nicht immer ordnungsgemäss waren", sondern dass er 
in seinen „general characters" Art-Beschreibungen lieferte, die auf die an- 
deren Arten derselben Gattung nicht passen. 

Lindau Acantli. antill. cf. Ueb. Symb. II. 
Mass. Fung. exot. II. = Massee: Fungi exotici. [Kew Bull. 
Mise. Inform. Nr. 153 -154 (1899) p. 184—185.] 

Beschreibt zwei neue Pilzarten von den Bermudas. Kew Herbarium. 

Melvill Key West = J. Cosmo Melvii.l: List of the phanerogams 
of Key West, South Florida, mostly observed there in March 1872. 



6 Ign. Uebän: Bibliogiaphia. 

[Memoirs of the Manchester Liter, and Philos. Society III ser. vol. VIII 
p. 138 — 154, seors. impr. London 1884. 8°.] 

Dieser in einer schwer zugänglichen Zeitschrift veröffentlichte Aufsatz 
ist bisher in der Literatur unbeachtet geblieben. Verf. giebt in der Ein- 
leitung eine topographische Beschreibung von Key West, constatirt den 
westindischen Charakter der Flora und zählt 168 Arten nebst einigen Grami- 
neen, Cyperaceen luid Farnen nach seinen eigenen Beobachtungen und nach 
denen von W, T. Fkay auf. Er schätzt den Gresammtbestand der Flora auf 
200 — 220 Arten. 

Mez Laur. et Brom. iiov. cf. Ukb. Symb. IL 

Millsp. Plant. Utowaii. = Charles F. Millspaugh: Piantae Uto- 
wanae. [Field Colunibian Museum. Chicago. 8°. Publication 43. Vol. II 
Nr. 1 (March 1900) p. 1—110 et Publication 50. Vol. II Nr. 2 (Aug. 1900) 
p. 113— 124. c. figur. 80.] 

Unter dem Patronate des Mr. Allison V. Armour in Chicago machte 
der A^erf. auf der Yacht Utowana von Ende Dec. 1898 bis März 1899 eine 
Sammelreise nach Bermuda, Portorico (Jan. 1899: Bay von Catafio, 
Rio Piedras bis Caguas, Guanica), St. Thomas, Culebras, Sto. Domingo 
(Umgebung der Hauptstadt), Jamaica (Port Antonio, Kingston), Cuba (San- 
tiago), Caymans, Isle of Pines, Cozumel, Yucatan und Alacran 
shoals, um vergleichende Studien zwischen der Flora von Yucatan, der 
er in den letzten Jahren seine Thätigkeit gewidmet hatte, und der Küsten- 
flora der westindischen Inseln anzustellen. Die Einleitung bringt einen ge- 
nauen Bericht über die Reise imd die an jedem Orte gesammelte Anzahl 
von Nummern. In der Aufzählung sind die Pilze von J. B. Ellis und 
B. M. EvERHART, die Pteridophyten von George E. Davenport, die Gramineen 
von F. Lamson-Suribner, die Cyperaceen von N. L. Britton, die Amaranta- 
ceen von B. Uline, die Nyctaginaceen z. Tli. von A. Heimerl, die Cassia- 
Arten von C. L. Pollard bearbeitet, alles übrige vom Verf. selbst. Zahl- 
reiche neue Arten werden beschrieben und mehrere neue Combinationen von 
Namen gebildet; sehr vielen Species sind beschreibende Notizen beigefügt. 
Die zugehörigen Tafeln harren noch der Veröffentlichung. 

In dem zweiten Aufsatze: Reconsideration of the Cyperaceae werden 
diese in Anlehnung an Clarice's Monographie der westindischen Arten 
(Symb. II p. 8 — 102), aber unter Einziehung von Marisciis und Torulinium 
noch einmal bearbeitet, begleitet von Beschroiliungon der Gattungen und 
Arten, Bestimmungs- Schlüsseln und guten Frucht -Analysen, bei denen Mrs. 
Agnes Chase behülflich war. 

Die Originalien sind im Field Columbian Museum, Doubletten im 
Herb. Krug et Urb. 

Millsp. Plant. Ananas. = Charles Frederick Millspaugh: Plantae 
insulae Ananasensis. [Field Columbian Museum. Chicago. 8". Publi- 
cation 48. Botanical Series. Vol. I Nr. 6 (Aug. 1900) p. 425 -439. 8».] 

Aufzählung von 185 Pflanzen der Insel Pinos (an der Südküste von 
Cuba gelegen), welche von Jose Blain 1850? gesammelt und durch Ver- 
mittelung von Sauvalle an Cii. Wright in Cambridge gelangt waren. Es 



Mez. Laur. et Bioiu. iiov. — Morris List of Books and Papers. • 

werden 4 neue Arten (aus den Gattungen Pohjgala, Salacia, Sj)igelia und 
HeliotropÜDn) beschrieben. 

Die Originalien im Gray- Herbarium zu Cambridge, Doubletten im 
Field Columbian Museum zu Chicago, die neuen Arten auch im Herb. 
Krug et Urb. 

Morris West Ind. Bull. = D. Morris: West Indian Bulletin. The 
Journal of the imperial agricultural Depaitment for the "West Indies. 
Barbados. Vol. I et II Nr. 1, 2 et Extranumber (1899—1901). S^. 

Im Jahre 1898 beschloss die britische Regierung, zur Hebung der 
Culturen auf den westindisclien Inseln ein neues Department unter der 
Leitung eines Commissioner of Agriculture und mit dem Sitze in Barbados 
zu gründen. Diese Stelle wurde Dr. D. Morris , dem Assistant Director von 
Kew Gardens, welclier als ehemaliger Director des Botanical Department 
in Jamaica und sachverständiger Begleiter der Üntersuchungs-Commission 
(vergl. Symb. I p. 87) die grössten Erfahrungen besass, übertragen. Um 
nun die Landbau betreibende Bevölkerung mit gesunden und wissenschaft- 
lichen Methoden der Bodencultur, der Anzucht und der Bearbeitung der 
ökonomischen Producte bekannt zu machen, wurde das obige Journal ge- 
gründet, Avelches an alle Interessenten gratis vertheilt wird und ausserdem 
zu einem sehr massigen Preise bezogen werden kann. Die erste Nummer 
erschien am 1. Juli 1899. 

Die erfolgreiche Thätigkeit, welche D. Morris bis dahin bereits den 
englisch -westindischen Colonien gewidmet hatte, wird am besten aus fol- 
gender mir freundlichst zur Verfügung gestellten Liste seiner Arbeiten her- 
vorgehen (vgl. auch Symb. I p. 87 — 88). 

D. Morris: A List of Books and Papers, written during the last 
18 years, by the Author of the preceding Report, affording further 
Information on the economic Plants and agricultural Industries of the 
West Indian Colonies. 

Hints and Suggestions for Raising Cinchona Plants from Seeds, and 
Establishing Cinchona Plantations in Jamaica. Kingston: Government Printing 
Establishment, 1880. 

Annual Report on the Public Gardens and Plantations, Jamaica, for the 
year 1880, 40 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1881. 

Notes on Liberian Colfco: its History and Cultivation, 14 p. Kingston: 
Government Printing Establishment, 1881. 

Some Objects of Productive Industry. Parts I and IL Coffee and 
Cinchona, 40 p. Kingston: Institute of Jamaica, 1881. 

The Cultivation of Cinchona in Jamaica. Handbook of Jamaica. Vol. I, 
p. 1G2 — 181. Kingston: Government Printing Establishment, 1881. 

Suggestions for the Improvement of the Coffee Industry in Jamaica. 
Extract from Lecture on "Some Objects of Productive Industry." Kingston: 
Institute of Jamaica, 1881. 

Annual Report of the Public Gardens and Plantations, Jamaica, for 
the year 1881, 16 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1882. 

Cacao: How to Grow, and How to Cure it, 4G p. Jamaica: Govern- 
ment Printing Establishment, 1882. 



8 Ign. Urban: Bibliographia. 

The Apliis Blight on Sugar-cane in Jamaica, with Suggestions for 
Kemeclial Measures, 4 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1882. 

The Mungoose on Sugar Estates in the West Indies, 20 p. Kingston: 
Jamaica, 1882. (Contains an account of the introduction of the Mungoose, 
Ilerpesfes griscus, as a rat-catcher to Jamaica and Barbados, and the circum- 
stances attending its dispersal throughout the islands.) 

Cinchona Cultivation in Jamaica. A historical and descriptive account 
of the industry: the cost of cultivation, and the conditions under which 
the Goverment of Jamaica otfers grants of land for Cinchona. Handbook 
of Jamaica, Vol. III, p. 442 — 461. London: Stanford, 1883. 

Annual Report of the Public Gardens and Plantations, Jamaica, for the 
year 1882, 24 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1883. 

Planting Enterprise in the West Indies. Proceedings, Royal Colonial 
Institute, Vol. XIV (1882 — 1883) p. 264 — 315. London: Sampson Low, 
Marston and Co., 1883. 

Cinchona Planting in Jamaica: a Detailed Statement of Income and 
Expenditure on Cinchona Plantations in Jamaica. Kingston: Government 
Printing Establishment, 1883. 

The Colony of British Honduras: its Resources and Prospects, with 
particular Reference to its Indigenous Plauts and Economic Productions, 
150 p. London: Stanford, 1883. 

Instructions relative to the Cultivation of the Ramie or China Grass, 
Boehmeria nivea. Kingston: Government Printing Establishment, 1883. 

Annual Report of the Public Gardens and Plantations, Jamaica, for the 
year 1883, 20 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1884. 

Some Objects of Productive Industry : Part IV, Native and other Fibre 
Plants, 48 p. Kingston: Institute of Jamaica, 1884. 

Annual Report of the Public Gardens and Plantations, Jamaica for the 
year 1884, 54 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1885. 

A Descriptive List of Forty New Sugar- canes under experimental 
Cultivation by the Botanical Department, Jamaica. (Reprinted from the 
Report of the Director for the year 1884, p. 31 — 34.) Kingston: Govern- 
ment Printing Establishment, 1885. 

Jamaica at the World's Exposition (New Orleans). A descriptive cata- 
logue of the products of Jamaica, 30 p. Kingston: Institute of Jamaica, 1885. 

The Occurrence of Droughts: their Causes and the Means whereby 
their Effects might bc mitigated, modified, or relieved, 29 p. (A lecture 
delivered before the Jamaica Society of Agriculture and Commerce. Kingston: 
Jamaica, 1885.) 

Annual Report of the Public Gardens and Plantations, Jamaica, for the 
year 1885, 29 p. Kingston: Government Printing Establishment, 1886. 

Tropical Fruits. Nature, Vol. XXXIV (1886), p. 316 et seq. London: 
Macmillan, 1886. 

Fruit as a Factor in Colonial Commerce. Proceedings, Royal Colonial 
Institute, Vol. XVIII (1886—1887) p. 123—159. London: Sampson Low, 
Marston and Co., 1887. 

Botanical Föderation in the West Indies. Nature, Vol. XXXV 
p. 248— 250. London: Macmillan, 1887. 



Morris List of Books and Papers. 9 

Report (for tbe Royal Comraission), on tlie various Fruits and Fruit - 
products at the Colouial and Indian Exhibition, 1886, p. 129 — 146. London: 
Clowes & Son, 1887. 

The Dispersion of Seeds and Plants. Nature, Yol. XXXV p. 155 
et seq. (Contains reference to the Pimente Industry of Jamaica.) London: 
MacmiUan & Co., 1887. 

Botanical Stations in the West Indies. Kew Bulletin, No. 6, June 
1887. London: Eyre & Spottiswoode, 1887. 

Annatto or Roucou; its History, Cultivation, and Preparation. Kew 
Bulletin, No. 7, July 1887; and Kew Bulletin, No. 9, September 1887. 
London: Eyre & Spottiswoode, 1887. 

On the Introduction of certain West Indian Food -plants to the East 
Indies. Kew Bulletin, Nr. 8, 1887, August. London: 'Eyre & Spottis- 
woode, 1887. 

The Dispersion of Seeds and Plants. Nature, Vol. XXXVII, p. 446 
et seq. (Contains references to the introduction and distribution of the 
Guango, Pifhecolobiiini Savimi, and other economic plants to Jamaica.) 
London: Macmillan & Co., 1888. 

The Vegetable Resources of the West Indies. An address delivered 
before the London Chamber of Commerce, 27tli March 1888. Mr. James 
Anthony Froude in the chair. London, 1888. 

The Colony of the Leeward Islands. A paper read before the Royal 
Colonial Institute, April 14, 1891. (Deals with the botanical resources of 
the Leeward Islands and offers suggestions for the development of local In- 
dustries.) Proceedings, Royal Colonial Institute, 1890 — 1891, p. 225 — 263. 

Botanical Enterprise in the West Indies. (An account of a Mission 
undertaken at the request of the Secretary of State for the Colonies to the 
West India Islands in 1890 — 1891, with particular reference to their plant 
productions and the working of the Botanic Stations.) Kew Bulletin, May 
and June 1891, p. 103—168. 

Comraercial Fibres: A summary of the Cantor Lectures delivered be- 
fore the Societj^ for the encouragement of Arts, Manufactures, and Com- 
merce, March 15, 25, and April 1, 1895; on Fibres, their history and 
origin, with special reference to the Fibre Industries of the West Indies 
and other of Her Majesty's Colonial Possessions, 42 p. London, 1895. 

The Cultivation of Fruit and Vegetables for an Export Trade in the 
Bahamas, being the substance of a series of lectures delivered at Nassau, 
N. P., in 1895 — 1896. Nassau: Government Printing Office, 1896. 

The Sisal Industry of the Bahamas, an account of a white -rope 
fibre industry established in this and other AVest Indian Colonies. A paper 
read before the Society of Arts, March 18, 1896, General Sir Henry Norman, 
G. C. B., G. C. M. G., d.E., in the chair. Journal of the Societ}'' of Arts, 
March 20, 1896; see also Colonial Reports, Miscellaneous, No. 5, Bahamas, 
1896. (The author received the award of the Silver Medal of the Society 
of Arts' for this paper.) 

The Further Development of Agricultural Industries in Jamaica. A 
paper read before the Jamaica Agricultural Society, April 5, 1897, Sir Henry 
A, Blake, K. C. M. G. , in the chair. Journal of the Jamaica Agricultural 
Society, 1897, p. 139—146. Kingston, Jamaica, 1897. 



10 Ign. Urban: Bibliographia. 

Pjilnier Dcfor. Cub. = W. Palmer: Deforested Cuba. [Plant 
World IV (1891) p. 21—22 tab. 2.] 

Nicht gesehen; nach Bull. Torr. bot. Club XXVIII (1901) p. 318. 

Patoiiill. Champ. Griiad. = N. Patouillaed: Champignons de la 
Guadeloupe, recueillis par le R. P. Duss. [Bull. Soc. mycol. de France. 
Paris. Vol. XV (1899) p. 191—209, tab. IX, X, vol. XVI (1900) 
p. 175— 188, tab. VII. 8».] 

Der so fleissige und erfolgreiche Pere Duss hat es nicht bei der Er- 
forschung der Phanerogamen- Flora der französisch -westindischen Inseln be- 
wenden lassen. Seitdem die Ausbeute an ihm unbekannten oder von der 
betreffenden Insel noch nicht nachgewiesenen Arten immer geringer wurde, 
hat er seine Aufmerksamkeit den Kryptogamen geschenkt und seine freie 
Zeit dem Aufsammeln derselben zunächst auf Guadeloupe, dann aber auch 
auf grösseren Ferienreisen auf Martinique mit gi"osser Ausdauer und Sach- 
kenntniss gewidmet. P. beschreibt aus der mykologischen Ausbeute des- 
selben nicht weniger als 4 neue Gattungen [Cymatella, Dichosjjoriuvi , Micro- 
stelium, Stübocrca) und 53 neue Arten imd fügt zu einigen schon bekannten 
kritische Bemerkungen hinzu. Die 3 Tafeln geben theils Habitusbilder, theils 
Analysen. Leider wird nur das Substrat, aber nicht die Insel, von welcher 
die Arten herstammen, mitgetheilt. 

Die Originalien sind im Herb. Duss, Patouillard und im botan. Mu- 
semn in Berlin. 

Pilger Arthrostyl. cf. Ukb. Symb. IL 

Poit. Flor. Dom. = Pierre Antoine Poiteau: Florule de Saint- 
Domingue. 1 vol. fol. Msc. (Bibl. Mus. d'hist. nat. PaMs). 

Nicht gesehen; nach Bureau im Nouv. Arch. du Museum III ser. 
vol. IX (1897) p. 26. Poiteau hielt sich 1796—1801 auf Haiti auf und 
brachte ein grosses Herbarium in dem nördlichen Theile der Insel, sowie auf 
dem benachbarten Eilande La Tortue zusammen; die gesammelten Pflanzen 
waren mit genauen Besclireibungen und meist auch mit Abbildungen ver- 
sehen. Hieraus redigirte er nach seiner Rückkehr 1802 — 1803 das obige 
Werk. Da er aber die Aussicht hatte, noch einmal nach Haiti zurückzu- 
kehren und seine Untersuchungen zu ergänzen und zu erweitern, ein Plan, 
der wegen der Vertreibung der Franzosen von der Insel nicht zur Aus- 
führung kam, so blieb das Werk unveröffentlicht. 

ßoclier Jabor. = Dr. G. Rochp:r: Un nouveau Jaborandi des An- 
tilles fran^aises. Etüde botanique, chiniique et pharmacologique du 
Pilocarpus racemosus. Toulouse 1899. 8°. 78 p. 2 tab. 

Verfasser, welcher Professeur de pharmacie et de matiere mcdicale 
an der Ecole de modecine et de pharmacie zu Clermond-Ferrand ist, hatte 
aus Guadeloupe Materialien des auf Cuba, Portorico und den kleinen Antillen 
bis Martinique vorkommenden rUocarpus raceniostis Vahl erhalten und diese 
einer genauen Untersuchung unterworfen. Er giebt zunächst eine historische 
Einleitung über die Arbeiten , w^elche sich mit den verschiedenen , Jaborandi 
genannten Substanzen beschäftigt haben, eine systematische und anatomische 
Beschreibung der Pflanze, die Resultate der chemischen Untersuchung ihrer 



Palmer Defor. Cub. — Urb. Symb. I, II. 11 

ALkaloide und endlich seiner pharmakologischen Studien. Aus letzteren ergiebt 
sich, dass die Blätter der Antillen -Pflanze dieselben Alkaloide wie P. penno/- 
tifolms haben und zwar noch mehr Pilocarpin als dieser. Yerf. ist der An- 
sicht, dass man P. racemosus an Stelle des brasilianischen Jaborandi's mit 
Vortheil in der Therapie verwenden kann. Auf den beiden Tafeln wird ein 
Blatt nebst den anatomischen Details desselben abgebildet. 

Kühl. Eriocaiil. aiitill. cf. Urb. Symb. II. 

Segiif Flor. med. Cub. = Domingo Herxaxdo Segui: Ojeada sobre 
la Flora medica j toxica de Cuba. Habana 1900. 8°. 93 p. 

Inaugural- Dissertation zur Erlangung des Doctor en Ciencias von der 
Universität zu Habana. Verf. bespricht in der Reihenfolge des Van Tieghem- 
schen Systems die medicinisch und pharmaceutisch wichtigen Pflanzen der 
Insel Cuba unter Beifügung der einheimischen Namen. Botanisch von 
Interesse ist die Aufführung der neuen Gattung Torralbasia Kr. et Urb. (ohne 
Diagnose), gegründet auf Maytenus cuneifoUus Griseb. Auf S. 91 — 92 findet 
sich auch eine Aufzählung der benutzten cubensischen Literatui'. 

Smith Fuiig. West Ind. = Axxie Lorrain Smith: On sonie Fungi 
from the West Indies. [Journ. Linn. See. London. Vol. XXXV (1901) 
p. 1—19. tab. 1—3. 8°.] 

Aufzälilung von IGl Pilzen, Avelche AV. R. Elliott Juli bis Dec. 1892, 
März 1894, Oct. 1895 bis März 1896 auf Dominica im Auftrage des British 
Committee für die Erforschung der Fauna und Flora Westindiens gesammelt 
hatte; nur je einer ist von Antigua bez. St. Vincent. Es werden eine 
neue Gattung [Xyloccras) und 21 neue Arten beschrieben. 

Die Originalien sind im British Museum. 

Torr. Palm. Cuh. = Jose I. Torralbas: The Palms of Cuba — 
Las Palmas de Cuba. [The Island of Cuba Magazine. Habana. Vol. I 

(1899) p. 113-116. 80 c. tabul.] 

Fortsetzung der Besprechung der auf Cuba vorkommenden Palmen 
(cf. Symb. II p. 5). Aufzählung der Gattungen und vom Verf. gezeichnete 
recht gute Habit\isbilder von Yiiragiiana maritima Kth., Thrinax Miraguano 
Mart. , Golpoihri)iax Wrightii Griseb. 

Uiiderw. Botr. Jam. = Lucien M. Underwood: A new Boinj- 
chium from Jamaica. [The Fern Bull. Binghampton, N. Y. Vol. VIII 

(1900) p. 59 — 60. 8°.] 

Beschreibt Botrychium Jenmani aus der Ternatum- Gruppe, welches 
von Mr. Nock und W. N. Clute auf Jamaica gesammelt war. 
Das Original im Herb. Underwood. 

Urb. Symh. I, II. = Ioxatius Urbax: Symbolae antillanae seu 
Fundamenta Florae Indiae occidentalis. Berolini, Parisiis, Londini. 8^. 
Voll fasc. III. 1900. p. 385 — 536. Vol. II fasc. L 1900. p. 1 — 160, 
fasc. IL 1900. p. 161 — 336. 

Zu den Species novac, praesertim portoricenses , Avelche den grössten 
Theil des IL und III. Fascikels von Band I. einnehmen, giebt der Herausgeber 



12 Iqn. Urban: Bibliographia. 

noch ein Supplement (p. 472 — 481), in welchem ausser anderem noch 5 
neue Arten von Portorico (eine zugleich auch in Hispaniola und St. Thomas 
vorkommend), 4 von Haiti, 2 von Cuba, 1 neue Orchidee von Jamaica (diese 
von Fawcett) beschrieben werden. 

Die sich anschliessende Bearbeitung der Eriocaulonaeeae ist von dem 
Monographen der Familie, W. Ruhland, ausgeführt. Eine neue Gattung 
{Syngonanthus) wird auf mehrere, von Paepalanthiis abzuti-ennende Arten 
aufgestellt; an neuen Arten finden wir nur zwei, die eine von Sto. Domingo, 
welche Baron Eggeks als erste Vertreterin der Familie für diese Insel nach- 
wies (die MAYERHOFF'schen durch Etiquettenverwechselung wohl irrthümlich 
hierher gezogenen Species stammen wahrscheinlich aus Guyana), die andere 
bisher mit einer MicHAUx'schen Art aus Nordamerika verwechselte aus Cuba. 
Von den 16 Arten kommen 14 auf Cuba, 1 auf Hispaniola, 3 auf Trinidad 
vor; fast alle sind den betreffenden Inseln eigenthümlich. 

Die Jimcaceae^ von dem bewährten Monographen F. Buchknau bear- 
beitet, beschrcänken sich in Westindien nur auf 3 Juncus- Arten ^ von welchen 
eine auf Guadeloupe vorkommende neue Art sehr ausführlich beschrieben 
wird. Der Juncus parviflorns Poir. von Portorico entpuppte sich dagegen 
als die verbreitete Ehynchospora mierantJia Vahl. 

Die Sahiaceae^ von dem Herausgeber bearbeitet, sind in Westindien 
nur mit 5 Arten vertreten, von welchen 1 eine weite Verbreitung von 
Portorico bis Grenada besitzt, 1 Cuba, 1 Haiti, 1 Portorico, 1 Guadeloupe 
eigenthümlich sind; davon werden 3 als neu beschrieben, (eine allerdings 
schon bei Bello Ap. aufgeführt, aber rücksichtlich ihrer Familienzugehörig- 
keit nicht erkannt). Da Verf. (bereits im Jahre 1895) dieser Familie ein sehr 
eingehendes Studium gewidmet hatte, so beschreibt er hier sämmtliche bisher 
aus Amerika bekannt gewordenen oder neuen Arten unter Vorausschickung 
eines morphologischen Eesume's, der äusseren, zur leichteren J]i-kennung der 
Familie dienlichen Merkmale, der reformirten Familien Charaktere und der 
Diagnosen der beiden amerikanischen Gattungen {OpMocaryum mit 2, Meli- 
osma mit 19 Arten). 

Den Schluss des ersten Bandes bilden die Addenda et Corrigenda, 
der Index nominmn latinorum und der Index nominum vernaculorum. 

Der zweite Band beginnt mit der Fortsetzung der Bibliographia Indiae 
occidentalis botauica, d. h. mit der Aufzählung und kurzen Besprechung der 
seit 1898 veröffentlichten Schriften und Aufsätze über westindische Botanik. 
Hiermit soll auch in den folgenden Bänden fortgefahren werden, damit die 
Interessenten für dies Florengebiet eine leicht zugängliche Uebersicht über 
die km-z vorher veröffentlichte, sehr zerstreute Literatur erhalten. Dagegen 
werden Arbeiten über Agricultur nur noch ausnahmsweise berücksichtigt werden. 

Die Cyperaceae sind das Resultat eines vieljährigen Studiums von 
C. B. Clakke, bez. ein Auszug aus dessen im Manuscript fertiger Mono- 
graphie dieser Familie. Aus 26 Gatümgen werden 243 fast dm-chweg be- 
kannte Arten in präcisester Form diagnosticirt und mit einer ausgedehnten 
Synonymie, sowie der Angabe der Verbreitung vorsehen. Da der Verfasser 
ein sehr umfangreiches Material zu seinen Studien benutzt hat, so dürfte 
durch seine Arbeit die Verbreitung der Ai-ten dieser Familie in Westindien 
im Allgemeinen wohl festgelegt sein. 

Die in vorstehender Abhandlung angewendete Nomenclatiu- schloss sich 
an die Kew Rules an und ging in einigen Punkton noch über dieselben lünaus. 



ürb. Symb. I, II. — Wost Freshw. Alg. n. 13 

Um sie nun auch denjenigen Botanikern leicht benutzbar zu machen, welclie 
den ältesten Speciesnamen voraustellen, sah sich der Herausgeber gezwungen, 
eine Revision der Namen nacli dieser Richtung liin vorzimehmen und leider 
auch einige neue Combinationen zu schaifen. 

Auch die Äcanthaceae haben einen Botaniker, G. Lindau, zum Ver- 
fasser, welcher sich mit dieser Familie schon längere Zeit beschäftigt imd 
ausser dem Berliner Material das mehrerer anderer Museen benutzt hat. Unter 
den 90 Arten (mit Einschluss der cultivirten) ist auffäUiger Weise nur eine 
Novität. Dagegen werden drei neue Gattungen [Drejerella , Ancistranthus und 
Centrüla) aufgestellt. Dem S^^stem ist die Sculj^tm* des Pollens zu Grunde 
gelegt. 

Im Anscliluss an seine Monographien beschreibt sodann C. Mez eine 
neue Lauracee, vervoUständig-t die Beschreibung von zwei anderen und stellt 
G neue Bromeliaceen , meist aus Jamaica, auf. 

Die Leguminosae novae vel minus cognitae vom Herausgeber enthalten 
rücksichtlich der Mimoseae fast nur die Beschreibungen von neuen Arten, 
da die classische Bearbeitung von Bentham trotz des jetzt viel umfang- 
reicheren Materials kaum eine Rectification bedurfte. Dagegen war eine 
ki'itische Aufzählung der westindischen Caesalpinia-AxiQw^ namentlich aus 
der Gruppe Guilandina, geboten; leider konnten aber die Arten aus letzt- 
genannter Section aus Mangel an voUkommeneu Materialien und bei ihrem 
ausgeprägten Polymorphismus auch jetzt noch nicht sämmtlich in befrie- 
digender Weise dargestellt werden. Von PapiUonaceae werden zwei neue 
Gattungen {Hebestigma aus der Verwandtschaft von Gliricidia und Rhodopis 
aus der Verwandtschaft von Rtidolphid) aufgestellt und mehi'ere andere 
rücksichtlich ihrer westindischen Arten monograpliisch bearbeitet, so Gliri- 
cidia (1), Chaetocahjx (3), Pictetia (4), Belairia (3), Brya (2), Rudolphia (1), 
Oalactia (mit 27 Arten). 

Von den westindischen Ai'ten der Gramineen- Gattung Arthrostylidium 
enthält das Fascikel nur einen Theil der Einleitung. 

Wahl. Lieh. iiot. = Edv. A. Wainio: Lichenes novi rarioresque. 
[Hedwigia vol. XXXVIII (1899) Beibl. 6 p. 253 — 259. 8°.] 

Beschreibt 20 neue Flechtenarten von Guadeloupe und 1 von Mar- 
tinique, welche von Pere Duss in den letzten Jahren daselbst gesammelt 
wurden. 

West Freshw. Alg. II. = W. West and G. S. West: A furtiier con- 
tribution to the Freshwater Algae of the West Indies. [Journ. Liiin. 
Sog. London. Vol. XXXIV (1899) p. 279 — 295. S^.j 

Die Verfasser zählen 87 Arten von Süsswasseralgen auf, welche von 
W. R. Elliott im Januar und Februar 1896 zum grüssten Theilo in Domi- 
nica gesammelt waren; einige wenige stammen aus St, Vincent. Es fanden 
sich darunter nm- eine neue Art und zwei neue Varietäten. 

Die Originalien sind im British Museum. 



IL Notae biograpliicae 
peregrinatorum Indiae occidentalis botanicorum. 



Auetore 
Ignatio Urban. 



Einleitung. 

Seit dem Beginn meiner historisch- botanischen Studien nahmen 
die Lebensverhältnisse der botanischen Reisenden, insbesondere Zeit und 
Ort ihrer sammlerischen Thätigkeit, mein Interesse in hohem Maasse in 
Anspruch. War es einerseits ein Akt der Gerechtigkeit, ihnen, die aus 
fernen Ländern unter Gefahren mannigfaltigster Art die wissenschaft- 
lichen Materialien herbeischafften, ein biographisches Denkmal zu setzen, 
so konnte anderseits die Pflanzengeographie aus der genauen Kennt- 
niss der Reiserouten rücksichtlich der Verbreitung der einzelnen Arten 
mancherlei Yortheile ziehen. So entstanden eine Reihe von Biographien 
tropisch -amerikanischer Sammler, welche ich in Engler's Jahrbüchern 
veröffentlichte. 

Als ich mich im Jahre 1884 entschloss, meine fernere wissen- 
schaftliche Thätigkeit hauptsächlich der Flora Westindiens zu Avidmen, 
begann ich auch alsbald für die vorliegende Abhandlung Materialien 
zusammen zu bringen. Eine Anzahl vortrefflicher Vorarbeiten lag aller- 
dings schon vor: 

In erster Linie ist A. Lasegue: Musee botanique de M. Benjamin 
Delessert, Paris 1845, zu nennen, welcher eine grosse Anzahl Exposes 
des Voyages entrepris dans l'interet de la Botanique mittheilt, aber 
weder die Lebensverhältnisse der Reisenden berührt, noch die benutzten 
Quellen angiebt. 

Eine sehr wesentliche Hülfe bot auch G. A. Pritzel: Thesaurus 
literaturae botanicae, edit. nova, Leipzig 1872, der mit unendUcher 
Geduld und Sorgfalt aus den verschiedensten Werken, Zeitschriften und 
wahrscheinlich auch Tagesblättern die Titel von Biographieen oder we- 
nigstens Zeit und Ort der Geburt und des Todes aufführt, allein fast 
nur von solchen Reisenden, welche auch selbständige botanische Werke 



Einleitung. 15 

verfassst haben. Diese Biographieen selbst sind aber rüeksichtlich der 
Itinera mit grösster Vorsicht zu benutzen , da von deren Verfassern oft 
ganz irrige Angaben über die besuchten Inseln gemacht werden. 

Catalogue of scientific papers (1800 — 1883), compiled by the Koyal 
Society of London. 11 vol. 4°. 1867—1896 enthält die Titel der nicht 
in Buchform erschienenen Werke. Man wird dadurch auch auf nicht 
botanische Aufsätze aufmerksam gemacht, in welchen sich bisweilen 
Angaben über die Reisen finden. 

Ferner konnten die in verschiedenen Ländern herausgegebenen 
nationalbiographischen Werke mit Vortheil verwendet werden, z. B. 

L. G. Michaud: Biographie universelle, ancienne et moderne. Paris 
1811—1862. Vol. 1— LXXXV. 8«. 

Francis S. Drake: Dictionary of American Biography. Boston 1872. 
1 vol. 80. 

(v. Lilienceon): Allgemeine deutsche Biographie. Leipzig 1875 bis 
1900. Vol. I— XLV. 80. 

Francisco Calcagno: Diccionario Biogräfico Cubano. New York 
1878. 1 vol. 80. 727 p., welches ich der Güte des Herrn Prof. Gomez 
DE LA Maza in Habana verdanke. 

Leslie Stephen and Sidney Lee: Dictionary of National Biography. 
London 1885 — 99. Vol. I — LX. 8o, unvollendet (bis Whewell). 

C. F. Bricka: Dansk Biografisk Lexikon. Kjebenhavn 1887—1900. 
Vol. I — XIV. 80, unvollendet (bis Saxtrup). 

Endlich besitzen auch einige Länder bereits botanisch -biographische 
Werke, so z. B. 

Miguel Culmeiro: La botanica y los botanicos de la peninsula hi- 
spano-lusitana. Estudios bibliograficos y biograficos. Obra premiada 
por la biblioteca nacional. Madrid 1858. 8o. X, 216 p. 

James Britten and G. S. Boulger: A biographical index of British 
and Irish botanists. London 1893. 8°. 188 p. and First Supplement. 
London 1899 p. 193 — 222, verbesserter und vermehrter Sonderabdruck 
aus Brittex's Journ. of Bot. vol. XXVI— XXIX (1888 — 91) und vol. 
XXXVI— XXXVII (1898-99). 

E. Warming: Den Danske botaniske Literatur fra de aeldste Tider 
til 1880, in Bot. Tidsskr. Kjobenh. Vol. XII (1880 — 81) p. 42 — 131, 
158 — 247. 

H.JALMAR KiAERSKOu: Oui dauskc Samlere af vestindiske Planter in 
Bot. Tiddskr. Kjobenh. vol. XXIII (1900) p. 35 — 47. 

Auch schreibt Herr Gymnasiallehrer T. 0. B. N. Krok in Stock- 
holm ein ähnliches Werk über schwedische Botaniker, aus welchem er 
mir durch Herrn Dr. G. 0. A. Malme die Westindien betreffenden Par- 
tieen freundlichst zur Benutzung überlassen hat. 



16 Ion. ürban: Notae biographicae. 

Trotz alledem war noch ausserordentlich viel zu thun. Aus Tau- 
senden von Originaletiquetten Avurden in den verflossenen 17 Jahren 
Angaben über Zeit und Ort der Sammlungen entnommen, theils um 
die Itinera zu construiren, theils die Angaben der Biographen zu con- 
trolliren und zu verbessern. Da sich alle vorher genannten biographi- 
schen Werke mit Ausnahme der dänischen, cubensischen und nord- 
amerikanischen auf die zur Zeit der Abfassung bereits verstorbenen 
Botaniker beschränken, so mussten von zahlreichen noch lebenden Rei- 
senden und Sammlern die nothwendigen Daten beschaff't werden, was 
dieselben auch, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, mit grosser Be- 
reitwilligkeit thaten. Eine nicht unbedeutende Anzahl bereits Yerstor- 
bener hatte überhaupt niemals einen biographischen Nachruf erhalten; 
für mehrere derselben gelang es, einen solchen durch gütiges Entgegen- 
kommen von Verwandten etc. noch nachzuholen; für viele andere Hess 
sich trotz aller Mühe nur weniges oder auch gar nichts ermitteln. Nach 
dieser Richtung hin wurde ich besonders unterstützt durch die Herren 
E. BuREAU-Paris, A. OoGNiAUX-Yerviers, F. CuNDALL-Jamaica, U. Dammer- 
Grosslichterfelde, Pere Duss-Guadeloupe, Baron H. Eggers- Kopenhagen, 
W. Fawcett- Jamaica, W. Harris -Jamaica, F. ÜEiM-Paris, W. B. Hemsley- 
Kew, M. KRONFELD-Wien, L.Krug -Grosslichterfelde (f), G. 0. A. Malme- 
Stockholm, E. von Martens- Berlin, GoMEZDELAMAZA-Habana, D. Morris- 
Barbados, J. Poissox- Paris, L. Wittmack- Berlin und andere, welche bei 
den betreffenden Biographieen selbst genannt sind. 

Nicht selten finden sich widersprechende oder abweichende An- 
gaben in der Literatur, namentlich über Daten und Inseln. In solchen 
Fällen bin ich denjenigen Autoren gefolgt, welche sich zuletzt oder am 
gründlichsten mit der betreffenden Persönlichkeit beschäftigt haben, ohne 
mich auf eine längere Discussion einzulassen. Sehr oft habe ich selbst 
Correcturen vorgenommen und zwar fast ausschliesslich auf Grund von 
zuverlässigen Herbarzetteln. Dessenungeachtet werden in der Zukunft 
noch manche Verbesserungen und Ergänzungen beigebracht werden, 
letztere namentlich aus den Archiven des Museum d'histoire naturelle 
zu Paris, in welchen die Correspondenzen der französischen Sammlungs- 
reisenden aufbewahrt werden. Auch ist es sehr wahrscheinlich, dass 
eine Anzahl Biographieen oder Nachrufe oder sonstiger hergehöriger 
Notizen übersehen ist, namentlich in gärtnerischen Zeitschriften, weil 
solche Viten in Sammelwerken^ nicht citirt worden sind; zu dieser Be- 
fürchtung bin ich um so mehr berechtigt, als mehrere gute Biographieen 
mir nur durch blossen Zufall bekannt wurden. Ich muss deshalb auch 



1) Just's botanischer Jahresbericht z. B. hat erst seit 1892 auf meine Anregung 
hin die Biographieen berücksichtigt. 



Einleitung. Alexander — Auber. 17 

von meiner Abhandlung sagen, was Bkitten und Boulger in der Ein- 
leitung zu ihrem Biographical Index schrieben: Such a work must of 
necessity contain errors both of commission and of Omission, and few 
who consult it can form an adequate opinion of the labour involved in 
collecting Information which, when set down, may appear of the most 
raeagre character. 

Alexander, D. W., Sammler für das Herbar des botanischen 
Gartens zu Trinidad, vergl. Hart. 

Alexander, R. C, cf. Prior. 

Anderson, Alexander, (?— 1811), Dr. med., seit 1775 in den Ver- 
einigten Staaten von Nordamerika, wahrscheinlich als Arzt bei den bri- 
tischen Truppen, kam als Hospitalarzt nach St. Yincent und war 1785 
bis 1811 Superintendent des dortigen botanischen Gartens, den er zu 
grosser Blütlie brachte. Er starb daselbst kurz nach seinem Rücktritte 
am 8. IX. 1811. A. beabsichtigte eine Flora der Kariben zu schreiben 
und sammelte deshalb auch auf den Nachbarinseln Martinique, St. 
Lucia, Barbados, Grenada, Trinidad. 1791 besuchte er Guyana, 
hauptsächlich um werthvolle Nutzpflanzen für den Garten zu holen. 

Coli. Die Guyana- Pflanzen im Herb. Baxks des British Museum 
und im Herb. Delessert (ex herb. W. Forsyth); die westindischen Pflanzen 
in Kew und im Herb. Delessert, einiges auch im Herb, des Peters- 
burger bot. Gartens (ex herb. Mertexs). Die von ihm nach lebenden 
Exemplaren des Gartens zu St. Yincent angefertigten Zeichnungen sind 
im Besitz der Linnean Society zu London (Lamb. Pin. II ed. Praef.). 

Lit. Kew Bull. 1892 p. 94 — 97; J. Britten in Dict. Nat. Biogr. I 
(1885) p. 372; Bkitt. and Boulg. p. 4; Urb. Symb. III p. 1. 

Aquart, lebte um 1787 auf Martinique, wo er einen grösseren 
Garten besass, und gab Pflanzen an Isert ab. 

Coli. Museum zu Kopenhagen, auch in Petersburg und im Hof- 
museum in Wien. 

Aul>er, Pierre Alexandre, (1786 — 1843), geb. in Le Havre (Frank- 
reich) im Jahre 1786, kam 1808 als Kriegssekretär mit der französischen 
Armee nach* Spanien, wurde gefangen genommen und studirte in Madrid 
Medicin und Naturwissenschaften. Darauf wurde er Director des Militär- 
hospitals in Coruna, musste aber in Folge eines Brustleidens einen sechs- 
jährigen Aufenthalt auf den canarischen Inseln nehmen, wo er mit Werb 
und Bertiielot Excursionen machte. 1833 ging er nach Cuba, um im 
Osten der Insel in der Umgebung von Moa eine Kolonie zu gründen. 
Da diese aber nicht prosperirte, begab er sich nach Habana, wurde mit 
Ramon de LA Sagra bekannt und sammelte für diesen hauptsächlich 

Urban, Symb. ant. lU. 2 



18 Ign. Urban: Notao biogifiphicae. 

kryptogamische Gewächse und wurde nach dessen Abreise nach Europa 
Director des botanischen Gartens und Professor der Botanik. Er starb 
in Habana den 13. IV. 1843. 

Coli. Die von C. Montagne für Sagra's Cuba bearbeiteten Krypto- 
gamen sind im Museum zu Paris. 

Lit. F. Calcagno: Diccionario biografico Cubano (1878) p. 79 — 81. 

Aiiblet, Jean Baptiste Christophe Fusoe, (1720 — 1778), geb. zu 
Salon in der Provence (Frankreich) den 4. XI. 1720, studirte in Mont- 
pellier und Paris Botanik, Pharmacie, Chemie, Zoologie und Minera- 
logie, an letzterem Orte besonders unter Bernh. de Jussieu, und erhielt 
den Auftrag, in Isle de France (Mauritius) ein pharm aceutisches Labo- 
ratorium einzurichten und einen botanischen Garten zu gründen. Er 
blieb daselbst 1753 — 61 und sandte während dieser Zeit viele Kisten 
mit Pflanzen, Mineralien und Thieren nach Frankreich. Zu einer Be- 
arbeitung derselben kam er aber nicht; denn bald nach seiner Rück- 
kehr Avurde er als Apothicaire-Botaniste nach Franz. Guyana geschickt, 
um die Producte dieses Landes kennen zu lernen und Vorschläge zur 
Hebung der Culturen zu machen. Hier entdeckte er während eines nur 
zweijährigen Aufenthaltes (1762 — 64) eine Fülle von neuen Pflanzen- 
formen, die er an Ort und Stelle sorgfältig beschrieb und in einem vier- 
bändigen "Werke : Histoire des Plantes de la Guiane fran9aise, Londres 
et Paris 1775 mit 392 Tafeln, unter der Beihülfe B. de Jussieu's ver- 
öffentlichte. Bei seiner Rückreise wurde er von dem General Grafen 
d'Estaing, Kommandanten in der Mole St. Nicolas auf Haiti, zum General- 
director ernannt und führte in dieser Eigenschaft in der letzten Hälfte 
des Jahres 1764 zahlreiche Bauten auf. Seine schon in Guyana er- 
schütterte Gesundheit nöthigte ihn aber, nach Paris zurückzukehren, wo 
er den 6. V. 1778 starb. 

Coli. Herb. Banks im British Museum, Doubletten im Herb. Smith 
in der Linnean Society und (nach Las. p. 557) bei einem Grafen Tristan 
zu Orleans, Pflanzen von Haiti in Montpellier (ex herb. Cambess.). 

Lit. Aublet: Guiana vol. I Preface; Biogr. mödic. I p. 410 ex Pritz. 
Thes. II ed. p. 10; du Petit - Thouars in Mich. Biogr. univ. III (1811) 
p. 14 — 15; Las. Mus. Deless. p. 478 — 74; Pritz. Thes. II ed. p. 10; Jacks. 
Guido p. 375. 

Badier sammelte Ende des 18. Jahrhunderts auf Guadeloupe. 
Coli. Herb, de Caxdolle in Genf (ex herb. L'Hf;RiTiER). 

Baker, Mrs. Barrington, sammelte auf Jamaica Farne, welche 
von G. S. Jenmax in seiner Synoptical list bearbeitet wurden. 

Balt?is, Giovanni Battista, (1765 — 1831), Professor der Botanik 
in Turin, Lehrer und Freund von Bertero, vertheilte die von diesem 



K^K.t^p, d^l ÄU^.I y-lH 



l; iJrf <4/V^. 61.»^ j:-*!^. jE(; liSij-y. iVf-r/i 



Aublet — Barkly. 19 

auf den Antillen und in Neu -Granada gesammelten Pflanzen an die 
Abonnenten. Da die Etiquetten den Namen von Bertero meistens nicht 
führen, wohl aber oft den von Balbis, so wird letzterer mit Unrecht 
von manchen Autoren als Avestindischer Sammler citirt. 

Baiicroft, Edward Nathaniel, (177-2 — 1842), geb. zu London 1772, 
studirte zu Cambridge Medicin, besuchte als Militärarzt die Windward - 
Inseln, Portugal und mit Abercromby's Expedition 1801 Aegypten, prak- 
ticirte nach seiner Rückkehr in London und ging in Folge seines ge- 
schwächten Gesundheitszustandes 1811 nach Jamaica, wo er am 18. IX. 
1842 als Generalinspector der Armeehospitäler in Kingston starb. Er 
veröffentlichte auch einige Schriften über Fische und andere Thiere von 
Jamaica. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. C. Creighton in Dict. Nat. Biogr. III (1885) p. 106—7; Britt. 
and BouLG. p. 10; Cat. Sc. Pap. I. 175. 

Barbcr, Charles Alfred, M. A., Schüler des Christ's College zu 
Cambridge (England) und Demonstrator der Botanik an der dortigen 
Universität, wurde 1891 Superintendent des Botanical and Agricultural 
Department der Leeward -Inseln mit dem Sitze in Antigua und dem 
Auftrage, die Inseln Dominica, Montserrat und St. Kitts-Nevis 
öfter zu bereisen. Er blieb in dieser Stellung bis März 1895, wurde 
dann Professor der Botanik am Indian Civil Engineering College (Forestry 
Brauch) und 1898 Government Botanist zu Madras. 

Coli. Kew Herbarium; einiges im Herb. Krug et Urban. 

Lit. Kew Bull. 1891 p. 245, 1898 p. 277 et Add. Ser. I p. 119, 121. 

ßai'liam, Henry, (ca. 1650 — 1726), geb. in England ca. 1650, 
Wundarzt, ging über Spanien und Madras um 1680 nach Jamaica, 
wo er im V. 1726 als Surgeon-Major der Kolonialtruppen starb. B. war 
ein guter Kenner der Fauna und Flora der Insel, sandte Pflanzen und 
Thiere an Sloane und führte 1715 Haematoxyloii Cani'pechianum ein. 

Coli. Sloane Herbarium im British Museum. 

Lit. T. F. Henderson in Dict. Nat. Biogr. III (1885) p. 186—87; 
Britt. and Boulg. p. 11; Britz. Thes. II cd. p. 14; Jacks. Guido p, 509; 
ÜRB. Symb. I p. 8. 

Barkly, Sir Henry, (ca. 1815 — 1898), war der Reihe nach Gouver- 
neur von British Guiana, Jamaica, wo er[besonders Farne sammelte, [If^^'"^^ 
Victoria, Mauritius und 1878 — 77 von Cape of Good Hope und 
starb zu South Kensington in London den 21. X. 1898. 



Coli. Kew Herbarium. 

Lit. Kew Bull. Nr. 144 (1898) p. 335 — 336; Cat. Sc. Pap. IX 



124. 



20 Ign. Urban: Notae Liograpliicae. 

Baudill, Nicolas, (ca. 1750 — 1803), geb. auf der Insel Re bei 
La Rochelle an der Westküste Frankreichs ca. 1750, leitete als Schiffs- 
kapitän die französische Expedition nach den canarischen Inseln, Tri- 
nidad, St. Thomas und Portorico 1796 — 98 (cf. Ledru) und eine 
andere nach Australien und Timor 1800 — 1803, welcher Leschenault 
DE LA Tour als Botaniker und Riedl6 als Gärtner beigegeben waren. 
Er starb 16. IX. 1803 auf Isle de France (Mauritius). Der Bericht über 
die letzte Reise wurde von Perox, einem der Reisebegleiter, unter dem 
Titel: Voyage aux Terres australes par les frogates le Geographe et Je 
Naturaliste 1807—9. 3 vol. publicirt. 

Coli. Herb. Jussieu und Herb, gener. im Museum zu Paris. 

Lit. EsMENARD in MicHAUD Biogr. univ. anc. et med. III (1 8 11) p. 538 — 39 ; 
Las. Mus. Deless. p. 271, 490; Pkitz. Thes.II cd. p. 17; Cat. Sc. Pap. I p.209; 
Urb. Symb. I p. 94 — 95. 

Beaupertuis legte 1839 auf Guadeloupe beträchtliche Samm- 
lungen von Phanerogamen und Kryptogamen an. 

Coli. Museum zu Paris, einiges im Herb. Krug et Urb. 

BeaviTois vergl. Paijsot de BEAm^ois. 

Belaiiger, Charles Paulus, (1805 — 1881), geb. zu Paris am 
29. V. 1805, erhielt von dem franz. Ministerium der Marine und der 
Kolonien den Auftrag, sich in Begleitung des Vicomte E. Desbassatns 
DE RiCHEMONT ZU Laudc nach Pondichery zu begeben und daselbst einen 
botanischen Garten anzulegen. Man reiste im Januar 1825 von Paris 
ab, kam durch Deutschland, Polen, Südrussland nach dem Kaukasus 
und Georgien, wo B. seine botanischen Excursionen begann, von da 
nach Persien und Ostindien und Ende März 1826 nach Pondichery. 
Von hier aus erforschte er einen beträchtlichen Theil der Halbinsel, be- 
gab sich 1827 nach Pegu und Java, kehrte 1828 über Mauritius 
(Isle de France), Rounion (Bourbon), Capland und St. Helena zu- 
rück und traf im Juli 1829 mit umfangreichen Sammlungen wieder in 
Paris ein. Um 1853 wurde er Director des botanischen Gartens zu 
Saint-Pierre auf Martinique und starb daselbst den 18. XL 1881. 

Coli. Seine Pflanzen von der asiatischen Reise im Herb. Delessert 
in Genf, eine Anzahl niederer Kryptogamen in Berlin. Die Martinique- 
Pflanzen (ca. 12 Centur., darunter manche aus dem dortigen botanischen 
Garten) im Herb. Delessert, zu Paris, Florenz, Herb. FrxVNQueville, 
Cossox (hier die Farne), einiges im Herb. Krug et Urban. 

Lit. Ch. Belanger: Voyage aux Indes - orientales. Historique. Paris 
1838. 8»; Las. Mus. Deless. p. 150 — 153; Briefl. Mittheilung von Pere 
üuss; Pritz. Thes. II ed. p. 20. 



Baudia — ßertero. 21 

Bcllo y Espinos.a, Domingo, (1817 — 1884), geb. in Lagiina auf 
Tenerifa (canarische Inseln) im Jahre 1817, studirte auf der dortigen 
(später aufgehobenen) Universität San Fernando Rechtswissenschaft, pro- 
movirte daselbst zum Dr. jur. und ging 1848 nach Portorico, wo er 
sich in Mayagüez als Advocat niederliess. Neben seiner Berufsthätig- 
keit beschäftigte er sich eifrig mit der Naturgeschichte der Insel, be- 
sonders mit der Flora des w-estlichen Theiles, in den späteren Jahren 
in Gemeinschaft mit dem Consul L. Kkug. 1878 zog er sich in seine 
Heiraath zurück und starb, nachdem er als Commissär seiner Provinz 
1880 die Fischerei- Ausstellung in Berlin besucht und bei dieser Ge- 
legenheit auch Studien im botanischen Museum gemacht hatte, im Ja- 
nuar 1884 in seiner Vaterstadt. Ausser den Apuntes para la Flora de 
Puerto-Rico schrieb er auch über die Flora der canarischen Inseln eine 
populäre Abhandlung: Un jardin canario, welche zuerst in der Revista 
de Canarias publicirt, dann als besonderes Werk in der Biblioteca de 
Canarias abgedruckt wurde und auf den Inseln grosse Anerkennung fand. 

Coli. Ein Herbarium hat B. nicht angelegt. Die Originalien seiner 
Arbeit sind im Herb. Kruo im botanischen Museum zu Berlin und in 
den IvRUG'schen Icones niedergelegt. 

Lit. Francisco M. Pinto in La Ilustraciön de Canarias. Santa Cruz de 
Tenerife 15. II. 1884. Ano II Nr. XV (mit Porträt); Cat. Sc. Pap. VII p. 132, 
IX p. 181; Ueb. Symb. I p. 9. 

Bciizoii, PederEggert, (1788 — 1848), geb. als Sohn des Predigers 
L. J. Bexzox in Yestenskov auf der Insel Laaland (Dänemark) den 27. X. 
1788, bestand 1814 sein pharmaceutisches Examen, Hess sich 1817 als 
Apotheker in Christianssted auf St. Croix nieder, wurde später daselbst 
Assessor der Pharmacio und kehrte 1848 nach Kopenhagen zurück, wo 
er kurz nach seiner Ankunft am 24. VII. starb. Er sammelte haupt- 
sächlich auf St. Croix, ausserdem auch auf St. Jan und St. Thomas. 

Coli. Botan. Museum in Kopenhagen (meist mit den Herbar- 
etiquetten von Alfred Bexzox). 

Lit. Warm, in Bot. Tidsskr. Kopenh. XII (1880) p. 121; Kiaersk. 
1. c. XXIII (1900) p. 35; Cat. Sc. Pap. I p. 285. 

Bertero, Carlo Guiseppe, (1789 — 1831), geb. zu S. Vittoria in 
der piemontesischen Provinz Alba (Italien) im Jahre 1789, studirte zu- 
nächst Philosophie in Alba, dann in Turin Medicin und Naturgeschichte, 
besonders unter Balbis Botanik und wurde 1811 zum Dr. med. promo- 
virt. Nachdem er in den folgenden Jahren seine medicinischen Studien 
mit grossem Erfolge fortgesetzt, auf den Eintritt in das Collegio di Me- 
dicina aber verzichtet und nebenbei eifrig in Piemont botanisirt hatte, 
begab er sich 181G über Paris als Schiffsarzt nach Westindien. Er hielt 



22 Iqn. Ukban: Nutae biugruphicae. 

sich Ende 1816—1818 auf Guadeloupe, 1818 auf Öt. Thomas, 1818 
bis 1819 auf Portorico, 1819 — 1820 auf Sto. Domingo (Rio Yaqui etc.) 
ufed Haiti (Jacmel, Les Cayes, Port-au-Prince etc.), 1820 — 1821 in 
Neu-Grau ada (Santa Marta und Barranquilla am unteren Rio Magda- 
lena) auf und kehrte, gezwungen durch die dortige Revolution, 1821 
über Jamaica nach Europa zurück. Den Lebensunterhalt hatte er sich 
mit der Ausübung seiner ärztlichen Thätigkeit verdient. Von den zahl- 
reichen Novitäten, die er besonders auf Hispaniola entdeckte, sind viele 
bis heute noch nicht wiedergefunden worden. Die Sammlungen, mit 
Ausnahme derer von Sto. Domingo und Jamaica, waren von B. selbst 
in einem starken, jetzt in der Bibliothek des botanischen Gartens zu 
Turin befindlichen Bande katalogisirt und beschrieben worden. — Ih 
Piemont nahm B. seine botanischen Excursionen wieder auf, legte 
grosse Sammlungen für eine in Aussicht genommene Flora des Landes an, 
assistirte Monis bei den Vorarbeiten zu seiner Flora Sardoa und brachte 
in dessen Auftrage mehrere Monate in Sardinien zu. Nach dem Tode 
seiner Mutter begab er sich auf Anregung von P. de Candolle 1827 
nach Chile und erhielt auch hier die Erlaubniss zu prakticiren. Er 
ging über Valparaiso nach Santiago, von dort südwärts nach Rancagua, 
nördlich nach Aconcagua, hielt sich längere Zeit in Quillota auf, be- 
suchte, durch die Kriegswirren in Chile in seiner Thätigkeit behindert, 
Anfang 1830 mit A. Caldcleugii auf drei Monate Juan Fern and ez 
und kam mit 300 dort gesammelten Pflanzenarten nach Chile zurück. 
Am 28. Sept. 1830 segelte er mit dem nordamerikanischen Generalconsul 
auf den Societätsinsoln J. A. Moereniiout nach Tahiti, legte auch hier 
umfangreiche und sehr interessante Sammlungen an und verliess die 
Inselgruppe am 9. April 1831 auf einem kleinen Fahrzeuge, Avelches 
auf der Fahrt nach Valparaiso verscholl. 

Coli. B.'s piemontesisches Herbar ist im naturhistorischen Cabinct 
des R. Istituto tecnico in Turin. — Die Pflanzen von Westindien und 
Neugrauada nahm Prof. Balbis in Empfang und vertheilte sie, nachdem 
ein grosser Theil von Curt Speenüel in Halle recht oberflächlich be- 
stimmt worden war, an die Interessenten. Die Hauptsammlimg ist im 
Herbar des botanischen Gartens zu Turin, die zweite erhielt de Candolle, 
andere sind in Berlin (dreifach: direct, ex herb. Kuxth und im Herb. 
Krug et Urban ex herb. Sprenoel), Paris, Florenz, München, Würz- 
burg, Bologna, herb. Franqueville (jetzt Dkake del Castillo in Paris). 
— Die chilenische Ausbeute wurde an Bexj. Delessert in Paris ge- 
schickt und auf den Wunsch der Erben versteigert; sie ging für 
1200 Francs in den Besitz des Reisevereins (ünio itineraria) von 
Steudel und Hüciistktteh in Esslingen über, welche sie an die Herb. 
Delessert, de Candof^le, Paris, Berlin, Kew, British Museum, Cosson 






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Beitero — Blodgett. 23 

in Paris, Nancy, Leiden, CAMBES8i':üEs (jetzt in Montpellier), Wiuaxu in 
Marburg etc. verkaufte. — Von den Tahiti -Pflanzen ist ein Theil auf 
unbekannte Weise abhanden gekommen; der Rest ist in Paris, Turin 
und im Herb. Delessert in Genf. 

Lit. Biblioteca italiana vol. LXXI (Jul. 1833) p. 125 — 127; Hook. 
et Arn. in Hook. Bot. Mise. IH (1833) p. 303; Ann. des Sc. nat. II ser. 
vol. I (1834) p. 254; Poepp. et Endl. Nov. Gen. I (1835) p. H; Guillemin 
in Ann. Sc. nat. II ser. VI (1836) p. 297; L. Colla: Elogio storico dell' 
Accademico Dottore Cablo Bertero in Mem. della reale Accademia delle 
Scienze di Torino ser. II vol. I (1839) p. 123 — 141; Las. Mus. Deless. 
(1845) p. 2G0 — 263, 287; E. Burn. in Bull. Soc. bot. de France XXX 
(1883) p. CXII; P. A. Saccardo La Botanica in Italia (1895) p. 28; F. Johow 
Estud. sobra la Flora de Juan Fernandez (1896) p. 20 — 23; die westindische 
Reiseroute als Correctur der irrthümlichen Angaben Colla's nach Herbar- 
etiquetten und nach briefl. Mittheilung des Herrn Prof. C. Mattirolo in 
Turin aus Bertero's Msc; Pritz. Tlies. II ed. p. 25; Cat. Sc. Pap. I p. 308. 

Blaiii, Jose, Schwager von F. Sauyalle und Freund von Jon. 
GuNDLACii, lebte um 1855 auf der Besitzung Retiro im Distrikte Santa 
Cruz de los Pinos auf Cuba. 

Coli. Es existirt von ihm (a. 1850?) eine Sammlung von der Insel 
Pinos (an der Südküste von Cuba gelegen), welche von Sauvalle an 
Ch. Wrigut weitergegeben wurde und jetzt im Gray -Herbarium zu Cam- 
bridge sich befindet; Doubletten im Field Columbian Museum zu Chi- 
cago, die neuen Arten auch im Herb. Keug et Ueb. 

Lit. MiLLSP. in Field Col. Mus. Bot. I (1900) p. 425—439 (Auf- 
zälüung der Pflanzen von Pinos); Urb. Symb. III p. 6 — 7. 

Blamier, Bernhard Friedrich, (? — 1853), ein Schweizer, sammelte 
1852 — 1853 aufPortorico hauptsächlich in der Umgebung der Haupt- 
stadt San Juan, bei Humacao, wo er die Gastfreundschaft seines Lands- 
mannes Saxdoz-Cunier genoss, und in der Sierra de Luquillo Pflanzen 
und Thiere, besonders Mollusken, besuchte wiederholt St. Thomas und 
Vieques und starb am 3. IX. 1853 in Humacao an der Auszehrung. 

Coli. (ca. 3Y2 Centur.) Herb, de Caxdolle, Boissier-Barbey in 
Genf, Meissner (jetzt in New York). 

Lit. R. J. Shuttleworth : Beiträge zur näheren Kenntniss der Land- 
und Süsswasser- Mollusken der Insel Portorico in Mittheil, der naturforsch. 
Gcsellsch. Bern 1854 p. 33. 

Blodgett, John Loomis, (1809 — 1853), geb. zu South Amherst 
in Massachusetts (U. S. A..) im Jahre 1809, erhielt zu Pittsfield sein 
medicinisclies Diplom, lebte anfänglich in Ohio, dann in Mobile (Alabama) 
und ging darauf als Arzt der Mississippi and Louisiana Colonization 
Society auf zwei Jahre nach Liberia. Nach seiner Rückkehr Hess er 
sich im December 1838 auf Key West als Arzt und Drogist nieder 



24 Ion. Ubban: Notae biographicae, 

und blieb hier fast bis zu seinem Tode, welclier 1853 zu Amherst er- 
folgte. B. war einer der ersten Botaniker (cf. Cabanis), welcher die im 
Süden von Florida gelegenen Key-Inseln erforschte; seine Sammlungen 
schickte er an Torrey und Nuttall, die verschiedene seiner Entdeckungen 
in der Portsetzung von Miciiaiix's Sylva 1842 publicirten. In den letzten 
Jahren seines Lebens widmete er sich besonders den Meeresalgen. 

Coli. Columbia Univ. zu New York, Gray- Herbarium zu Cambridge, 
Kew; Algen in Dublin (ex herb. Harvey). 

Jjit. Sarqent Silva I p. 34. 

Boldo, Baltasar Manuel, (? — 1799), Arzt und Botaniker aus 
Aragonien, wurde im Jahre 1796 am botanischen Garten in Madrid an- 
gestellt, um die Nutzbarkeit der dort cultivirten Pflanzen zu unter- 
suchen, und bald darauf der Commission von Guantanamo beigegeben, 
welche unter der Leitung des Brigadiers Grafen von Mompox y Jaruco 
die PLäne des projectirten Canals von Güinas auf Cuba entwerfen sollte. 
Er erhielt den Auftrag, der Pflanzenwelt seine besondere Aufmerksamkeit 
zuzuwenden, sammelte zahlreiche Materialien zu- einer Flora der Insel 
und Hess die interessantesten Pflanzen von dem der Expedition bei- 
gegebenen Zeichner Josß Guio malen, bis ihn ein vorzeitiger Tod im 
Jahre 1799 zu Habana dahinraffte. 

Coli. Generalherbar des botanischen Gartens zu Madrid, einiges 
im Herb. Delile in Montpellier. 

Lit. CoLMEiRO Botan. Hispano-Lusitana (1858) p. 18G — 187; F. Cal- 
CAGNO Dicc. biogr. Cubano (1878) p. 120; Urb. Symb. I p. 13 — 14. 

Bonaiii, Sebastian, sammelte um 1833 in Cuba für Ramon de 
LA Saora (vergl. diesen). 

Boiiplaiid, Aimo Jacques Alexandre (liiess ursprünglich Goujaud, 
von seinem Vater wegen seiner Vorliebe für Pflanzencultur Bon -plant 
genannt, welchen Namen er für immer beibehielt), (1773 — 1858), 
geb. zu La Rochelle (Frankreich) den 29. VIII. 1773 als Sohn eines 
Arztes, studirte auf dessen Wunsch in Paris Medicin, wandte sich aber 
mit besonderer Vorliebe der Botanik zu, die er im Jardin des Plantes 
bei Despontaine.s , L. Cl. Richard und A. L. Jussieu hörte. Seine Be- 
gierde, ferne Länder botanisch zu erforschen, glaubte er am besten als 
Schiffsarzt befriedigen zu können. Nachdem er deshalb seine Studien 
auf der Ecole de modecine navale zu Rochefort beendigt hatte, wurde 
er Hülfschirurg auf dem Schiffe Ajax. Da die französischen Escadres 
damals aber die Rhede nicht verliessen , so fand er sich in seinen Hoff- 
nungen getäuscht und nahm den Abschied. Im Jahre 1798 lernte er 
in Paris A. von Humboldt kennen und Hess sich von diesem bestimmen, 
ihn auf der Reise im tropischen Amerika zu begleiten (vergl. Humboldt). 



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BoMo — Boos. 25 

Auf dieser Reise (1799 — 1804) sammelte er in Gemeinschaft mit letz- 
terem ein Herbar von ca. 6200 Pflanzenarten, die sie an Ort und Stelle 
untersuchten und grösstentheils mit ausführlichen Beschreibungen ver- 
sahen. Nur ein verhältnissmässig kleiner Theil der Ausbeute wurde in 
der Monographie der Melastomaceen und in den Plantae aequinoctiales 
von Humboldt und B. selbst publicirt; die Durcharbeitung des gesammten 
Materials führte K. S. Kuntii aus. B, erhielt die Aufsicht über die Gärten 
von Malmaison und des Schlosses von Navarra, welche er, auf das 
nachhaltigste von der Kaiserin Josephine unterstützt, zu hoher Blüthe 
brachte und in ihrem Bestände auch durch Reisen nach Berlin und 
Wien ausserordentlich bereicherte. Leider gingen diese prächtigen 
Schöpfungen, über welche er 1813 ein illustrirtes Werk veröffentlicht 
hatte, aus Mangel an Fonds einem schnellen Verfalle entgegen, als die 
Kaiserin im Mai 1814 gestorben war. Dies verleidete B. den Aufent- 
halt in Frankreich derartig, dass er 1816 nach Südamerika auswanderte. 
Er verdiente sich anfänglich seinen Lebensunterhalt in Buenos Aires 
als Arzt, erwarb sich dann ein Landgut zu Santa- Anna in der Prov. 
Corrientes, wo er hauptsächlich Mate cultivirte. und begann Avieder 
Pflanzen zu sammeln. Ende 1821 aber wurde er von dem Dictator 
von Paraguay Francia, der ihn als Spion betrachtete und auf seine 
Matecultur eifersüchtig war, gefangen genommen; sein Etablissement 
wurde vollständig zerstört. Nach fast zehnjähriger Internirung in den 
Misiones zwischen S. Maria und S. Rosa erhielt er im Febr. 1831 die 
Freiheit wieder, liess sich in S. Borja in Rio Grande do Sul nieder und 
betrieb hier die ärztliche Praxis, Landbau und botanische Studien. 1853 
siedelte er auf sein altes Gut Santa-Anna in Corrientes über, wo er 
am 11. V. 1858 starb. 

Coli. Hauptsammlung der tropisch -amerikanischen Reise im Mu- 
seum zu Paris, Doubletten in Berlin (ex Herb. Kuntii und im Herb. 
WiLLDExow), einiges im Herb. Delessert; die Pflanzen aus dem extra- 
tropischen Südamerika in Paris. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 452 —458; Bonplandia II (1854) p. 259 — 263, 
IV (1856) p. 1 — ^3 (mit Porträt); H. Klencke: Alexander von Htoiboldt. 
III. Aufl. 1859 p. 245 — 254; Ad. Brtjnel: Biographie dAime Bonpland. 
III ed. Paris 1871. 8°. 183 p. mit Porträt; A. Ernst: Amadeo Bonpland in 
See. cienc. fis. y nat. de Caracas 1869. 8^. 17p.; Brake Dict. Amer. Biogr. 
p. 103; Hemsl. Biol. IV p. 122; Leon Bibl. Bot. Mexic. (1895) p. 66 — 67, 
340 — 343; Pritz. Thes. II ed. p. 35; Jacks. Guide p. 221; Cat. Sc. Pap. 1 
p. 486; Urb. Symb. I p. 67. 

Boos, Franz, (1753—1832), geboren zu Frauen alp in Baden den 
23. XII. 1753 als Sohn eines Oberhofgärtners in Rastatt, trat 1771 bei 
der Fürstl. DiETRicnsTEix'schen Verwaltung zu Solowitz in Mäiiren ein, 
war 1774 — 1775 Gartengehülfe beim Fürsten Liechtenstein zu Eisgrub 



26 Ion. Urban: Notue biographicae. 

in Mähren und wurde 1776 Gehülfe am k. Hofgarten zu Schönbrunn. 
Im Jahre 1783 begleitete er als Gärtner die österreichische Expedition 
unter F. J. Marter in die südöstlichen Vereinigten Staaten von Nord- 
amerika, ging mit diesem und Dr. Jon. Dav. Schopf im März 1784 nach 
Providence auf den Bahamas und machte von dort Ausflüge nach 
mehreren anderen Theilen der Inselgruppe. Am 9. Sept. verliess er die 
Baliamas, kehrte nach Charleston in Carolina zurück und führte seine 
Sammlungen (meist lebende Pflanzen) im Mai 1785 nach Wien über. — 
Die Ausbeute war so vortrefflich, dass B. vom Kaiser Joseph IL bald 
darauf den Auftrag zu einer Reise nach Südafrika erhielt; als Gehülfe 
beim Pflanzensammeln war ilim der Gärtner Georg Scholl aus Weilbach 
beigegeben. B. sammelte vom Mai 1786 bis Februar 1787, oft in Be- 
gleitung des englischen Reisenden Masson, im C aplan de bis Zwarti- 
land und den Karroo's lebende Pflanzen, Zwiebeln, Samen, Vögel, In- 
sekten und dergl., ging von da, während Scholl durch eine eigenthüm- 
liche Verkettung von Umständen bis 1799 in Südafrika zurückgehalten 
wurde, im April 1787 nach Mauritius (Isle de France) und Reunion 
(Bourbon) und kam über Capstadt im August 1788 mit einem ungeheuren 
Transporte von Vegetabilien und Thieren wieder in Schönbrunn an. 
Nach dem Tode van der Schoot's 1790 wurde B. Director der Menagerie 
und des Gartens in Schönbrunn, 1807 Director der k. k. Hofgärten in 
und bei Wien, trat 1827 in den Ruhestand und starb 23. IL 1832 
in Wien. 

Coli. Meist lebende Pflanzen in den Schönbrunner Gärten; viele 
derselben wurden von Jacquix beschrieben und illustrirt. 

Lit. Jacq. Hort. Schoenbr. I p. IV — V, Hormayr's Arch. für Geogr. VI 
(1815) p. 756 — 758; Wurzbach Biogr. Lexik. II (1857) p. 61—62; Las. Mus. 
Deless. p. 449, 459 — 460; Fritz. Thes. IL ed. p. 35; M. Kronfeld iu Allg. 
Zeitung, München Juli 1891 Nr. 175 (unter Zugrundelegung eines Msc. in 
der Bibliothek des Wiener botan. Gartens: Biogr. Notizen über Franz Boos 
von seinem Sohne Joseph Boos 1864) n. v. ; M. Kronfeld: Scliönbrunn Msc, 
aus welchem mir der Verf. die betreffende Partie gütigst zur Verfügung 
stellte; A. Umlauft in Wettstein: Die botanischen Anstalten Wiens (1894) 
p. 88 — 40. 

Borgeseil, Frederik Christian Emil, (*I866), geb. in Kopenhagen 
den 1. I. 1866, studirte Botanik daselbst und machte von Jan. bis April 
1892 und mit 0. W. Paulsen von Dec. 1895 bis Febr. 1896 Studienreisen 
nach St. Thomas, St. Jan und St. Croix. In den Sommern 1895, 
1896 und 1898 besuchte er die Faröer-Inseln, um Meeresalgen zu 
sammeln. B. ist jetzt Bibliothekar am botan. Garten zu Kopenhagen. 

Coli. Botan. Museum zu Kopenhagen. 

Lit. Kiaersk. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XXIII (1900) p. 37; Urb. Symb. 
I p. 14^111 p. 2. 



Borgeseu — Bredejueycr. 27 

Bosque, Alfredo B. y Key es, (1858 — 1895), geb. in Liinonar bei 
Matanzas (Ciiba) den 2. VIII. 1858, studirte an der Universität zu 
Habana, wurde 1887 Doctor der Pharmacie, 1893 Licentiat en Ciencias 
und darauf Professor der descriptiven Botanik an der Universität, starb 
aber schon den 23. XII. 1895 zu Habana. 

Coli. Herb. Krug et Urban. 

Lit. Briefl. Mittheilung von Gr. de la Maza; Ukb. Syinb. I p. 15. 

Brace, Lewis Jones Knight, war auf den Bahamas in dem New 
Providence Asylum zu Nassau angestellt und sammelte im Auftrage des 
Gouverneurs H. E. W. RuiiiNSOxV und mit Unterstützung der englischen 
Kegierung 1877 — 1880 die Flora der Insel. 188|^ wurde er Assistent J 1 
am botanischen Garten zu Calcutta und lebt jetzt wieder in Nassau auf 
den Bahamas. 

Coli. Kew Herbarium (525 Nr.). 

Lit. Kew Rep. for 1880 p. 30; Cat. Sc. Pap. IX p. 326 — 327; Urb. 
Symb. I p. 54 — 55. 

Bratlford, Dr., sammelte 1845 — 1846 auf Trinidad besünders 
Orchideen. 

Coli. Herb. Kew (ex herb. Hance). 
Lit. Briefl. Mittheilung von Cogniaux. 

Bredemeyer, Franz, (1758 — 1839), begleitete als Gärtner die öster- 
reichische Expedition unter F. J. Maerter 1783 in die südöstlichen Ver- 
einigten Staaten von Nordamerika und brachte den ersten Transport leben- 
der Pflanzen Mitte 1784 nach Wien. Ende 1784 wurde er mit dem 
Gärtner Jos. ScntiCHT zum zweiten Male ausgeschickt, kam über Martinique 
nach Haiti, suchte hier Maerter auf und sammelte dann 6 Monate 
lang (Aug. 1785 bis Febr. 1786) in Portorico. Nach Haiti zurück- 
gekehrt wurde er kurz darauf mit Schücht nach Venezuela gesandt, 
von wo beide nach fast zweijähriger Thätigkeit mit reichhaltigen Samm- 
lungen überCura9ao am 12. Sept. 1788 wieder in Wien eintrafen. B. 
wurde 1793 Hofgärtner und Aufseher der Obst- und Parkanlagen zu 
Schönbrunn, 1827 als Nachfolger von Boos Director der k. k. Hofgärten 
und der Menagerie in Schönbrunn und starb daselbst den 17. V. 1839. 

Coli. K. k. Hofmuseum in Wien; Herb. Willdexow im Botan. Mu- 
seum zu Berlin. 

Lit. Jacq. Hort. Schoenbr. I (1797) p. IV— V; Willd. in Neue Schrift. 
Gescllsch. Naturf. Freunde Berlin III (1801) p. 405; Las. Mus. Deless. 
459 — 460; Linden et Pi.ancii. Trois. Voy. de M. Linden I (1863) p.XXXlX; 
Pkitz. Tlies. II ed. p. 39; A. Umlauft in Wettstein: Die botanischen An- 
stalten Wiens (1894) p. 38; Briefl. Mittheilung der Herren Dr. M. Kronfeld 
und Director A. Umlauft in Wien. 



28 luN. Urban: Notae biograpbicae. 

Brcutel, Johann Christian, (1788 — 1875), geb. in Weissenburg 
am Sand in Mittelfranken (Deutschland) den 21. I. 1788, erhielt seine 
Erziehung in Ebersdorf (Reuss), wurde Mitglied der Brüdergemeinde 
und erlernte die Handschuhmacherei. Als Verwalter des äussern Haus- 
haltes der Gemeinde war er 1814 — 1819 in Gnadenfrei (Schlesien), 
1819 — 1824 in Neuwied (Rheinprovinz), 1824—1832 in Niesky (Nieder- 
schlesien) und als Mitglied der Direction 1832 — 1857 in Berthelsdorf 
bei Herrnhut thätig. In dieser Stellung machte er zwei grössere Visi- 
tationsreisen, und zwar vom Dec. 1840 bis Juli 1841 nach St. Thomas, 
St. Croix, St. Jan, St. Kitts und Antigua und 1853 — 1854 nach 
Südafrika. 1853 wurde er Bischof der Brüderkirche, trat 1857 in 
den Ruhestand und starb 18. IL 1875 in Herrnhut. Die von B. auf 
seinen Reisen gesammelten Pflanzen waren hauptsächlich Kryptogamen. 
Auch besorgte er dte Eü^teetznug dejtkryptogamischen Theilss der von 
H. G. L. Reichenbach herausgegebenen Flora germ. exsicc. wsn Cen- 
turie m -HYL I-T. 

Coli. Von den Farnen erhielt G. Kunze (jetzt im Leipziger Herbar), 
von den Lebermoosen Gottsciie (jetzt im Berliner Museum) die erste 
Doublette; eine grosse Moossammlung (310 Nr.) von B. befindet sich 
im British Museum. Andere Sammlungen sind in den städt. naturhisi. 
Museen von Bremen und Lübeck, Bot. Museum zu Breslau, im Herb. 
HiEEOXYMus (jetzt in Berlin) etc. 

Lit. jBriefl. Mittheilung des Missionsdirectors G. Burkhakdt in Berthels- 
dorf; Reg. Flora XXXII (1849) p. 525; Cat. Sc. Pap. I p. 612; Ukb. Symb. 
I p. 16. 

Broadway, Walter Elias, (* 1863), geb. zu Exbury in Hampshire 
(England) den 3. V. 1863, war 1884 — 1888 Gärtner im botanischen 
Garten zu Kew, 1888—1894 Assistant Superintendent am Garten zu 
Trinidad und ist seit Juli 1894 Curator der botanischen Station zu 
Grenada. 

Coli. Die Grenada-Pflanzen umfassen bis jetzt 1553 Nr. Her- 
barium zu Kew, Krug et Urban; die Trinidad -Pflanzen in erster Linie 
im Bot. Gard. Herb, zu Trinidad. 

Lit. Briefl. Mittlioilung von B.; Urb. Symb. I p. 16—17. 

Bromflcld, William Arnold, (1801 — 1851), geb. zu Boldre in 
the New Forest in der Grafschaft Hampshire (England) im Jahre 1801, 
studirte an der Universität Glasgow Medicin, widmete sich dann aber 
dem Studium der Flora von Grossbritannien, besonders von der Insel 
Wight, von welcher er auch eine Flora verfasste, und machte grössere 
Reisen: 1826—1830 durch Mitteleuropa, 1844 nach Westindien, be- 
sonders nach Trinidad, wo er mit Lockart, und Jamaica, wo er mit 
Macfadyen und Purdie Excursionen machte, 1846—1847 nach Nord- 






!>)r:J^c, }iUA, 



Breutel — Buch. 29 

amerika von Canada bis New Orleans und St. Louis, 1850 nach 
Aegypten bis Chartum und Syrien und starb in Damascus den 
9. X. 1851 am Typhus. 

Coli. Kew Herbarium; sein eigenes Herbar in Ryde auf der Insel 
Wight. 

Lit. Hook. Journ. of Bot. and Kew Oard. Misc.III (1851) p. 373 — 382; 
Proc. Linn. Soc. II (1852) p. 182 — 183; B. D. Jackson in Dict. Nat. Biogr. 
VI (188G) p. 398 — 399; Bkitt. and Boulg. p. 23; Britz. Thes. II ed. p. 41; 
Jacks. Guide p. 254, 350; Cat. Sc. Pap. I p. 644. 

Browne, Patrick (ca. 1720 — 1790), geb. zu "Woodstock in der 
Grafschaft Mayo in Irland ca. 1720, machte bereits 1737 eine Reise 
nach Antigua, musste aber wegen Krankheit nach Europa zurückkehren. 
Er studirte darauf in Paris Naturwissenschaft und besonders Botanik, 
setzte seine Studien in Leiden fort, wurde hier mit Gronovius bekannt 
und 1743 zum Doctor Medicinae promovirt. Nachdem er zwei Jahre 
in London seinen ärztlichen Beruf ausgeübt hatte, ging er nach West- 
indien, besuchte Barbados, Montserrat, Antigua, St. Christopher 
(St. Kitts) und Hess sich 1746 in Jamaica als Arzt nieder. Alle seine 
freie Zeit verwendete er auf die naturhistorische Erforschung der Insel, 
besuchte sämmtliche Theile derselben (vielleicht mit alleiniger Ausnahme 
von Hanover) und kehrte 1755 mit ca. 1200 an Ort und Stelle beschrie- 
benen Pflanzenarten und zahlreichen Thieren nach England zurück. 
Schon im folgenden Jahre erschien sein Hauptwerk: The civil and 
natural history of Jamaica. Später soll er noch einmal in Westindien, 
hauptsächlich in Montserrat und Antigua gewesen sein und reich- 
haltige Sammlungen angelegt haben, die er an Prof. Edw. Hill in Dublin 
abgab; bei der Rückkehr 1781 sei aber seine Bibliothek zu Grunde 
gegangen. In Irland, wohin er sich später zurückzog, beschäftigte er 
sich hauptsächlich mit der dortigen Flora und Fauna, schrieb über die 
Vögel und Fische der Insel, verfasste einen nicht publicirten Katalog 
der Pflanzen seiner Heimath und starb den 29. VIII. 1790 in Rushbrook 
in der Grafschaft Mayo. 

Coli. B.'s Pflanzen sind im LiNNE'schen Herbar in der Linnean 
Society in London, einiges im Herb. Banks im British Museum. 

Lit. A. B. Lambert in Trans. Linn. Soc. IV (1798) p. 31 — 33; Las. 
Mus. Deless. p. 488; T. F. Henderson in Dict. Nat. Biogr. VII (188G) p. 53 
(ex Walker's Hibernian Mag. 1795 pt. II p. 195—197); Britt. and Boulg. 
p. 25; 0. Ktze. Rev. I (1891) p. XXXIV— XXXV; Pritz. Thcs. II ed. p.44; 
Jacks. Guide p. 370; Urb. Sj^mb. I p. 18 — 28, III p. 5. 

Bruminel, H. cf. Ch. Wright. 

Buch, Wilhelm, (* 1862), geb. zu Koenig im Odenwalde in Hessen 
(Deutschland) den 19. VI. 1862, studirte 1886 — 1888 Pharmacie am 



30 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Polytechnikum in Darmstadt, hörte Botanik bei DiprEL und conditionirte 
nach bestandenem Staatsexamen in Cannes, Florenz und Wiesbaden. 
1892 ging er nach Haiti und sammelte seit 1899, anfänglich im Verein 
mit seiner am 21. I. 1900 gestorbenen Frau Amalie Pauline Wilhelmine 
geb. Dieck, verw. Baronin von Lilien. 

Coli. Herb. Krug et Ukban (bis jetzt 601 Nr.). 

Lit. Brief!. Mittheilung von B. 

Bucquet, Kapitän der Marine -Infanterie, sammelte um 1877 auf 
der Insel Marie Galante 66 Arten in 145 Exemplaren. 

Coli. Museum in Paris, einiges im botan. Garten zu St. Peters- 
burg und im Herb. Krug et Urban. 

Cabanis, Jean Louis, (* 1816), geb. zu Berlin den 8. IIL 1816, 
durchforschte in den Jahren 1839 — 1841 hauptsächlich Süd-Carolina, 
sammelte aber nur zoologische Gegenstände. Er wurde 1842 Assistent, 
1849 Custos am Museum für Naturkunde zu Berlin, verfasste eine Reihe 
gediegener ornithologischer Arbeiten und lebt seit 1892 im Ruhestande. 
Die unter seinem Namen gehenden Pflanzen der südöstlichen Vereinigten 
Staaten, besonders von Florida und Key West, fand C. auf seiner 
Reise bei einem Apotheker PAN^vNIN auf; sie waren von einem kurz 
vorher verstorbenen deutschen Botaniker, dessen Name leider unbekannt 
geblieben ist, gesammelt und hätten schon damals, wenn bearbeitet, die 
interessanten Beziehungen der Flora von Süd -Florida zu Westindien 
nachweisen können. 

Coli. Bot. Museum zu Berlin. 

Lit. Briefl. Mittlieilungen von C. und Prof, Möbius. 

Caley, George, (1770—1829), geb. zu Craven in Yorkshire (Eng- 
land) im Jahre 1770, besuchte die Schule zu Manchester und wurde 
dann Pferdebursche bei seinem Vater. Bei seiner grossen Vorliebe für 
die Botanik setzte er sich mit Sir Jos. Banks in Verbindung, der ihn 
nach Australien schickte. In den Jahren 1799 — 1810 legte er in 
New South Wales vortreffliche Herbarien und zoologische Sammlungen 
(diese jetzt im Besitze der Linnean Societ}^ in London) an und sandte 
auch Samen und lebende Pflanzen von dort nach Kew; über Rio de 
Janeiro kehrte er 1811 nach England zurück. 1816 — 1822 war er 
Superintendent des botanischen Gartens in St. Vincent, bis dieser auf- 
gehoben bez. nach Trinidad verlegt wurde. Er blieb noch bis Mai 1823 
auf der Insel und starb den 23. V. 1829 zu Bayswater in England. 

CoU. Kew, British Museum, die Pflanzen von St. Vincent bes. im 
Herb. Delessert in Genf (ex herb. A. B. .Lambert). 

Lit. Loudon's Mag. of Nat. Eist. II (1829) p. 310 — 312, Ifl (1830) 
p. 226 — 229; Las. Mus. Deless. p. 278 — 279; J. Smith in Gard. Cliron. 



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^I_..-.ÖV-0,/^ 3F r ni^zz, i - , -u. '^ ^^^> 



Bucquet — Chapniaii. 31 

XXIV (1885) p. 2G3; Bkitt. and Boulg. p. 30; Kew Bull. 1891 p. 303, 
1892 p. 97 — 98, Add. Ser. I (1898) p. 92. 

Camplbell, Eugene J. F., gehörte bis 1896 dem Botanical Depart- 
ment zu Jamaica an und zwar als Superintendent von Hope Gardens 
1886—1887, von Kings House Garden 1887—1890, 1892—1896 und 
ist jetzt Curator der botanisclien Station zu British Honduras. 

Coli. Yergl. unter Fawcett. 

Lit. Brief! . Mittheilung von W. Fawcett. 

Catesby, Mark, (1679 oder 1680—1749), geb. zu Sudbury in 
Suffolk (England) im Jahre 1679 (oder 1680), studirte in London Natur- 
wissenschaft, bereiste 1712 — 1719 Virginien und 1722—1726 mit 
Unterstützung von Sir Hans Sloane und Dr. Sheeard Carolina, Geor- 
gien, Florida und die Bahamas. 1725 — 1726 hielt er sich auf 
Providence (Bali.) auf und besuchte von hier aus Eleuthera, Andres, 
Abaco und einige andere benachbarte Inseln. Die Abbildungen zu 
seinem Hauptwerke (1731 — 1743) hatte er an Ort und Stelle nach 
frischem Materiale gezeichnet und später selbst auf den Stein über- 
tragen. Er starb zu London den 23. XII. 1749. 

Coli. Herb. Siierard in Oxford, Herb. Sloane im British Museum; 
auch soll sich eine Sammlung im botan. Garten zu Chelsea befunden 
haben (ex Las. Mus. Deless. p. 324). 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 458; ükake's Dict, Amer. Biogr. jx 170 — 171; 
E. FouRNiER in Baill. Dict. I p. 655; R. Hunt in Dict. Nat. Biogr. IX (1887) 
p. 281; Britt. and Boulg. p. 32; Sarg. Silva VI p. 16; Pritz. Thes. II ed. 
p. 58; Jacks. Guide p. 110, 362; Urb. Symh. I p. 29 — 30. 

Chapmaii, Alvin Wentworth, (1809 — 1899), Dr. med., geb. in 
Southampton, Mass (ü. S. A.) den 28. IX. 1809, graduirte 1830 zu 
Amherst, brachte einige Zeit als Lehrer in Georgia und Nord- Carolina 
zu und absolvirte seine medicinischen Studien in Louisville, Kentucky. 
1835 liess er sich in Florida (anfänglich in Quincj, dann in Marianna 
und seit 1847 in Apalachicola) als Arzt nieder und starb an letzterem 
Orte am 6. lY. 1899, nur wenigen Botanikern persönlich bekannt geworden, 
um so mehr aber durch seine Flora of thc Southern United States. 

Coli. Ch.'s Originalherbarium, auf welches seine Flora sich gründete, 
erwarb um 1876 das Columbia College zu New York; ein zweites Her- 
barium, das als Grundlage für die beiden folgenden Auflagen seiner 
Flora gedient hatte, ging sammt der Hauptmasse seiner Bibliothek um 
1896 in den Besitz des Biltmore Herbariums in Nord- Carolina über. 

Lit. Sarg. Silva VII p. 1 1 ; W. Trelease : Alvin Wentworth Chapman 
in The Amer. Natur. XXXIII (1899) p. 643 — G46 (mit Bild); Cii. Mohr: 
A. W. Chapman in Bot. Gazette XXVII (1899) p. 473 — 478 (mit Bild); 
Pritz. Thes. II ed. p. Gl; Jacks. Guido p. 361; Urb. Symb. I p. 30 — 31. 



32 Iqn. Urban: Notae biograpliicae. 

Clirismar, von, war Salinenverwalter und machte 1849 eine Reise 
nach St. Thomas, Camp Gehe, Mexico (bes. Mechoacan) und Nord- 
amerika. 

Coli. Museum zu Berlin. 

Clemens, Rev. Tiiomas, sammelte 1890 — 1891 eine Anzahl Pflanzen 
auf Tobago. 

Coli. Herb. Krug et Urb. (29 Nr.). 

Comlbs, Robert, (1872 — 1899), geb. in Lyon County in Kansas 
[ ll-'^- (Nordamerika) im Jahre [1872, graduirte an der Kansas Universität in 

Pharmacie und am Jowa State College in den Wissenschaften und 
assistirte hier im Department of Botany. Vom Mai 1895 bis April 1896 
(mit Ausnahme der Monate October und November) sammelte er im 
Districte von Cienfuegos an der Südküste von Cuba. Nach seiner 
Rückkehr wurde er Assistent an der Jowa Agricultural Experiment 
Station und 1898 Field agent of the U. S. Division of Agrostology. Am 
11. IV. 1899 starb er in Phoenix in Arizona an der Schwindsucht. 

Coli. Hauptsammlung (ca. 71/2 Cent.) im Herbarium des Jow^a State 
College zu Arnes, ging Ende 1900 durch Feuer zu Grunde; die übrigen 
(nach der grösseren oder geringeren Vollständigkeit geordnet) im Gray 
Herbarium in Cambridge, Bot. Museum zu Berlin, Missouri Bot. Garten 
in St. Louis, botan. Garten in New York, Kew, Chicago, Kansas Agric. 
Coli, zu Manhattan. 

Lit. The I. S. C. Student. Arnes, Jowa, April 18, 1899 vol. XIII no. 7; 
ÜRB. Symb. I p. 32 — 33. 

Commci'son, Philibert, (1727-1773), geb. zu Chatillon-les-Dombes 
im Depart. Aisne (Frankreich) den 18. XI. 1727, studirte 1747—1755 
zu Montpellier Medicin und Naturwissenschaften, besonders Botanik, 
begleitete den Kapitän de Bougainville 1767 — 1769 auf seiner Reise 
nach Rio de Janeiro, Montevideo, Buenos Aires, l*Trt^r^e4i4e% , 
(Jen^^^«rl-l^hrrr4srft«^iT(i, der Magelhaensstrasse, Tahiti, New-Irland, 
Java, Mauritius (Isle de France). Von hier aus besuchte er 1770 auf 
vier Monate Madagascar, begab sich im Januar 1771 nach der Insel 
Reunion (Bourbon), kehrte Ende dieses Jahres nach Mauritius zurück 
und starb daselbst am 13. IIL 1773. Es ist aus den Biographien nicht 
ersichtlich und auch kaum w^ahrscheinlich, dass er in Sto. Domingo 
gewesen ist, obwohl Pflanzen unter seinem Namen von dieser Insel 
existiren. 

Coli. Museum zu Paris. Dupla in Montpellier (ex herb. Cambe.ss.), 
[ (^)^<^ im Herb. Delessort/und zu Leiden. Pflanzen von Sto. Domingo im Herb. 
Jussieu und im Berliner Museum. 



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Chrismar — Crüger. 33 

Lit. GiSEKE Linn. Praelect. (1792) p. XXIX — XXXVI ; Las. Mus. 
Delessert p. 55 — 5G; P. A. 0^ap: Piiilibert CojmERSON, Natui-aliste Voyageur, /L 
Paris 18G1. 8°. 199 p. (auch Paris 1860. S«. 40 p.); de Lalande: Eloge de 
CoMMERSON in Journ. de physique Y p. 89 — 120, VIII p. 357- 863 (n. v.); 
Pritz. Thes. II ed. p. 67; Ch. Flahault in Inst, de Montpellier (1890) p. 37; 
S. P. Oliver in Gard. Chron. III ser. XII (1892) p. 89 — 90, 125 — 126, 
207—208. 

Cooper, "William, sammelte 1859 auf New Providence, Bahamas. 
Coli. Herbarium des botanischen Gartens zu New York. 
Lit. Briefl. Mittheilung von C. F. Millspaugh in Chicago. 

Coutaiice, A., Marine -Apotheker, sammelte vier Jahre (um 1868) 
auf Martinique imd fertigte von allen Pflanzen vortreffliche Abbildungen 
an. Er lieferte Beiträge zu Husnot's Glumaceen. 

Coli. Ueber den Verbleib seines Herbars ist nichts bekannt. 

Lit. Bull. Soc. Linn. de Caen II ser. V p. 251; Jacks. Guide p. 92, 
142, 208, 209, 369; Cat. Sc. Pap. IX p. 591; Urb. Symb. I p. 74. 

Cradwick, William, gehört dem Botanical Department zu Ja- 
maica an und war Superintendent von Castleton Gardens 1888 — 89, 
Hill gardens 1889 — 91, Hope gardens 1891 — 1900 und ist seit 1900 
Travelling Instructor in Agriculture. 

Coli. Vergl. unter Fawcett. 

Lit. Briefl. Mittheilung von W. Harris und W. Fawcett. 

Crudy, Dr., sammelte vor 1810 auf den Bahamas, St. Thomas 
und St. Lucia. 

Coli. Botan. Museum zu München (mehrere hundert Arten ex 
herb. Schreber). 

Lit. Martius in Münch. Gelehrt. Anzeig. XXXI (1850) Nr. 89 (ex 
Radlk. in lit.). 

Criieger, Hermann, (1818 — 1864), geb. in Hamburg den 11. IL 
1818, wurde nach dem frühen Tode seiner Mutter bei seinem Oheim, 
dem Landprediger Fr. Crueger, in Kuhbier in der Priegnitz erzogen, wid- 
mete sich dem Apothekerfache, welches er in Lüneburg und Hamburg 
erlernte, und siedelte 1841 nach Trinidad über, um dort in die Apo- 
theke des Dr. Urich einzutreten. Nebenbei betrieb er Botanik und 
machte besonders anatomische und pflanzenphysiologische Untersuchungen, 
die, meist in der Botanischen Zeitung veröffentlicht, ihm unter den 
Fachgenossen einen sehr geachteten Namen verschafften. Die englische 
Regierung ernannte ihn nach Purüie's Tode 1857 zum Government 
Botanist und Dircctor des botanischen Gartens in Port-of-Spain auf 
Trinidad, welchen Posten er bis zu seinem Tode bekleidete. Während 
dieser Zeit widmete er sich mit besonderem Eifer und grossem Erfolge 

ürban, Symb. ant. HI. »> 



34 Ign. Urban: Notae biographicao. 

der Erforschung der Pflanzenwelt der Insel, sowohl der Phanerogamen, 
wie der Kryptogamen, legte ein umfangreiches Herbarium an und machte 
die Vorarbeiten zu einer Flora, von der sich ein Folioband nebst zahl- 
reichen Zeichnungen in seinem Nachlasse vorfand. Er starb jedoch 
schon am 28. IL 1864 in San Fernando auf Trinidad bei seinem Freunde 
Dr. K. FixLAY in Folge eines qualvollen Geschwürs an einer Halsarterie. 
Herbar und Bibliothek gingen in den Besitz des Gouvernements von 
Trinidad über; ersteres litt aber in der Folgezeit sehr durch Insekten- 
frass und schlechte Behandlung, bis es von J. H. Hart 1887 regelrecht 
montirt wurde. 

Coli. Bot. Garten in Trinidad, Kew, Herb. Grisebach im Bot. 
Museum in Göttingen, Herb. Krug et Ukban. — Die grosse Lebermoos- 
sammhing im Bot. Museum in Berlin (ex herb. Gottsche). 

Lit Sciilechtendal in Botan. Zeitung XXII (1864) p. 119 — 120; 
Hart in Ann. Rep. Bot. Gard. Trinidad 1887 p. 11; Fritz. Thes. II ed. p. 72; 
Jacks. Guide p. 376 ; Cat. Sc. Pap. II p. 100, VII p. 470 ; Urb. Symb. I p. 33 — 35. 

Cumiiig, Hugh, (1791 — ^1865), geb. zu West Alvington in Devon- 
shire (England) den 14. II. 1791, hatte schon frühzeitig eine grosse Vor- 
liebe für die Naturgeschichte, musste aber das Segelmachen erlernen, 
kam dabei in Berührung mit Seefahrern und ging mit diesen 1819 nach 
Valparaiso in Chile. 1826 gab er sein Handwerk auf und widmete 
sich ganz der zoologischen und botanischen Erforschung des Landes. 
Mit einer Yacht kreuzte er 12 Monate an den Küsten bis zu den süd- 
lichen pacifischen Inseln, um Muscheln und andere Seethiere zu fangen, 
besuchte Chi loa und bereiste das Innere von Chile von Concepcion bis 
Coquimbo und die Anden hinauf bis Cumbre. 1831 kehrte er über 
Ecuador, Neu-Granada, Panama und Jamaica zurück. Eine noch 
ergiebigere Expedition machte er Febr. 1836 bis Nov. 1839 nach den Phi- 
lippinen (alle Provinzen von Luzon, ferner Corregidor, Mindere, Panay, 
Guimaräs, Negros, Cebü, Leyte, Samar, Bohol und Mindanao und die 
islas Visayas). Auf der Rückreise besuchte er Malacca, Singapore, 
Sumatra und 1840 auf 12 Tage St. Helena. 130000 Exemplare ge- 
trockneter Pflanzen, zahlreiche lebende Orchideen und eine Fülle von 
Conchylien, Vögeln, Reptilien, Insekten u. s. w. bildeten die Ausbeute. 
C. starb nach langem asthmatischen Leiden den 10. VIII. 1865 zu London. 
Seine Conchiliensammlung war eine der grössten der Welt. 

Coli. C.'s Pflanzen sind in zahlreichen Museen, besonders die von 
den Philippinen, solche von Jamaica im Wiener Hofmuseum, botan. 
Garten zu St. Petorsbui-g. — A. DC. Phytogr. p. 405 führt auch Pflanzen 
von Neuholland und Mexico (aus seinem eigenen Herbar) an; kein 
Autor erwähnt aber, dass C. dort gewesen sei, auch Hemsl. in Biol. IV 
p. 133 nicht. 



Cuming — Daucer. 35 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 258, 2G9 — 270; Atlienaeum 18G5 II p. 247 
bis 248; Gard. Chron. 1865 p. 824 (n. v.); Seem. Journ. of Bot. III (1865) 
p. 325 — 326; Botan. Zeitg. XXIV (1866) p. 31 —32; Vidal y Soler Phaner. 
Cuming. Philipp. (1885) p. XII — XV; B. D. Jackson in Dict. Nat. Biogr. XIII 
(1888) p. 295 — 296; Bkitt. and Boulg. p.42; Pkitz. Tlies. II ed. p. 73; Cat. 
Sc. Pap. II p. 103 — 104. 

Curtiss, Allan Hiram, (*1845), geb. zu Central Square, Oswego 
Co., im Staate New York den 9. IL 1845, kam 1862 nach Virginien, 
begann 1863 bei Alexandria, sowie an den Otter Peaks bei Lynchburg 
botanisch zu sammeln und mit A. Gray zu correspondiren. Bei seiner 
Uebersiedelung nach Florida 1875 verkaufte er sein Herbarium an 
BoissiER in Genf. Bald nachher nahm er seine botanische Thätigkeit 
wieder auf und gab die erste Collection der Southern U. St. Plants heraus 
(ca. 1500 Species in 7 Jahren). Ausserdem legte er 1878 — 1879 ein 
grosses Herbarium für die Universität von Virginien an, präparirte 
Hölzer für die Philadelphia- Ausstellung, für das Central Park Museum 
in New York und 1885 für die Ausstellung zu New Orleans sowie für 
auswärtige Museen. Die so ergebnissreiche Erforschung der Südküste 
von Florida und der benachbarten Key-Inseln führte er 1880 — 1881 
aus und entdeckte hier zahlreiche Pflanzen als neue Beweise für die 
Verbreitung der westindischen Flora bis in diese Gegenden. In den 
folgenden Jahren war er als Herausgeber des Florida Farmer and Fruit- 
Grower und Mitherausgeber der Daily Florida Times Union literarisch 
thätig. Alsdann kehrte er zur Botanik zurück und begann die zweite 
Ausgabe der Florida- Pflanzen, welche jetzt bis zur sechsten Serie reicht. 

Coli. In den meisten öffentlichen und grösseren Privatherbarien 

Amerikas und Europas. 

Lit. Sarg. Silva II p. 50; Briefl. Mittlieilung von C; ? Jacks. Guide 
p. 366; Cat. Sc. Pap. VII p. 473. 

Curtiss, Mrs. Floretta A., (*1822), geb. zu Central Square, Oswego 
Co., im Staate New York den 1. Xll. 1822, Mutter des vorigen, hatte 
seit ihrer Schulzeit ein lebhaftes Interesse für die Botanik und beschäf- 
tigte sich in den letzten 20 Jahren sehr eingehend mit der Algen -Flora 
von Florida. Sie entdeckte verschiedene neue Arten, correspondirte 
über ihre Funde mit Agardh und präparirte drei Serien von Algen, 
welche ihr Sohn herausgab. 

Coli, in verschiedenen grösseren Museen. 

Lit. Briefl. Mittheilung von A. H. C. 

Daiicer, Thomas, (ca. 1750 — 1811), geb. im nördlichen England 
ca. 1750, studirte anfänglich Theologie, dann in Edinburgh Medicin, 
kam 1773 nach Jamaica, begleitete 1779 von hier aus eine Expedi- 
tion nach Nicaragua, wurde 1781 Arzt an den Bädern zu Bath auf 

3* 



36 Iqn. Urban: Notae biographicae. 

Jamaica und 1788 Superintendent des Bath Gartens. 1795— 1797 hielt 
er sich seiner angegriffenen Gesundheit wegen in England auf, wurde 
nach seiner Rückkehr nach Bath Island Botanist, liess sich 1799 als 
Arzt in Kingston nieder und starb daselbst den 1. VIII. 1811. 

Coli. Kew Herbarium und Herb. Delessert in Genf. 

Lit. Gentlem. Magaz. LXXXI. II (1811) p. 390; B. D. Jacks, in Dict. Nat. 
Biogr. XIV (1888) p. 13 — 14; Britt. and Boulg. p. 44 — 45; Journ. Inst. 
Jam. I (1892) p. 102 — 104 (die Jahreszahlen können unmöglich stimmen), 
141 (mit Porträt); Fawc. in Bot. Gaz.XXIV (1897) p. 347—348; Britz. Tlies. 
II ed. p. 75; Jacks. Guide p. 449; Ukb. Symb. I p. 35. 

Daniell, William Freeman, (1818 — 1865), Dr. med., geb. in 
Liverpool (England) im Jahre 1818, war 1841 — 1853 Militärarzt bei 
den englischen Truppen in Westafrika, besuchte 1857 — 1858 die Ba- 
hamas, ging 1860 mit der englischen Armee nach China und hielt 
sich bis 1864 noch einmal in Westindien, besonders Jamaica auf. Er 
starb den 26. VI. 1865 zu Southampton. Sein Hauptwerk ist: Medical 
topography and native diseases of the gulf of Guinea. 1 vol 8^. 1849. 

Coli. British Museum zu London. 

Lit. Seem. Journ. of Bot. III (1865) p. 294; Pharm. Journ. II ser. 
vol. VII (1865 — 18G6) p. 86; Proc. Limi. Soc. 1865 — 1866 p. 09; B. D. j^U'-'J 
Jacks, in Dict. Nat. Biogr. XIV (1888) p. 35; Britt. and Boulg. p. 45; 
Pritz. Thes. II ed. p. 75; Jacks. Guide p. 368; Cat. Sc. Pap. II p. 146—147; 
Urb. Symb. I p. 35. 

Delessert, Henri, (1815 — 1843), ein Vetter von Ben,jamin Delessert, 
sammelte 1838 — 1839 auf Cuba bei Habana und starb daselbst am 
1. VII. 1848. 

Coli. Herb. Delessert in Genf. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 265. 

De TEtaiig (auch De Letang oder Delestaxg geschrieben) sammelte 
vor 1789 in Haiti. 

Coli. Herb. Jussieu und Lamarck in Paris, Herb, de Candolle. 
Lit. Lam. Dict. III p. 584; Radlk. Mon. Serj. p. 206. 

Descourtilz, Michel Etienne, (1775—1836), geb. zu Boiste bei 
Pithiviers, Dop. Loiret (Frankreich) den 27. XI. 1775, studirte Medicin, 
kam im Januar 1799 nach Charleston in Südcarolina, Ende Februar 
nach Santiago auf Cuba und am 2. April nach Haiti, wo er sich bis 
1803 als Arzt und Naturforscher aufhielt. Er bereiste hauptsächUch 
den nördlichen Theil des Landes von Port - au - Prince bis Cap, ver- 
weilte längere Zeit am Flusse Artibonite und legte hier umfangreiche 
naturhistorische Sammlungen an. Nach Frankreich zurückgekehrt, er- 
hielt er 1814 den medicinischen Doctorgrad, wurde Arzt am Hotel Dieu 
zu Beaumont, Präsident der Linne'schen Gesellschaft zu Paris und starb 



Daniell — DoUey. 37 

1836. Ausser seiner Reisebeschreibung und seiner Flore medicale des 
Antilles schrieb er über Impotenz und Sterilität, ferner einen Guide 
sanitaire des voyageurs aux colonies, über Seekrankheit, gelbes Fieber 
und Pest, über essbare und giftige Pilze u. s. w. 

Coli. Seine Sammlungen wurden von den aufständischen Negern 
auf Haiti verbrannt, desgleichen ein grosser Theil der Tafeln. 

Lit. Briefl. Mittheilung von Prof. F. Heim in Paris; Pritz. Thes. H ed. 
p. 80; Jacks. Guide p. 369; Cat. Sc. Pap. II p. 248; ürb. Symb. I p. 36 — 37. 

Desi)ortes, Jean Baptiste Rene Pouppe, (1704 — 1748), geb. zu 
Vitre in der Bretagne (Frankreich) den 28. IX. 1704, stndirte zu 
Paris Medicin und wurde von B. de Jussieü, dem er auch seine Doctor- 
dissertation widmete, in die Botanik eingeführt. Er kam im Jahre 1732 
als Arzt nach Cap Fran9ais (Haitien) an der Nordküste von Haiti, 
wurde 1740 Chefarzt (Medecin du Roi) und Vorsteher des Hospitals da- 
selbst und starb daselbst den 15. IL 1748. 

Coli. Herb. Jussieu im Pariser Museum. 

Lit. Desp. Hist. malad, de S. Dom. p. 1 — 14; Moreau de Saint -Mery 
Descr. de la partie franc. de l'ile Saint- Domingue I edit. Philadelphia (1797) 
p. 541; Pritz. Thes. II ed. p. 81; ürb. Symb. I p. 37 — 38. 

Despr<?aux , J. M., (1794 — 1843), geb. zu Fougeres (Frankreich) 
den 25. XII. 1794, studirte in Paris, trat dann in die Marine ein und 
kehrte nach dem Sturze Napoleox's zum Studium der Medicin zurück. 
Im Jahre 1829 begleitete er als Botaniker die wissenschaftliche Expe- 
dition unter dem Obersten Bory de Saixt-Vincext nach Morea, sam- 
melte um 1835 auf den canarischen Inseln und begab sich 1841 nach 
Cuba und von da Anfang 1842 nach Mexico, wo er am 27. XI. 
1843 starb. 

Coli. Herb. Delessert in Genf. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 112 — 116, 187; Joaquin Garcia Icazbalceta 
in Museo Mexicano vol. II p. 502 ex Leon Bibl. Botän.-Mexic. (1895) p. 107 
bis 108; Cat. Sc. Pap. II p. 270. 

Distin, Dr. Henry, lebte 1810 bis ca. 1840 als Arzt, Sanitäts- 
beamter und Friedensrichter in Westmoreland auf Jamaica und sam- 
melte besonders 1830 — 1840. 

Coli. Kew (Herb. Hooker, wo er irrthümlich „Distan" genannt wird). 

Lit. Briefl. Mittheilung von Mr. W. A. Feurtado durch Mr. Frank 
Cundall in Kingston (Jam.). 

Dolley, Charles Sumner, (*1856), M. D., geb. zu Elyria in Lorraine 
County, Ohio (ü. S. A.) den 16. VI. 1856. Als Professor der Biologie 
am Swarthmore College 1885 — 1886 und in gleicher Stellung bis 1892 
an der Universität von Pennsylvanien arbeitete er hauptsächlich auf 

199051 



38 Ign. Urban: Notae biogiiipbicae. 

dem Gebiete der Zoologie. Während dieser Zeit (um 1887) besuchte er 
die Bahama-Insel New Provideuce. Seit 1892 lehrt er die biologischen 
Wissenschaften, hauptsächlich Botanik, an der Philadelphia High School. 

Coli. Herb, der Universität von Pennsylvania. 

Lit. Harsiiberger: The Botanists of Philadelphia (1899) p. 372; Urb. 
Symb. I p. 39, 54 — 55. 

Don, George, (1798 — 1856), geb. zu Doo Hillock in Forfarshire 
(Schottland) den 17. V. 1798, Sohn des Superintendenten des botani- 
schen Gartens zu Edinburgh, war 181G — 1821 als Obergehülfe am 
Garten zu Chelsea, besuchte auf der Iphigenie unter Kapitän SabiiNK 
als Sammler für die Royal Horticultural Society Brasilien, Westindien 
(besonders Cuba und Jamaica), Ascension und Sierra Leone (Febr. 
1822 bis April 1823). Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er mono- 
graphische Bearbeitungen der Gattungen Alliiim und Combretum^ gab 
die dritte Auflage von Sweet's Hortus britannicus heraus, setzte Loudon's 
Encyclopaedia of Plants fort, schrieb A general history of the dichla- 
mydeous plants und starb den 25. H. 1856 zu Bedford Place in Kensington 
bei London. 

Coli. British Museum, Herb. Cambridge (ex herb. Lixdley), einiges 
im Herb. Griseüacii in Göttingen, die brasilianischen Pflanzen auch im 
Herb. Martius (jetzt in Brüssel). D.'s Privatherbar gehörte Mac Najs in 
Edinburgh (ex DC. Phyt. p. 408). (... 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 37G; Proc. Linn. See. 1856 p. XXXIX^f 
Cottage Gardener XVI (1856) p. 152 (n. v.); Boulg. in Dict. Nat. Biogr. 
XV (1888) p. 206; Britt. and Boulg. p. 50; Pritz. Tlies. II ed. p. 89; Jacks. 
Guide p. 116, 407; Cat. Sc. Pap. II p. 314. 

Drummoiid, Thomas, (? — 1835), geb. in Schottland, ursprünglich 
Gärtner in Forfar, interessirte sich schon frühzeitig für Moose und machte 
sich durch die Exsiccaten- Ausgabe der „Musci scotici" den Botanikern 
bekannt. 1825 ging er als Assistent von Dr. J. Ricuarüson mit Sir 
John Feakklin's zweiter Land Arctic Expedition nach Nordamerika, 
kam längs des Ontario- und Winnipeg-Sees bis zum Mackenzie- River 
und trennte sich 1826 in Cumberland House von den Uebrigen, um die 
Rocky Mountains zu erforschen. Ln Oktober 1827 kam er wieder nach 
London zurück und wurde darauf Curator des botanischen Gartens zu 
Belfast (1828—1829). Ln Frühjahr 1831 ging er zum zweiten Mal 
nach Nordamerika, besuchte die Alleghany Gebirge, kam über St. Louis 
und New Orleans nach Texas und schiffte sich in Florida nach Cuba 
ein. Nach kaum einmonatlichem Aufenthalte auf der Insel starb er in 
Habana im März 1835. 

Coli. British Museum, Kew, Edinburgh, Hofmusoum zu Wien, Herb. 
Delessert in Genf, Franqueville (jetzt Drake del Castillo in Paris), 



Don — Duchassaiug. 39 

VAN Heukck in Antwerpen; die Moose ausserdem in Berlin, bei der 
Akademie zu St. Petersburg, im Herb, de Candolle. 

Lit. Hook. Bot. Mise. I (1830) p. 178 — 219, Jom'n. of Bot. I (1834) 
p. 50 — 60, 183 — 185; Froriep's Notizen XXII p. 273, 312; Las. Mus. 
Deless. p. 196 — 198, 204; B.D.Jacks, in Dict. Nat. Biogr. XYI (1888) 
p. 41; Britt. and Boulg. p. 52; Sarg. Silva II p. 25; Cat. Sc. Pap. II p. 347. 

Duchassaiug, Placide D. de Fontbressin, (1818 — 1878), geb. inMoule 
auf Guadeloupe den 1. XII. 1818 als Sohn eines Grossgrundbesitzers, 
kam mit sechs Jahren nach Paris, wo er im College Louis le Grand und 
• in der Ecole de modecine seine Ausbildung erhielt, wurde Dr. med. 
und Licentiat der Naturwissenschaften und Hess sich 1844 in seinem 
Heimatbsorte auf Guadeloupe als Arzt nieder. Neben sehr eingehen- 
den zoologischen Studien über Crustaceen, Corallen, Spongien sammelte 
er sowohl Phanerogamen wie Kryptogamen; ja er gab die Anregung zu 
der umfassenden algologischen Erforschung der Insel, welche eine Reihe 
scharfsichtiger Männer in den folgenden Jahrzehnten ausführte (cf. Urb. 
Symb. I p. 106). Er besuchte auch mehrere andere Inseln zu Studien- 
zwecken, besonders Desirade und St. Thomas. Nach dem Ausbruche 
der französischen Revolution 1848 ging D. über Santa Marta nach 
Panama und gründete eine Maison de sante für Durchreisende und 
Schiffscapitäne; von hier aus besuchte er auch Aviederholt die gegen- 
überliegende Insel Taboga. Durch Anfeindungen aller Art von da 
vertrieben, kehrte er 1851 nach Guadeloupe zurück und siedelte später 
nach St. Thomas 1 über, wo er bis 1867 als praktischer Arzt thätig war. 
Die letzten sechs Jahre seines Lebens brachte er in der Heimath seiner 
Eltern in Perigord in Frankreich zu; hier starb er am 16. IX. 1873. 
Seit Anfang der fünfziger Jahre hatte er sich ganz der Zoologie zuge- 
wendet und veröffentlichte, meist in Gemeinschaft mit Michelotti, meh- 
rere wichtige Schriften über Corallen und Spongien; seine letzte Ab- 
handlung ist eine Revue des Zoophytes et des Spongiaires des Antilles, 
Paris 1870. Auch über die geologischen Verhältnisse von Guadeloupe 
hat er zwei Aufsätze publicirt. 

Coli. Die Hauptsammlung der Phanerogamen von Guadeloupe, 
Panama und St. Thomas nebst zahlreichen Zeichnungen ging an W. G. 
Wali'ers in Berlin, der die Bearbeitung derselben begann, und kam 
nach dessen Tode durch Kauf in den Besitz Grisebach's in Göttingen; 
eine andere Sammlung erhielt Paris. Das Berliner Museum besitzt fast 
nur die Guadeloupe -Pflanzen (835 Nr.), sowie eine grosse Sammlung 
von Algen, Pilzen, Flechten und Moosen von dort. Einiges im Herb. 
Kew und Kino et Ukbax. 



1) Die Angaben über die Dauer des letzten Aufenthaltes auf Guadeloupe und 
St. Thomas stehen bei Duss und Saugt im Widerspruch. 



40 Ign. Urban: Notae biugraphicae. 

Lit. Paul Sagot: Notice sur le Docteur Duchassaing in Bull. Soc. bot. 
Frauce XX (1873) p. 275 — 280; Pere Duss: Briefl. Mittlieilung; Gkisebach: 
Novitiae Florae panamensis in Bonplandia VI (1858) p. 3 — 12; Urb. Symb. I 
p. 39 et 56 (wo „1844 — 48" zu lesen nnd bei St. Thomas „1850" zu 
tilgen ist); Cat. Sc. Pap. II p. 358, VII p. 564. 

Duss, Antoiue, (*1840), geb. zu Haslo bei Entlibuch im Cantoii 
Luzern (Schweiz) den 14. VIII. 1840, absolvirte das Gymnasium zu 
Luzern, brachte ein Jahr in Freiburg zu, um die französische Sprache 
zu erlernen, und trat darauf in Paris in die Congrogation du Saint- 
Esprit et du Saint- Coeur de Marie ein. Da er für die Heidenmission 
zu schwach war, so schickte man ihn 1865 nach Martinique, wo er 
zuerst am College zu Fort de France und seit 1875 zu Saint-Pierre 
als Professor thätig war. Während er am erstgenannten Orte haupt- 
sächlich conchyliologische Studien getrieben hatte, wurde er in St. Pierre 
von dem bekannten Gärtner und Sammler L. HAHiSr und dem Director 
des botanischen Gartens Bel.sjs^ger für die Flora der Insel interessirt. 
In den Jahren 1876 — 1889 widmete er seine ganze Ferienzeit der Er- 
forschung der Pflanzenwelt, zunächst der Phanerogamen und Farne, und 
machte zahlreiche interessante Funde, die von seinen Vorgängern über- 
sehen waren. Auch besuchte er zweimal, 1883 und 1885, Dominica 
und 1885 Sta. Lucia. Im Jahre 1890 wurde er Professor am College 
zu Basse -Terre auf Guadeloupe und untersuchte auch diese Insel 
auf das gründlichste und erfolgreichste, ebenso die kleinen Eilande 
Desirade, Marie Galante und Saintes, schrieb seine Phancrogamen- 
flora der französischen Antillen und wandte sich dann fast ausschliess- 
lich den Kryptogamen zu. In den Sommerferien 1899 und 1900 ging 
er wiederum nach Martinique, tlieils um interessantere Phanerogamen 
in besseren Exemplaren zu beschaffen, theils um die von ihm früher 
vernachlässigten Zellenpflanzen dieser Insel einzusammeln. 

Coli. Die seit 1882 angelegten Sammlungen mit Ausschluss von 
Guadeloupe im Herb. Th. Bernhardt, jetzt im Berliner Museum (mit zahl- 
reichen Verwechselungen der einzelnen Inseln durch B.). Vollständige 
CoUection (4600 Nr.) im Herb. Krug et Urban. Sandte zahlreiche Säme- 
reien nach Europa, besonders an Haage & ScmimT in Erfurt. 

Lit. Briefl. Mittheilung von D.; Urb. Symb. I p. 34—41, III p. 10, 13. 

Diitroiic La Coutiire, Jacques Fran^ois, sammelte in Haiti 1787. 
Coli. Museum zu Paris; Dupla in Montpellier (ex herb. Cambess.), 
einiges im Herb. Krug et Urban. 
Lit. Pbitz. Thes. I ed. p. 77. 

Eggers, Heinrich Franz Alexander Baron von, (*I844), geb. als 
Sohn des Polizeidirectors Friedrich Baron v. Egqers in Schleswig den 






^^. t r^- /v-.? /.—-•. -^^^ l^-^Vz^v; Aiu-w -<--t 






Duss — Eggers. 41 

4. XII. 1844, besuchte 1858 — 1862 das Gymnasium in Odense (üäne- 
maik), studirte darauf in Kopenhagen privatim und trat 1864 als Officiers- 
aspirant in die dänische Armee ein, in welcher er den Krieg gegen 
die Deutschen mitmachte. Ende 1864 nahm er Urlaub und Hess sich 
in Laibach in das österreichisch -belgische Corps Kaiserl. mexicanischer 
Freiwilliger einreihen. Im April 1865 in Vera Cruz angelangt, machte 
er mehrere Expeditionen gegen die mexicanischen Republikaner (Jua- 
risten) mit, wurde Sept. 1865 zum Lieutenant befördert, gerieth aber 
nach einmonatlicher Belagerung in Oaxaca Oct. 1866 in Kriegsgefangen- 
schaft. Nach seiner Freilassung im April 1867 machte er verschiedene 
Reisen im südlichen Mexico und kehrte im Nov. d. J. nach Dänemark 
zurück. Anfang 1868 trat er als Lieutenant wieder in die dänische 
Armee ein und liess sich 1869 zu den Truppen auf den dänischen An- 
tillen versetzen, wo er 1870 zum Premierlieutenant, 1879 zum Capitän 
und Compagniechef befördert wurde. Seine Garnison war 1869 — 1872 
St. Croix, 1872 — 1873 St. Thomas, 1873 — 1874 St. Croix, 1874 — 1885 
St. Thomas. 1885 trat er mit Pension aus dem Staatsdienst, blieb bis 
1887 in St. Thomas und lebt jetzt in Charlottenlund in Dänemark. 

E. begann seine für die Kenntniss der Flora der Antillen so er- 
folgreiche Thätigkeit im Jahre 1870 mit der Erforschung der Insel St. 
Croix, deren Vegetation er 1876 in seiner St. Croix's Flora (cf. Urb. 
Sjmb. I p. 41) schildert und aufzählt. Nach seiner Uebersiedelung nach 
St. Thomas studirte er auch die Pflanzenwelt dieser Insel, machte von 
hier aus Reisen nach Wat er Island, Vieques und St. Jan und stellte 
die Resultate seiner Beobachtungen 1879 in seiner Flora of St. Croix 
and the Virgin Islands (cf. Symb. I p. 42) zusammen. 1880 begann ei- 
die Herausgabe der Flora Indiae occidentalis exsiccata. In dieselbe 
wurden nicht bloss die Pflanzen von St. Thoraas aufgenommen, sondern 
auch diejenigen, welche er auf Dominica (1880 — 1883), St. Kitts 
(Dec. 1882), im östl. Portorico (Juni 1881, April, Mai 1883) sammelte 
und von seinem Diener auf Trinidad (Herbst 1883) sammeln liess. — 
In den Monaten April bis Juli 1887 machte E. mit Unterstützung der 
Akademie der Wissenschaften in Berlin eine Forschungs- und Sammel- 
reise nach Sto. Domingo, welches von Puerto-Plata aus über Jara- 
bacoa, den Monte Barrero, La Cumbre bis zum Vallo nuevo und dem 
Pico del Valle (2630 m.) in der Sierra de Cibao erforscht wurde (cf. 
Symb. p. 45). Auf der Rückreise besuchte er die Umgebung von Cap 
Haitien in Haiti und die südöstlichste Bahaiua Turks Island (Grand 
Turk, 17. Juli 1887), wo die dieser Insel eigenthümlichen Pflanzen wieder 
aufgefunden wurden. Auf der folgenden Reise untersuchte E. mit Unter- 
stützung des dänischen Karlsbergfonds die Inseln St. Jan und Tortola 
(Dec. 1887, Jan. 1888) und ging über St. Thomas, Haiti (Jacmel, 



42 Ion. Uhban: Nutae biographieae. 

Port-au-Prince, Joremie) nach Jamal ca, in dessen östlichem Thelle 
(Giiava Ridg-e, Catherines Peak etc.) er Ende Jan. 1888 sammelte. Von 
da wandte er sich den Bahamas zu, für deren botanische Erforschung 
die British Association in London eine pekuniäre Beihülfe gewährt hatte, 
und besuchte im Monat Februar und in der ersten Hälfte des März 
1888 Acklins, Fortune, Long, Hog Island und New Providence. — In 
den Gebirgen des östlichen Cuba's sammelte E. vom Febr. bis Mai 1889, 
besonders am Rio Guaso bei Guantiinamo, Arroyo gallego, Rio Seco, 
La Piedra, El Palenquito, El Jagüey, La Ciarita und Sta. Ana, Monte- 
verde (830 m.), La Prenda, Caimanera. — Die Erforschung der kleinen 
englischen Antillen Tobago, Grenada, St. "Vincent, Bequia und 
Barbados fand vom 20. Oct. 1889 bis 31. Jan. 1890 statt und lieferte 
für diese mit Ausnahme von St. Vincent noch wenig bekannten Inseln 
eine verhältnissmässig reiche Ausbeute. Diese wie die vorhergehenden 
Reisen unterstützte der Consul Iüjug in liberaler Weise durch Vor- 
schüsse und Zahlung eines erhöhten Preises für die erste Nummer. — 
Im Jahre 1891 ging E. über Barbados und Tobago auf Kosten des 
dänischen Staates nach Venezuela,' wo er die Gegend um Caracas 
besonders bei Sta. Lucia erforschte. — 1891 — 1892 hielt er sich in 
Ecuador auf und untersuchte während sechs Monate das Küstenland 
um Guayaquil und besonders bei Balao. — 1893 ging er über La Guayra 
und Cura9ao nach Maracaibo in Venezuela, um ein Gutachten über 
die Asphalt- Lager bei S. Timoteo am Maracaibo -See abzugeben. — 
(«'ifi, 1893 — 1897 war er in Ecuador hauptsächlich in der Prov. Manabi 
auf der Hacienda El Recreo in der Nähe von Bahia de Caraquez mit 
Plan tagenwirth Schaft beschäftigt und machte in dem botanisch bisher 
vernachlässigten Küstenlande viele interessante Funde. — 1899 besuchte 
er noch einmal Trinidad, Tobago und Venezuela, in letzterem Lande 
besonders die Gegend um Puerto Cabello und Caracas. 

Coli. Die nicht numerirten Sammlungen von Phanerogamen und 
Meeresalgen von St. Croix (1870—1872, 1873 — 1874) wurden dem 
botanischen Museum in Kopenhagen geschenkt; ein Theil befindet sich 
auch im Herb. Krug et Urban. — Die Pflanzen von St. Thomas, Porto- 
rico, St. Kitts, Dominica und Trinidad (1880 — 1886) sind an fast alle 
grösseren botan. Museen und zahlreiche Privatpersonen abgegeben; sie 
wurden theils von E. selbst versandt (hb. pr.: Nr. 1 — 1499) und zwar 
an Kew, die amerik. Museen, theilweise auch an Kopenhagen und Herb. 
Krug et Urban, theils von A. Toeitfer in Brandenburg, welcher 11 Cen- 
turien mit besonderer Numerirung an die übrigen Museen und Privat- 
Abonnenten schickte. Die Restbestände der EoGERs'schen Ausbeute ver- 
trieb Ernst Berge in Leipzig unter einer dritten Numerirung, während 
die von C. Rensch in Berlin ausgegebenen Rester des ToEPEFER'schen 



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^eJhu.^^ n-0^ ^h^' t^ -^^' 



Eggeis — Ehrenberg. 43 

Herbars die ursprüngliche theils ToEPFFER'sche, theils EoGEitö'sche Nume- 
rirung beibeliielten oder b- Nummern bekamen und ausserdem die 12. 
Centurie lieferten. Zugleich gab E. eine Sammlung Segmcnta lignorum 
Ind. occid. in ca. 350 Arten, sowie Fructus et semina Ind. occid. in 
ca. 500 Arten heraus. — Die Ausbeute der späteren Reisen wurde von 
E. selbst vertheilt und hat daher eine übereinstimmende Numerirung; 
das beste Exemplar derselben nebst allen Unicas befindet sich, soweit 
Westindien bis 1890 in Betracht kommt, im Herbar Krug et Urban, 
mit Ausnahme derer von St. Jan und Tortola. Die Sto. Domingo -Expe- 
dition lieferte die Nr. 1500 — 2861 (und zwar Sto. Domingo 1500 — 2821, 
Haiti 2821^ — 2845\ Turks Island 284G — 2861) und ging an die Her- 
barien von Kew, Hamburg, Göttingen, Breslau, Leiden, München, 
DE Caxdolle in Genf, Dr. Schrader (jetzt geol. Landesanstalt in Berlin), 
Prof. KuRTZ-Cördoba, J. F. Hamilton -London, Forstinstitut in Petersburg, 
Dr. Keck (jetzt im Museum des botan. Gartens in "Wien), Bremen, 
J. D. Smith in Baltimore, Prof. PALACKV-Prag, Botan. Garten in New 
York, Prof. MEZ-Halle, Botan. Garten in St. Petersburg, Herb. Delessert 
in Genf. — Die Pflanzen von St. Jan und Tortola (Nr. 3001 — 3299, 
3300*— 3317"'^) sind in Kopenhagen und unvollständig im Herb. Krug 
et Urban. — Die Pflanzen von St. Thomas (3416 — 3420), Haiti (3300 
^8 3415*^), Jamaica (3421 — 3799=^), Bahamas (3800 — 4521), Cuba (4530 
bis 5457), Tobago (5458 — 5968^), Grenada 5969 — 6520), St. Vincent 
(6521—7027), Bequia (7028 — 7073), Barbados (7074—7383) wurden 
dagegen wieder durch Eggers selbst, die Rester durch Rensch an die 
meisten der vorhin genannten und einige andere Museen und Privat- 
personen abgegeben, z. B. Budapest, Dresden, Zürich (Botan. Garten), 
Reichenbach (jetzt im Hofmuseum in Wien), Magnus -Berlin, Vatke- 
Berlin (jetzt im Herbar des Prof. Haussknecht in Weimar). — Die Samm- 
lungen der Venezuela -Reise vom Jahre 1891 sind im Museum von 
Kopenhagen, die der übrigen Reisen seit 1890 in den hauptsächlichsten 
Museen Europas, z.B. in Kew, Leiden, Berlin; die Alkohol -Materialien 
von Ecuador im botan, Museum zu Berlin. 

Lit. Warsi. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XH (1880 — 18§1) p. 237 — 238 
et in Bricka's/ Dansk biogr. Lex. IV (1890) p. 488 — 439; Kiaersk. in Bot. 
Tidsskr. Kopenh. XXIII (1900) p. 37—38; briefl. Mitthcihmg von E.; Jacks. 
Guide p. 404; Cat. Sc. Pap. IX p. 780; Urb. Symb. I p.41 — 47, 113, 122. 

Ehreiiberg, Carl August, (1801 — 1849), geb. in Delitzsch in 
der Prov. Sachsen (Preussen) den 24. VIII. 1801 als Sohn des dortigen 
Stadtraths und Stadtrichters Joilvnn Gottfried und Bruder des berühmten 
Naturforschers Christian Gottfried, widmete sich dem Kaufmannsstande 
und war 1827—1828 auf St. Thomas, März 1828 bis Juni 1831 
in Port-au-Prince auf Haiti, Juli 1831 bis April 1840 in Mexico 



44 lüN. ürban: Notae biographiuae. 

theils in der Hauptstadt selbst, tlieils in dem Minenorte Real (Mineral) 
del Monte 30 Leguas von ihr entfernt, als Buchhalter thätig. An all 
diesen Orten legte er umfangreiche Sammlungen von Tliieren und 
Pflanzen an; in Mexico studirte er mit besonderer Vorliebe die Cacteen, 
von denen er zahlreiche neue Arten besclirieb und in die europäischen 
Gärten einführte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin trat er in das 
Geschäft seines Bruders Ferdinand ein und starb daselbst am 13. VIII. 
1849 an der Cholera. 

Coli. Botan. Museum in Berlin und Herbarium des botanischen 
Gartens in Halle und zwar von St. Thomas ca. 400 Nr., von Haiti ca. 
GOO Nr., von Mexico ca. 2000 Nr. 

Lit. Leon Bibl. Botan. -Moxic. (1895) p. 353 — 354; Ign. ürban: Cakl 
August Ehrenbekg in Engl Bot. Jahrb. XXIV (1897) Bcibl. Nr. 58 p. 3 — 15; 
Auszug daraus von K. Schumann in Monatsschr. für Kakteenkunde X (1900) 
p. 138 — 143; Cat. Sc. Pap. II p. 457—458; PraTz. Thes. II ed. p. 99; 
Ukb. Symb. I p. 151. 

Elliott, William R., (*1860), geb. zu London im Jahre 1860, 
ging 1881 von Kew Gardons nach Jamaica und von dort nach Gre- 
nada, wo er 1886 — 1889 Curator der botanischen Station war und 
besonders den Farnen sein Interesse zuwandte. Darauf sammelte er im 
Auftrage des British Committee für die Erforscliung der Fauna und 
Flora Westindiens in erfolgreichster Weise Kryptogamen und zwar 1891 
bis 1892 während sechs Monaten in St. Vincent und Anguilla (hier 
auch Blüthen pflanzen), sodann Juli bis Dec. 1892, März 1894 und 
Oct. 1895 bis März 1896 in Dominica. 

Coli. Die Farne von Grenada in Kew; dieKryptogamen von St. Vincent 
und Dominica (über 1000 Nr.) besonders im British Museum und in Kew. 

Lit. Kew Bull. 1887 Nr. 7 p. 13; D. Morris in Kew Bull. Add. ser. I 
(1898) p. 74; Briefl. Mittheilung von D. Morris; Urb. Symb. I p. 101, 137, 
157—158, 174, 176, III p. 11, 13. 

Elsey, Joseph Ravenskroft, (1834—1857), geb. in England im 
,lahre 1834, machte als Naturalist und Arzt im Auftrage des englischen 
Gouvernements eine 20 -monatliche, sehr beschwerliche Forschungsreise 
nach Australien und ging im Jahre 1857 von England aus nach West- 
indien, um für die in Bearbeitung befindliche GmsEBACu'sche Flora zu 
sammeln. Er kam nach St. Kitts (St. Christopher), starb aber schon 
nach sechswüchentlichem Aufenthalte auf der Insel den 31. XL 1857. 

Coli. Herb. Kew, Grisebach in Göttingen. 

Lit. Garden. Chron. 1858 p. 112; Britt. and Boulg. p. 5G. 

Ernst, Adolf, (1832 — 1899), geb. zu Primkenau in Schlesien 
(Deutschland) den 6. X. 1832, wanderte 1861 nach Venezuela aus, 
wo er sich dem höheren Lehrfache widmete. Er gründete 1867 eine 



EUiott — Fahlbei-g. 45 

Sociedad de Ciencias fisicas y naturales de Caracas und legte im Aut- 
trage der Regierung Sammlungen der Naturproducte von Venezuela an. 
1874 wurde er ordentlicher Professor der Naturwissenschaften und der 
deutschen Sprache an der Central -Universität, zugleich Director des 
Nationalniuseums und der Universitätsbibliothek in Caracas. Im Sep- 
tember 1871 besuchte er die Inselgruppe Los Roques, im Mai 1873 
die Insel Margarita und im Januar 1874 die Insel Tortuga, sämmt- 
lich an der Nordküste von Venezuela gelegen. Er starb zu Caracas den 
^ A ^4,-ödo^ 12. VIII. 1899. 

Coli. Eine Anzahl Pflanzen im Kew Herbarium; Characeen im 
Museum zu Berlin. — Land- und Süsswasser-Conchylien im zoolog. 
Museum zu Berlin. 

Lit. Leopoldina XXXVI (1900) p. 47 — 48; Briefl. Mittheilung des 
Prof.'E. VON Martens; Jacks. Guide p. 7, 53, 105, 377, 484; Cat. Sc. Pap. 
VII p. 623, IX p. 807; Urb. Syinb. I p. 48 — 49. 

Eiiplirasön, Bengt Anders, (1756 — 1796), geb. im Kirchspiel 
Habe, Prov. Westergotland (Schweden) im April 1756, studirte 1784 
in Upsala. Im Jahre 1788 machte er mit Unterstützung der Kgl. Aka- 
demie der Wissenschaften zu Stockholm eine naturhistorische Reise nach 
den Antillen und hielt sich vom 8. Febr. bis 16. April auf St. Barth e- 
leray, am 16. und 17. April auf St. Eustache und vom 17. April bis 
19. Juni auf St. Christopher (St. Kitts) auf. Nach seiner Rückkehr 
wurde er stellvertretender Demonstrator der Botanik, starb aber schon 
den 25. XII. 1796 in Stockholm. 

Coli. Seine westindischen Pflanzen wurden im Jahre 1806 an einen 
Herrn Mellerborg verkauft und gelangten später in den Besitz von Prof. 
Thunberg, dessen Sammlungen jetzt im Universitätsherbar zu Upsala ge- 
sondert aufbewahrt werden. Leider sind mehrere der in seinem Werke auf- 
gezählten Arten bei dem Besitzwechsel des Herbars abhanden gekommen. 

Lit. Briefl. Mittlieilung des Herrn Gymnasiallehrers T. 0. B. N. Krok 
durch Vermittelung des Herrn Dr. G. 0. Malme in Stockholm; Pritz. Tlies. 
H ed. p. 103; Uro. Symb. I p. 49, 176—177. 

Fahlberg, Samuel, (1758 — 1834), geb. in Helsingland (Schweden) 
den 9. IX. 1758, war 1784 Assistenzarzt am Seraphinen -Krankenhause 
in Stockholm, kam als Gouvernementsarzt 1785 nach St. Barth olemy, 
welches kurz vorher in schwedischen Besitz übergegangen war, erhielt 
1796 von der Universität Upsala den Doctor medicinae honoris causa 
und wurde 1799 zugleich Ingenieur und Peldmesserdirector. Er starb 
auf St. Eustache den 28. XI. 1834. Ausser auf den genannten Inseln 
hat er auch auf St. Kitts (St. Christopher), Guadeloupe und Marti- 
nique gesammelt. 

Coli. Herb. Swartz in Stockholm, Herb. Thunberg in Upsala. 



46 Iqn. Urban: Notae biographicae. 

Lit. Briefl. Mittheilung des Herrn Gymnasiallehrers T. 0. B. N. Krok 
durch Vermittelung des Herrn Dr. G. 0. Malme in Stockholm; Cat. Sc. Pap. 
II p. 545; Urb. Symb. I p. 50, 17G— 177. 

Favrat, Auguste, (1862 — 1893), Dr. med., geb. zu La-Chaux- 
de- Fonds im Canton Neuenburg (Schweiz) den 30. IX. 1862, wandte 
sicli nach beendigtem pharmaceutischen Studium der Medicin zu. 
Schwindsüchtig geworden siedelte er 1887 nach Madeira über und 
machte von hier aus 1888 eine Reise nach Haiti, wo er in der Um- 
gebung von Jacmel, Les Cayes, Jeremie, Petit Goave etc. sammelte. 
Er starb den 13. IX. 1893 in Funchal auf Madeira an der Tuberculose. 

Coli. Herb. Boissier-Barbey, Krug et Urban (ca. 127 Nr.). 

Ijit. Briefl. Mittheilung des Herrn R. Buser in Genf. 

Fawcctt, William, (* 1851), geb. zu Arklow, Wicklow Co., in 
Irland den 13. IL 1851, studirto am Dulwich College in Surrey, am 
Kings College und an der Universität zu London und wurde 1879 B. Sc. 
Im August 1880 trat er als Assistent in die botanische Abtheilung des 
British Museums ein und wurde Ende December 1886 als Nachfolger 
von D. Morris zum Director des Departments der Public Gardens and 
Plantations in Jamaica ernannt; ausserdem ist er Mitglied des Board 
of Governor des Instituts von Jamaica, des Legislative Council, des 
Board of Agricalture und seit 1900 Deputy-Chairman der Jamaica Agri- 
cultural Society. Bei einem kurzen Besuche der Cayman-Inseln im 
Mai 1888 legte er eine Sammlung von 112 Arten an, welche die Grund- 
lage unserer Kenntniss von der Pflanzenwelt dieser Eilande bildet. Im 
Jahre 1894 begann er mit Unterstützung der dortigen Regierung eine 
planmiissige Untersuchung der Flora von Jamaica, besonders des öst- 
lichen Theiles, die wider Erwarten eine ganze Fülle neuer Arten au 
das Licht brachte, dagegen sehr wenige von den Nachbarinseln be- 
kannte, aber für Jamaica bis dahin noch nicht nachgewiesene und ebenso 
sehr wenige der alten verschollenen Species. Ihn unterstützten dabei 
in erster Linie und am erfolgreichsten William Harris, ferner Eugene 
J. F. Campbell, William Cuadwick, William J. Thompson, David E.Watt 
(vergl. diese) und andere. 

Coli. Bot. Dep. Herbarium zu Jamaica, Herb. Krug et Urban 
(n. 5000 — 8149 und ca. 130 Nr. niedere Kryptogamen), Smithsonian 
Institution und Department of Agriculture zu Washington, Botau. Garten 
zu New York, Gray Herbar zu Cambridge (Mass.), Museum zu Kopen- 
hagen, Field Columbian Museum zu Chicago, Herb. Boissier-Barbey 
zu Genf, eine grössere Anzahl, besonders Kryptogamen, im British Mu- 
seum, einiges in Kew; die J^flanzen von Cayman nur in Kew. 

Lit. Briefl. Mittheilungen von Edm. Baker vom British Museum und 
von F.; Urb. Symb. I p. 50 — 51, 79, III p. 3. 



Favrat — Finlay. 47 

Feiidler, August, (1813 — 1883), geb. in Gumbinnen (Ostpreussen) 
den 10. I. 1813, besuchte einige Jaiire das Gymnasium seiner Vater- 
stadt, wurde Schreiber bei der Stadtverwaltung und kam 1834 auf die 
polytechnische Schule in Berlin. 1836 siedelte er nach Nordamerika 
über, Avo er in mannichfaltigen Stellungen 8 Jahre lang kümmerlich sein 
Leben fristete. Von Prof. E. Meyer in Königsberg, dessen Bekannt- 
schaft er 1844 bei einem Besuche in Deutschland machte, aufgefordert, 
sich der botanischen Sammelthätigkeit zu widmen, und von Dr. Engel- 
mann in St. Louis darin weiter ausgebildet, besuchte er 1846 — 1847 das 
damals botanisch noch unbekannte New Mexico, 1850 den Isthmus 
von Panama (bei Chagres), betrieb 1850 — 1853 zuMemphis in Tennessee 
ein Beleuchtungs- Geschäft (Camphene-light) und hielt sich 1854 — 1858 
'in der Colonie Tovar in Venezuela auf, wo er eine kleine Besitzung 
erwarb und neben der Herrichtung vorzüglicher Pflanzensammlungen 
auch wichtige meteorologische Beobachtungen anstellte. Darauf wurde 
er Farmer im Staate Missouri, siedelte 1873 nach Wilmington (Del.) 
über, schrieb hier sein Werk: „The Mechanism of the Universe" und 
brachte die letzten Jahre seines Lebens (1877 — 1883) seiner leidenden 
Gesundheit wegen auf Trinidad zu, noch einmal sammelnd, besonders 
Farne und Bromeliaceen. Er starb hier den 27. XL 1883. 

Coli. Herb. Engelmann (Missouri Bot. Garden), Gray Herbarium 
in Cambridge, Kew, British Museum, de Candolle, Boissier-Barbey, 
Delessert in Genf, Fraxqueville (jetzt Drake del Castillo in Paris), 
Dubhn, die aus Neu-Mexico auch in Berlin und Wien (Hofmuseum), 
die aus Venezuela besonders gut im Herb. Grisebach in Göttingen, die 
aus Trinidad in Kew, British Museum, J. D. Smith in Baltimore, 
Washington, Cambridge (Mass.), College of Pharmacy of the City of 
New York (ex herb. W. M. Canby), die Farne auch im Herb. Delessert 
in Genf, in St. Petersburg und Edinburgh, die Bromeliaceen in Kew. 
F. sammelte auch Pilze, Flechten und Moose, besonders in Venezuela. 

Lit. A. Gray in Botan. Gaz. IX (1884) p. 111—112 (reimpr. in Gard. 
Chron. n. s. XXII. 1884 p. 91) et in Dana's Amer. Journ. of Sc. and Arts 
III ser. XXIX (1885) p. 1G9 — 171 et Scient. Pap. II p. 465 — 467; 
W. M. Canby: An autobiogTaphy and some reminiscences of the late August 
Fendler in Botan. Gaz. IX (1884) p. 285 — 290, 301 — 304, 319 — 322; 
Pkitz. Thes. II ed. p. 106; Jacks. Guide p. 370; Cat. Sc. Pap. II p. 580, 
VII p. 652; Urb. Syinb. I p. 4L 

Finlay, Kirkman, Dr. med. und praktischer Arzt in San Fer- 
nando auf Trinidad, Tutor von Sir Jos. Hooker und dessen Bruder, 
sammelte daselbst (ca. 1850 — 1868), sowie einiges auf Antigua, Do- 
minica und Grenada (aber nicht auf St. Thomas 1841, wie die 
Etiquetten einer grossen, wahrscheinlich aus Trinidad stammenden Samm- 



48 Ign. Urban: Notae biographicae. 

lang im Pariser Museum irrthümlich angeben). Er starb auf der Insel. 
8ein Herbarium ging 1884 in den Besitz des Government von Trini- 
dad über. 

Coli. Bot. Garten zu Trinidad, Kew, einiges im Herb. Krug et Ukban 
und J. D. Smith in Baltimore. 

Lit. J. H. Hakt in Ann. Rep. Bot. Gard. Trinidad 1887 p. 11; Cat. 
Sc. Pap. II p. 613. 

Forsström , Johan Eric, (1775 — 1824), geb. im Kirchspiel Trau- 
strand, Prov. Dalarne (Schweden) den 16. IL 1775, studirte in Upsala, 
wurde 1800 Mag. phil. und machte in demselben Jahre mit G. Wah- 
LKNBERG eine botanische Reise nach Lappland und Finmarken. Nach- 
dem er 1801 das Examen chirurgiae bestanden hatte und 1802 zum 
Prediger geweiht worden war, verwaltete er 1803 — 1815 das Amt eines 
Gouvernementspredigers und 1805 — 1812 zugleich auch das eines 
Gouvernementsarztes auf St. Barthelemy und besuchte von hier aus 
auch andere Inseln, z. B. Saba und Guadeloupe. Im Jahre 1817 
wurde er Pfarrer im Kirchspiel Munktrop, Prov. Vestmanland in Schweden, 
1819 Probst und starb daselbst 30. Y. 1824. 

Coli. Museum in Stockholm, theils im Herb. Swartz, theils im 
Generalherbar (ex herb. Casström), aber nicht ganz vollständig. 

Lit. Briefl. Mittheilung des Herrn Gymnasiallehrers T. 0. B. N. Krok 
durch Vermittelung des Herrn Dr. G. 0. Malme in Stockholm; Urb. Symb. 
I p. 177. 

Fräser, John, (1750 — 1811), geb. zu Tomnacloich in Inverness- 
shire (Schottland) 1750, kam um 1770 nach London, wo er sich in 
Chelsea als Kleiderhändler niederliess. Durch den Besuch des dortigen 
Gartens für die Botanik interessirt, machte er in den Jahren 1780, 
1784—1785, 1790, 1791 und 1795 Reisen nach Nordamerika, um 
neue Pflanzen zu importiren. 1799 ging er im Auftrage des Czaren 
Paul nach den südlichen Vereinigten Staaten und von da 1801 nach 
Cuba, traf hier mit Humboldt und Bonpland zusammen und besuchte 
bei seiner Rückkehr 1802, durch das Leckwerden des Schiffes ge- 
zwungen, die Bahama-Insel New Providence. Auf seiner letzten Reise 
nach Amerika 1806 — 1810 hielt er sich 1809 wiederum auf Cuba auf. 
Er starb zu Chelsea, wo er in Sloane Square eine Gärtnerei gegründet 
hatte, den 26. IV. 1811. 

Coli. Pflanzen aus den Vereinigten Staaten im Herb, de Candolle 
und Delessert. Sein eigenes Herbar gehört seit 1849 der Linnean 
Society in London. 

Lit. W. J. HooK. Compan. Bot. Mag. II (183G) p. 300 — 305 mit Porträt; 
Las. Mus. Deless. p. 199—200; R. Hogo in Cottage Gartlener VIII p. 250 
(n. v.); FoRSVTii in Loudon's Arboretum p. 119 (n. v.); G. S. Boulg. in Dict. 



Forsstiöm — Fuuck. 49 

Nat. BiogT. XX (1889) p. 213 — 214; Britt. and Boulg. p. 64; Britz. Tlies. 
II cd. p. 112; Jacks. Guide p. 122, 145. 

Fräser, John, Sohn des vorigen, begleitete seinen Vater auf seinen 
Reisen 1799 nach den südlichen Vereinigten Staaten, 1801 nach 
Cuba, 1802 nach der ßahama-Insel New Providence, 1806 — 1809 
nach Nordamerika und ging nach dem Tode desselben 1811 — 1817 
noch einmal nach den Südstaaten. Nach seiner Rückkehr gründete er 
eine Gärtnerei zu Hermitage in Ramsgate. 

Lit. W. J. Hook. Compan. Bot. Mag. II (1836) p. 301—303; Las. Mus. 
Deless. p. 200 — 201; Bkitt. and Boulg. p. 64. 

Fredholm, A., aus Baltimore, begleitete als Botaniker und Sammler 
die vom biologischen Departement der Johns Hopkins Universität zu 
Baltimore unter Führung Prof. HmipmiEY's nach Jamaica abgesandte 
zoologisch- botanische Expedition im Jahre 1897. Er sammelte in der 
Umgebung von Port Antonio. 

Coli. National -Museum zu Washington. 

Lit. Johns Hopkins Univ. Circul. vol.XVII (1897) Nr. 132 p. 1 ; Rose in lit. 

Friedrichsthal, Emanuel Ritter von, (1809 — 1842), geb. zu Brunn 
in Oesterreich den 12.1. 1809, mährischer Gutsbesitzer, besuchte 1834—1835 
Griechenland, 1836 — 1839 mit dem Geologen Am Boue Serbien, 
Macedonien, die Halbinsel Athos und Rumelien und sammelte auf 
seiner Reise nach Guatemala, Costarica und Nicaragua 1841 auch 
auf St. Thomas. Schon im folgenden Jahre, am 3. III. 1842, starb er 
zu Wien. 

Coli. Hofmuseum zu Wien, Doubletten in Kew. 

Lit. Regensb. Flora XIX (1836) p. 221 — 222; E. R. Friedrichsthal: 
Reise in den südlichen Theileu von Neu -Griechenland. Leipzig 1838; Griseb. 
Spicil. Flor. Rumel. I p. VII — VIII; Gehst, in Hook. Journ. of Bot. and Kew 
]\üsc. V (1853) p. 46; Reichardt in Allg. Deutsche Biogr. A^II (1878) p."68; 
Hemsl. Biol. IV p. 128; Pritz. Tlies. II ed. p. 112; Cat. Sc. Pap. II p. 724. 

Fuiick, Nicolas, (1816 — 1896), geb. in Luxemburg im Jahre 1816, 
studirte in Brüssel Architektur und begleitete als Zeichner J. Linden 
auf dessen ersten beiden Reisen nach dem tropischen Amerika: Dec. 
1835 bis März 1837 nach Brasilien (Rio de Janeiro, Espirito Santo, 
Minas Geraes und Säo Paulo), Dec. 1837 bis Aug. 1840 über Cuba 
nach Mexico, Yucatan und Guatemala. Auch auf der dritten 
LiNDEN'schen Reise war er mit ihm von Dec. 1841 bis Mai 1842 bei 
der Erforschung Venezuela 's thätig. Während sich Ersterer dann nach 
Westen wandte, besuchte F. den östlichen Theil: Barcelona, Cumanä, 
die Halbinseln Araya und Paria, schiffte sich über Caracas nach Santa- 
Marta in Neu-Granada ein, um die Sierra Nevada zu besteigen, und 

Urban, Symb. ant. III. 4 



50 Ign. Urban: Notae biographicae. 

kehrte über Caracas im Dec. 1843 nach Europa zurück. — 1845 ging 
F. im Auftrage des LiNDEN'schen Etablissements (d'Introduction de plantes 
nouvelles) in Luxemburg in Begleitung von Louis Joseph Sciilim nach 
Guadeloupe, in dessen Gebirgen eine zwar kleine, aber interessante 
Sammlung angelegt wurde, und von da nach Venezuela, wo sie die 
Provinzen Caracas, Carabobo, Barquisimento, Trujillo, Maracaibo, Merida 
besuchten. Nach einem kurzen Aufenthalte im östlichen Neu-Granada 
(Chinacota, Pamplona und Baja) kehrte F. über Maracaibo mit reich- 
haltigen Sammlungen an getrockneten und lebenden Pflanzen nach 
Europa zurück. Hier erhielt er die Stelle eines Professors der Zoologie 
am Athenaeum in Luxemburg und 1861 nach Linden's Rücktritte die 
Direction des Jardin royal de Zoologie et d'Horticulture zu Brüssel. 
1870 — 1879 war er Director des zoologischen Gartens in Köln und 
zog sich dann nach Luxemburg zurück, wo er den 10. VIII. 1896 starb. 

Coli. Die getrockneten Pflanzen wurden von dem Etablissement 
von J. Linden an verschiedene Museen und Private verkauft, z. B. Kew, 
British Museum, de Candolle, Paris, Oxford, Boissier, Petersburg, Gent, 
Delessert, Leipzig, Brüssel. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 215 — 21G; Linden et Planchon: Troisieme 
voyage de J.Linden I (18G3) p. XLVIll — LVI; Leöd Bibl. Botän.-Mexic. 
(1895) p. 351; briefl. Mittlieilung von Prof. Cogniaux; Cat. Sc. Pap. II p. 740, 
VII p. 726. 

(xaleotti, Henri Guillaume, (1814 — 1858), geb. zu Versailles bei 
Paris den 8. IX. 1814, trat im September 1835 von Hamburg aus als 
naturhistorischer Reisender, Geolog und Mineralog unter dem Patronat 
des Herrn Vandermalen zu Brüssel eine Reise nach Mexico an. Er 
besuchte Jalapa, las Vigas, Perote, Puebla, die Kette des Iztaccihuatl, 
Ayotla, Chalco, Pachuco, Real del Monte, wo er mit EmtENBERO zu- 
sammentraf, Mextitlan, Zimapan, Guadalajara, Guanajuato, Sierra de 
Santa Rosa, den Vulkan Popocatepetl, Mechoacan, den Vulkan Jorullo, 
Umgegend von Mirador, Pic von Orizaba, Oajaca u. s. w. und drang bis 
zu Höhen von 3500 m vor. Auf seiner Rückreise im Jahre 1840 hielt 
er sich kurze Zeit auf Cuba auf. Ausser den Beobachtungen über die 
physikahsche Beschaffenheit des Landes, über Geologie und Völker- 
kunde desselben war es vorzüglich die Botanik, welche er bereicherte. 
Da die von ihm angelegte Gärtnerei kein Gedeihen hatte, so vertraute 
ihm die königliche Gesellschaft Flora die Direction des botanischen 
Gartens zu Brüssel an, dessen Eigenthümerin sie damals war. Aber 
nicht lange bekleidete G. diese ehrenvolle Stellung; denn bereits am 
13. III. 1858 erlag er daselbst einem Lungenleiden. 

Coli. G. brachte von seiner Reise 7—8000 Nr. Pflanzen mit 
(darunter von Cuba kaum eine Centurie); die vollständigste Sammlung 



Galeotti — Gilbert. 51 

in Louvain, ferner in Brüssel, Kew, Paris, Herb. Delessert in Genf, 
Gent, Lüttich, Petersburg, Wien. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 209 — 211; Lemaike Illustr. liortic. V (1858) 
Mise. p. 27—28; Schlechtend. Bot. Zeit. XVI (1858) p. 119—120; Hemsl. 
Biol. IV p. 125; Leon Bibl. Botän.-Mexic. (1895) p. 348 — 350; Pkitz. Thes. 
II ed. p. 116; Jacks. Guide p. 868; Cat. Sc. Pap. II p. 758 — 759. 

Garber, Abraham Pascal, (1838 — 1881), geb. zu Columbia in 
Pennsylvanien (U. S. A.) im Jahre 1838, graduirte am Lafayette College 
und an der medicinischen Schule der Universität von Pennsylvanien. 
Er war dann kurze Zeit Arzt in Pittsburg, wurde aber durch seine an- 
gegriffene Gesundheit gezwungen, vier Winter im südlichen Florida 
zuzubringen, wo er mehrere neue Pflanzen entdeckte und zahlreiche 
westindische Typen besonders auf den Key-Inseln (Key West, Miami etc.) 
auffand. Im Jahre 1880 machte er auf Anregung von Baron Eqgers 
eine Erholungsreise nach Portorico, wo er besonders in der Um- 
gebung von Yauco sammelte. Schon im folgenden Jahre erlag er der 
Schwindsucht. 

Coli, Gray Herbarium zu Cambridge, Herb, der Acad. Nat. Sc. zu 
Philadelphia, Herb. Canby (jetzt im College of Pharmacy of New York); 
die Portorico - Pflanzen auch in Kew (142 Nr.), Herb. J. D. Smith in 
Baltimore und Krug et Urb. (ex herb. Eggers). 

Lit. Sarg. Silva I (1890) p. 65 — 66; Hahshberger: Botan. of Phila- 
delphia p. 302 — 303. 

Oardiiier, John, B. S., kam 1885 nach den Bahamas, wurde 
wissenschaftlicher Rathgeber bei dem Board of Agriculture und erhielt 
1886 von dem damaligen Gouverneur H. A. Blake den Auftrag, eine 
Liste der Flora der Colonie zusammenzustellen. Er begnügte sich damit, 
die Pflanzen auf den verschiedenen von ihm besuchten Inseln zu be- 
stimmen, sammelte aber nicht. 

Lit. Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1889 p. 349; Ukb. Symb. I p. 54 — 55. 

(jrermain, Diener und Prcäparator von Dr. F. l'Herminier auf 
Guadeloupe, sammelte hauptsächlich in den Jahren 1856 — 1864 Farne 
und andere Kryptogamen auf dieser Insel und auf Trinidad. Die 
Wissenschaft verdankt ihm viele interessante Funde (cf. F£e Foug. et 
Lyc. Ant.); mehrere Novitäten sind ihm zu Ehren benannt. 

Coli. Die Pflanzen gingen durch F. l'Hermkier (cf. diesen) an die 
Bearbeiter. 

Lit. Bull. See. Linn. Norm. II ser. IV p. 20; brieil. Mittheilung von 
Pere Duss. 

Orilbert, Benjamin Davis, (* 1885), geb. zu Albany im Staate 
New York den 21. XL 1835, graduirte 1857 am Hamilton College zu 

4* 



52 Ign. Urban: Notae biograpliicae. 

Clinton N. Y., widmete sich in den folgenden 20 Jahren geschäftlicher 
Thätigkeit, ohne die Botanik ganz zu vernachlässigen, und war 12 Jahre 
lang Zeitungs-Redacteur. Um 1889 begann er sich für die Pteri- 
dophyten zu interessiren und ein Farnherbarium zusammen zu bringen. 
Zu diesem Zwecke sammelte er im Winter 1893 in Martinique und 
St Thomas, 1894 in Süd-Californien, Febr. und März 1895 in 
Jamaica, wo es ihm gelang, zwei Drittel der von dort bekannten Farn- 
arten aufzufinden, und 1898 auf den Bermudas. 

Coli. Gilbert Herbarium. 

Lit. The Fern Bull. vol. IX (1901) p. 66 (mit Porträt); briefl. Mit- 
theilung von G.; Urb. Symb. I p. 55, II p. 1 — 2, III p. 4. 

Oollmcr, Julius, (? — 1861), Apotheker, sammelte in St. Thomas 
und begab sich von da nach Caracas in Venezuela, von wo er während 
der Jahre 1852 — 1857 umfangreiche zoologische und botanische Collec- 
tionen nach Berlin schickte. Er starb 1861. 

Coli. Museum zu Berlin (im Ganzen 1396 Nr.). 

Lit. E. VON Martens: Die Binnenmollusken Venezuela's in Festschr. 
GeseUsch. Naturf. Freunde Berlin 1873 p. 157. 

Oosse, Philip Henry, (1810— 1888), F. R. S., geb. zu Worcester 
(England) den 6. IV. 1810, ging als Kaufmann nach Newfouudland und 
beschäftigte sich nebenbei mit dem Studium der Insekten. Nach 
8 -jährigem Aufenthalte daselbst setzte er seine eutomologischen Unter- 
suchungen während 3 Jahre im unteren Canada fort, bereiste die Ver- 
einigten Staaten, besonders Alabama, wo er eine Fülle von Zeichnungen 
von Insekten, besonders der Lepidopteren anfertigte, und kehrte 1839 
nach England zurück. Nachdem er die wichtigsten Resultate seiner 
Untersuchungen unter dem Titel: The Canadian Naturalist (1840) ver- 
öffentlicht hatte, brachte er 1844—1845 achtzehn Monate zu Bluefields 
bei Savanna-la-Mar auf Jamaica zu und sammelte hier auch botanisch. 
Die Ergebnisse der letzten Reise waren: The Birds of Jamaica, On the 
Insects of Jamaica und A Naturalist's sojourn in Jamaica. Später be- 
schäftigte er sich hauptsächlich mit dem mikroskopischen Studium der 
Britischen Rotiferen, nahm einen hervorragenden Antheil an der Ein- 
richtung von öffentlichen und privaten Sammlungen der Seethiere und 
schrieb auch: Wanderings through the Kew Conservatories 1856. Er 
starb am 23. VIII. 1888 zu St. Marychurch, Torquay (England). 

Coli. Pflanzen von Jamaica im Herb. Boissier-Baebey in Genf. 

Lit. Drake Dict. Amer. Biogr. p. 371; Garden. Chron. III ser. vol. IV 
(1888) p. 250; E.AV. Gosse: Life of P.H.Gosse (n.v.); Dict. Nat. Biogr. XXII 
p. 258; Britt. and Botjlg. p. 70; F. Cundall in Journ. Inst. Jamale. II (1895) 
p. 185; Jacks. Guide p. 412; Cat. Sc. Pap. II p. 951—953, VII p. 802—803, 
X p. 32. 



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Gollinei- — Guilding. 53 

Greeiie, Benjamin D., (1793—1862), geb. zu Boston (Ü.S. A.) 1793, 
studirte zuerst Rechtswissenschaft und wurde Advocat, wandte sich dann 
der Arzneiwissenschaft zu und vollendete seine medicinischen Studien 
in Glasgow, Paris und Edinburgh. Da er sich in sehr guten Ver- 
mögensverhältnissen befand, so hat er die ärztliche Praxis niemals aus- 
geübt, sondern sich ganz der Botanik gewidmet, für welche er haupt- 
sächlich durch seinen Freund Sir William Hooker in Glasgow begeistert 
wurde. G. hat selbst nichts von seinen Entdeckungen und Beobach- 
tungen publicirt, aber eine bedeutende Bibliothek und umfangreiche 
Herbarien zusammengebracht, die er den Interessenten mit grösster 
Liberalität zur Verfügung stellte, und die nach seinem am 14. X. 1862 
in Boston erfolgten Tode testamentarisch au die Boston Society of 
Natural Historj übergingen. Wann er in Cuba war, ist nicht bekannt; 
sein Biograph erwähnt eine solche Reise überhaupt nicht. 

Coli. Kew Herbarium (ex herb. Hooker), Herb. Krug et Ürban, 
Boston Society of Natural History. 

Lit. A. Gray: Benjaiun D. Greene in Amer. Jouru. of Sc. and Arts 
Eser. XXXV (1863) p. 449 and Scient. pap. II p. 310 — 311. 

Oregg, J., sammelte vor 1786 auf Dominica, Barbados und 
Tobago. 

Coli. Herb. Banks im British Museum. 

Gri'osoiirdy, Rene de, geb. zu Lison, Dep. Calvados in der Normandie 
(Frankreich), promovirte 1836 in Paris zum Dr. med., wurde alsdann 
Professeur particulier der Chemie und Naturgeschichte daselbst und ver- 
öffentlichte einen Traite de chimie consideroe dans ses applications ä la 
medecine, tant thöorique que pratique, Paris 1838 — 1839, 2 vol., sowie: 
El medico botänico criollo, Paris 1864, 4 vol. Vor dem Jahre 1864 war 
er in Venezuela und in Portorico und sammelte hier bei Loisa, Can- 
grejos, Ponce, Coamo, Mayagüez und Aguada, sowie auf der Insel 
Vieques (Crab Island). 

Coli. Museum in Paris (869 Nr. ex Bureau in lit.), einiges im 
Herb. Krug et Urban. 

Lit. Briefl. Mittlieilung des Herrn Prof. F. Heim in Paris; Peitz. 
Thes. II ed. p. 130; Cat. Sc. Pap. III p. 28; Urb. Symb. I p. 63 — 64. 

Griiilcliiig, Rev. Lansdown, (ca. 1797 — 1831), geb. zu Kingstown 
auf St. Vincent um 1797, studirte zu Oxford und sammelte auf St. Vin- 
cent seit seiner Rückkehr 1817 bis zu seinem wahrscheinlich auf Ber- 
muda am 22. X. 1831 erfolgten Tode. Die an W. J. Hooker gesandten 
Pflanzen sind sicher nicht sämmtlich von der Insel bez. nicht alle dort 
einheimisch. Sein Specialstudium bildete die Zoologie. 

Coli. Kew Herbarium, Bruchstücke im Herb. Grlsebach in Göttingen. 



54 Ign. Ubban: Notae biographicae. 

Lit. Britt. and Boulcx. p. 74 — 75; Kew Bull. 1899 p. 228 — 229; 
Jacks. Guide p. 450; Cat. Sc. Pap. III p. 76 — 77; Urb. Symb. I p. 64. 

Ouiullach, Johannes, (1810 — 1896), geb. zu Marburg in Hessen 
(Deutschland) den 17. VII. 1810 als Sohn eines Professors der Mathe- 
matik und Physik an der dortigen Universität, studirte anfänglich Theo- 
logie, dann Zoologie und wurde 1838 in seiner Yaterstadt zum Dr. phil. 
promovirt. Noch in demselben Jahre schiffte er sich mit dem Cacteen- 
Monographen Dr. L. Pfeiffer aus Cassel und dem Gärtner E. Otto aus 
Berlin nach Cuba ein und kam Anfangs Januar 1839 in Habana an. 
Während seine beiden Reisegefährten nach kurzem Aufenthalte die Insel 
wieder verliessen, blieb G. daselbst bis zu seinem am 15. III. 1896 er- 
folgten Tode und widmete während eines Zeitraumes von mehr als 
57 Jahren seine ganze Thätigkeit der Erforschung der dortigen Fauna. 
Seine grosse Bescheidenheit, die Liebenswürdigkeit seines Charakters und 
seine Bedürfnisslosigkeit ohne Gleichen machten ihn zum populärsten 
Manne auf Cuba und öffneten ihm die Thüren überall, wo er auf seinen 
zoologischen Streifzügen hinkam. Da er viele Jahre mit Ch. Wright 
zusammenreiste, so erwarb er sich auch eine gute Kenntniss der Ge- 
wächse, die ihm bei dem Studium der Insekten und deren Futter- 
pflanzen sehr zu Statten kam. Seine zahlreichen Arbeiten sind theils 
in spanischer Sprache (in Habana und Madrid), theils in deutscher er- 
schienen; von seinen zoolog. Sammlungen haben viele Museen und Privat- 
personen, besonders das Museum für Naturkunde zu Berlin erhalten; 
die grösste Sammlung vermachte er der Akademie der Wissenschaften 
zu Habana. — Im Jahre 1873 kam G., einer Einladung des Consuls 
L. Krug folgend, auf 6 Monate und 1875 — 1876 auf ein Jahr nach 
Portorico und durchforschte den ganzen Westen und Nordwesten der 
Insel von Guanica bis zur Hauptstadt San Juan ; auf der zweiten Reise 
sammelte er auch botanisch. 

Coli. Die Pflanzen von Portorico (1875 — 1876) und 43 Nr. von 
Cuba (1885) im Herb. Krug et Urban. 

Lit. F. Calcagno Dicc. biogr. Cubano (1878) p. 827— 328; Dr. Juan 
ViLARÖ Y DiAz: Biografia del Doctor Juan Gundlacii in La Enciclopedia 
26. Febr. 1887 mit Porträt (SoiKlerabdruck 21 p. 4°. Habana 1887), über- 
setzt und mit Zusätzen versehen voii Prof. L, Krug; A. Stahl: Fauna de 
Puerto-Rico p. 20 — 21, 31; Cat. Sc. Pap. III p. 87, VII p. 868, X p." 89. 

Oiiyoii, E., Zoologe, sammelte auf Guadeloupe und Martinique 
und schenkte eine Collection Pflanzen 1827 an A. yon Humboldt. 
Coli. Museum zu Berlin (ex herb. Kunth). 
Lit. Cat. Sc. Pap. IH p. 97—98, VII p. 877—878. 

Hahn, Ludwig, (1836 — 1881), geb. in Güstrow im Grossherzog- 
thum Mecklenburg- Schwerin (Deutschland) den 11. XII. 1836, kam im 



Gundlach — Hamilton. 55 

Jahre 1860 als Gärtner an den Jardin des plantes in Paris und von 
da 1864 als Obergärtner an den botanischen Garten in St. Pierre auf 
Martinique. 1865 wurde er der Coramission scientifique du Mexique 
beigegeben. Er durchstreifte Mexico theils im Gefolge der franzö- 
sischen Armee, theils von ihr entfernt unter grossen persönlichen Ge- 
fahren und schickte beträchtliche Sammlungen von lebenden und ge- 
trockneten Pflanzen sowie Sämereien nach Paris (1865 — 1866). Nach 
seiner Rückkehr wurde er von der Direction des Museum d'histoire 
naturelle beauftragt, die Flora von Martinique planmässig zu erfor- 
schen, eine Aufgabe, die er 1867 — 1870 mit dem grössten Eifer und 
Erfolge löste. In dem folgenden Jahrzehnt widmete er sich der För- 
derung des Gartenbaus und der Obstcultur der Insel, indem er muster- 
giltige gärtnerische Anlagen schuf, durch zahlreiche Verbindungen mit 
dem Auslande die besten Sorten importirte, die in seinem Yersuchs- 
garten am Parnass bei St. Pierre kultivirt und durch Pfropfen vermehrt 
wurden, und auch durch Abfassung eines Manuel du bon jardinier aux 
Antilles den Interessenten Anweisungen für eine rationellere und er- 
trägnissreichere Cultur ertheilte. Umgekehrt sandte er auch zahlreiche 
Sämereien und lebende Pflanzen an europäische und nordamerikanische 
Gärten. Am Zungenkrebs erkrankt, suchte er Heilung durch eine Ope- 
ration in Paris, starb aber bald nach seiner Rückkehr am 8. IL 1881 
in Martinique. 

Coli. Hauptsammlung im Museum zu Paris, wo die Pflanzen 
durch Baillon u. a. ihre provisorische Bestimmung erhielten; die Samm- 
lungen von Martinique (ca. 1732 Nr.) in Berlin, bei Boissier-Baebey, 
in Budapest (ex herb. Haynald), British Museum, Brüssel, bei de Can- 
DOLLE, CossoN, Delessert in Genf, Franqueville (jetzt Brake del CASTn^LO 
in Paris), in Frankfurt a. M. (Senckenbergische Gesellsch.), Kew, Lübeck, 
Lüttich, Petersburg (Bot. Garten), Zürich. 

Lit. Reg. Flora 1868 p. 208 (Augebot der Pflanzen ä 30 fi'cs. die 
Centurie); durch Vermittelung von Pere Duss briefliche Mittheilungen der 
Wittwe Hailn's, bez. Abschriften von Nekrologen aus den Zeitungen von 
Martinique; briefl. Nachrichten von H.'s Freunde J. Poisson in Paris. — 
Die biographische Notiz in der Botan. Zeitung XXXII (1874) p. 335 — 336 
bezieht sich auf einen am 25. IX. 1873 als Mnsiklelirer in Mexico ver- 
storbenen ganz andern Ludwig Hahn, welcher 18G8 in Mexico Wolffia- 
Arten für A. Braun in Berlin sammelte und in Hemsl. Biol. IV p. 134 
mit dem unsrigen zusammengeworfen worden ist. 

Hamilton, William, (? — 185G), Med. Dr., sammelte um 1814 
auf Haiti, St. Kitts (St.; Christopher), Nevis (VL 1814), Antigua, 
Guadeloupe, Barbados und Tobago und führte auch von der erst- 
genannten Insel einige neue Pflanzen {Pknnieria tuberculata und Theo- 
phrasta Jiissieiii) in die europäischen Gärten ein. Er veröffentlichte 



56 Ign. Urban: Notae biograpliicae. 

später zahlreiche chemisch -pharmakologische Aufsätze und starb den 
25. V. 1856 zu Plymouth. 

Coli. Herbar Desvaux, jetzt im Museum zu Paris; einiges auch 
im Herb. Turczaninow, jetzt im botanischen Garten zu Charkow. 

Lit. Ham. in Tilloch Phil. Mag. XLIV (1814) p. 191; Pharm. Journ. 
XV (185G) p. 568; Britt. and Boulg. p. 77; Britz. Thes. II ed. p. 134; 
Jacks. Guide p. 368; Cat. Scient. Pap. III p. 147—148; Urb. Symb. I p. 64. 

Hansen, Carl Olaf Ernst, (* 1865), geb. in Ölstykke auf Seeland 
(Dänemark) den 7. VI. 1865, war 1888—1892 Gehülfe im botanischen 
Garten zu Kopenhagen und reiste 1892 nach St. Croix, wo er In- 
spector des botanischen Versuchsgartens Grange ist. Von hier aus 
machte er 1897 eine Sammel- und Informationsreise nach dem nörd- 
lichen und östlichen Jamal ca. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen; Doubletten im Herbar Krug 
et Urban. 

Lit. Kiaersk. in Bot. Tidsskr. XXIII (1900) p. 38 — 40; Urb. Symb. 
I p. 113 (Bearbeitung der Moose durch C. Müller). 

Harlow, James, Gärtner, wurde um 1670 von Sir Arthur Rowdon 
nach Jamaica geschickt, um lebende Pflanzen zu sammeln und Her- 
barien anzulegen. 

Coli. Oxford, Herb. Sloane im British Museum. 

Lit. Sloane Voy. Jam. I. Preface; Jenman in Beitt. Journ. of Bot. XXIV 
(1886) p. 14; Britt. and Boulg. p. 78; Urb. Symb. I p. 155. 

Harris, William, (* 1860), F. L. S., geb. zu Enniskillen in Iriand 
am 15. XL 1860, kam im Juni 1879 als Gärtner nach Kew, 1881 zum 
ßotanical Department nach Jamaica und verwaltete hier als Super- 
intendent Kings House Gardens and Grounds 1881 — 1884, Castleton 
Botanic Gardens 1884 — 1887, Hope Gardens 1887—1891, Hill Gardens 
and Cinchona Plantations 1891 — 1900, Hope Gardens and Hill Gar- 
dens seit Dec. 1900 und vertrat den Director in dessen Abwesen- 
heit. Er sammelte, hauptsächlich seit 1894, in den Parishes von 
St. Andrew (Liguanea Plains, Port Royal und Blue Mountains, Red 
Hills, Tweedside, Mount Moses etc.), St. Thomas (bei Bath, längs der 
Küste etc.), Portland (Lancaster, St. George's District, an der Küste von 
St. Margaret's Bay bis Manchioneal, am Ufer des Rio Grande etc.), 
St. Mary (Castleton und Nachbarschaft), St. Ann(SchAvallenburgh, Brown's 
Town, Ramble etc.), St. Catherine (bei Ewarton, auf Holly Mount), Man- 
chester (bei Mandeville und auf den Savannahs bis zum Alligator Pond), 
St. Elizabeth (Savannah bei Letitz und Cornwall bei Lacovia), Trelawny 
(längs der Küste), Hanover (Belvidere), Westmoreland (Shaftston, Blue- 
fields, Grand Vale etc). Seinem unermüdlichen Eifer verdankt die Wissen- 



Hausen — Haitweg. 57 

Schaft eine ganze Keihe neuer Arten auf dieser von Botanikern schon 
so oft und so eingehend untersuchten Insel. 

Coli. Yergl. unter Fawcett. 

Lit. Briefl. Mittheihmg von H.; Ueb. Syrnb. I p. 112. 

Hart, John Hinchley, (* 1847), F. L. S., geb. in England den 
10. VII. 1847, besuchte die Grammatik -Schule zu Botesdale in Suffolk, 
wandte sich dann dem Acker- und Gartenbau sowie botanischen Studien 
zu und wirkte 1872 — 1875 als Landschaftsgärtner in Nova Scotia. 
1875 trat er bei dem Botanical Department in Jamaica ein, wurde 
1881 Superintendent der Cinchona Plantations und nach dem Fortgange 
von D. Morris Juli 1886 bis Juni 1887 Acting Director der Public Gar- 
dens and Plantations. 1887 wurde er Superintendent des botanischen 
Gartens in Trinidad und seit 1899 zugleich auch von Tobago. Ausser 
in Jamaica und Trinidad, hier assistirt von den Obergärtnern W. E. 
Broadway (vgl. diesen), W. Lünt (vgl. diesen), von D.W. Alexander, der 
1891 auch in Grenada war, Baptiste, F. A. Lodge u. a., sammelte H. in 
St. Yincent, Grenada, Barbados, Tobago, sowie in Veragua (1885) 
und Nicaragua. Auch vertheilte er aus dem verwahrlosten und zum 
Theil verdorbenen Trinidad -Herbar, welches von Lockhart, Purdie, 
Crueger, Prestoe, Finlay u. a. angelegt war und von H. wieder in Ord- 
nung gebracht Avurde, zahlreiche Doubletten. 

Coli. Herb, des Botan. Department in Kingston auf Jamaica (bis 
Nr. 2025) und des botan. Gartens in Trinidad (bis Nr. 6789), Kew, 
Krug et Urbax, G. S. Jenmax in Demerara, J. D. Smith in Baltimore. 

Lit. Ann. Rep. Bot. Gard. Triiiid. for 1887 p. 10— 11; Brief!. Mit- 
theilung von H.; Ukb. Symb. I p. 15, 65 — 66, 98, 169, II p. 2, 3, III p. 4. 

Hartweg-, Karl Theodor, (1812—1871), geb. zu Karlsruhe in 
Baden den 18. YI. 1812, stammte aus einer alten Gärtnerfamilie, kam 
frühzeitig in den Jardin des Plantes zu Paris und von dort zur Horti- 
cultural Society nach London. Im Auftrage der letzteren trat er 1836 
eine Keise nach Mexico an, um lebende Pflanzen und Samen zu 
sammeln und Herbarien anzulegen. Nachdem er von Yera Cruz aus- 
gehend den Orizaba, San Luis Potosi, Zacatecas, Mechoacan, Mexico 
und Oaxaca besucht hatte, begab er sich nach Guatemala, Peru, 
Ecuador und Neu-Granada und kehrte über Jamaica, wo er im 
Mai 1843 hauptsächlich in den Gebirgen nördlich von Port Royal 
sammelte, mit reichen Schätzen nach London zurück. Der Erfolg dieser 
Reise veranlasste die Hortic. Society, ihn im Nov. 1845 noch einmal 
nach Amerika zu schicken. Er durchkreuzte Mexico von Yera Cruz 
bis Mazatlan, schiffte sich nach Monterey in Californien ein, durch- 
suchte die weitere Umgebung der Stadt und dehnte seine Excursionen 



58 Ign. Ueban: Notae biographicae. 

nordwärts bis zum oberen Laufe des Sacramento und zu den Sierra 
foot-bills aus. 1848 kebrte er nach Europa zurück und wurde Hof- 
gärtner zu Schwetzingen in Baden, wo er am 3. IL 1871 starb. 

Coli. Hauptsammlung im Kew Herbar, Doubletten in Berlin, im 
British Museum, bei de Candolle, im Herb. Boissier-Barbey und De- 
LESSERT in Genf, Florenz, St. Petersburg, im Hofmuseum zu Wien. 
Hartweg's eigenes Herbar ist in Lund. — Die Jamaica-Sammlung um- 
fasst kaum Yj Cent. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 207 — 209; Lind, et Planch. Troisieme 
voyage de L Linden I (1863) p. LX; Seem. Journ. of Bot. IX (1871) p. 224; 
Gard. Cliron. 1871 p. 313; W. H. Brewei? Bot. of Calif. II p. 556; Hemsl. 
Biol. IV p. 126—127; Sarg. Silva II p. 34; Leon Bibl. Botän.-Mexic. (1895) 
p. 352 — 353; Britt. and Boulg. p. 204; Willis L. Jepson: The explora- 
tions of Hartweg in America in Erythea V (1897) p. 31 — 35, 51 — 56; 
Benth. Plant. Hartweg. Londini 1839—1857 8. IV 393 p.; Pritz. Thes. 
II ed. p. 136; Cat. Sc. Pap. III p. 203; ürb. Symb. I p. 10. 

Haye vergl. Lahaye. 

Heller, A. Arthur, (* 1867), geb. zu Monteur County in Penn- 
sylvanien (U. S. A.) den 21. III. 1867, studirte am Franklin and Marshall 
College in Lancaster (Pa.) und graduirte 1892 zum B. A. In die Bo- 
tanik" führte ihn seine spätere Frau ein, welche ihn auch auf mehreren 
Reisen begleitete. Nachdem er während seiner Studienzeit in den öst- 
lichen Vereinigten Staaten erfolgreich botanisirt hatte, so 1890 im west- 
lichen Nord-Carolina (n. 1 — 215), 1891 ebenda und im südlichen 
Virginien (n. 216 — 494), erhielt er 1892 vom U. St. Department oi 
Agriculture den Auftrag zu einer Expedition in das nördliche Idaho, 
wo er von April bis September zwischen LcAviston und Hope in Ge- 
meinschaft mit J. H. Sandberg und D. T. Mac Dougal ca. 1000 Nr. zu- 
sammenbrachte. Im Herbst 1892 besuchte er das südliche Pennsyl- 
vanien und Virginien (n. 495 — 763), 1893 hauptsächlich Virginien 
(n. 764—1369), 1894 das südliche Texas (n. 1370 — 1943), 1895 die 
Hawaii'schen Inseln Oahu und Kauai (n. 1944—2913), 1896 wiederum 
Idaho (n. 2914 — 3489), 1897 New Mexico bei Santa Fe (n. 3500 bis 
3848), 1898 Washington bei Montesano (n. 3849 — 4070), Arkansas 
und Texas (n. 4075 — 4323). Unter den Auspicien des botanischen 
Gartens von New York wandte er sich dann der Erforschung von 
Portorico zu. In den ersten sechs Monaten des Jahres 1899 be- 
suchte er von Santurce, einer Vorstadt von San Juan, aus die be- 
nachbarten Gebiete, machte Excursioneu nach Bayamon, Vega-Baja, 
Arecibo, Caguas, Cayey, Aibonito, Ponce und Fajardo und brachte ein 
Herbarium von ca. 1400 Blüthenpflanzen und Kryptogamen zusammen. 
Im Januar und Februar 1900 war er auf eigene Kosten in Portorico 



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X. 



Haye — Heirick. 59 

und sammelte besonders bei Mayagiiez, ausserdem bei Santurce und iu 
den Luquillos bei Fajardo (n. 4324 — 4766). 

Coli. Die Sammlungen aus den Vereinigten Staaten sind in den 
meisten nordamerikanischen Herbarien, ausserdem im Herbar Boissier- 
Barbey in Genf (1891 — 1894, 1896 — 1898), im botan. Garten zu Edin- 
burgh (desgl.), z. Tb. auch in Calcutta (1893, 1894), Kew (1894, 1897), 
Bot. Garten zu Zürich (1894, 1896, 1897), bei J. C. Melvill iu Man- 
chester (1894, 1896, 1897), zu Breslau (1894, 1897, 1898), St. Petersburg 
(1894, 1896, 1897, 1898), Paris (1894, 1896), bei Drake del Castillo 
(1896, 1897, 1898), in Leiden (1896—1898), bei Prof. Haussknecht in Wei- 
mar (1896), im British Museum (1897), Herb. Delessert in Genf (1898). — 
Die vom nördlichen Idaho (1892) in U. S. D. of Agriculture, von wo die 
Dupla an andere Museen abgegeben wurden. — Die der Sandwich-Inseln 
in Washington (U. S. National Herb.), New York (Columbia University), 
bei T. S. BrandectEE in San Diego Cal., in St. Louis (Miss. Bot. Gard.), 
bei Boissier-Barbey in Genf, zu Cambridge (Gray Herbarium), Edin- 
burgh (Bot. Gart), Zürich (Bot. Gart), Calcutta, Philadelphia (Acad. Nat 
Sc), Michigan (Agric. Coli), bei Addison Brown in New York, Ja- 
maica Piain (Arnold Arbor.), Montreal (Mc Gill Univers.), Kew, bei 
J. C. Melvill in Manchester, British Museum, bei Parke, Davis & Co. 
in Detroit, Paris, St. Petersburg (Bot Gart.), bei Drake del Castillo in 
Paris, St Francisco (Calif. Acad. Sc), Washington (Cathol. Univ.), Min- 
neapolis (Univ.), bei Prof. Haussknecht in Weimar, Leiden, Breslau, 
Strasburg. — Die von Portorico aus dem Jahre 1899 im Botanischen 
Garten zu New Yorkf — Die aus dem Jahre 1900 in New York (Bot 
Gart), Washington (U. S. Nat. Herb.), Chicago (Pield Col. Mus.), St Louis 
(Miss. Bot. Gard.), bei Addison Brown in New York, in Ithaca (Corn. 
Univ.), Jamaica Piain (Arn. Arbor.), Cambridge (Gray Herb.), Provi- 
dence (Brown Univ.), Biltmore Herb, in Nord-Carolina, Edinburgh (Bot 
Gart), bei J. C. Melvill in Manchester, in Leiden, bei Drake del Castillo, 
in Paris, Breslau, im Herb. Delessert in Genf, Philadelphia (Acad. Nat. 
Sc), Herb. Krug et Urban. 

Lit Harshberger: Tlie Botanists of Philadelphia (1899) p. 382 — 388; 
briefl. Mittheilung von H. 

Hennecart, Jules, geb. zu Paris den 7. X. 1797, gestorben zu Cli- 
steaux de Combreux bei Tournon den 23. XII. 1888, vergl. Jacquemont. 

Herrick, Francis Hobart, (*1858), geb. zu Woodstock in Vermont 
(ü. S. A.) den 19. XL 1858, graduirte 1881 am Dartmouth College zum 
A. B. und 1888 an der Johns Hopkins University zum Dr. Phil., wurde 
in demselben Jahre Instructor und Professor der Biologie am Adalbert 
College der Western Reserve University zu Cleveland in Ohio. Er be- 



60 Ign. ükban: Notae biographicae. 

suchte im Juni 1886 Abaco, die nördlichste der Bahama-Inseln und 
mehrere der ihr vorliegenden Key 's, als auf einem derselben, Green 
Turtle Key, das Marine -Laboratorium statiouirt wurde. 

Coli. Herbarien der Yale University und des Adalbert College. 

Lit. Briefl. Mittheilung von H.; Ukb. Symb. I p. 70. 

(./'F, Heuser, T. sammelte im April 1869 in Cuba. 
^ . Coli. Herb. Kruö et Ueban. 

Heward, Robert, (1791 — 1877), geb. zu Wokingham in Berks 
(England) 1791, war Clerk am Garten der Horticultural Society zu Ken- 
sington und Chiswick und assistirte Sabine bei seinen Crocus- und Llndley 
bei seinen Rosen -Kulturen. 1823 — 1826 stand er einer Kaffeeplantage 
in Jamaica vor und brachte in den Bezirken von St. Elizabeth und 
Manchester eine betrcächtliche Anzahl von getrockneten Pflanzen, be- 
sonders Farnen zusammen, welch letztere er später selbst bearbeitete. 
Nach seiner Rückkehr von Westindien war er längere Zeit Mitarbeiter 
an Londoner Journalen, half bei der Herausgabe der Parlaments-Debatten 
und war zuletzt beim Colonial Office angestellt. Das letzte Jahr seines 
Lebens brachte er als Pensionär in Wokingham zu, wo er am 24. X. 
1877 starb. 

Coli. Herb. Kew, einiges im Herb. Delessert in Genf. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 266; Trimen's Journ. of Bot. XV (1877) 
p. 380; Gard. Chron. n. s. YIII (1877) p. 571; Britt. and Botjlg. p. 81; 
Britz. Tlies. II ed. p. 143; Jacks. Guide p. 370; Cat. Sc. Pap. III p. 342; 
Urb. Symb. I p. 70. 

Hjalmarsoii , Justus Adalrik, (1823 — 1876), geb. in Kungseif 
(Schweden) den 9. II. 1823, machte 1847 in Stockholm sein pharma- 
ceutisches Examen, conditionirte seit 1850 in St. Thomas und liess sich 
1857 als Apotheker in Arecibo auf Portorico nieder, wo er besonders 
Vögel für das Stockholmer Museum präparirte. Im Jahre 1852 ging 
er nach Honduras, 1858 nach Puerto-Plata auf Sto. Domingo, um Land- 
schnecken zu sammeln, und auf der Rückreise im Mai desselben Jahres 
nach Grand Turk (Turks Islands). Während eines 14-tägigen Aufent- 
haltes daselbst gelang es ihm, die Pflanzen der Insel für die in Be- 
arbeitung befindliche GRiSEBACH'sche Flora ziemlich vollständig zusammen- 
zubringen. 1867 kam er nach Stockholm, um aus seinen zoologischen 
Sammlungen eine Auswahl als Grundstock für ein Museum in Porto- 
rico zusammenzustellen, welches aber schon am 29. Oct. 1867 durch 
Erdbeben zu Grunde gerichtet wurde. Er starb den 10. IX. 1876 an 
Bord eines Dampfers im Atlantischen Ocean. 

Coli. Kew Herbarium, Herb. Grisebach in Göttingen, einiges im 
Herb. Krug et TJrban. 



Heuser — Horubeck. 61 

Lit. Öfvers. Kongl. Vetensk. Akad. Fürhandl. Stockholm 1858 p. 343 
bis 346, 1869 p. 593 (von Prof. Ascherson mir freundl. übersetzt); Stahl 
Est. sobre la Flora de Puerto-Rico (1883) p. 11 et Famia (1883) p. 22; briefl. 
Mittlieilung des Herrn Gymnasiallehrers F. 0. B. N. Kkok durch Vermittlung 
des Herrn Dr. G. 0. Malme in Stockholm; Cat. Sc. Pap. III p. 368. 

Higsoii, Thomas, (1773 — 1836), Kaufmann zu Kingston in -Ta- 
rn aica, war als Nachfolger von Macfadten 1828 — 1832 Island Botanist 
und Curator des botanischen Gartens zu Bath und starb zu Kingston 
den 21. XXL 1836 im Alter von 63 Jahren 10 Monaten. 

Coli. Kew Herbarium? 

Lit. W. Fawcett in Botan. Gaz. XXIV (1897) p, 348; Abschrift des 
Leichensteins in der Parish Church von Kingston, mitgetheilt durch F. Cun- 
BALL bezAv. W. Fawcett. 

Hitchcock, Albert S., (*1865), geb. zu Owasso in Michigan (U. 
S. A.) den 4. IX. 1865, graduirte am Jowa State Agricultural College 
1884 zum B. S. A., 1886 zum M. S., wurde 1885 daselbst Assistent der 
Chemie, 1886 — 1889 Instructor der Chemie an der Iowa State Uni- 
versity und 1890 erster Assistent am Missouri Botanical Garden zu 
St. Louis. Von hier aus machte er vom Nov. 1890 bis Jan. 1891 unter 
der Leitung des Dr. J. T. Rothrock eine Sammelreise nach den Baha- 
mas (New Providence, Eleuthera, Cat, Watling's, Crooked, Fortune, 
Great Inagua), Jamaica (Kingston, Port Morant, Port Antonio, Lucea, 
Bog Walk, Blue Mountain Peak, Constant Springs) und Grand Cay- 
man. 1892 wurde H. Professor der Botanik am Kansas State Agri- 
cultural College, März 1901 Assistant Chief in der Abtheilung für Agrosto- 
logie am U. St. Department of Agriculture in Washington. 

Coli. Hauptsammlung im Herbarium des Missouri Botanical Garden 
zu St. Louis, eine kleine Doubletten- Sammlung im Besitz von H. 

Lit. J, E. HuMPHREY in New Engl. Magazine 1896 (n. v.); Briefl. Mit- 
theilung von H.; Urb. Symb. I p. 70 — 71. 

Holme, Rev. H. K., sammelte um 1878 in Montserrat. 

Coli. Herb. Kew. 

Lit. Kew Rep. 1879 p. 41. 

Horiibeek, Hans Baltzar (Baltasar), (1800 — 1870), geb. als Sohn 
des Consumptionsschreibers und Kassierers C. R. Hornbeck in Kopen- 
hagen den 9. I. 1800, studirte daselbst Medicin und Hess sich 1825 
als Arzt auf St. Jan nieder. Hier Avurde er bald nach seiner Ankunft 
Districtschirurg und 1827 Landphysikus der dänisch - westindischen 
Inseln. Er sammelte Pflanzen und andere Naturalien hauptsächlich auf 
St. Jan, ausserdem auch auf St. Thomas, St. Croix und Portorico. 
Im Jahre 1844 kehrte er nach Kopenhagen zurück und starb am 2. IL 
1870 als Arzt am dortigen Krankenhause (Kopenhavns Sygehjeni). 



62 löN. Urban: Notae biographicae. 

Coli. Botan. Museum in Kopenhagen. 

Lit. KiAERSK. in Bot. Tidsskr. Kopenli. XXIII (1900) p. 40; Cat. Sc. 
Pap. III p. 434. 

Hoskin sammelte 1841 auf Dominica. 
Coli. Herb. Kew, Krug et Urb. (25 Nr.). 

Houstoim, William, (1695 — 1733), geb. in Schottland im Jahre 
1695, studirte seit 1727 unter Boekhaave in Leiden Medicin und wurde 
1729 daselbst zum Dr. med. promovirt. 1729 — 1733 bereiste er Cuba, 
Jamaica, Mexico (Vera Cruz) und Campeche und starb den 14. VIII. 
1733 auf Jamaica. Seine Pflanzen und Samen sandte er an PmLip 
Mu.LER zu Chelsea, welcher eine beträchtliche Anzahl davon in seinem 
Garden. Diction. publicirte. 

Coli. British Museum (Herb. Miller, Banks, Sloane), wo auch 
seine Manuscripte und Zeichnungen aufbewahrt werden, Herb. Linne in 
der Linnean Society, Oxford. 

Lit. aentlemau's Magaz. III (1738) p. 662; Pulteney Sketches II 
p. 231 (n. V.); Rees Cycl. (n. v.); Las. Mus. Deless. p. 450; Hemsl. Biol. IV 
p. 118—119; ßouLG. in Biet. Nat. Biogr. XXVII (1891) p. 425 — 426; Britt. 
and BouLG. p. 87; Leon Bibl. Botäu.-Mexic. (1895) p. 321 — 322; Pkitz. 
Thes. II ed. p. 151; Jacks. Guide p. 111; Urb. Symb. H p. 1. 

Hughes, Griffith, war Rector von St. Lucy's Parish auf Barbados 
und F. R. S. Er publicirte sein Werk : The natural history of Barbados 
im Jahre 1750. 

Coli. Pflanzen sind von ihm nicht bekannt. 

Lit. BouLG. in Dict. Nat. Biogr. XXVIII (1891) p. 175 — 176; Britt. and 
BouLG. p. 88 ; Britz. Thes. II ed. p. 152 ; Jacks. Guide p. 369 ; Urb. Symb. I p. 73. 

Huml)ol(lt, Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von, (1769 
bis 1859), geb. zu Berlin den 14. IX. 1769, verlebte mit seinem Bruder 
Wilhelm seine Jugendzeit in dem nahe gelegenen Schlosse Tegel und 
wurde von Christian Kunth, dem Onkel des Botanikers, erzogen und 
von dem bekannten Arzte Dr. E. L. Heim und später von dem jungen 
K. L. WiLLDENOW in die Botanik eingeführt. 1787 bezog er die Uni- 
versität Frankfurt a. 0., setzte 1788 in Berlin seine Studien privatim 
fort und ging 1789 nach Göttingen, wo der berühmte Naturforscher 
Blumenbach lehrte, machte mit Georg Forster im Frühjahr 1790 eine 
Reise nach den Niederlanden, England und Paris, kam nach Hamburg 
zur Handelsakademie und 1791 nach Freiberg in Sachsen, um unter dem 
Geognosten Werner die bergmännischen Wissenschaften zu studiren. 
Nachdem er seit 1792 anfänglich als Assessor beim Bergwerksdeparte- 
ment zu Berlin und bald darauf als Oberbergmeister und Generaldirector 
der Minen in den Fürstenthümern Bayreuth und Anspach thätig ge- 
wesen war, zog er sich 1797 in das Privatleben zurück. 1798 begab 



Hoskiü — Humboldt. 63 

sich H. nach Paris, um sich auf eine grosse Reise in die Tropen vor- 
zubereiten, lernte hier den Botaniker A. Bonpland kennen, ging mit 
diesem nach Madrid und fand bei dem Könige von Spanien die aus- 
giebigste Förderung seines Unterneinnens. Am 5. Juni 1799 fuhren sie auf 
der Corvette Pizarro vom Hafen von Coruna ab, besuchten die C anareu, 
Venezuela bis zum Cassiquiare und Rio Negro und kamen am 19. Dez. 
1800 nach Habana auf Cuba. Hier blieben sie fast vier Monate und sam- 
melten besonders in dem Gebiete zwischen der Hauptstadt, Batabano und 
Trinidad. Die Weiterreise ging nach Cartagena in Neu Granada, auf 
dem Magdalenenstrome aufwärts nach Ecuador, wo in Quito am 6. Jan. 
1802 ein beinahe neunmonatlicher Aufenthalt genommen und am 23. Juni 
der Chimborazo bis zu einer Höhe von ca. 6000 m. bestiegen wurde, 
nach Peru und am 23. März 1803 nach Acapulco in Mexico. Nach 
fast einjährigen Forschungen in diesem Lande schifften sie sich in Vera- 
cruz nach Cuba ein, um ihre dort 1801 zurückgelassenen Sammlungen 
in Empfang zu nehmen und ihre Studien über die Insel zu vervoll- 
ständigen (März, April 1804), und kamen über Nordamerika am 3. August 
1804 wieder in Bordeaux an.i Diese ganz auf H.'s eigene Kosten aus- 
geführte Reise wurde in ihren allmählich bekannt werdenden ausser- 
ordentlichen Resultaten für fast alle Gebiete des menschlichen Wissens und 
Verkehrs von so av eltgeschichtlicher Bedeutung, dass man Humboldt als 
den zweiten Columbus in Europa begrüsste. Nach zweijährigem Aufent- 
halte in der Heimath siedelte er nach Paris über, wo er sich 1808 bis 
1827 mit der Bearbeitung der Ergebnisse seiner Reise beschäftigte und 
deren Herausgabe leitete. Die botanische Abtheilung war zuerst von 
Bonpland selbst (vergl. diesen) in Angriff genommen, der die Monographie 
der Melastomaceen und die Plantes equinoxiales bearbeitete, dann aber 
WiLLDENOw und nach dessen Tode (1812) K. S. Kunth übertragen worden; 
den berühmten Essai sur la geographie des plantes hatte H. bereits 1805 
veröffentlicht. Im Jahre 1827 Hess sich H. in Berlin nieder und lebte 
in der nächsten Umgebung des Königs, der ihm bald darauf den Titel 
Excellenz verlieh. Aber schon 1829 trat er eine neue grosse Reise 
nach dem Innern des russischen Reiches an, nach dem Ural, Altai 

1) Ueber die Betheiligung der beiden Gelehrten an dem Sammeln, Präpariren 
und Untersuchen der Pflanzen schreibt H. in den Plaut, equin. (1805) preface p. VI: 
„Unis par les liens de l'attachement le plus tendre, nous avous partage toutes les 
souffrances et les dangers de cette entreprise; nous avons herborisc ensemblo pendant 
plus de six ans. Les plantes ont ete recueillies par nous deux; et malgre les travaiix 
astronomiques et les recherches geologiques auxquels je me suis livre, j'en ai dessiuo 
un grand nombre sur les Heux: mais ä peine un neuvieme a ete decrit par moi. C'est 
M. Bonpland qui, avec le devouement le plus grand, au milieu des fatigues de ce 
voyage penible et souvent aux depens de son sommeil, a prepare et seche lui seul 
pres de soixante mille eehantillons de plantes." 



64 Ign. Urban: Notae biographicae. 

und dem K aspischen Meere, begleitet von dem Mineralogen G. Rose 
und dem Zoologen und Botaniker C. G. Ehrenberg; die Resultate der- 
selben wurden in den Werken: Reise nach dem Ural etc. und Asie 
centrale veröffentlicht. Nachdem H. bis 1848 noch mehrere Male in 
halbdiplomatischen Sendungen in Paris geweilt hatte, lebte er von nun 
an fast ununterbrochen in Berlin und starb daselbst am 6. V, 1859. 

Coli. Die Hauptsammluug der amerikanischen Reise (6200 Arten 
nach Humboldt in Plant, oquiu. preface p. III) befindet sich im Museum 
zu Paris, Doubletten im Herb. Willdenow (hier auch einige Unica) und 
KuATH im Berliner botan. Museum; die Sammlungen der asiatischen 
Reise in Berlin. Sein eigenes Herbar schenkte H. schon frühzeitig an 
Kunth; es enthielt aber nichts von seinen Reisen, sondern hauptsäch- 
lich SELLOw'sche Pflanzen aus Brasilien. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 417—418, 452 — 453; Lind, et Planck.: 
Troisieme voyage de J. Linden I (1863) p. XLII — XLIV; H. Klencke: 
Alexander von Hujiboldt III. Aufl. Leipzig 1859; C. F. P. von Martius: 
Denkrede auf Alexander von Humboldt in Sitzg. K. Bayer. Akad. d. Wissen- 
schaft. München 18G0. 4^ 40 p.; Alfred Dove in Allg. Deutsche Biogr. XIII 
(1881) p. 358 — 383 (mit Literatur); Hemsl. Biol. IV p. 121—122; Leon Bibl. 
Botän.-Mexic. (1895) p. 340 — 343; Pritz. Thes. II ed. p. 152 — 153; Jacks. 
Guide p. 114, 133, 136, 221, 370, 502; Cat. Sc. Pap. III p. 462—467, 
VII p. 1035 — 1036, X p. 292; A. Fischer von Waldheim in Bull. See. 
imp. Natur, de Moscou XLII (1869) II p. 89 — 102 (Bericht über die bo- 
tanischen Werke A. von Humboldt's, russisch). Ueber die Publicationsdaten 
der einzelnen Lieferungen von Humboldt's Voyage aux regions equinoxiales 
vergl. C. D. Sherborn und B. B. Woodward in Britten's Journ. of Bot. XXXIX 
(1901) p. 202 — 205. 

Hiimphrey, James Ellis, (1861 — 1897), geb. in Weymouth, Mass. 
(ü. S. A.) den 5. VIIL 1861, graduirte daselbst 1877, studirte seit 1882 
an der Lawrence scientific School der Harvard Universität zu Cambridge, 
wurde 1885 B. 8. und Assistent von Prof. Goodale. 1887 erhielt er 
die Stelle eines Instructors of Botany an der Universität von Indiana, 
1888 an der State Experiment Station zu Amherst (Mass.) und promo- 
virte 1892 an der Harvard Universität mit einer Monographie der nord- 
amerikanischen Saprolegniaceen. Im Januar 1893 trat er seine erste Reise 
nach Jamaica an, um mehrere Monate in der Umgebung von Port Antonio 
die Meeresalgen zu sturliren, und ging dann nach Bonn, wo er seine 
Studien bei Prof Strasburger fortsetzte. 1897 wurde er Professor der 
Botanik an der Johns Hopkins Universität zu Baltimore und führte im 
Sommer desselben Jahres eine zoologisch -botanische Expedition nach 
Jamaica, wo er am 17. VIIL 1897 in Port Antonio am Fieber starb. 

ColL Sammelte nur Kryptogamen, welche wohl in Baltimore ge- 
blieben sind. Dupla der Algen in Phycotheca von Collins, Holden und 
Setchell, die Pilze im Berliner Museum. 



- S^M'/Kvrv-IE^^'"''-^^^^^^' 



Humphrey — Jacquin. 65 

Lit. J. S. KiNGSLEY and B. W. Bakton : James Ellis Humphrey in Johns 
Hopkins Univ. Circnl. vol. XVH (1897) Nr. 132 p. 17—19; Amer. Natnr. 
XXXI (1897) p. 920 — 922 mit Porträt, Auszug daraus in Botan. Gaz. 
Chicago Vol. XXIV (1897) p. 387—388; Urb. Syrab. H p. 2. 

Husiiot, T., machte 1868 eine Reise nach Guadeloupe, Marti- 
nique und Marie-Galante und sammelte daselbst vier Monate lang 
hauptsächlich Glumaceen, Farne, Laub- und Lebermoose, sowie eine 
Anzahl Pilze und Flechten, Auch stellte er Beobachtungen an über 
die Hänfigkeit und »Seltenheit der Arten, ihre Stationen und die Höhe, 
bis zu welcher sie vorkommen. Er lebt jetzt in Cahan bei Athis, 
Dep. Orne, und beschäftigt sich besonders mit Moosen und Exsiccaten. 

Coli, (an sechs Cent.). Die Glumaceen z. B. im British Museum 
und Kew, die Farne ebenda, sowie in Paris, Brüssel, bei de Candolle, 
die Moose z.B. im British Museum, Kew und bei verschiedenen Inter- 
essenten, die Oiiginalien der Laubmoose im Herb. Schoiper (jetzt in 
Kew), die der Lebermoose im Herb. Gottsche (jetzt in Berlin), die 
Flechten und Pilze z.B. im British Museum, Paris. 

Lit. Pritz. Thes. II ed. p. 153; Jacks. Guide p. 275, 277, 281, 369, 
475; Cat. Sc. Pap. VII p. 1041, X p. 297; Urb. Symb. I p. 74, 141. 

Jaeqiiemoiit, Victor, (1801 — 1832), geb. zu Paris den 8. VIIL 
1801, trat als Voyageur-naturaliste des Museum d'histoire naturelle im 
Jahre 1826 eine Sammelreise nach Nordamerika an und begab sich von 
da nach Haiti, wo er vom März bis Mai 1827 hauptsächlich die Um- 
gebung von Port-au-Prince und Marquissant, St. Marc, Gonaives, die 
Ri viere froide, Source Barraud, den Col de l'Escalier und die Bords 
de l'Ester botanisch erforschte. Während der Jahre 1828 — 1832 machte 
er im Auftrage des französischen Gouvernements eine Reise nach Ost- 
indien. Auf dem Wege dahin besuchte er Teneriffa, Rio de Ja- 
neiro, Capland, Reunion und Pondichery. Im Mai 1829 kam 
er in Calcutta an, ging über den Himalaya nach Tibet, von da nach 
Kashmir und Pendjab und starb den 7. XII. 1832 zu Bombay. 

Coli. Museum zu Paris (theils direct, theils im Herb. Jussieu, 
thoils 1889 aus dem Besitze des Herrn J. Hennecart erhalten), Dou- 
bletten in Montpellier (ex herb. Cajibess.), im Berliner Museum und ca. 
150 Nr. im Herb. Krug et Urban. 

Lit. Voj^age dans l'Inde par Victor Jacquemont vol. I (1841)p. I — III; 
Las. Mus. Deless. p. 153—155; Dict. Scienc. nat. LXI (1845) p. 165 — 106; 
Comte Edouard DE Warren: La vie et las oeuvres de Jacquemont. Nancy 1852. 
8^ (n. V.); A. de Lacaze in Didot Nouv. Biogr. genor. vol. XXVI (1858) 
p. 223 — 226; Pritz. Thes. II ed. p. 153; Cat. Sc. Pap. III p. 523. 

Jaequin. Nico laus Joseph Freiherr von, (1727 — 1817), geb. in 
Leiden (Holland) den 16. 11. 1727 als Sohn eines reichen Tuchfabrikanten, 

ürban, Symb. ant. III. 5 



66 Ign. Urban: Notae biographicne. 

besuchte das Gymnasium zu Antwerpen, studirte Philosophie auf der 
Universität Löwen, Medicin zu Leiden und wurde hier von Royen in die 
Botanik eingeführt. Darauf erhielt er eine Assistentenstelle als Wundarzt 
in Paris, wo er zugleich Gelegenheit hatte, Akton Jussieu's botanische Vor- 
lesungen und Bernhard Jussieu's Gartenanlagen zu besuchen. Im Jahre 
1752 kam er nach Wien, um seine medicinischen Studien zu vollenden. 
Hier wurde er dem Kaiser Franz I. bekannt, der ihm den Auftrag er- 
th eilte, für den kurz vorher angelegten Garten zu Schönbrunn und die 
damit verbundenen Menagerien, sowie für das Hof-Naturaliencabinet in 
Westindien und dem benachbarten südamerikanischen Festlande zu sam- 
meln. Begleitet von dem Gärtner Richard van der Schot und zwei 
italienischen Präparatoren, kam er am 28. Juni 1755 in Martinique 
an und besuchte bis zum Jahre 1759 nach Süden hin St. Vincent, 
Grenada, Cura9ao, Ariiba, Venezuela luid die Umgebung von 
Carthagena in Neu-Grenada, nach Norden Guadeloupe, St. Kitts 
(St. Christoph) , St.Eustache, St. Martin, St.Barthelemy, Haiti (1757 
bis 1758), Jamaica (1758) und Cuba (1758 — 1759). Der Erfolg der 
Reise war, trotzdem J. durch Krankheit auf Haiti lange am Sammeln 
gehindert und während des französisch -englischen Krieges bei einer 
Seefahrt gefangen genommen und nach Monlserrat und Gonave bei Haiti 
geschleppt wurde, nach jeder Richtung hin befriedigend: eine Fülle von 
lebenden Thieren und Pflanzen wurde den Wiener Anstalten von ihm 
und seinen Begleitern in sieben grossen Transporten zugeführt; umfang- 
reiche Herbarien sowie zahlreiche an Ort und Stelle entworfene Zeich- 
nungen brachte er selbst mit. Nach seiner Rückkehr wurde er Pro- 
fessor der Chemie in Schemnitz, 1768 — 1797 Professor der Chemie 
und der Botanik an der Universität in Wien. Seitdem in den Ruhe- 
stand getreten und 1806 zum Freiherrn ernannt, starb er am 24. X. 
1817 in Wien. 

Coli. Ueber den Verbleib von J.'s westindischem Herbar ist nichts 
bekannt. Doubletten im Herb. Banks im British Museum zu London 
und im Herb. Willdenow zu Berlin. 

Lit. Jacq. Hort. Schoenbr. I (1797) p. II — III; J. N. Raimann: Rede 
zur Gedächtnissfeier Nie. Jos. Fkeyiierkn v. Jacquin'r, Wien 1818. 4^. 28 p.; 
Las. Mus. Deless. p. 488; Sarg. Silva V p. 155; A. Umlauft in R. v. Wett- 
stein: Die Botanischen Anstalten Wiens p. 3G — 37; Pritz. Thes. II ed. 
p. 154; Jacks. Guide p. 13, 110, 112, 139, 344, 263, 270, 369, 416, 
417, XXVIII; Urb. Symb. I p. 75 — 78. 

Jäger, Benedict, sammelte in den Jahren 1825 — 1827 für den 
botanischen Garten in St. Petersburg in der Krim, Südrussland, dem 
Kaukasus und Georgien und 1827 — 1828 in gleicher Eigenschaft auf 
Haiti, theils in der Umgebung von Port-au-Prince im Verein mit 



3_. <^'V^- ■J^'^U 1''^'* ,, fü. öv.-^ 



J»-*^ 



Jäger — Imray. 67 

C. PIhrexrerü und dem Prinzen F. P. von Württemberg, theils auf weiteren 
Excursionen bis nach Miragoane hin. Er blieb bis mindestens 1830 
auf der Insel und präparirte auch Vögel, Insekten, Reptilien etc. für 
den Verkauf. Seine den Interessenten auf Vorausbezahlung angebotenen 
Pflanzen scheinen nur wenige Abnehmer gefunden zu haben. 

Coli. Botan. Garten zu St. Petersburg (359 Arten), beste Doublette 
im Herb. Krug et Urban, Oxford. 

Lit. Reg. Flora X (1827) I. Beibl. p. 10 — 12, XIII (1830) p. 45: 
Urb. in Engl. Bot. Jahrb. XXIV (1897) Beibl. 58 p. 4 et Symb. I p. 79; 
Maximowicz briefl. Mittheilung; Pritz. Tlies. II ed. p. 154. 

Jamaiii sammelte in Cuba 1863. — Ich weiss nicht, ob derselbe 
identisch ist mit Alexandre Jamain, welcher nach Bull. Soc. bot. de 
France vol. X p. VII am 12. XII. 1863 starb. 

Coli. Hofmuseum in Wien (ex herb. Reichenbach fil.). 

Jarcliii, Edelestan, sammelte 1849— 1850an der Westküste Afrika 's, 
1859 auf den Marquesas-Inseln, 1861 auf Guadeloupe und Marti- 
nique und bereiste die Sandwich -Inseln, Californien, die Ver- 
einigten Staaten, Terre Neuve, Island, die Faroer und Nor- 
wegen. 

Coli. Herbar des botan. Gartens zu Caen, Bayonne und z. Th. in 
Paris (die von Westindien umfassen ca. SYj Cent). 

Lit. Briefl. Mittbeihmg von Pere Duss; Pritz. Thes. II ed. p. 155; 
Jacks. Guide p. 404; Cat. Sc. Pap. IH p. 537, VIII p. 17, X p. 328. 

Jeiimaii, George Samuel, früher in Kew, war 1873 — 1879 Super- 
intendent des botanischen Gartens zu Castleton auf Jamaica und er- 
forschte während dieser Zeit in eingehendster und erfolgreichster Weise 
die Farnflora der Insel von der Küste bis zu den höchsten Peaks. 1879 
wurde er Superintendent des botanischen Gartens und Government Bo- 
tanist zu Georgetown in British Guyana und machte hier auch grosse 
Sammlungen von Phanerogamen. + zt i^- /'>oi t .^«^e^<wi. 

Coli. Die Hauptsammlung der Farne in J.'s Privatherbar, Dou- 
bletten in Kew und im British Museum; die Guyana- Pflanzen in Kew. 

Lit. D.Morris in Kew BuU. Add. Ser. I (1898) p. 27; briefl. Mit- 
theilung von J. und Hemsley; Jacks. Guide p. 509; Cat. Sc. Pap. X p. 335; 
Urb. Symb. I p. 80 — 82, II p. 3, IH p. 5. 

Imray, John, (1811 — 1880), geb. in Schottland den 11. L 1811, war 
Arzt auf Dominica und starb daselbst den 22. VIII. 1880. Die Kennt- 
niss der Flora der Insel ist hauptsächlich ihm zu verdanken. Seit 1887 
mit der Erforschnng derselben beschäftigt, Avurde er ein eifriger Corre- 
spondent von Sir W. Hooker und J. Lindley und schickte getrocknete 

5* 



68 Ign. Urban: Notae biographicae. 

und lebende Pflanzen mit ausführlichen Notizen nach Kew, später auch 
an Grisebach (bis etwa 1864). 

Coli. Kew, Herb. Grisebach in Göttingen, Herb. Krug et Urban. 

Lit. Journ. of Bot. XVHI (1880) p. 320; Gard. Chron. n. ser. XIY 
(1880) p. 361; Britt. and Botjlg. p. 90; Cat. Sc. Pap. X p. 30G. 

Johow, Friedrich Richard Adalbert, (* 1859), geb. zu Chodziesen 
(jetzt Kolraar) in der Prov. Westpreussen am 5. II. 18.59 als Sohn eines 
Kreisphysikus, studirte 1877—1879 zu Berlin, 1879 -1880 zu Bonn 
Naturwissenschaften, wurde 1880 zum Doctor promovirt und machte 
im Winter 1882 — 1883 mit Unterstützung der Kgl. Akademie der 
Wissenschaften zu Berlin eine Reise nach Trinidad, Dominica und 
Venezuela. 1884 habilitirte er sich in Bonn als Privatdocent, wan- 
derte aber 1889 nach Chile aus, wo er jetzt Professor am Instituto 
pedagögico zu Santiago ist. Von hier aus besuchte er Dec. 1881 bis 
Febr. 1892, Juli 1892 und Juni 1895 Juan Fernandez und beschrieb 
in ausgezeichneter Weise die Flora dieser Inseln (Estudios sobre la 
Flora de las Islas de Juan Fernandez. Santiago de Chile. 4^. 1896). 

Coli. Museumsgegenstände und die wenigen von ihm in West- 
indien und Venezuela gesammelten Pflanzen im botan. Museum zu 
Berlin. 

Lit. Inaugural- Dissertation (üntersuclmngen über die Zellkerne etc.) 
Bonn 1880, mit Vita; briefl. Mittheihmg des Herrn Prof. H. Schenck in 
Darrastadt; Jacks. Guide p. 75, 490; Urb. Symb. 1 p. 82 — 83. 

Isert, Paul Erdmann, (1757 — 1789), geb. in Dänemark im Jahre 
1757, ging 1788 als Oberarzt nach den dänischen Besitzungen in Guinea, 
um sich nebenbei naturgeschichtlichen Studien zu widmen, und blieb 
daselbst bis 1786. Die Rückreise führte ihn über Amerika (Columbien) 
und zwar nach den Inseln St. Croix, St. Thomas, St. Jan, St. Eustache, 
Guadeloupe und Martinique; namentlich auf der erst- und letzt- 
genannten Insel legte er 1787 grösseie botanische Sammlungen an und 
kehrte in demselben Jahre über St. Croix nach Kopenhagen zurück, 
wo er schon 1789 starb. 

Coli. Botan. Museum in Kopenhagen, Herb. Willüenow in Berlin, 
Universitätsherbar in Leipzig. 

Lit. Warm, in Bot. Tidsskr. Kopenh. XII (1880) p. 79; Kiaersk. 
I.e. XXIII (1900) p. 41; Prttz. Thes. II ed. p. 158; Urb. Symb. I p. 84. 

Kciidal, Superintendent an Castleton Gardens in Jamaica, sam- 
melte Farne, w^elche von G. S. Jenman in seiner Synoptical list bear- 
beitet wurden. 

Koliaut, Franz, Gärtner aus Neuhaus in Böhmen, begleitete 
F. AV. Sieber 1817 — 1818 auf seiner Reise nach Kreta, Aegypten 



Johow — Krug. 69 

und Palästina, sammelte 1819 — 1821 in dessen Auftrage auf Mar- 
tinique und starb 1822 auf einer Keise am Senegal (vergl. Siebek). 

Krause, E. H. L., (* 1859), geb. zu Stade in Hannover (Deutsch- 
land) den 27. VII. 1859, wurde 1881 in Berlin zum Dr. med. promovirt 
und besuchte als Marinestabsarzt Jan. bis März 1890 Barbados, St. Vin- 
cent, Dominica, St. Thomas und Haiti (bei Jacmel). Er lebt jetzt 
als Oberstabsarzt in Saarlouis. 

Coli. Herb. Krause und Kruü et Urban (105 Nr.). 

Lit. ßrieü. Mittheilung- von K. 

Krauss, Chr., sammelte vor 1838 auf Guadeloupe. 
Coli. Herb, de Cys'DOLLE. 

Krebs, Henrik Johannes, (*1821), geb. in Svendborg auf Fünen 
(Dänemark) den 8. VI. 1821 als Sohn des Predigers J. K. A. Krebs, stu- 
dirte Pharmacie und ging im Herbst 1843 nach St. Thomas. Von 
dieser Insel aus machte er verschiedene Reisen nach Nord- und Süd- 
amerika, zu den Bermudas und den Bahamas (1866), nach Cuba, 
Jamaica, Sto. Domingo, Portorico und mehreremals nach St. Jan 
und St. Croix. Seit 1853 war er schwedisch -norwegischer Consul 
auf St. Thomas und zuletzt Präses des Kolonialrathes daselbst. Im 
Jahre 1870 kehrte er nach Dänemark zurück und wohnt jetzt in Kopen- 
hagen. Er veröffentlichte verschiedene Aufsätze über Mollusken. 

Coli. Botan. Museum in Kopenhagen. 

Lit. Warm, in Botan. Tidsskr. Kopenh. XII (1880 — 1881) p. 188; 
KiAERSK. I.e. XXIII (1900) p. 41; Cat. Sc. Pap. III p. 747, VIII p. 123, 
X p. 462; Urb. Symb. I p. 89. 

Krug, Carl Wilhelm Leopold, (1833 — 1898), geb. in Berlin den 
1. IX. 1833 als Sohn des Rittergutsbesitzers Kaju. Kruo auf Mühlenbeck 
bei Berlin, besuchte das Joachimsthal'sche Gymnasium, machte das Abi- 
turientenexamen am Gymnasium zum Grauen Kloster und widmete sich 
dann dem Kaufmannsstande. Noch vor Ablauf der Lehrzeit in Bremen trat 
er 1.S57 in das Weltgeschäft von Lameyer & Co., nachmals Schulze & Co. 
in Mayagüez auf Portorico ein, wurde später alleiniger Inhaber des- 
selben und deutscher sowie englischer Viceconsul. Die Fauna und Flora 
der Insel verdankt K. mehr als allen anderen Reisenden zusammen- 
genommen, sowohl durch seine eigenen Sammlungen (im westlichen 
Theile derselben), als auch durch diejenigen, vi^elche Jon. Gundlach 1873 
und 1875—1876 und P. Sintenis 1884-1887 auf seine Kosten zu- 
sammenbrachten. Im Jahre 1876 nach Berlin zurückgekehrt, widmete 
er seine Zeit und Arbeitskraft durch Unterstützung von andej-en Rei- 
senden, Zusammenbringen und Ordnen der Exsiccaten, durch Aus- 
ziehen der gesammten einschlägigen Literatur, Anfertigung eines Ver- 



70 Ign. Uhban: Notae biographicae. 

zeichnisses der Vernacularnamen u. s. w. im Verein mit dem Verfasser 
fast ununterbrochen den Vorarbeiten einer Flora Indiae occidentalis, bis 
ilin am 5. IV. 1898 auf seiner Besitzung in Gross -Lichterfelde bei 
Berlin der Tod aus seiner Thätigkeit hiuwegraö'te. Der preussische Staat 
hatte ihm für seine Verdienste um die Wissenschaft den Professortitel 
verliehen. 

Coli. 1554 Nr. Portorico- Pflanzen (mit Einschluss der von Gund- 
LACH gesammelten) im Herb. Krug et ürban, desgleichen 340 in Portorico 
nach der Natur gezeichnete colorirte Tafeln Abbildungen. 

Lit. Ign. Urbajst: Leopold Krug in Ber. deutsch. Botan. Gesellsch. XVI 
(1898) p. (23) — (37); K. Schumann: Consul Leopold Kuug in Verh. Bot. Ver. 
Brandenb. XXXX (1898) p. CVI— CIX; Ukb. Symb. I p. 89 — 90. 

Kuutze, Carl Ernst Otto, (* 1843), geb. zu Leipzig den 23. VI. 
1843, war mit 14 Jahren in der ersten Klasse der dortigen Realschule, 
lernte das Drogerie -Geschäft und besuchte die Handelsschule. Schon 
während dieser Zeit durchforschte er die Flora von Leipzig ziemlich 
vollständig und beschäftigte sich auch init den Algen derselben; als 
Resultat der Studien erschien 1867 die Taschenflora von Leipzig. 1863 
bis 1866 conditionirte er als Kaufmann in Berlin, machte grössere 
Reisen durch Mitteleuropa und Italien und betrieb 1868 — 1873 in 
Leipzig eine eigene Fabrik ätherischer Oele. Hierdurch zu Wohlstand 
gelangt, beschloss er sein weiteres Leben der naturwissenschaftlichen 
Forschung zu widmen. Zunächst machte er 1874 — 1876 eine Reise 
um die Erde: von Westindien (St. Thomas, Portorico, Saba, Bar- 
bados, Trinidad) nach Venezuela, Neu-Granada, Panama, Costa- 
rica, Vereinigte Staaten von Nordamerika, Japan, China, Anam, 
Cochinchina, Kambodja, Siam, Java, Singapore, Penang, Birma, 
Vorderindien, über Aden und Aegypten zurück. Darauf studirte 
er 1876 — 1878 in Leipzig und Berlin Naturwissenschaften und wurde 
im Juni 1878 zu Freiburg in Bad. auf Grund einer Arbeit über Cinchona 
zum Dr. phil. promovirt. Nachdem K. in den folgenden Jahren sein 
Reisewerk „Um die Erde" abgefasst und verschiedene Fragen allgemei- 
nerer Natur behandelt hatte, bearbeitete er in Berlin und Kew die 
über 7700 Nummern umfassende Pflanzenausbeute seiner Weltreise. Die 
Veröffentlichung hierüber wurde 1891 in Verbindung mit einer 
nach strengsten Prioritätsregeln vorgenommenen Revision der Gattungs- 
namen ausgeführt. Zwischendurch waren von ihm verschiedene Mono- 
graphien {Sargassum, Clematis)^ die Bearbeitung der PECHUEL'schen 
Pflanzen aus dem Hererolande, sowie der von ihm 1886 im 
russischen Vorderasien gesammelten Pflanzen erschienen; seine Aus- 
beute von den Canarischen Inseln 1887 — 1888 ist in die Revisio 
gener. mit aufgenommen. — Die zweite grosse Reise 1891 — 1892 ging 



Kuutze — Laue. 71 

nach Südamerika: von Montevideo nach Argentina, Chile, Bo- 
livia, Mattogrosso in Brasilien, Paraguay, Argentina, Uruguay 
und dem östlichen Brasilien. Auf der dritten Reise, welche durch eine 
Erkrankung an Emphysem veranlasst wurde, besuchte K. 1S94 das 
Capland, Transvaal, Orange-Freistaat, Natal, Delagoabay, Beira, 
Mozambik, Dar-es-Salam in Deutsch -Ostafrika und Zanzibar. Die 
Resultate derselben wurden im III. Theile der Rev. Gen. publicirt. — 
Einen Aveit über seine Specialstudien hinausgehenden Namen hat sich 
K. durch die Behandlung der Nomenclaturfrage gemacht. 

Coli. Herb. 0. Kuntze in San Remo; Doubletten im Berliner Mu- 
seum, Kew Herbarium etc., von Westindien im Herb. Kruo et Urban. 

Lit. Adolf Miesslek: Dr. Otto Kuntze in Deutsclie Rundschau für 
Geogr. imd Statistik XI (1889) p. 572 — 574 (mit Porträt); 0. Kuntze Rev. 
Gen. I p. X— XI, III" p. 1 — 4 (Itinerare), I post p. CLV, III" post 201 
(Schriftenverzeichnis bis 1898); briefl. Mittheilung von 0. K.; Pritz. Thes. 
II ed. p. 172; Jacks. Guide p. 97, 101, 128, 143; Cat. Sc. Pap. YIII p. 137, 
X p. 478; Urb. Symb. I p. 90. 

Laliaye (Abbe de la Haye) (? — 1802), lebte gegen Ende des 
18. Jahrhunderts als Pfarrer in Dondon, südüch von Cap Haitien, auf 
Haiti, war ein eifriger Botaniker und sollte die Direction eines 1796 
von Pori'EAU in Cap anzulegenden botanischen Gartens übernehmen. Es 
wurden aber von dem franz. Gouvernement keine weitereu Mittel be- 
willigt. Als warmer Vertreter der Interessen der Schwarzen in ihrem 
Unabhängigkeitskampfe gegen die Franzosen kam er nach der Rückkehr 
der letzteren im Jahre 1802 in den Verdacht, zu seinen Landsleuten zu 
halten, und wurde deshalb von den Negern ermordet. 

Coli. Pflanzen von ihm scheinen im Herb. Jussieu des Pariser Mu- 
seums zu sein (cf. Juss. Gen. p. 150) . — Nicht zu verwechseln mit ihm 
ist der Gärtner Lahaie, welcher Vorgänger von Poiteau als Chef de l'ecole 
de botanique im Jardin des plantes zu Paris war und darauf mit La- 
BH.LAUDiERE 1791 — 1797 au der Expedition Theil nahm, welche unter 
dem Kommando von d'Entkecasteaux die Perouse aufsuchen sollte (cf. 
Las. Mus. Deless. p. 75 — 78, 267). 

Lit. Mackenzie: Notes on Haiti I (1830) p. 183; E. Bureau iu Nouv. 
Arch. du Museum III ser. vol. IX p. 15, 16; Urb. Symb. I p. 67. 

Lane, A. W., Wundarzt, besuchte (schon vor 1844) die Ber- 
mudas, Cuba, Jamaica, St. Thomas, Antigua, Barbados, Gre- 
nada und Trinidad. Seine Pflanzen gingen durch Vermittelung 
W. Brüvvn's in Edinburgh in den Besitz von W. Hookek über. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. HooK. Lond. Jouni. Bot. III (1844) p. 226; W. B. Hemsl. Bot. 
Chall. Exp. (1884) p. 5. 



72 Ign. Urban: Notae biogiaphicae. 

Lanier, AlejoHelvecio, Naturforscher und Mathematiker, sammelte 
1831 Pflanzen und Conchylien für Ramon de la Sagra (cf. diesen) auf 
der Insel Pinos bei Cuba, von welcher er 1836 auch eine geo- 
graphische Beschreibung publicirte. Später Hess er sich in Cienfuegos 
nieder. 

Lit. Ramon de la Sagra Cuba X Introd. p. 29 und XI p. 45; Cal- 
GAGNo: Dicc. biogT. Cubano (1878) p. 866; Cat. Sc. Pap. 111 p. 844. 

La Sagra cf. Sagra. 

Lassen, Holger Jörgen, (* 1868), geb. in Kopenhagen den 10. VII. 
1868, betheiligte sich nach beendigtem Studinni 1890 an einer Expe- 
dition nach Grönland und begleitete 1891 — 1892 Wahmlng (vergl. 
diesen) nach Westindien und Venezuela. 

Coli. Botan. Museum in Kopenhagen. 

Lit. KiAERSK. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XXIII. (1900) p. 42. 

Lelblond, Jean ßaptiste, (1747 — 1815), geb. zu Toulongeon bei 
Autun (Frankreich) den 2. XII. 1747, studirte Medicin, machte eine 
naturhistorische Reise nach dem tropischen Amerika, kam 1767 nach 
Martinique, besuchte Sta. Lucia und andere Antillen und ging 
über Trinidad nach Venezuela, Neu-Granada und Peru. Später 
wurde er von dem französischen Gouvernement nach Guyana geschickt, 
um Untersuchungen über die Chinapflanzen anzustellen, und blieb da- 
selbst bis 1802, indem er beträchtliche Sammlungen machte. Sein Tod 
erfolgte den 4. (oder 15.) VIII. 1815 zu Guzy im Dep. Nievre (Frankreich). 

Coli. Museum zu Paris; Herb. Richard (jetzt Brake del Castillo 
in Paris), Herb. Delessert und de Candolle zu Genf. 

Lit. Leblond: Voyage aux Aütilles et u l'Amerique nieridioiiale. Paris 
1813. 8« (n. V.); Las. Mus. Deless. p. 225; F. Denis in Didot Nouv. Biogr. 
gener. XXX (1859) p. 99 — 101; Pkitz. Tlies. II ed. p. 178; Cat. Sc. 
Pap. III p. 910. 

Ledru, Andre Pierre, (1761—1825), geb. zu Chantenay bei 
le Mans, Dep. Sarthe (Frankreich), den 22. L 1761, Geistlicher von Be- 
ruf, begleitete als Botaniker die Expedition des Kapitäns Baudin nach 
Westindien. Man segelte Ende Sept. 1796 von Hävre ab, wurde fast 
sechs Monate auf den canarischen Inseln zurückgehalten, lief auf 
acht Tage Trinidad an, ohne viel sammeln zu können, und blieb in 
St. Thomas vom 29. April bis 16. Juli 1797. Von hier aus machte L. 
einen zwölftägigen Abstecher nach St. Croix, wo er mit West zu- 
sammen botanisirte. Vom 17. Juli 1797 bis 13. April 1798 wurde die 
nördliche und nordöstliche Partie von Portorico untersucht, welche 
wie St. Thomas eine reiche Ausbeute an lebenden und getrockneten 
Pflanzen sowie an Sämereien lieferte. Nach seiner Rückkehr wurde er 



Lanier — Lefroy. 73 

Professeur de logislation an der Ecole centrale de la Sarthe in Le Mans, 
legte hier einen botanischen Garten an und schrieb mehrere lokalhisto- 
rische, biographische und kunstgeschichtliche Arbeiten. Er starb in 
Le Maas den 11. VII. 1825. 

Coli. Herb. Jüssieu und Generalherbar im Museum zu Paris (ca. 
900 Species in 8000 Exemplaren), einiges auch im Herb. Lamarck da- 
selbst, Dupla im Museum zu Berlin (ex herb. Kunth), Krug et Urban, 
Florenz (herb. Webb ex herb. Desfontaines), Montpellier (ex bsrb. Cambess.). 
Die Vaterländer auf den Etiquetten in Paris sind nicht immer zuver- 
lässig: manche St. Thomas- Pflanzen rühren zweifellos von Portorico her, 
auch sind den Sammlungen Pflanzen von Sto. Domingo beigemengt. — 
Das Privatherbar L.'s im Museum der Stadt Le Mans. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 490 — 491; Didot Nouv. Biogr. gener. XXX 
(1859) p. 267— 2G8; Pritz. Thes. II ed. p. 179; Cat. Sc. Pap. III p. 923; 
Ukb. Symb. I p. 93 — 95. 

Lefebre sammelte 1877 auf Guadeloupe Moose. 
Coli. Herb. Bescherelle. 

Lefroy, Sir John Henry, (1817 — 1890), geb. zu Ashe in Hamp- 
shire (England) am 28. L 1817, besuchte 1831 — 1833 die Militär- 
Akademie zu Woolwich und wurde 1834 Artillerie- Lieutenant. 1839 
bis 1842 stellte er im Auftrage der englischen Regier nng in St. Helena, 
1842 — 1844 im englischen Nordamerika magnetische und meteorolo- 
gische Beobachtungen an, welche durch ihre Genauigkeit und Methodik 
allgemeine Anerkennung fanden. 1844 begab er sich wiederum nach 
Toronto, begründete das Canadische Institut und war bis 1853 dessen 
Präsident. Nachdem er in den folgenden Jahren wichtige militärische 
Stellungen bekleidet und namentlich für die Artillerie reorganisatorisch 
thätig gewesen Avar, nahm er 1870 als Genej-almajor seinen Abschied. 
1871 — 1877 war L. Gouverneur und Oberkommandirender auf den 
Bermudas und erwarb sich um diese Inseln durch die Erforschung 
der Geschichte derselben, durch Aufsammeln der einheimischen Flora, 
Einführung von Kulturgewächsen, meteorologische und magnetische Be- 
obachtungen und durch Hebung der Wohlfahrt der Bevölkerung sehr 
grosse Verdienste. 1880 — 1882 war er Gouverneur von Tasmania, zog 
sich darauf vom öffentliciien Leben zurück und starb am 11. IV. 1890 
zu Lewarne bei Liskeard in Cornwall (EngH.nd). 

Coli. Kew Herbar, einiges auch im Gray -Herbar zu Cambridge 
(Mass.). 

Lit. W. B. Hemsl. Bot. Chall. Exp. (1884) p. 5 — G; Sir Jos. D. Hookek 
in Proc. of the Royal Geogr. Soc. XIII (1891) p. 115 — 122; R. H. Vetcii 
in Biet. Nat. Biogr. XXXH (1892) p. 399 — 404; Cat. Sc. Pap. III p. 930, 
X p. 552; Urb. Symb. I p. 95. 



74 löN. Urban: Notae biographicae. 

Lehmann, Friedrich Carl, Gärtner von Fach, machte grosse 
Sammeh-eisen in Centralamerika und dem nördlichen Südamerika, 
besuchte im Sept. 1881 Jamaica und lebt jetzt als deutscher Consul 
in Poijayan in Columbien. 

Coli. Das Ilauptexemplar der älteren Sammlungen wurde an 
W. Barbey in Genf verkauft, das der neueren Sammlungen schenkte er 
dem botan. Museum zu Berlin, ausserdem im British Museum, Botan. 
Garten zu St. Petersburg u. s. w. 

Leibold, Friedrich Ernst, (1804 — 1864), geb. in Dorfgarten 
bei Kiel (Preussen) den 9. XII. 1804, lernte bei Bootu in Flottbeck 
die Gärtnerei und war dann im JANACK'schen Garten in Ham bei Ham- 
burg thätig. Von seiner ersten Reise 1835 — 1838, auf der er den 
Baron von Ludwig nach dem Caplande begleitete, brachte er reich- 
haltige Sammlungen heim. Eine zweite Reise unternahm er 1839 nach 
Cuba und Mexico und eröffnete nach seiner Rückkehr 1844 mit den 
Ergebnissen derselben zu Dresden ein „Mexicanisches, Ost- und West- 
indisches Naturalien- und ethnographisches Cabinet" (cf. Regensb. Flora 
XXX 1847 p. 360). Nachdem er letzteres veräussert hatte, begab er 
sich 1847 mit seiner Familie von Neuem nach Amerika und lebte als 
Farmer in Texas, bis er durch den Krieg von dort vertrieben wurde. 
Er liess sich zunächst in New Orleans nieder und plante eine wissen- 
schaftliche Reise nach Yucatan. Auf dem Wege dorthin starb er in 
Habana den 21. VII. 1864. 

Coli. Universitätsherbar in Leipzig, Kiel, Herb. Schlechtendal in 
Halle, Prag. 

Lit. E. Otto in Hamburger Garten- und Blumeuzeitung XX (1864) 
p, 476— 477 ; D. F. L. von Schlechtendal in Botan. Zeitung XXII (1864) p. 328 ; 
Hemsl. Biol. IV p. 129; Cat. Sc. Pap. III p. 939. 

L'Epagnier sammelte 1844 in Haiti in der Umgebung von Port- 
au-Prince hauptsächlich Farne. 

Coli. Herb. Delessert in Genf, Herb. Fee im botanischen Garten 
zu Rio de Janeiro. 

Lit. Fee: Hist. des fougeres et lycop. des Antilles. 

L'Herminier, Felix Louis, (1779 — 1833), geb. in Paris den 18. 
V. 1779, liess sich 1798 als Apotheker in Guadeloupe nieder und 
legte hier botanische, mineralogische und zoologische Sammlungen an. 
1815 besuchte er Antigua, St. Barthelemy, St. Eustache, Saba, 
St. Thomas und die Vereinigten Staaten von Nordamerika; auch in 
Tobago scheint er gewesen zu sein. Er kehrte 1829 nach Frankreich 
zurück und starb den 25. X. 1833 in Paris. 



Lehmann — Liebmann. 75 

Coli. Museum d'iiist. nat. zu Paris; Herb. Boissier-Barbey in Genf 
(meist geben die Etiquetten bei den Pflanzen nicht an, ob Vater oder 
Sohn der Sammler Avar). 

Lit. Guibourt: Notice sur F. L. l'Hekminiek. Paris 1834. 8. 18 p. 
(ex Pkitz. Thes. II ed. p. 184); Las. Mus. Deless. p. 491; Didot Nouv. Biogr. 
gener. XXXI (1860) p. 74; Ukb. Symb. I p. 95. 

L'Hermiiiier, Ferdinand, (1802 — 1866), geb. in Basse-Terre auf 
Guadeloupe den 20. VI. 1802 als Sohn des vorigen, studirte in Paris 
Medicin und starb als sehr angesehener Arzt in Pointe ä Pitre auf 
Guadeloupe den 11. XII. 1866. Wegen seiner Verdienste um die 
Insel, besonders bei dem grossen Erdbeben 1843 und der Cholera- 
Epidemie 1866 wurde er zum Ritter bez. Officier der Ein-enlegion er- 
nannt; die Stadt setzte ihm auf seinem Grabe ein Monument und be- 
nannte das naturhistorische Museum der Insel Musee l'Herminier; auf 
der Spitze des Vulkans Soufriere befindet sich ein Ort, genannt „Jardin 
l'Herminier". Die Kenntniss der Flora der Insel, besonders der krypto- 
gamischen Gewächse (Farne, Laub- und Lebermoose, Flechten, Pilze), 
wurde durch den Saramelfleiss und den Scharfblick l'H.'s ganz be- 
deutend gefördert. Vergl. auch Germain. 

Coli. Museum d'hist. nat. zu Paris; Herb. Boissier-Barbey in Genf 
(hier eine grosse Sammlung), Herb. Krug et Urban (ca. 250 Nr.), Wien 
(Farne und Moose); die verkäuflichen Farne (von Fee bearbeitet) in 
mehreren Museen (Berlin, Botan. Garten zu St. Petersburg, Kew, Herb. 

DE C ANDOLLE, KrUG et UrBAN ctc). 

Lit. Fee in Biül. See. bot. de Frauce XIV (1867) p. 57—58; briefl. 
Mittheilung- von Pere Duss; Cat. Sc. Pap. IV p. 1; Urb. Symb. I p. 12, 52. 

Liebmaim , Frederik Michael, (1813 — 1856), geb. in Helsingör 
(Dänemark) den 10. X. 1813, studirte seit 1832 an der Universität in 
Kopenhagen, beschäftigte sich zuerst mit der Flora von Dänemark und 
der Nachbarländer, besonders mit Algen, machte 1835 eine Reise nach 
Deutschland, 1836 nach Norwegen, wurde 1837 Docent der Botanik an 
der Veterinärschule und ging mit Unterstützung des Königs CmusTiAN VIII. 
nach Mexico, welches er vom Februar 1841 bis März 1843 bereiste. 
Auf der Hinfahrt im Jan. 1841 sammelte er auf St. Croix und Por- 
torico(?), auf der Rückreise hielt er sich April 1843 einige Woclien 
auf Cuba auf. Mit der Bearbeitung seiner umfangreichen Sammlungen 
beschäftigt, starb er schon am 29. X. 1856 als ordentlicher Professor 
und Director des botanischen Gartens in Kopenhagen. 

Coli. Bot. Museum zu Kopenhagen ; Doubletten in den Herbarion 
Kew, Berlin, Leiden, de Candolle. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 468; Oersted: Notice sur la vie de Lieb- 
MAJSTN et specialement sm- son voyage au Mexique in Liebmann : Chenes de 



76 Ign. Urban: Notae biographicae. 

TAmerique tropicale (1869) p. VII — X; Hemsl. Biol. IV p. 129; Leon Bibl. 
Botan.-Mexic. (1895) p. 355; Warminö in Bot. Tidsskr. Kopenli. XII (1880 
bis 1881) p. 158—162 et in Bkicka's Dansk biogr. Lex. vol. X(189G) p. 281 
bis 283; Kiaersk. in Bot. Tidsskr. XXIII (1900) p. 42; Pkitz. Thes. II ed. 
p. 184; Jacks. Guide p. 139, 333, 445; Cat. Sc. Pap. IV p. 21 — 22. 

Linden, Jean Jules, (1817—1898), geb. zu Luxemburg den 
3. II. 1817, machte seine ersten botanischen Excursionen in seiner 
Heimath und den benachbarten Ardennen unter der Leitung F. A. Tinant's, 
des Verfassers der Flora des Grossherzogthums, und erhielt nach Voll- 
endung seiner Studien im Alter von 18 Jahren vom belgischen Gouver- 
nement den Auftrag, eine Forschungs- und Sammelreise in das tropische 
Amerika zu unternehmen. Als Zeichner war ihm Nicolas Funck, als 
Zoologe August Ghiesbregiit beigegeben. Sie kamen im Dec. 1835 in 
Brasilien an, bereisten die Staaten Rio de Janeiro, Espirito Santo, 
Minas Geraes und San Paulo und kehrten mit reichen botanischen und 
zoologischen Schätzen im März 1837 nach Belgien zurück. — Auf der 
zweiten Reise landeten sie im Dec. 1837 in Habana, erforschten drei 
Monate hindurch die nördlichen und westlichen Partieen von Cuba und 
gingen im März 1838 mit einer belgischen Gesandtschaft nach Mexico. 
Hier wurden das Plateau von Anahuac, die Vulkane Popocatepetl und 
Iztaccihuatl, der Cofre de Perote, der Pic von Orizaba und der ganze 
östliche Abhang der Cordillere besucht. Von Veracruz schifften sie sich 
nach Campeche ein und durchkreuzten Yucatan, gingen darauf zur 
See nach den Staaten Tabasco und Chiapas und drangen bis in das 
nördliche Guatemala vor. L. kam über Habana und die Vereinigten 
Staaten im Februar 1841 (seine Begleiter schon im Herbst des vorher- 
gehenden Jahres) nach Belgien zurück. — Die dritte und ergebniss- 
reichste Reise machte L. in Begleitung von Louis Joseph Schlim. Sie 
landeten Ende Dec. 1841 in Guayra in Venezuela, untersuchten diesen 
Staat sehr eingehend von Caracas über Cumana, Merida, die Ufer des 
Maracaybo-Sees, wendeten sich dann nach Neu-Granada, wo sie die 
Staaten Soto, Socorro, die Umgebung von Bogota, das Bassin des Mag- 
dalena, die Prov. Mariquita, den Tolima, die Waldgebiete des Quiudiü, 
Cartago bis zu den Küsten des stillen Oceans erforschten, und kehrten 
über Honda, Guaduas, Bogota, die östhchen Provinzen von Tunja und 
Tundama, über Merida, Trujillo, Varinas, die Llanos des Orinoco und 
Carabobo am 17. Aug. 1843 nach Caracas zurück. In den folgenden 
Monaten wurden längere Ausflüge nach Puerto -Cabello und besonders 
nach Rio Hacho im nördlichsten Neu-Granada gemacht, um die Sierra 
Nevada de Santa Marta zu erforschen. Anfang März 1844 schiffte 
sich L. in Rio Hacho nach Jamaica ein, wo er einige Wochen hin- 
durch in den Blue Mountains botanisirte, und begab sich darauf nach 



Linden. 77 

Santiago de Cuba. Während eines Zeitraumes Vvu sechs Monaten be- 
suchte er im östlichen Theile der Insel die Sierra Maestra, die grossen 
Ebenen des Saltadero und Yatera, die Berge Liban und Taurus, die 
Kieferwälder von Los Hondones und Sagua, die Sierra de Cristal, Sierra 
Cobre, Nimanima und das Bassin des Rio Cauto. Im Oct. 1844 verliess 
L. Cuba und begab sich über Nordamerika nach Europa, wo er im Febr. 
1845 nach im Ganzen zehnjährigen Reisen in sehr schlechtem Gesund- 
heitszustande eintraf. L. hat auf diesen Reisen nicht allein eine grosse 
Sammlung getrockneter Pflanzen zusammengebracht, die sehr zahlreiche 
Novitäten entliielt und an mehrere grössere Museen käuflich abgelassen 
wurde, sondern auch eine Fülle von interessanten Arten den europäi- 
schen Gärten zugeführt, besonders Orchidaceen (cf J. Lindley: Orchi- 
deae Lindenianae. London 1846). Nach seiner Rückkehr errichtete L. 
ein Etablissement zur Einfüiirung neuer Pflanzen in Luxemburg, über- 
nahm 1852 — 1861 die Direction des Jardin royal de Zoologie et d'Horti- 
culture zu Brüssel, verlegte zu gleicher Zeit sein Etablissement dahin, 
kaufte 1870 auch die Gärtnerei von Ambroise Verschaffelt in Gent an 
und vereinigte mit ihr 1873 die Abtheilung für Handelspflanzen, wäh- 
rend er Orchideen und neue Einführungen in Brüssel weiter kultivirte. 
Später wurden diese Gärtnereien unter L. als Direktor in ein Aktien- 
unternehmen, Compagnie continentale, verwandelt, welche 1887 ihren 
Wohnsitz wieder in Brüssel nahm und jetzt unter dem Titel Horti- 
culture internationale und unter Lücien Linden als Direktor ein hohes 
Ansehen geniesst. L. starb zu Brüssel am 12. I. 1898 als General- 
consul von Columbien. 

Coli. Die getrockneten Pflanzen wurden von dem Etablissement 
J. Linden an verschiedene Museen und Private verkauft (vergl. darüber 
z. B. Botan. Zeitung V 1847 p. 391, XIV 1856 p. 407), Herb, de Can- 
dolle, Delessert, Boissier-Barbey in Genf, Graf Franqueville (jetzt 
Drake DEL Castillo in Paris), Herb. Webb (jetzt in Florenz), Gent, 
Kew, Leipzig, British Museum in London, Oxford, Paris, Petersburg, 
Hofmuseum in Wien; von den Restern erhielt das erste Exemplar 
Brüssel, welches augenblicklich die Vertheilung derselben an andere 
Museen vornimmt. — Die Cubapflanzen (a. 1837 — 1838 unter den 
ersten Nummern bis etwa 150, a. 1844 ca. Nr. 1692 — 2213) theilweise 
auch im Herb. Krug et Urban; sie wurden von A. Richard (cf. Symb. 
I. 143), Turgzaninow (im Bull. Soc. imp. de Moscou) und von Grise- 
BACH (cf. Symb. I p. 63), aber nicht vollständig, bearbeitet. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 218 — 215; Relation du voyage scieiitifique 
execut§ par M. J. Linden in Ann. Soc. d'Agrie. et de Bot. de Gand 1846 
(n. V.); J. Linden et J. E. Planchon: Troisieme voyage de J. Linden dans 



78 Ign. Urran: Notae biographicae. 

les parties intertropicales de rAmerique. Plaiitae Columbiaiiae.^ Tome I, 
livraison I (1863) p. XLVIII — LY; E. Regkl: J. Linden und sein Etablisse- 
ment in Gent in Gartenflora XXIII (1874) p. 196 — 201 tab. 801; Leon 
Bibl. Botän.-Mexic. (1895) p. 351; A la memoire de J. Linden in La Se- 
maine horticole. Brnxelles. II (1898) 15 Jan. et 12 Fevr. p. 61 — 88; Witt- 
mack: J.Linden in Gartenflora XLA^I (1898) p. 171 — 176 Abb. 53; Gard. 
Chron. III ser. vol. XV (1894) p. 599 — 600 und vol. XXIII (1898) p. 40 
bis 42 mit Porträt, u. s. w.; Pkitz. Thes. II ed. p. 185; Jacks. Guide p. 138, 
418, 495; Cat. Sc. Pap. IV p. 28, VIII p. 233. 

jk Lockert, David, (? — 1846), geb. in Cumberland (England), war 

Gärtner in Kew, begleitete 1816 Kapitän Tuckey als Assistent des Bo- 
tanikers Cheistian Smith auf der Congo -Expedition und kehrte, als 
einziger Ueberlebeuder von den wissenschaftlichen Mitgliedern der Ex- 
pedition, über Bahia, wo er längere Zeit in Folge der Strapazen krank 
gelegen hatte, nach England zurück. Im Jahre 1818 wurde er nach 
Trinidad geschickt und gründete hier unter dem Gouverneur Sir Ralph 
WooDFORD einen botanischen Garten, den er als Superintendent bis zu 
seinem Tode 1846 verwaltete. Ausser getrockneten Pflanzen schickte 
er namentlich viele lebende Orchideen von Trinidad nach Kew; umge- 
kehrt führte er zahlreiche Nutzpflanzen ein, die er zum Theil selbst auf 
seinen Reisen in Venezuela gesammelt hatte. 

Coli. Die Congo -Pflanzen in Kew, die aus Bahia auch im British 
Museum, die aus Trinidad in Kew. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 444; J. Smith in Gard. Cliron. XXIV (1885) 
p. 236; Haut Ann. Rep. Trinid. Bot. Gard. 1887 p. 9; Bull. Mise. Inf. Kew 
1891 p. 310 — 311 et Add. ser. I p. 55; Britt. and Boulg. p. 106; Britz. 
Thes. II ed. p. 194; Cat. Sc. Pap. IV p. 68. 

Lodge, F. A., Deputy Conservator im Madras Forest Department, 
erhielt 1899 von dem Staatssekretär der englischen Kolonien den Auf- 
trag, über den Stand der Forsten in Trinidad zu berichten und Vor- 
schläge über die Frage der Erhaltung derselben zu machen. Er sammelt 
seitdem für das Herbarium des botanischen Gartens zu Trinidad (cf. Hart). 

Lit. Bull. Mise. Inf. Kew 1899 p. 220. 



1) Von diesem Werke ist nur die erste Lieferung gedruckt, aber niemals heraus- 
gegeben; sie enthält eine Schilderung der pflanzengeograpliischen Verhältnisse von 
Neu- Granada und Venezuela, eine historische Uebersicht über die Forschungsreisen 
und eine Aufzählung der Plantae Columbianae nebst den Beschreibungen zahlreicher 
neuer Arten (ßanunculaceae bis Ochnaceae). Um 1874—1875 liess Prof. A. Cogniadx 
mit Erlaubniss von J. Linden aus den Druckbogen fünf Exemplare herstellen, von 
welchen eins an J. Linden, eins an den botauisclien Garten in Brüssel, eins an 
E. Marchal in Brüssel, eins an E. Fournier in Paris und eins an mich gelangte. 
J. E. Planchon hat wahrscheinlich nur Correcturbogen besessen. Die dort beschriebenen 
neuen Arten, welche im Kew Index fehlen, soweit sie nicht sonstwo veröffentlicht sind, 
müssen als rite pubiicirt angesehen werden. 



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Lockart — Macfadyen. 79 

Long, Edward, (1734 — 1813), geb. zu Tredudwell in Cornwall 
(England) 1734, stiidirte Rechtswissenschaft, war Privatsekretär bei seinem 
Schwager Sir Henry Moore, dem Lieutenant Governor von Jamaica, 
dann Richter des Viceadmiralitütshofes, 1768 Speaker des House of 
Assembly. 1769 verliess er Jamaica, widmete sich literarischen Arbeiten 
und starb 1813 zu Arundel Park in Sussex. 

Lit. Journ. Instit. of Jamaica I (1893) p. 223; Urb. Symb. I p. 97. 

Luiiaii, John, lebte um 1814 auf Jamaica. Ueber sein Leben 
ist nichts bekannt. 

Coli. Pflanzen von ihm sollen sich nach DC. Phyt. p. 430 im Kew 
Herbarium befinden. 

Lit. Pritz. Thes. II ed. p. 198; Jacks. Guide p. 449; ürb. Symb. I 
p. 97—98. 

Luiit, William, (*1871), geb. zu Ashton-U-Lyne bei Manchester 
(England) den 16. XII. 1871, kam 1892 als Gärtner nach Kew und 
begleitete in dieser Stellung als botanischer Sammler vom Nov. 1893 
bis April 1894 Theodor Bent's Expedition nach Hadramaut im süd- 
lichen Arabien. Von Kew wurde er im Sept. 1894 als Assistent- 
Superintendent nach Trinidad versetzt, wo er für das dortige Herba- 
rium eifrig sammelte und unter anderem die Saccoglottis amaxonica 
wieder auffand, und im Oct. 1898 als Curator der botanischen Station 
zu St. Kitts -Nevis und Agricultural Superintendent of Sugar Cane Ex- 
periments nach St. Kitts. 

Coli. Die Hadramaut- Pflanzen in Kew, Doubletten z. B. in Berlin; 
die Trinidad -Pflanzen im Herb, des botan. Gartens in Trinidad, Kew, 
Herb. Krug et ürb an. 

Lit. Kew Bull. 1893 p. 366; briefl. Mittheilung von L. 

Macfadyen, James, (1800 — 1850), Dr. med., geb. in Glasgow 
(Schottland) im Jahre 1800, studirte daselbst Medicin und Natur- 
geschichte, ging auf Sir William Hooker's Empfehlung 1825 nach Ja- 
maica, um als Island Botanist die Leitung eines zu Bath zu gründen- 
den botanischen Gartens zu übernehmen. Da dieser aber aus Mangel 
an Fonds nicht prosperirte, so legte er nach zwei Jahren sein Amt 
nieder und Avidmete sich seinem ärztlichen Berufe in Kingston. Er 
wurde schliesslich Präsident des Board of Health und ausserdem auch 
Präsident der Jamaica- Gesellschaft für die Förderung des Ackerbaus 
und anderer Künste und Wissenschaften. 1850 starb er an der Cholera, 
mit dem Drucke des zweiten Bandes seiner Flora beschäftigt. 

Coli. Kew Herbarium (aber unvollständig), einige Bruchstücke im 
Herb. Grisebach in Göttingen. 



80 Ion. Urban: Notae biographicae. 

Lit. Proc. Linn. Soc. II (1851) p. 135 — 136; Sarg. Silva IL 73; 
Jouni. of the Instit. of Jamaica 1892 p. 141; Britt. and Boulg. p. 110; 
Pritz. Thes. II ed. p. 199 — 200; Jacks. Guide p. 137, 370; Cat. Sc. Pap. 
IV p. 157; ÜRB. Symb. I p. 98 — 100. 

Mackciizie, Charles, hielt sich vom Mai 1826 bis August 1827 
als englischer Generalconsul in Haiti auf. 
Coli. Herb. Grisebach in Göttingen. 
Lit. Ch. Mackenzie: Notes on Haiti. London 1830. II vol. 

Macnal), Gilbert, (1815 — 1859), Dr. med., geb. in Edinburgh (Schott- 
land) den 26. XI. 1815 als Sohn des Superintendenten des dortigen botani- 
schen Gartens William M., studirte daselbst Medicin und betheiligte sich 
neben seinem Berufe sehr eifrig und erfolgreich an der botanischen Erfor- 
schung von Schottland, der Orkney- und Shetland- Inseln. Im Jahre 1838 
ging er nach Jamaica und Hess sich als praktischer Arzt anfänglich in 
St. Ann's, dann in Kingston nieder. Hier assistirte er Macfadyen so- 
wohl bei seiner umfangreichen Praxis, als auch durch Sammeln und 
Untersuchung der Pflanzen bei der Ausarbeitung seiner Flora von Ja- 
maica. Er starb zu St. Ann's am 21. I. 1859. 

Coli. Kew, Herbarium der Universität zu Edinburgh, Oxford, 
Herb. Geisebach in Göttingen, Krug et Urban. 

Lit. J. H. Balfouk: Biographical notice of the late Dr. Gilbert M'Nab 
of Jamaica in Trans. Bot. Soc. Edinburgh. VI (18G0) p. 354 — 355; Britt. 
and BouLG. p. 112. 

Macrae, James, war 1823 Gärtner am botanischen Garten zu 
St. Vincent, machte 1824 — 1826 im Auftrage der Horticultural Society 
zu London eine Sammel reise nach Brasilien (Rio de Janeiro und Santa 
Catharina), Chile, nach den Galapagos- und Sandwich-Inseln und 
war 1827 — 1830 Superintendent des botanischen Gartens zu Ceylon. 

Coli. Herb. Lindlet (jetzt in Cambridge, Orchideen in Kew). 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 455; Britt. and Boflg. p. 112. 

Maerter, Franz Joseph, Professor der Naturgeschichte am There- 
sianum in Wien , erhielt vom Kaiser Joseph II. von Oesterreich den Auf- 
trag, zur Ergänzung der im Kaiserl. Hofgarten zu Schönbrunn 1780 
durch Frost zu Grunde gegangenen tropischen Gewächse, sowie zur 
Completirung der Menagerie und des Naturaliencabinets eine Expedition 
nach Amerika zu machen. An derselben nahmen Theil: der Conchylien- 
und Pflanzenmaler Nicolaus von Moll, der Dr. med. Mathias LEoroLü 
Stupicz als Botaniker, der Obergärtner in Schönbrunn Franz Boos und 
der Gärtner Franz Bredejvieyer. Man kam im Sept. 1783 in Phila- 
delphia an, durchwanderte die östlichen Vereinigten Staaten süd- 
wärts bis Florida und schickte Mitte 1784 Bredemeyer mit einem 



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Mackeuzie — Mavcli. 81 

Transporte lebender Pflanzen nach Wien zurück. Während Stupicz und 
Moll sich bald von der Expedition lossagten und in den Vereinigten 
Staaten blieben, gingen Märtek, Boos und der Anspachische Militärarzt 
Dr. Johann David Schöpf im März 1784 nach New Providence auf den 
Bahamas. Marter blieb dort nur zwei Wochen, Schöpf drei Monate, 
Boos dagegen bis zum 9. Sept. 1784; dieser machte auch Ausflüge nach 
mehreren anderen Eilanden der Inselgruppe, brachte grosse Sammlungen 
zusammen und kehrte nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte in 
Carolina im Mai 1785 nach Europa zurück. Zu gleicher Zeit ging 
Marter nach Haiti, wurde aber ein halbes Jahr laug durch Krankheit 
am Sammeln gehindert. Hier in Cap fran9ais (haitien) suchte ihn 
Bredemeter auf, der mit dem Gärtner Joseph Schücht von Wien zurück- 
kam, und erhielt den Auftrag, zunächst auf sechs Monate Portori co 
zu bereisen, darauf im Verein mit Schücht in Venezuela zu sammeln, 
von wo beide im Herbst 1788 mit einer schönen Collection in Wien 
wieder eintrafen. M. selbst fuhr von Haiti nach Jamaica und reiste 
im Jahre 1787 über London zurück. 

Coli. K. K. Hofmuseum in Wien; einiges im Herb. Brüssel (ex 
herb. Moll). — Bei weitem wichtiger als die Herbarien waren die in 
die Kaiserl. Gärten von Schönbrunn importirten lebenden Pflanzen, von 
welchen Jacquin zahlreiche Arten hauptsächlich in seinem Hort. Schön- 
brunn, beschrieb und abbildete. 

Lit. Jacq. Hort. Schoenbr. I (1797) p. IV; Hokmayk's Arch. f. Geogr. 
VI (1815) p. 756 seq.; J. W. Eidler: Oesterr. Arch. für Gesch. etc. 1832 
Nr. 38 (n. v.); Las. Mus. Deless. p. 459 — 4G0; M. Kronfeld in Wiener 
Zeitung 1891 n. 210 — 212 (n. v.), in Münchener Allg. Zeitung Juli 1891 
Nr. 175 (n. v.), ibid. in Beilage Oct. 1891 Nr. 27G: Eine Expedition auf die 
Bahaina- Inseln im Jahre 1784; A. Umlauft in Wettstein's Botan. Anstalten 
Wiens (1894) p. 38; Pritz. Thes. II ed. p. 200; Urb. Symb. I p. 89. 

Mareh, William Thomas, (ca. 1795 bis ca. 1872), geb. ca. 1795, 
lebte in Spanish Town auf Jamaica, zuerst als Advocat, dann als 
Clerk of the Supreme Court and Crown und seit ca. 1868 als Island 
Secretary, d. h. als Leiter der gesammten allgemeinen Verwaltung der 
Insel unter Aufsicht des Gouverneurs. Er starb um 1872. Seine Liebe 
zur Botanik zeigte er nicht allein in der Unterhaltung eines pracht- 
vollen Gartens, sondern auch im Aufsammeln von umfangreichen Her- 
barien (ca. 2000 Nr., hauptsächlich in den Jahren 1857 — 1858). Auch 
über die Vögel der Insel hat er einige Aufsätze veröffentlicht. 

Coli. Kew, Herb. Grlsehach in Göttingen, Krug et Urban, Bot. 
Garten zu St. Petersburg. 

Lit. Briefliche Mittheilung von Mr. W. A. Feurtado durch Mr. Frank 
CuNDAiL in Kingston (Jain.); Cat. Sc. Pap. IV p. 227, VIII p. 323. 

Urban, Symb. aiit. HL ü 



82 Ign. Ueban: Notae biographicae. 

Marie, Edouard Auguste, (1835 — 1888), geb. in Taiti den 12. III. 
1835, war zuerst in Neu-Caledonien, über dessen Vögel und Mollusken 
er verschiedene Aufsätze veröffentlichte, dann in Cayenne, kam im Juni 
1874 als Sous-commissaire der Marine nach Guadeloupe, wo er sich 
dem Studium der Moose widmete, wurde von dort im Aug. 1878 nach 
Nossi-Be und später nach Mayotte bei Madagascar versetzt und starb 
den 11. VI. 1888 in Paris, eben als er sich zur Ruhe gesetzt hatte. 

Coli. Moose im Herb. Bescherelle. 

Lit. H. Crosse et P. Fischer: Journ. de Conchj^liologie XXXVII (1889) 
p. 94 — 95 (Necrologie) ; briefl. Mitthoihuig von Pcre Duss und Prof. E. von 
Marxens; Cat. Sc. Pap. VIII p, 329, X p. 721. 

Martfelt sammelte vor 1791 auf Guadeloupe, Barbados und 
den benachbarten Inseln für Prof. Vahl. 
Coli. Museum zu Kopenhagen. 
Lit. Vahl Symb. II (1791) p. 53; Urb. Symb. I p. 173. 

Martin, Joseph, wurde im Jardin des plantes zu Paris als Gärtner 

ausgebildet, ging im Auftrage des französischen Gouvernements 1788 
nach Isle de France (Mauritius) und Mähe an der Küste von Malabar 
und führte 1789 einen Transport Nutzpflanzen von Isle de France nach 
Martinique und Haiti, wo er auch Herbarien anlegte. Später war 
er Director des Colonialgartens in Französ. Guyana. 

Coli. Museum zu Paris, Doubletten in Berlin (ex herb. Kunth) und 
in Florenz (ex herb. Desfontatnes). 

Lit. MoREAU de Saint -Mery: Descript. de la partie frano. de l'isle de 
Sainte-Domingue vol. II (1798) p. 368; Las. Mus. Deless. p. 191; Pritz. 
Thes. II ed. p. 204. 

Massoii, Francis, (1741 — 1805 oder 1806), geb. VIII. 1741 zu 
Aberdeen (Schottland), kam als Gärtner nach Kcav, besuchte als erster 
Sammler dieses Instituts im Auftrage Aiton's 1772 — 1774 das Cap- 
land (zum Tlieil in Begleitung Thunbeeg's), auf einer zweiten Eeise 1776 
die Azoren, 1777 die Cauaren, 1778 Madeira, 1779 Barbados, 
Grenada, 1780 St. Eustache, Antigua, St. Kitts (St. Christopher), 
St. Lucia, Nevis, 1781 Jamaica, auf der dritten 1783 Südwest- 
europa, auf der vierten 1786 — 1795 das Capland, auf der letzten 
1797 Nordamerika und starb hier in Montreal XIL 1805 (oder 1. 1806). 
Seine Hauptarbeit behandelt die Stapelien von Südafrika. 

Coli. British Museum (geschenkt von Aiton), einiges vom Cap 
im Herb. Delessert in Genf. Führte sehr zahlreiche Pflanzen in die 
englischen Gärten ein. 

Lit. Rees' Cyclop. (n. v.); Chalmers' Biogr. Dict. (n. v.); Las. Mus. 
Deless. p. 178 — 179; J. Smith in Gard. Chron. n. s. XVI (1881) p. 335; 
Britt. in Journ. of Bot. XXII (1884) p. 114—123, 144 — 148; MacOwan 



Marie — Maza. 83 

Ann. Address South Afr. Philos. Soc. 1886 seors. imp. p. 12 — 15; Britt. 
and BouLG. p. 115 — IIG; Kew Bnll. 1891 p. 295 — 290; B. B. Woodwaed 
in Dict. Nat. Biogr. XXXVII (1894) p. 16; Pkitz. Tlies. II ed. p.208; Jacks. 
Guide p. 144. 

Mattei, Jeröme, (1831 — 1894), geb. zu Ajaccio auf Corsica den 
26. IV. 1831, wurde Marinearzt, machte als solcher den Krimfeldzug 
mit und ging 1857 nach Guadeloupe. Hier und auf den kleineu 
Nachbarinseln war er als Militcärarzt thätig, nahm 1869 seinen Abschied 
und übte die Civilpraxis bis 1887 in Capesterre und bis zu seinem am 
21. YII. 1894 erfolgten Tode in Basse-Terre aus. Er hatte ein lebhaftes 
Interesse für Naturgeschichte und sammelte hauptsächlich Algen. 

Coli. Herb. Maze (vergl. diesen). 

Lit. Briefl. Mittheilung von M.'s "Witwe durch Pere Duss; Ukb. Symb. I 
p. lOG. 

Maycock, James Dottin, (? — 1837), Dr. med., lebte als Arzt auf 
Barbados, wo er 1837 starb. 

Coli. M. scheint kein Herbar angelegt zu haben. 

Lit. Britt. and Boulg. p. 117; Britz. Thes. II od. p. 210; Jacks. Guide 
p. 869; Cat. Sc. Pap. IV p. 305; Urb. Symb. I p. 101. 

MayerhofF, CarlJulius, (1805 — ?), geb. in Neu- Ruppin (Deutsch- 
land) den 9. IV. 1805, ging um 1847 als Pflanzer nach Sto. Domingo 
und sammelte 1856 — 1859 in der Nähe der Hauptstadt theils für sich, 
theils für den damals dort residirenden Generalconsul Rob. Schombuegk. 
Er starb wahrscheinlich auf der Insel. 

Coli. Bot. Museum zu Berlin (868 Nr.) und Herb. Krug et Ueban 
(210 Nr. vom Gymnasium zu Neu-Ruppin gekauft). — Der ersteren sind 
irrthümlicher Weise leider eine Anzahl Pflanzen von Guyana (wahr- 
scheinlich von Schombuegk ges.) beigemengt und zum Theil bereits als 
von Sto. Domingo stammend in die Literatur übergegangen. 

Lit. Briefl. Mittheilung des Herrn Leop. Pollmächer in Berlin durch 
Vermittelung des Herrn C. Warnstorf in Neu-Ruppin. 

Maza, Manuel Gomez de la, (*1867), geb. in Habana (Cuba) den 
10. V. 1867, studirte an der dortigen Universität, wurde 1887 auf Grund 
seiner Arbeit „Flora de Cuba" Doctor en Ciencias Naturales und darauf 
Licenciat der Medicin. Nachdem er kurze Zeit Assistent am botanischen 
Garten und am naturhistorischen Museum der Universität gewesen war, 
wurde er zum Professor der Phytographie und Pflanzengeographie an 
derselben und zum Director des botanischen Gartens ernannt. Ausser- 
dem übt er die ärztliche Praxis in Habana aus. 

Lit. Briefl. Mittheilung von M.; Urr. Symb. I p. 101 — 105. 

6* 



84 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Maz6, Hippolyte Pierre, (1818 — 1892), geb. in Brest (Frank- 
reich) den 22. XL 1818, trat 1838 als Schreiber bei der Marine ein, 
war 1841 — 1849 in Französ. Guyana, 1850 auf französ. Besitzungen 
im grossen Ocean in Garnison und Avurde 1851 nach Guadeloupe 
versetzt, wo er, zeitweilig nach Martinique und Guyana abkomman- 
dirt, bis zum Generalcommissar der Marine aufrückte. Ende 1882 nahm 
er seinen Abschied und starb in Basse -Terre auf Guadeloupe den 29. I. 
1892. M. widmete sich besonders der Erforschung der Algen- und Farn- 
flora der Insel, sowie der benachbarten Eilande Saintes, Marie Ga- 
lante, Desirade und des weiter nordwestlich gelegenen St. Martin. 
Auch veröffentlichte er einen Catalogue des Coquilles terrestres et flu- 
viatiles recueillies ä la Martinique en 1873 (Journ. de Conch. XXII. 
1874 p. 158 — 173) und einen Catalogue reviso des MoUusques terrestres 
et fluviatiles de la Guadeloupe et de ses dependances (1. c. vol. XXXI. 
1883 p. 5 — 54). 

Coli. Ein Phanerogamen-Herbar hat M. nicht hinterlassen; seine 
Farne im Musee l'Herminier in Pointe- ä-Pitre auf Guadeloupe (die An- 
zahl der Nr. beläuft sich auf ca. 1100) und im Herb. Krug et Urban; 
seine Algen im British Museum (1509 Exemplare), Herbar Bornet in 
Paris (ex herb. Crouan), Museum zu Berlin (964 Exemplare), Paris, 
herb. J. Agardh (jetzt im Besitze der Universität Lund). 

Lit. Briefl. Mittheilnng von Pere Duss; Pritz. Thes. 11 ed. p. 287; 
Jacks. Guide p. 370; Cat. Sc. Pap. X p. 758; Ukb. Symb. I p. 105—107. 

Melvill, James Cosmo, (* 1845), geb. zu Hampstead bei London 
den 1. VIL 1845, wurde zu Harrow erzogen, publicirte bereits 1864 
eine Flora der Umgebung dieses Ortes und studirte am Trinity College 
zii Cambridge, wo er 1868 zum B. A. und 1871 zum M. A. promovirt 
wurde. 1871 — 1872 reiste er in den Vereinigten Staaten, Canada und 
Westindien und sammelte in Key West 1872 Phanerogamen und Algen. 
Später wurde er Director einer angesehenen Handelsfirma, welche in 
Manchester und London ihren Sitz hat. Dessenungeachtet blieb er mit 
der Wissenschaft in engem Zusammenhange, war 1898^ — 1900 Präsi- 
dent der Manchester Literary and Philosophical Society und ist Chair- 
man des Committee's des Manchester Museums und Governor des Owens 
College. 

Coli. Die Phanerogamen hauptsächlich in M.'s eigenem Herbar, 
die Algen auch im Herbar Agardh in Lund. 

Lit. Briefl. Mittlieiliing von M.; Trim. Journ. of Bot. XIII (1875) 
p. 258; Pritz. Thes. II ed. ]>. 212; Jacks. Guide p. 258; Cat. Sc. Pap. VIII 
p. 378, X p. 771; Urb. Symb. III p. 5. 

MeyOT, Louis C, war Schreiber .am Kew Herbar gewesen und 
wurde dann Superintendent einer Zuckerplantage in Tobago, wo er 



Maze — Michaux. 85 

1879 eine kleine Pflanzensammliing anlegte. Nach ein- bis zweijährigem 
Aufenthalte daselbst kehrte er nach Europa zurück, gab in seiner Hei- 
niath ein Gartenjournal heraus und ging dann in holländischen Diensten 
nach Java. 

Coli. Kew Herbarium (33 Nr.). 

Lit. Briefl. Mittheilung von W. B. Hemsley; ükb. Syrnb. I p. 7, 107. 

Mieliaux, Andre, (1746 — 1802), geb. auf der Kgl. Domäne Satory 
bei Versailles (Frankreich) den 7. III. 1746, erhielt nur eine massige 
Schulbildung, half dann bei der Bewirthschaftung des Gutes und über- 
nahm dasselbe 1763 nach dem Tode des Vaters. Im Jahre 1777 über- 
liess er die Domäne, welche ihm durch das Hinscheiden seiner Frau 
verleidet war, seinem Bruder und widmete sich ganz dem Studium der 
Botanik, anfänglich bei Berxakd de Jussieu zu Trianon, dann zu Paris 
im Jardin des Plantes. Nachdem er seine botanische Ausbildung durch 
Reisen und Excursionen in England, den Pyrenäen und Spanien ver- 
vollständigt hatte, begab er sich mit dem französischen Consul Rousseau 
1782 über Syrien nach Persien, durchkreuzte das Land vom indischen 
bis zum caspischen Meere und kehrte 1785 mit einem beträchtlichen 
Herbar und zahlreichen Sämereien nach Frankreich zurück. Im September 
desselben Jahres wurde er von der französischen Regierung nach den 
Vereinigten Staaten von Nordamerika geschickt, um für die Gärten 
und Forsten Frankreichs Sämereien und junge Pflanzen von im Freien 
aushaltenden Gehölzen zu sammeln. In einem Zeitraum von 11 Jahren 
bereiste er das ungeheure Gebiet vom atlantischen Ocean bis zum Missis- 
sippi und von Canada bis Florida; in den ersten Monaten 1789 hielt 
er sich auf den Bahamas auf, von wo er allein 860 Stück Bäume 
und Sträucher mitbrachte. Um diese Sammlungen für den Transport 
vorzubereiten, wurden sie zunächst in besondere Baumschulen bei New 
Jersey und Charleston ausgepflanzt und darauf bei Gelegenheit nach 
Frankreich übergeführt (im Ganzen ca. 60000 Stück Bäume und 40 Kisten 
Sämereien). Im December 1796 kam M. wieder in Paris an, nachdem 
er einen Theil der mitgebrachten Pflanzen durch Schiffbruch an der 
holländischen Küste verloren hatte, und beschäftigte sich in den folgen- 
den Jahren tlieils mit der Cultur der eingeführten Gehölze, von denen 
er an die Königl. Gärten von Rambouillet, an Le Monnier zu Montreuil 
bei Versailles und andere abgegeben hatte, theils mit der Abfassung 
seiner Histoire des ebenes de l'Amerique. Im Jahre 1800 begleitete M. 
die wissenschaftliche Expedition des Kapitäns Baudin als Naturforscher 
nach Australien, verliess dieselbe jedoch in Mauritius, wo er sechs 
Monate blieb, und begab sich von dort nach Madagascar. Hier grün- 
dete er zu Tamatave einen kleinen botanischen Garten und starb daselbst 



86 Iqn. Urban: Notae biographicae. 

am 13. XI. 1802 am Fieber. Die von ihm in Nordamerika gesammelten 
Pflanzen bearbeitete L. Cl. Richard in der Flora boreali- americana 
2 vol. 1803. 

Coli. Museum zu Paris (tbeils eingereiht, theils gesondert), Herb. 
Richard (jetzt Drake del Castillo in Paris), einiges im Herb. Delessert. 

Lit. Deleuze: Notice historique sur Andre Miciiaux in Ann. du Museum 
in (1804) p. 191 — 227; S. L. P. Marquis deCubieres: Notice sur A. Michaux, 
Paris 1807, 80 (ex Piutz. Thes. II ed. p. 210); A. Gray in Hook. Lond. Journ. 
Bot. I (1842) p. 2 — 10; Las. Mus. Deless. p. 00-05; El. Durand: Biogr. 
Mem. of the Fran(;'0is Andre Michaux in Anier. Journ. of Science and Arts 
II ser. XXIV (1857) p. 101-105; Didot Nouv. Biogr. gen^r. XXXV (1801) 
p. 338 — 339; Abbe Ovide Brunei: Notice sur les plantes de Michaux et 
sur son voyage en Canada et ä la Baie Hudson. 1803 (n. v.); Drake Dict. 
Amer. Biogr. p. 018; CS. Sarg. Portions of the Journal of Andre Michaux 
in Proc. Amer. Philos. Soc. XXVI (1889) p. 1 — 145 (n. v.); Sarg. Silv. I 
p. 58; Pritz. Thes. II ed. p. 210; Jacks. Guide p. 141, 300, 508. 

Micliaux, Fran9ois Andre, (1770—1855), geb. auf der Kgl. Domäne 
Satory bei Versailles (Frankreich) den 16. VIII. 1770, einziger Sohn des 
vorigen, trat mit ihm im Jahre 1785, erst 15 Jahre alt, seine erste 
Reise nach Nordamerika an und blieb dort bis 1790. Dann studirte 
er zu Paris Medicin und unterstützte zugleich den Vater nach dessen 
Rückkehr 1796 bei der Ausarbeitung seiner Histoire des ebenes de 
l'Amerique. 1801—1803 machte er seine zweite Reise nach Nord- 
amerika, um die Forschungen des Vaters fortzusetzen und wie dieser 
für die Gärten und Forsten Frankreichs geeignete Gehölze zu importiren, 
und besuchte besonders Kentucky und Tennessee. Auf der dritten Aus- 
reise 1806 wurde das französische Schiff von einem englischen Kriegs- 
schiffe weggenommen; als letzteres, um AVasser einzunehmen, nach den 
Bermudas ging, konnte M. während einer Woche (im April) auf der Insel 
St. Georges botanische Studien machen. Nach seiner Freilassung sammelte 
er in den folgenden drei Jahren in den Oststaaten von Maine bis Georgia. 
Nach Frankreich zurückgekehrt, gab er seine Histoire des arbres forestiers 
de l'Amerique septentrionale (1810 — 1813) heraus und widmete sich 
ganz der Cultur und der Vermehrung der von ihm und seinem Vater 
eingeführten Gehölze. Er starb im Alter von 85 Jahren zu Vaureal 
bei Pontoise (Frankreich) den 23. X. 1855. 

Coli. Museum zu Paris. 

Lit. Rapport sur les voyages de M. Michaux etc. par Allaire, Bosc, 
du Petit-Thouars et Correa de Serra. Paris 1809. 8^ 11 p. (ex Pritz. 
Thes. ed. I p. 193); Las. Mus. Deless. p. 401 — 402; El. Durand: BiograiDliical 
Memoir of the Fran^ois Andre Michaux in Amer. Joimi. of Science and Arts 
II ser. XXIV (1857) p. 101 — 177; Didot Nohv. Biogr. gener. XXXV (1801) 
p. 339; Drake Dict. Amer. Biogr. p. 018; Sarg. Silv. XI p. 155; Pritz. 
Thes. II ed. p. 210; Jacks. Guide p. 300, 508; Cat. Sc. Pap. IV p. 370; 
Urb. Symb. I p. 107. 



Michfiux — Mociuo. 87 

Millspaug'h, Charles Frederick, {* 1854), geb. zu Itliaca im Staate 
New York (U. S. A.) den 20. VI. 1854, besuchte die Ithaca Academy, 
studirte Botanik und Biologie an der Cornell Universität und Avurde 
1881 vom New York Homoeopathic Medical College zum Dr. med. pro- 
movirt. 1881 — 1887 war er Arzt zu Binghamton, N. Y., beschäftigte 
sich aber auch eifrig mit der Flora des oberen Susquebanna-Thals. 
Ausserdem verfasste er ein zweibändiges reich iliustrirtes "Werk: Ame- 
rican medicinal Plants. Seit 1894 ist er Curator des Department of 
Botany am Field Columbian Museum (von der Gründung an), seit 1895 
zugleich Professor der ökonomischen Botanik an der Universität und 
der medicinischen Botanik am homöopathisch -medicinischen Colleg zu 
Chicago. Seine erste Reise machte M. 1887 — 1888 nach Central-Mexico, 
Yucatan und Cuba (Umgebung von Habana und Matanzas), die zweite 
Reise nach Yucatan 1894—1895 unter dem Patronate von Mr. Allison 
V. Armoue auf der Yacht Iduna, die dritte unter demselben Patronate 
December 1898 bis März 1899 auf der Yacht Utowana nach Bermuda, 
Portorico, St. Tliomas, Culebras, Sto. Domingo, Jamaica, Cuba, 
Caymans, Isle of Pines, Cozurael, Yucatan nnd Alacran shoals, 
die letzte November bis December 1900 im Auftrag des Field Museums 
nach Jamaica (Port Antonio und Port Morant). 

Coli. Hauptsammlung im Field Columbian Museum in Chicago 
(Utowana- Expedition ca. Nr. 148 — 1753), Doubletten im Gray Herba- 
rium zu Cambridge und Herb. Krug et Urban. 

Lit. Brief!. Mittheilimg von M.; Urb. Symb. II p. 4, III p. 6 — 7. 

MocifiO, Jose Mariano, (? — 1819), geb. zu Temascaltepec in Mexico, 
studirte unter V. Cervantes in Mexico und wurde auf den Yorschlag 
von Sesse der von diesem geleiteten Expedition zur Erforschung der 
Naturprodukte von Nueva-Espafia (1795 — 1804) beigegeben. Ausser 
einem Herbar von ca. 4000 Arten wurde auch eine schöne Sammlung 
von colorirten Abbildungen zusammengebracht, welche Atanasio Eche- 
VERRiA und Juan Cerda nach der Natur gezeichnet hatten. Letztere 
(1376 Stück) gelangten nebst verschiedenen Mauuscripten durch M., der 
in Folge von politischen Misshelligkeiten nach Montpellier geflüchtet 
war, in die Hand von P. de Candolle behufs Veröffentlichung und 
bildeten die Grundlage zur Aufstellung von 279 Arten und 17 neuen 
Gattungen. Im Jahre 1817 verlangte M. die Zeichnungen zurück. Um 
diese der wissenschaftlichen Benutzung zu erhalten, liess de Candolle 
sie sämmtlich von einer grossen Anzahl Damen in Genf copiren und 
sandte die Calques jener 279 Arten an die zehn grössten botanischen 
Museen (Paris, Kew, Berlin, AVien, Leiden, St. Petersburg, Kopen- 
hagen, Brüssel, Florenz und Cambridge in Nordamerika). Ueber den 



88 Ign. Urban: Notae biograpliicae. 

Verbleib der Originalzeichnimgen ist nichts bekannt. M. starb zn Bar- 
celona 1819. 

Coli. Yergl. Sess:e. 

Lit. Flourens: Eloge bist, de PrRAisros de Candolle (1842) p. 22 — 23; 
Las. Mus. Deless. p. 205 — 206, 322 obs.; Colm. Botan. Penins. Hisp.-Liisit. 
(1858) p. 49 — 51, 185 — 18G et Prim. Not. Veg. Amor. p. 48 — 49; DC. 
Phytogr. p.434; Hemsl. Biol. IV p. 120 — 121; Pkitz. Thes. II ed. p. 220; 
Jacks. Guide p. 367; Cat. Sc. Pap. IV p. 419; Leon Bibl. Botan. -Mexic. 
(1895) p. 189 — 191, 323 — 340. 

Moll, Karl Marie Ehrenbert Freiherr von, geb. im Dorfe Thalgau 
im Salzburgischen (Oesterreich) den 21. XIL 1760, Verwaltungsbeamter, 
Staatsmann und Naturforscher, starb am 1. IL 1838 zu Augsburg als 
Geheimer Rath und Secretär der mathem.-physik. Klasse der Königl. 
bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München, schenkte sein 
Herbarium von ca. 6000 Arten 1834 an C. F. Ph. von Martius. Die in 
demselben enthaltenen Pflanzen von Westindien, welche fälschlich M. 
als Sammler zugeschrieben werden, stammen von Rohr, Swartz und 
Marter (vergl. diese). 

Coli. Herb, Martii in Brüssel (hier und in Mart. Nov. Gen. I 
p. 96 irrthümlich „L. B. de Moll" genannt). 

Lit. Mart. Nov. Gen. I (1824) p. 96; Regensb. Flora XXI (1838) p. 80; 
Las. Mus. Deless. p. 337; A. W. Eiciil.: Das Herbarium Martii, München 
1869, p. 4, 12; v. Gtobel in Allg. Deutsch. Biogr. XXII p. 111 — 115; 
Cat. Sc. Pap. IV p. 434 — 435, VIII p. 424. 

Monteyerde, Manuel de, (? — 1871), stammte aus Sto. Domingo, 
kam 1822 nach Puerto-Principe auf Cuba und erwarb sich als Advocat, 
Literat, Dichter und Naturforscher einen Namen. Für Ramon de la Sacra 
(vergl. diesen) sammelte er Pflanzen; ausserdem lieferte er ihm werth- 
volle Beiträge über die Agricultur der Insel. Er starb im Jahre 1871. 

Lit. F. Calcagno Diccionario biografico Cubano (1878) p. 433; Urb. 
Symb. I p. 142. 

Morales, Sebastian Alfrede de, (1823—1900), geb. in Habana 
(Cuba) im Jahre 1823, homöopathischer Arzt, Dichter und naturwissen- 
schaftlicher Schriftsteller, hielt sich in Folge von politischen Misshellig- 
keiten mehrere Jahre in Ostasien, besonders auf den Philippinen auf 
und Hess sich nach seiner Rückkehr in Matanzas nieder. Hier docirte 
er am Lyceum Naturgeschichte und Agricultur und wurde Director der 
Abtheilung für Wissenschaften. Von seiner Flora Cubana, deren Manu- 
script bei einem Schiffbruche 1870 theilweise zu Grunde ging, ist nichts 
erschienen; er veröffentlichte nur Studien über einzelne Familien und 
verschiedene Nutzpflanzen, sowie den Anfang einer Flora arboricola de 
Cuba aplicada. Sein Tod erfolgte 1900. 












A.>^ ?- -^^-^ -^-^ - /../wxc^iC. .' 7^ 



Moll — Morris. 89 

Coli. Herb. Krug et Urb.s.\ (57 Nr. ex a. 1890). 
Lit. F. Calcagno Dicc. biogr. Ciibano (1878) p. 434 — 435; briefl. 
Mittheilnng von Gr. de la Maza; Urb. Symb. I p. 110 — 111. 

Moritz, Johann Wilhelm Karl, (1797 — 1866), geb. zu Klein- 
Santersleben bei Gross-Rottmorsleben im Kreise Neuhaldensleben, Prov. 
Sachsen (Preussen) den 16. XII. 1797 als 8oim des dortigen Schnllehrers 
Heinrich Christian M., welcher 1810 als Cantor und Organist nach Bar- 
leben versetzt wurde. Nach absolvirtem theologischen Studium nahm er 
1825 eine Hauslehrerstelle bei Herrn von Bredow an, die er bis 1834 
bekleidete, und ging darauf nach Westindien. Wcährend des Winters 

1834 — 1835 sammelte er auf St. Thomas, St. Jan und Februar bis 
Juni 1835 auf Portorico bei Arecibo, San Juan, Caguas, Coamo, Ponce, 
Guayama und besonders bei Yabucoa. Von da schiffte er sich im Juni 

1835 nach Venezuela ein, bereiste einen beträchtlichen Theil des nörd- 
lich vom Apure und Orinoco gelegenen Landes, besonders die Provinzen 
Trujillo und Merida, und kehrte 1837 nach Deutschland zurück. 1840 
begab er sich wiederum nach Venezuela und Hess sich später in der 
deutschen Colonie Tovar nieder, wo er Gemüse und Blumen für den 
Markt von Guayra züchtete und am 25. VI, 1866 starb. Sein Haupt- 
verdienst ist das Sammeln von Pflanzen und Thieren in den bereisten 
Gebieten; ausserdem veröffentlichte er einige Aufsätze über die Ent- 
wickelung von Raupen in den Tropen und über die Urwälder von 
Tovar etc. 

Coli. Sein Privatherbar (cf. Botan. Zeitg. XVIII. 1860 p. 228) ging 
in den Besitz des British Museum über. Hauptsammlung im Museum 
zu Berlin (ca. 1800 Nr., davon ca. zwei Cent, aus Westindien), andere 
in St. Petersburg (Bot. Garten und Kaiserl. Akademie), Hofmuseum in 
Wien, Uuiversitätsherbar in Leipzig, Kiel, bei de Candolle. 

Lit. C. Moritz: Notizen zur Fauna der Insel Puertorico in Wiegm.'s 
Arch. für Naturgeschichte IL 1 (183G) p. 373 — 375; Las. Mus. Deless. 
p. 482; Botan. Zeitg. I (1843) p. 406, G47— G48, II (1844) p. 173—175, 
195—197, 430 — 434, III (1845) p. G88; Lind, et Planch. Troisieme voyage 
de J. Linden I (18G3) p.LX; Seem. Journ. of Bot. IV (18GG) p. 304; Regensb. 
Flora XLX (18G7) p. 15; brieü. Mittheilung des Herrn Pastor L. Wedepohl 
zu Gross -Rottmersleben und des Prof. E. von Marxens in Berlin; Piutz. Thes. 
Hed. p. 225; Cat. Sc. Pap. IV p. 474. 

Morris, Daniel, CM. G.,'M. A., Dr. Sc, (* 1844), geb. zu Loughor, 
Glamorgan, in England den 26. V. 1844, erhielt seine Ausbildung an 
der Royal School of Mines zu London und am Trinity College zu Dublin 
und wurde 1876 durch die goldene Medaille für Naturwissenschaft aus- 
gezeichnet. 1877 — 1879 war er Assistant Director der botanischen 
Gärten zu Ceylon, December 1879 bis März 1886 Director of Public 



90 Ign. Urban: Notae biographieae. 

Gardens and Plantations in Jamaica, wo er den Grund zum Depart- 
ment Herbarium legte und besonders den Farnen, Gramineen und 
Orchideen der Insel seine Aufmerksamkeit zuwendete, und wurde dann 
Assistant Director von Kew Gardens. In dieser Eigenschaft machte er 
vom November 1890 bis Februar 1891 eine wesentlich landwirthschaft- 
lichen Zwecken dienende Reise nach Antigua, Dominica, Mont- 
serrat, St. Kitts, Nevis^ Anguilla, Virgin Islands, St. Lucia, 
St. Vincent, Grenada, Barbados und Jamaica. Im Jahre 1895 
besuchte er die Bahamas. Eine dritte Reise nach den britisch -west- 
indischen Inseln unternahm er 1897 als Mitglied einer Commission, 
welche sich über den Rückgang der Culturen daselbst und über die 
Mittel zu ihrer Hebung unterrichten sollte. Folge davon Avar, dass ein 
Imperial Department of Agriculture for the West Indies mit dem Sitze 
in Barbados gegründet und M. 1898 zum Commissioner desselben 
ernannt wurde. Er hat auch 1882 in British Honduras und 1883 
in St. Helena gesammelt. -- i^Ci 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. Briefl. Mittheilungen von W. B. Hemsley und M.; Fawc. in Bot. 
Gaz. XXIV (1897) p. 354 — 355; Morris in Kew Bull. Ädd. ser. I (1898) 
p. 144; Cat. Sc. Pap. X p. 855; Urb. Symb. 1 p. 8G, 87 — 88, 111 — 112, 
174, III p. 7—9. 

Moselcy, Henry Nottidge, (1844 — 1891), geb. zu Wandsworth in 
Surrey (England) den 14. XL 1844, studirte seit 1864 in Oxford, Wien, 
London und Leipzig Medicin und Naturwissenschaften, begleitete als 
Zoologe 1872 die Sonnenfinsterniss-Expedition nach Ceylon und 1873 
bis 1876 als Naturforscher die Challenger-Expedition. Mit letzterer be- 
suchte er Tenerifa, St. Thomas, Bermuda, die Azoren, Madeira, 
die Capverden, St. Paul, Fernando Noronha, Bahia, Tristan da 
Cunha, Capland, Prinz Edward Island, Crozet Islands, Ker- 
guelen, Heard Island, Australien, New Zealand, Freundschafts- 
inseln, Matuku, Fiji, Neuen Hebriden, Torres Strasse, Arn, Ke, 
Banda, Amboina, Ternate, Philippinen, China, Neu-Guinea, 
Admiralitäts-Inseln, Japan, Sandwich-Inseln, Tahiti, Juan Fer- 
nandez, Chile, Magalhaensstrasse, Falklands Inseln und Ascen- 
sion. Im Jahre 1877 machte er eine Reise nach Californien und Oregon 
und in die Nachbargebiete, Avurde 1881 Professor der Anatomie zu 
Oxford und starb daselbst den 10. XL 1891. 

Coli. Die von ihm auf der Challenger-Expedition gesammelten 
Pflanzen sind in Kew. 

Lit. Moseley: Notes by a Naturalist on tlie Challenger I ed. (1879); 
Proc. Linn. Soc. London 1890 — 1892 p. 72—73; G. C.Bourne's Memoir mit 
Porträt in Mosel. Notes by a Naturalist II cd. (1892) (n. v.); E. R. L.vnkester 






,^ \'t*1 



Moseley — Nectoux. 91 

in Nature XLV (1891) p. 79 — 80; B. B. WooD^vA^vD in Dict. Nat. Biogr. 
XXXIX (1894) p. 176 — 177; Buitt. and Boulg. p. 210 (in Journ. of Bot. 
XXXVI (1898) p. 443); Cat. Sc. Pap. YIII p. 445, X p. 859— 8G1; Urb. 
Symb. I p. 11, 33, 38, 08 — G9, 108, 112, IGO. 

Muiiro, William, (1818 — 1880), geb. zu Driiids Stoke in Glou- 
cestershire (England) im Jahre 1818, diente als Officier viele Jahre in 
Indien, machte den Krimkrieg mit und stand als Oberst in Canada und 
auf den Bermudas. 1870 — 1876 kommandirte er die englischen Truppen 
in "VYestindien (Barbados), wurde 1876 Generallieutenant, 1878 
General und starb den 29. I. 1880 zu Taunton (England). Als Bota- 
niker hat er sich hanptsächlich durch seine Arbeiten über Gramineen 
einen angesehenen Namen erworben. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. Gard. Chron. n. ser. XIII (1880) p. 1G9: Britt. Journ. of Bot. 
XVIII (1880) p. 9G; Trans. Bot. Soc. Edinb. XIV (1883) p. 158; Britt. and 
Boulg. p. 125; H. M. Chichester in Dict. Nat. Biogr. XXXIX (1894) p. 313; 
Britz. Tlies. II ed. p. 228; Jacks. Guide p. 451; Cat. Sc. Pap. IV p. 545, 
VIII p. 471. 

Murray brachte im Jahre 1827 in Jamaica eine numerirte 
Sammlung von ca. sieben Centurien Pflanzen zusammen und sammelte 
wahrscheinlich auch in Dominica. 

Coli. Herb, de Caxdolle in Genf, Museum zu Florenz. 

Lit. Eadlk. Mon. Pauli, p. 135; DC. Prodr. XI p. 5G4. 

Murray, George Robert Milne, (* 1858), F. R. S., geb. zu Arbroath 
in Schottland den 11, XI. 1858, studirte bei üe Bary und Graf zu 
Solms-Laubach in Strasburg Botanik und wurde May 1895 als Nach- 
folger von Carruthers Keeper des Botanical Department am British 
Museum (Natural History). Im Jahre 1886 sammelte er in Grenada 
als Mitglied der Eclipse Expedition Zellenpflanzen, hauptsächlich Algen. 

Coli. British Museum. 

Lit. Briefl. Mittheiluug von M.; Cat. Sc. Pap. X p. 891; Urb. Symb. I 
p. 114. 

Murray, H. B., sammelte um 1878 auf Sta. Lucia hauptsächlich 
Farne. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. Kew Eep. 1878 p. 54, 1879 p. 41. 

Murray, W. B., Dr., sammelte um 1871 auf Barbados. 

Coli. British Museum. 

Lit. Journ. of Bot. 1872 p. 178. 

Nectoux begleitete einen Transport von Nutzpflanzen von Cayenne 
nach Martinique und Haiti, wo er im Januar 1788 als Nachfolger voq 



92 Ion. Urban: Notae biogvapliicae. 

JouBERT DE LA MoTTE Dii'ector (Igs Colonialgartens (Jardin du roi oder 
Jardin botanique) in rort-au-Prince wurde. 1789 war er in Jamaica, 
um einen Austausch lebender Pflanzen vorzunehmen. N. sammelte in 
Haiti unter anderem mehrere Seltenheiten, die bisher auf der Insel 
noch nicht wieder gefunden worden sind. Man verdankt ihm auch 
eine Abhandlung: Observations sur la proparation des envois de plantes 
et arbres des Indes Orientales pour l'Amorique, et leur traitement pen- 
dant ]a traversee (Mora. Soc. d'Agric. Paris 1791 p. 110 — 123). Ob er 
mit HiPoiATE N., der vor 1808 eine Reise nach Aegypten machte und 
über die dortigen Cassia-Arten schrieb, identisch ist, konnte ich nicht 
ermitteln. 

Coli. Museum zu Paris; Dupla in Montpellier (ex herb. Cambess.), 
einiges im Herb. Krug et Urban, Herb, zu Florenz (ex herb. Desfontaixes). 

Lit. MoREAU DE Saint -Mery: Descript. de la partie fran^. de l'isle de 
Sainte-Domingue vol. II (1798) p. 3G8; ?Pritz. Thes. II ed. p. 231. 

Nee, Luis, aus Frankreich gebürtig, begleitete 1789 — 1794 
Malaspixa auf seiner Reise um die Welt(Südamerika, Mexico, Philip- 
pinen, Marianen, Freundschaftsinseln, Südamerika). Die unter 
seinem Namen aus Cuba (und Sto. Domingo?) erwälinten Pflanzen des 
Herb. Pavox sind Avahrscheinlich von Sesse und Mocixo gesammelt. 

Coli. Herb, des botan. Gartens zu Madrid, die Cuba- Pflanzen im 
Herb. Boissier-Barbey zu Genf. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 348, 451 — 452; Colm. Botan. Penins. Hisp.- 
Lusit. (1858) p. 183; Cat. Sc. Pap. IV p. 582 — 583. 

NichoUs, Henry Alfred Alford, (*]851), C. M. G., geb. zu London 
den 27. IX. 1851, studirte Arzneiwissenschaft an der Universität Aberdeen 
und am St. Batholomews' College in London, wurde Dr. med. und ging 
1873 nach Dominica, wo er seit 1886 auch sammelte. Von hier aus 
besuchte er 1890—1891 Barbuda (Aug. 1891), Montserrat, Antigua, 
St. Vincent und Tobago. 

Coli. Kew Herbarium, Krug et Urb. 

Lit. Kew Bull. Add. Ser. I (1898) p. 103; briefl. Mittheilung von N.; 
Cat. Sc. Pap. X p. 921; Urb. Symb. I p. IIG. 

Nicholson, T., Dr. med., lebte um 1831 — 1841 auf Antigua 
und war ein Correspondent von W. J. Hookek. 
Coli. Kew Herbarium. 
Lit. Bkitt. and BouLG. p. 127; Urb. Syrab. I p. 116. 

Nock, W., sammelte 1875 — 1880 auf Jamaica Farne, welche 
von G. S. JexMzVN in seiner Synoptical list bearbeitet wurden, und ist 
jetzt Superintendent des botanischen Gartens zu Hakgala auf Ceylon. 



+ uze cf tCu^ ^-t^' /9it >. z-?: 



Nee — Oersted. v 93 

Northrop, Alice Belle geb. Rieh, (* 1864), geb. in New York City 
den 6. III. 1864, graduiite am Normal College 1882 und war daselbst 
Tutor in Botany 1885 — 1889 bis zu ihrer Verheirathung mit J. I. NoRxmtop. 
Sie begleitete ihren Gatten 1890 nach den Bahamas und wird eine 
Aufzählung der dort gesammelten und grösstentheils von ihr selbst be- 
arbeiteten Pflanzen pubüciren. 

Lit. Brief!. Mittheilung von Mrs. A. B. N. 

Northrop, John Isaiah, (1861 — 1891), geb. in New York City 
den 12. X. 1861, graduirte 1884 an der School of Mines des Columbia 
College und wurde, nachdem er einige Zeit als Chemiker in Privat- 
stellung gewesen Avar, 1888 in New York zum Dr. phil. promovirt. Er 
wandte sich alsdann der Botanik, Geologie und besonders der Zoologie 
zu, docirte die letztere an der genannten Anstalt und wurde 1891 Tutor 
darin. Bevor er seine Absicht, die zoologischen Studien in Deutschland 
fortzusetzen, ausführen konnte, verlor er durch in Brand gerathenen 
Alkohol im Columbia College am 26. VI. 1891 sein Leben. Im Jahre 
1890 hatte er mit seiner Frau eine Reise nach den Bahamas gemacht, 
um daselbst zoologisch und botanisch zu sammeln, sowie geologische 
Studien anzustellen, und zwei Monate auf New Providence, vier Monate 
auf Andres sich aufgehalten. 

Coli. Columbia University zu New York, Botan. Mus. zu Berlin 
(757 Nr.), Kew, Herb. Boissier-Barbey, Gray Herbarium zu Cambridge, 
Washington (noch nicht abgesandt). 

Lit. Artii. Hollick: A memoria] of the lata Dr. John I. Northrop in 
Trans. New York Acad. Sc. XI (1891) p. 9 — 12; briefl. Mittheilung von 
Äü's. A. B. N. 

Nyst, P., vom botanischen Garten zu Brüssel (um 1826), sammelte 
auf Guadeloupe und Martinique. 

Coli. Numerirte Sammlung von ca. acht Centurien im Herb, des 
botan. Gartens zu Brüssel. 

Lit. Pkitz. Thes. II ed. p. 235. 

Oersted, Anders Sandöe, (1816 — 1872), geb. als Sohn eines Kauf- 
manns und Bankdirectors in Rudkoebing auf Langeland (Dänemark) den 
21. VI. 1816, studirte seit 1835 in Kopenhagen, machte 1842 eine 
naturwissenschaftliche Reise in Dänemark, erhielt 1844 den Grad eines 
Magisters, welcher 1854 als Doctorgrad anerkannt wurde, und begann 
im Frühjahr 1845 seine Reise nach Westindien und Centralamerika. Er 
besuchte St. Thomas, St. Croix, mehrere andere kloine Antillen, z. B. 
Grenada, ferner Jamaica, und begab sich im Mai 1846 nach Nicaragua 
und Costarica, von wo er im Juli 1848 nach Kopenhagen zurück- 
kehrte. 1851 habilitirte er sich an der Universität als Privatdocent, 



94 Ign. Urban: Notae biographicae. 

wurde 1860 zum Professor ernannt und starb in Kopenhagen am 3. IX. 
1872. Die Ergebnisse seiner amerikanischen Reise bezogen sich so- 
wohl auf die Zoologie, besonders die niederen Meeresthiere, als auf die 
Pflanzenwelt. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen , einige Familien auch im Berliner 
bot. Museum und in Kew. 

Lit. R. Brown in Trans. Bot. See. Edinb. XI (1872—1873) ex Hemsl. 
Biol. IV p. 130, 328;/Kiaersk. in Bot. Tidsskr. XXIII (1900) p. 4G — 47; 
Pbitz. Thes. II ed. p. 236; Cat. Sc. Pap. IV p. 696 — G97, VIII p. 537, X 
p. 949 — 950; Jacks. Guide p. 23, 91, 102, 108, 142, 146, 148, 165, 
333, 338, 367; AVakm. in Bot. Tidsskr. XII (1880 — 1881) p. 162-171; 
ÜRB. Symb. I p. 118 — 119. 

Ossa^, Jose Antonio de la, geb. in Habana (Cuba), war seit 
1800 literarisch thätig, wurde 1805 Secretär der kgl. patriotischen Ge- 
sellschaft und trug in dieser Stellung viel für die Hebung des öffent- 
lichen Unterrichtes bei. Nach der Gründung eines botanischen Gartens 
in Habana wurde er dessen Director und hatte diese Stelle bis zum 
Eintreffen Ramox de la Sagea's im Jahre 1823 inne. Auch nach dieser 
Zeit beschäftigte er sich noch eifrig mit Botanik, correspondirte mit 
DE Candolle über die gesammelten Pflanzen und schrieb 1830 eine 
Flora Habanensis, die aber nicht veröffentlicht wurde. 

Coli. Herb, de Candolle in Genf (400 Arten). 

Lit. Sagra Cub. X introd. jx 15, 29; Colmeiro Botan. Hisp.-Lnsit. 
(1858) p. 202; F. Calgagno Dicc. biogr. Cubano (1878) p. 479; Pritz. Tlies. 
II ed. p. 238. 

Otto, Carl Friedrich Eduard, (1812 — 1885), geb. zu Schöneberg 
bei Berlin den 2. I. 1812 als Sohn des Inspectors des botanischen Gartens 
und Gartendirectors FeiedrichOtto, absolvirte das Realgymnasium, lernte 
bei seinem Vater, besuchte die Gärtnerlehranstalt und hörte Vorlesungen 
an der Universität. Nachdem er sich einige Jahre in England und 
Frankreich aufgehalten hatte und als Obergehülfe im Berliner botani- 
schen Garten thätig gewesen war, trat er eine Reise nach Cuba, zu 
welcher der König von Preussen die Mittel bewilligt hatte, in Begleitung 
des Cacteen-Monographen Dr. Pfeiffer aus Cassel und des Zoologen 
GuNDLAcn aus Marburg an. Er verweilte vom Januar bis September 
1^ 183^ auf der Insel und besuchte die Umgebung von Habana, den 
District Calajabas (Monte Taburete, Zuckerpflanzung San Roque), den 
Rio Canimo (Cafetal Fundador und San Juan), Cardenas, Matanzas, so- 
wie Cienfuegos und Trinidad an der Südküste. Von da ging er über 
Nordamerika nach Venezuela, sammelte in den Küstengegenden und 



1) Ramon de LA Sagra schreibt ,,Osa". 



r /- io-r^nA»-^^—^ ■ ^*— ■ (X'^^^>~^ f^U}^ryt. J,-^^^ Y.-.u^K, j^cn^ ^s-i / , 



C'~^--'tl-, 



C 'HSii 






Ossa — Oxamendi. 95 

den dahinterliegenden Bergketten von Valencia bis Orituco, machte von 
Cumanä aus einen Abstecher nach Barrancas und Angostura am Orinoco 
und kehrte 1841 nach Berlin zurück. Im Jahre 1844 wurde 0. Inspector 
des botanischen Gartens in Hamburg, den er längere Zeit auch selb- 
ständig leitete, bis er in Folge von Misshelligkeiten mit dem neuen 
Director H. G. Reichexbach Ende 1866 gezwungen wurde, den Abschied 
einzureichen. Die Zeit bis zu seinem am 11. IX. 1885 in Hamburg 
erfolgten Tode verbrachte er in dürftigen Verhältnissen, die letzten 
sieben Jahre in Folge eines Schlaganfalls fast ganz an Erwerbsthätigkeit 
behindert. 

Coli. Botan. Museum in Berlin (Cuba 328 Nr., Venezuela 1567 Nr.); 
eine kleine Anzahl in Kew und Brüssel (ex herb. Martius); auch wurden 
von R. F. HoHEXACKER in Würtemberg geringere Sammlungen vertrieben 
(cf. Bot. Zeitung XXIV. 1871 p. 812). — Ausserdem schickte er zahl- 
reiche Sämereien und lebende Pflanzen an den botanischen Garten zu 
Berlin. 

Lit. H. 0. : Garteninspector Eduard Otto in Möller's Deutsche Gärtner- 
Zeitung, Erfurt, VIII (1884) p. 115 — 118 mit Porträt; E. Goeze: Garten- 
inspector Eduard Otto in Hamliurger Garten- und Blumenzeitung XLl (1885) 
p. 472 — 477 mit Bildniss; Cat. Sc. Pap. VIII p. 541; Urb. Symb. I p. 120. 

Oviedo, Gonzalo Fernandez de Oviedo y Valdes (hiess eigentlich 
Gonzalo Fernandez und nahm die Beinamen nach dem Ursprungsorte 
seiner Familie aus dem Thale Valdes bei Oviedo in Asturien an), (1478 
bis 1557), geb. zu Madrid im VIII. 1478, machte eine Reise nach 
Italien, wo er längere Zeit im Dienste verschiedener Herzöge zubrachte, 
ging im April 1514 als Aufseher der Goldschmelzen nach Santa Marta, 
Darien und Sto. Domingo und kehrte im Juli 1523 von dort zurück. 
In den folgenden Jahren bis 1856 machte er noch vier Reisen nach 
Amerika, wurde Regidor von Darien, Gouverneur der Provinz Cartagena 
und zuletzt Gouverneur der Festungswerke und Regidor von Sto. Do- 
mingo, Chronista de Su Magestad de las cosas de las Indias und starb 
1557 zu Valladolid. 

Coli. Pflanzen sind von ihm nicht bekannt. 

Lit. Jose Amador de los Rios: Vida y escritos de Oviedo iu Oviedo's 
Primera parte de la historia natural y genoral de las Indias ed. Madrid 
1851 — 1855, vol. 1 p.I — CXIl; Didot Nouv. Biogr. genur. XXXVIII (1862) 
p. 1002—1003; Drake Dict. Amer. Biogr. p. G79; Pritz. Thes. II ed. p. 238; 
Urb. S^^mb. I p. 120— 122. 

Oxamciuli, Juan Calixto, (1829 — 1885), geb. zu Matanzas (Cuba) 
den 14.x. 1829, besuchte das Colegio zu San Cristobal, studirte seit 1851 
in Frankreich und Madrid, wurde hier 1857 Licentiat der Medicin und 
promovirte zum Dr. med. in Habana. An letzterem Orte Hess er sich 



96 Ign. ükban: Notae biographicae. 

als praktischer Arzt nieder. Er beschäftigte sicli mit der Materia medica, 
sclirieb verschiedene Artikel über Medicinal-Pfhnizen Cuba's und starb 
den 24. VI. 1885 zu Habana. 

Lit. ¥. Calcagno: Dicc. biogr. cubauo (1878) p. 480; briefl. Mittlieiluug 
von Gr. DE LA Maza; Urh. Symb. I p. 122. 

Pagail, Juan Bianchi, Gutsbesitzer in Afiasco auf Portorico, 
sammelte 1880 — 1884 für den Consul L. Krug. 
Coli. Herb. Krug et Urban. 

Palisot, Ambroise Marie rran(,tois Joseph P. baron de Beauvois, 
(1752—1820), geb. zu Arras (Frankreich) den 27. VH. 1752 1, besuchte 
das College d'HARcouRT zu Paris, war kurze Zeit Mousquetaire, dann 
seit 1772 Advocat und wurde nach dem Tode seines Vaters und älteren 
Bruders durch Erbschaft Generaleinnehmer der Domänen und Forsten 
im nördlichen Frankreich. Als jener Posten 1777 aufgehoben wurde, 
beschäftigte er sich unter Lestiboudols in Lille sehr eifrig mit Botanik, 
durchforschte mit ihm Flandern, Brabant und die Nachbargebiete und 
trieb mit solchem Eifer mikroskopische Studien, besonders über die 
Structur und die Geschlechtsverhältnisse der Kryptogamen, dass ihn die 
Akademie der Wissenschaften zu Paris, wohin er übergesiedelt war, 
bereits 1781 zu ihrem correspondirenden Mitgliede ernannte und A. L. de 
JussiEU sich mit ihm befreundete. Schon lange von dem Wunsche be- 
seelt, eine Reise quer durch Afrika auszuführen, schloss er sich 1786 
einer von dem Negercapitän Laxdolphe veranlassten Expedition an, 
welche in Owara am Golfe von Guinea eine Handelsniederlassung 
gründen wollte. Schon auf dem Wege dahin sammelte er an allen 
Orten, wo das Schiff anlegte, besonders in Chamah und Koto an der 
Goldküste. In den Jahren 1786 — 1787 bereiste er Owara und Benin 
und schickte seine Sammlungen, wenn sich Gelegenheit bot, an Jussieu. 
Weiter in Afrika vorzudringen, war ihm aber nicht möglich, weil sein 
Schwager und seine europäischen Diener dem Fieber erlegen waren und 
sich Niemand fand, der ihn begleiten wollte. Ausserdem war er selbst 
durch wiederholte Fieberanfälle derartig geschwächt, dass sein Freund 
Landoli'he ihn am 22. Januar 1788 auf einem mit Negersclaven nach 
Haiti befrachteten Schiffe zur See befördern musste. Die Hauptmasse 
seiner Sammlungen, welche in den Händen Lakdolphe's zurückgeblieben 
war, ging 1791 zu Grunde, als das Etablissement von den Engländern 
geplündert Avurde. Nach einmonatlichem Aufentlialte auf der Insel do 
Principe und widerwärtiger Seefahrt landete P. am 21. Juni 1788 auf 



1) Nach Thiebaut; am 28. X. 1755 nach Cüvier, was unwahrscheiulich ist, 
weil er dauu nicht 1772 schon Advocat sein konnte. Uebcrhaupt ist die TmEBAUT'scho 
Vita die gründlichere, auch hib]iograi)hisch sehr sorgfältig durchgeführte. 



s 



Pagan — Palisot. 97 

Haiti und fand bei seinem Onkel, dem Baron de la Valletiere, Kom- 
mandanten der Mole St. Nicolas, Aufnahme und liebevolle Pflege. Er 
gedachte nun diese Insel zum Gegenstande einer eingehenden botani- 
schen Durchforschung zu machen; allein seine Absicht kam nur theil- 
weise zur Ausführung, Aveil die bald nachher ausgebrochenen revolutio- 
nären Bewegnngen ihn der Politik zuführten und ihn veranlassten, ein 
Kommando gegen die Neger zu übernehmen. Als die letzteren immer 
grössere Fortschritte machten, ging P. im October 1791 nach Phila- 
delphia, um im Interesse der Franzosen auf Haiti durch Beschaffung 
von Fonds und Lebensmitteln thätig zu sein, bez. die Intervention der 
Vereinigten Staaten herbeizuführen. Bei seiner Rückkehr 1793 fand 
er Cap fran9ais von den Negern eingeäschert; dabei waren auch seine 
Aufzeichnungen von der afrikanischen Reise, sowie seine Haiti- Samm- 
lungen zu Grunde gegangen. Er selbst wurde nach kurzer Einkerke- 
rung von der Insel verbannt und begab sich nach Nordamerika; das 
Fahrzeug, auf welchem er sich eingeschifft hatte, wurde aber unterwegs 
von einem englischen Corsaren ausgeplündert, so dass er ganz ohne 
Mittel in Philadelphia eintraf Yon Frankreich aber konnte er sich 
solche nicht beschaffen, da er hier auf die Liste der Emigrirten gesetzt 
war und die Disposition über sein Yermögen durch Sequestration seiner 
Güter verloren hatte. Nachdem er eine Zeit lang sein Leben als Sprach- 
lehrer, Musiker und Gehülfe an einem Privatmuseum gefristet hatte, 
nahm sich der neue französische Gesandte seiner an, so dass es ihm 
möglich wurde, während dreier Jahre in den Gebieten zwischen dem 
Hudson, Savannah und Ohio grössere Reisen auszuführen und umfang- 
reiche botanische, zoologische und paläozoologische Sammlungen anzu- 
legen. Aber auch diese gingen zum Theil zu Grunde, da das mit den- 
selben befrachtete Schiff in der Nähe von Halifax scheiterte. Nachdem 
endlich das Institut de France bei dem Gouvernement seine Rehabiliti- 
rung durchgesetzt hatte, gab P. seine weiteren Reisepläne nach den 
Gegenden jenseits des Mississippi auf und kehrte im August 1798 nach 
Frankreich zurück. In Paris bearbeitete er aus dem bei Jussieu depo- 
nirten Material seine Flore d'Oware et de Benin 1804 — 1821, seine 
Insectes recueillis en Afrique et en Amerique 1805 — 1821, nahm seine 
Studien über die Moose und Lycopodiaceen wieder auf, schloss daran 
Arbeiten über Farne und Palmen, über Blattstellung und über Ptlanzen- 
mark und schrieb eine vortreffliche Arbeit über die Gräser. Leider 
sind mehrere seiner Abhandlungen unvollendet bez. unveröffentlicht ge- 
blieben. Sein Tod erfolgte zu Paris am 21. I. 1820. 

Coli. Herb. Delessert in Genf, Museum zu Paris. 

Lit. Aksenne Thiebaut-de-Berneatjd: Eloge historique de A. M. F. J. 
Palisot de Beauvois. Paris 1821 8^ 81 p. mit Porträt (ßibl. Monac); Cuviek: 

Urban, Symb. ant. Ul. 7 



98 Ign. Urban: Nntae biogr.ipliicae. 

Eloge historique de M. de Beauvois in Mem. Acad. des Scienc. de France. 
IV (1824, lu 1820) p. CCCXVIII — CCCXLVI; Las. Mus. Deless. p. 70 
bis 72; Didot Noiiv. Biogr. geuer. XXXIX (1862) p. 8G — 88; Britz. Thes. 
II ed. p. 239; Jacks. Guide p. 132, 351; Cat. Sc. Bap. IV p. 743. 

Parker, Charles Saiidbach, (?— 1868 oder 1869), geb. in Glasgow 
(Schottland), studirte unter P. de Candolle Botanik, bereiste 1824 Nieder- 
ländisch und Britisch Guyana und ging von da mit einem eigenen 
Schooner nach Westindien (Trinidad, Barbados, St. Vincent, Guade- 
loupe, St. Croix und Portorico), verlor aber einen grossen Theil 
seiner Ausbeute durch Schiffbruch zwischen Guadeloupe und Antigua. 
Er assistirte Rosooe bei seinen Scitamineen und starb 1868 oder 1869. 

Coli. Kew Herbarium, Doubletten in Cambridge. 

Lit. Regensb. Flora vol. VIII. II (1825) p. 493; DC. Prodr. XII p. 110; 
Las. Mus. Deless. p. 492; Britt. and Boulg. p. 13 J ; Cat. Sc. Pap. IV p. 758; 
ÜKB. Symb. I p. 108. 

Parry, Charles Christopher, (1828 — 1890), geb. 7ai Admington in 
Gloucestershire (England) den 28. VIII. 1823, kam 1832 mit seiner 
Familie nach Amerika, verlebte die nächsten Jahre auf einer Farm in 
Washington County, N. T., erhielt seine Erziehung am Union College 
in New York und promovirte am Columbia College zum Dr. med. 1846 
Hess er sich in Davenport (Iowa) nieder und starb daselbst den 20. IL 
1890. Nur kurze Zeit als Arzt thätig, widmete er sich bald ganz der 
botanischen Erforschung des fernen Westens. Er gehörte als Botaniker 
unter anderem an: der Mexican Boundary Survey 1849 — 1852, der 
Pacific Railway Company 1867, der Commission of Inquiry to Santo 
Domingo 1871 (cf. Ch. Weight), der Northwestern Wyoming Expedition 
1873; ausserdem machte er zahlreiche Forschungsreisen in das Gebiet 
zwischen den Rocky mountains und dem stillen Ocean und nach Süden 
bis Mexico. 

Coli. Sein ausgezeichnetes Herbar ging sammt der Bibliothek 1894 
durch Kauf in den Besitz des Iowa Agricultural College zu Ames über 
und blieb bei dem Brande Ende 1900 glücklicher Weise verschont. — 
Die Pflanzen von Sto. Domingo in Washington, Cambridge (Mass.), 
einiges in Kew. 

Lit. Hemsl. Biol. IV (1888) p. 131; Prof. J. G. Lemmon: The late 
Dr. Parrv in Pacific Rural Press 12. IV. 1890 p. 385; C. H. Prestoh: 
Biographical Sketch of Dr. C. C. Parkt in Proc. Davenp. Acad. Nat. Sc. VI 
(1893) p. 35 — 45; Mrs. Parry: List of papers publ. by C. C. Parry ibid. 
p. 46- 52; L. H. Pammel in The J. A. C. Student vol. V Nr. 2 (19. HL 1894); 
F. H. Knowlton in Biol. Soc. Washingt. XII (1895) p. 497 (n. v.); Leon 
Bibl. Botän.-Mexic. (1895) p. 357; Sarg. Silva VII p. 130; Jacks. Guide 
p. 357, 358; Cat. Sc. Pap. IV p. 767, VIII p. 565, X p. 994; Urb. Symb. I 
p. 136. 



my V 



108 



Parkor — Perrottet. 99 

Paulseii, Ove Wilhelm, (*1874), geb. in Aarhus (Dänemark) den 
22. III. 1874, studirte Botanik auf der Universität in Kopenhagen und 
maciite mit F. Borgesex vom December 1895 bis Februar 1896 eine 
Studienreise nach St. Thomas, St. Jan und St. Croix. Yom März 1898 
bis November 1899 begleitete er den Premierlieutenant Olufsen auf 
seiner Pamir-Expedition. P. ist jetzt Assistent am botanischen Museum 
in Kopenhagen. 

Coli. Botan. Museum zu Kopenhagen. 

Lit. KiAERSK. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XXIII (1900) p, 42; Urb. 
Symb. I p. 14. 

Pavon, Jos6, geb. in Spanien, begleitete Ruiz (vergl. diesen) 1778 
bis 1788 auf den Reisen in Peru und Chile und überlebte denselben 
um mehr als 20 Jahre. Die ihm zugeschriebenen Pflanzen von Cuba, 
Sto. Domingo, Portorico und Antigua sind wahrscheinlich von 
andern spanischen Botanikern gesammelt, ebenso wie die aus Mexico 
(wohl von Sessi-: und Mocino). 

Coli. Museum zu Florenz (ex herb. Webb), Herb. Boissier-Barbey 
zu Genf (über die Entdeckung dieser Sammlung zu Madrid durch 
Boissier's Conservator und Reisenden Reuter cf. H. G. Reichenbach in 
Botan. Zeitg. XXX. 1872 p. 591), Oxford (ex herb. Fielding), British 
Museum, Kew, Herb. Moricaxd zu Paris, Academie zu Barcelona, 
einiges im Herb. Willd. zu Berlin. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 244 — 247; Colm. Botan. Penins. Hisp.- 
Lusit. (1858) p. 181;rPRiTZ. Thes. II ed. p. 151, 273; Jacks. G-uide p. 377-; 
Cat. Sc. Pap. IV p. 782, YIII p. 574. 

Perrottet, George Samuel, (1793 — 1870), geb. zu Yully im 
Kanton Waadt (Schweiz) im Jahre 1798, einer der eifrigsten und er- 
folgreichsten Reisenden. Von der französischen Regierung beauftragt, 
nützliche Gewächse nach Bourbon und Cajenne einzuführen, besuchte 
er 1819 — 1821 auf der „Rhone" unter Kapitän Philibert Cayenne, 
die Capverden, Reunion (Bourbon), Java, die Philippinen und 
Madagascar. Im Juni 1824 wurde er vom Marineminister nach 
Guadeloupe geschickt, um die Nopalpflanze nach Senegambien ein- 
zuführen, und brachte 1824 — 1829 als Director der Culturen am Senegal 
ein umfangreiches Herbar zusammen, welches die Grundlage zu dem 
von ihm, Guillemix und A. Richard herausgegebenen Florae Senegambiae 
Tentamen bildete. 1884 — 1839 war er Botaniste-agriculteur des Gou- 
vernements von Pondichery, sammelte die Flora der Umgebung sehr 
vollständig auf und besuchte 1887 — 1889 die Küste von Malabar, 
Bombay und Pounah, sowie bei seiner Rückkehr im November 1889 
St. Helena. Im Auftrage des französischen Ministers der Marine und 



100 Ign. Urran: Notae biographicae. 

der Colonien studirte P. 1839 — 1840 in Indien und Südfrankreicli die 
neuesten und besten Methoden der Seidenraupenzucht und suchte sie 
in Cayenne (December 1840 bis Februar 1841), Martinique (Februar 
bis Mai 1841) und Guadeloupe (Mai bis August 1841) einzuführen; 
ausserdem stellte er Beobachtungen über einen Pilz und ein Insekt an, 
welche auf letzteren Inseln die Kaffeepflanzungen zerstörten, und ver- 
öffentlichte darüber in Gemeinschaft mit Guerin-Meneville ein Memoire. 
Im October 1842 schiffte er sich wieder nach Ostindien ein, botanisirte 
auf der Hinfahrt in Aden, bei Bombay, Calicut, in den Nilagiris 
und kam im März 1843 in Pondichery an, wo er 1870 als Regierungs- 
botaniker starb. 

Coli. Herb. Delessert und de Candolle in Genf, Museum zu Paris, 
Berlin; von Indien und Senegal auch im Herb. Boissier in Genf, Brake 
DEL Castillo in Paris, Hofmuseum zu Wien; von den Antillen auch 
im Herb. Krug et Urban, Montpellier (ex herb. Cambess.); kleinere 
Sammlungen auch anderwärts (cf. Regensb. Flora XXXYIII. 1855 
p. 112). 

Lit. Notices historiques sur M. M. Samuel Perrottet et Louis Agassiz. 
Lausanne 1831. S*' 20 p. (n. v., ex Pritz. Thes. I ed. p. 224); Perrottet: 
Rapport sur sa mission dans l'Inde, ä Bourbon, ä la Martinique et ä la 
Guadeloupe in Bajot et Poirre Ann. marit. et colon. Paris XXVII" annee 
3*^ scr. partie non officielle, tome I (1842) p. 897—972; Las. Mus. Deless. 
p. 89 — 94; Didot Nouv. Biogr. gener. XXXIX (1862) p. 653 — 654; Pritz. 
Thes. I ed. p. 105, 199, 246, II ed. p. 131, 244; Jacks. Guide p. 210, 
352; Cat. Sc. Pap. IV p. 835. 

Pflug, Dr., sammelte gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf St. Croix 
für Prof. Vahl in Kopenhagen, welcher mehrere neue Arten unter 
seinen Pflanzen entdeckte, und starb daselbst im jugendlichen Alter 
(noch vor 1797). 

Coli. Herbar VAm. im botan. Museum in Kopenhagen, einiges 
auch in St. Petersburg. 

Lit. Vahl Eclog. I (1797) praef. 

Picarda, Louis, (* 1848), geb. zuMeslan, D6part. Morbihan (Frank- 
reich), den 18. VII. 1848, erhielt seine Ausbildung zu Langonnet und 
Paris, studirte Theologie 1869 — 1873 am Seminar auf Martinique und war 
daselbst als Lehrer bis 1886 thätig, in seinen Mussestunden sich mit 
Conchyliologie und Entomologie beschäftigend. Am 1. September 1886 
wurde er als Professor der Naturgeschichte und der Humanität am 
College St. Martial nach Port-au-Prince auf Haiti geschickt. Hier 
widmete er sich speciell der Erforschung der Flora und machte in den 
Ferien Excursionen nach Westen hin bis Jeremie, nach Norden bis 
Gonaives und Perrodin, indem er die Berge bis zu 1600 m Höhe er- 



Pflug - riuiiiier. 101 

stieg. Im August 1898 kehrte er in Folge seines durch Fieber stark 
erschütterten Gesundheitszustandes nach Frankreich (Notre Dame de 
Langonnet) zurück. 

Coli. Herb. Kkug et Urbax (1667 Nr.). 

Lit. Briefl. Mittheilung von P.; Urb. Symb. I p. 113. 

Plaiiellas, Jose, (1850 — 1886), geb. zu Corufia (Spanien) im 
Jahre 1850, studirte an der Universität zu Santiago in Galicien und 
wurde 1879 Doctor en Cieucias naturales zu Madrid. Später er- 
hielt er den Lehrstuhl für Fhytographie und Pflanzengeographie an der 
Universität zu Habana und das üirectorat des dortigen botanischen 
Gartens. Er starb daselbst den 14. III. 1886. 

Lit. Briefl. Mittheilung von G. de la Maza. 

Pl^e, Auguste, (1787—1825), geb. zu Paris im Jahre 1787, 
war Abtheilungschef beim Secretariate des Königlichen Rathes, ver- 
zichtete aber auf dieses Amt, um die kurz vorher gegründete Stelle 
eines Avissenschaftlichen Reisenden am Museum d'histoire naturelle zu 
Paris zu übernehmen. Als solcher ging er im Februar 1820 nach 
Martinique, besuchte Guadeloupe, im Januar 1821 St. Lucia, im 
Februar 1821 St. Thomas, St. Bartheieray und St. Martin und ver- 
weilte 1822 — 1823 in Portorico. Von hier aus wandte er sich nach 
Maracaybo in Venezuela (1824) und kehrte dann nach Martinique 
zurück, wo er in Fort-Royal am 17. VIII. 1825 gerade, als er in die 
Heimath abreisen wollte, starb. 

Coli. Die Pflanzen der kleinen Antillen umfassen Nr. 1 — 765, 
ausserdem auch Pflanzen aus dem botanischen Garten zu St. Pierre auf 
Martinique, die von Portorico Nr. 1 — 1065. Hauptsammlung im Museum 
zu Paris, wo auch ein unvollständiges Handherbar aufbewahrt wird; 
zahlreiche Doubletten im botan. Museum zu Berlin (ex herb. Kunth) 
und im Herb. Krug et Urban. — Bei der Etiquettirung scheinen Irr- 
thümer untergelaufen zu sein, da manche seiner sogen. Martinique- 
Pflanzen sicher nicht von hier, sondern von Portorico stammen. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 492; Didot Nouv. Biogr. gener. XL (1862) 
p. 463 — 4G4; Linden et Planchon: Troisieme voyage de J. Linden I (1868) 
p. XL VI (mit falschem Geburtsjahre 1800, da er bereits 1811 publicirte); 
briefl. Mittheilung von J. Poisson in Paris; Pkitz. Thes. II ed. p. 248. 

Pluinier, Charles, (1646 — 1704), geb. zu Marseille (Frankreich) 
den 20. IV. 1646, trat im Jahre 1662 in den Orden der Minimes, 
studirte zuerst unter der Leitung des P. Maioxan zu Toulouse Mathe- 
matik und wurde darauf zu Rom im Kloster Trinite du Mont von 
dem Pharmacognosten Pere Philippe Serge.v^xt sowie von Franz de 
Onuphriis und Paolo (Sylvius) Boccone in die Botanik eingeführt. Nach 



102 Ign. Urban: Notac biograpliicae. 

Frankreich zurückgekehrt machte er grössere botanische Eeisen in der 
Provence und in den Alpen, wurde mit Tournefort bekannt und fertigte 
für einen neuen Finax eine grössere Anzahl von Zeichnungen an. In 
ganz andere Bahnen wurden seine Studien gelenkt, als Surian ihn aut 
einer Forschungsreise nach den französischen Antillen, die er auf Be- 
fehl König Ludwigs XIV. und im Auftrage des früheren Intendanten 
von Sto. Domingo Michel Begox ausführen sollte, wegen seines hervor- 
ragenden Zeichentalentes zum Begleiter wählte. Im Jahre 1689 reisten 
sie ab, besuchten Martinique und Haiti und scheinen sich derartig 
in ihre Aufgabe getheilt zu haben, dass Surian hauptsächlich die Pflanzen 
für das Herbar präparirte und auf ihre medicinischen Eigenschaften 
untersuchte, während P. Pflanzen und Thiere zeichnete und sorgfältig 
beschrieb. Nach achtzehnmonatlichem Aufenthalte kehrten sie zurück, 
aus unbekannten Gründen miteinander verfeindet. Surian erhielt seinen 
Abschied, P. wurde zum Botaniste du roi ernannt und bald nachher zum 
zweiten Male nach Westindien geschickt, wo er gegen sechs Monate blieb. 
Eine dritte und letzte Reise dahin führte er 1696 — 1697 aus. In der 
Zwischenzeit Avar P. ununterbrochen mit der Abfassung seiner umfang- 
reichen Werke und mit der Herstellung der zugehörigen zahlreichen, 
sorgfältig ausgeführten Tafeln beschäftigt. Dieselben erstreckten sich 
nicht bloss auf das Pflanzenreich, sondern umfassten auch das Thier- 
reich, wie: De naturalibus Antillarum 4'' 94 p. und Coelum America- 
num seu plantarum piscium volucrumque insulis Antillis et San Domi- 
nicana naturalium icones et descriptiones 92 p. u. 160 icones. Ja, er 
schrieb sogar ein Werk: L'Art de tourner ou de faire en perfection 
toutes sortes d'ouvrages au tour. Lyon 1701. Fol. 80 Taf. Leider konnte 
nur ein verhältnissmässig kleiner Theil von ihm selbst publicirt werden. 
Denn schon im Jahre 1704 erhielt er den Auftrag, nach Peru zu reisen 
und die Chinarinde zu erforschen. In Cadiz in Spanien zog er sich 
jedoch eine Pleuritis zu, welcher er am 20. XL 1704 im Alter von 
58 Jahren erlag. Das Forschungsfeld P.'s waren die Inseln Martinique 
(Fort St. Pierre, Fort Royal, Cabesterre, Grande Anse, Grand Cul de 
Sac, Quartier du Precheur, Riviere du Lamentin, Morne Rouge und 
besonders die Morne de la Calebasse) und Haiti (im südlichen Theile 
ile La Vache, die Umgebung von Leogane, Fond de Baudin, Petit und 
Grand Goive, See von Miragoane, der grosse Cul de Sac, die Anses 
ä Pitre, im nördlichen Theile die Riviere froide bis zu deren Quellen, 
Port de Paix und die gegenüberliegende Insel La Tortue oder Tortuga); 
dagegen scheint er sich auf den Inseln St. Vincent (Tract. Fil. p. 108, 
111, Jacq. Fragm. 54, 55), Guadeloupe (Tract. Fil. 180), St. Chri- 
stopher oder St. Kitts (Lam. Enc. II p. 497) und St. Thomas (ed. 
Burm. p. 27) nur sehr kurze Zeit aufgehalten zu haben. 



Plumier — Poiteau. 103 

Coli. P. selbst hat kein Herbar hinterlassen; als Originalien können 
in Bezug auf die erste Reise die zehn Centurien Pflanzen des Herb. 
SuRiAN im Museum zu Paris angesehen werden. 

Lit. Plum. Nov. Gen. Praef.; Plum. ed. Burm. Praef.; Labat Voy. 
I ed. IV (1722) p. 10, 24, et ed. gerra. IV p. 341, 346; Spreng. Hist. 
lei herb. II p. 238; J. E. Süith in Rees Cyclop.; Biogr. univ. anc. et mod. 
XXXV (1823) p. 93; Biogr. univ. class. III (1829) p. 2404; Las. M\is. 
Deless. p. 487 — 488; Didot Nouv. Biogr. gener. XL (1862) p. 499 — 501; 
Britz. Thes. II ed. p. 249; Jacks. Guide p. 354, 359; Urb. Symb. I p. 123 
bis 130. 

Poeppig, Eduard Friedrich, (1798 — 1868), geb. zu Plauen in 
Sachsen (Deutschland) den 16. VII. 1798, erhielt seine Gymnasialbildung 
in Leipzig und auf der Landesschule zu Grimma, studirte 1815 — 1822 
in Leipzig Medicin und Naturgeschichte und wurde hier 1822 zum Dr. 
med. promovirt. In demselben Jahre trat er eine grössere Forschungs- 
und Sammelreise nach Amerika an. 1822 — 1824 hielt er sich in Cuba 
auf und botanisirte besonders bei Matanzas, Limonar (Lemonal), auf der 
Loma de Caverna, bei Sumidero, Cahoba, S. Anna-Cavalleros, S. Elena, 
am Berge Sabanasso und an den Lagunen von Las Piedras; 1824 bis 
1826 besuchte er Pennsylvanien, 1827—1829 Chile, 1829 — 1832 
Peru und den Amazonas und kehrte im October 1832 von Parä aus 
nach Europa zurück. Im Jahre 1833 wurde er ausserordentlicher Pro- 
fessor in Leipzig, 1834 Director des zoologischen Museums, 1846 ordent- 
licher Professor der Zoologie und starb den 4. IX. 1868 auf seiner 
Villa in Wahren bei Leipzig. 

Coli. Die Gesammtausbeute der Reise an getrockneten Pflanzen 
betrug ca. 17 000 Exemplare in ca. 4000 Arten. Die Sammlungen der 
drei ersten Reisen wurden von G. Kunze in Leipzig vertheilt; eine der 
besten besitzt Berlin. Von Peru und dem Amazonas hat das Wiener 
Hofmuseum 1846 das Hauptexemplar erhalten (P.'s eigenes Herbar, 
vergl. Botan. Zeitg. IV. 1846 p. 608); Dupla finden sich in Petersburg 
(Botan. Garten und Akademie), Leipzig, Berlin, bei deCandolle, Boissier- 
Bakijey, Delesseet in Genf, in Kiel, Paris, Halle, Brüssel. 

Lit. Dr. Whistling: Eduard Poeppig in Leipziger Illustr. Zeitung LI 
(1868) p. 243 — 245 mit Bildniss; F. Ratzel: Eduard Poeppig in Mittheil. 
Ver. für Erdkunde zu Leipzig 1887 p. 3 — 17 mit Bildniss und in Allgem. 
Deutsche Biograph. XXVI (1888) p. 421 —427; Ign. ürban: Eduard Poeppig 
in Engl. Bot. Jahrb. XXI Beibl. 53 p. 3 — 29 mit Bildniss et Symb. I p. 130 
bis 131; Pritz. Thes. II ed. p. 250; Jacks. Guide p. 374, 377. 

Poiteau, Pierre Antoine, (1766 — 1854), geb. zu Ambleny bei 
Soissons (Frankreich) den 23. IIL 1766 von sehr armen Eltern, wurde 
Gärtner, erhielt nach wechselvollen Schicksalen 1790 im Jardin des plantes 
unter Andr6 Thouin Beschäftigung und zwei Jahre später die Aufsicht 



104 Ign. Urban: Notae biographicae. 

über die Ecole de botanique. Mit eisernem Fleisse ergänzte er hier 
die Mängel seiner Ausbildung, lernte Latein, Zeichnen und Malen und 
hörte die Vorlesungen des Museums, das alles neben seiner Berufs- 
thätigkeit in einem Zeitraum von nur drei Jahren. Im April 1796 trat 
er auf Veranlassung Thouin's von Rochefort aus seine erste Reise nach 
Haiti an und Hess sich im Norden der Insel, in Cap (Haytien) nieder. 
Da aber die officielle Bestallung als Botaniker von Seiten der franzö- 
sischen Regierung ausblieb, so fand er keine Unterstützung beim franz. 
Gouvernement der Insel, sondern fristete mehrere Jahre kümmerlich sein 
Leben theils als Schreiber bei der Marineverwaltung, theils durch An- 
fertigung von Zeichnungen für die Festungswerke. Er erhielt zwar den 
Auftrag, in Cap einen botanischen Garten anzulegen, dessen Director 
der Botaniker Abbo de la Haye werden sollte, empfing aber für die 
fünfmonatliche Thätigkeit keinen Pfennig und musste deshalb seine Arbeit 
einstellen. Erst unter dem Gouverneur General Heuouville und unter 
seinem Nachfolger, dem Agenten Roume, verbesserte sich seine Stellung, 
indem diese ihn für Anlegung von Herbarien regelrecht besoldeten. Als 
aber letzterer von dem Negergeneral Toussaint Louverture eingekerkert 
wurde, war P. wieder von allen Mitteln entblösst. Da machte er die 
Bekanntschaft des Consuls der Vereinigten Staaten, Edward Stevexs, 
eines grossen Pflanzenliebhabers, der sich seiner auf das wärmste an- 
nahm. Jetzt erst begann eine planmässige Erforschung des nördlichen 
Theiles von Haiti. P. sammelte, trocknete und beschrieb die Pflanzen, 
TuRPiN, bis dahin Sergeant in dem in Haiti stationirten Bataillon Calvados, 
zeichnete sie unter Leitung P.'s nicht nur nach ihrem Habitus, sondern 
auch mit allen analytischen Details. Sie Hessen sich sechs Monate lang 
in Sainte-Suzanne nieder, kehrten auf drei Monate zum Cap zurück, 
blieben ein Jahr auf der benachbarten Insel La Tortue bei einem 
reichen Eigenthümer de Labattüe und kamen dann wieder zum Cap, 
wo sie bis Ende 1800 botanisch thätig waren. Stevens erhielt für seine 
pecuniären Unterstützungen von P. die Hälfte der gesammelten Pflanzen 
und von Turpin die fast 300 Tafeln umfassenden Zeichnungen. Mittler- 
weile waren die politischen Verhältnisse unter Toussaint Louverture, 
der sich von der franz. Regierung fast ganz unabhängig gemacht hatte, 
so ungünstig geworden, dass P. über Philadelphia nach Frankreich zu- 
rückkehrte, Avo er gegen Ende des Jahres 1801 mit ca. 1200 Pflanzen- 
arten in 6 — 7000 Exemplaren, den Beschreibungen derselben, 700 Arten 
Sämereien und Früchten, sowie zahlreichen Zeichnungen wieder eintraf. 
— Bald nach seiner Rückkehr unterbreitete P. der Direction des Museum 
d'histoire naturelle den Plan zu einer zweiten Expedition nach Haiti. 
Man ging darauf um so bereitwiUiger ein, als der koramandirende General 
der franz. Armee in Haiti Leclerc einen ganz ähnlichen Wunsch an den 



Poiteau. 105 

Minister Chaptal gerichtet hatte: es sollten zwei Zoologen, ein Chemiker 
und Pharmaceut, ein Mineraloge, ein Geologe, Nectoux als Director des 
botanischen Gartens, Poiteau als Botaniker sowie mehrere Gärtner hin- 
geschickt werden. Die Verhandlungen darüber zogen sich bis Anfang 
1803 hin; gerade damals aber ging die Insel den Franzosen für immer 
verloren. — In den folgenden Jahren beschäftigte sich P. , meist in Ge- 
meinschaft mit seinem Freunde Tukpix, mit der Abfassung mehrerer 
grösserer reich illustrirter "Werke (Traite des arbres fruitiers, Histoire 
naturelle des oranges, Flore parisienne), leitete die Culturen im botani- 
schen Garten der Ecole de Medecine und wurde 1815 Chef der Pepinieres 
zu Versailles. — Im Jahre 1819 ging P. als Botaniste du roi und Director 
der Culturen, speciell des Gartens der Epiceries (genannt La Gabrielle) 
nach Französ. Guyana, wurde aber in seiner Thätigkeit durch admini- 
strative Maassregelungen bedeutend eingeschränkt. Dessungeachtet brachte 
er bei Cayenne, in der Umgebung der Gabrielle und auf einer Expe- 
dition an den Ufern der Mana bis zum Jahre 1822, wo er vom Gouver- 
neur zur Aufgabe seiner Stelle gezwungen wurde, ein Herbar von mehr 
als 1000 Arten in ca. 12 Exemplaren mit zahlreichen Zeichnungen und 
Beschreibungen und eine grosse Sammlung von Säugethieren, Vögeln, 
Eeptilien und Mollusken zusammen. Nach vergeblichen Versuchen, eine 
Anstellung am Jardin des plantes zu erhalten, gelang es P. 1830 end- 
lich, Professor am landwirthschaftlichen Institut zu Fromont zu werden. 
In dieser Stellung publicirte er noch zahlreiche Werke über Gartenbau, 
war Redacteur des Bon Jardinier und der Annales de la Societe d'horti- 
culture und starb, nachdem er in den letzten Jahren von einer Pension 
der letztgenannten Gesellschaft gelebt hatte, den 27. IL 1854 zu Paris. 

Coli. Hauptsammlung der Haiti -Pflanzen im Museum zu Paris 
(auch im Herb. JrssiEu); Dupla im Herb. Delessert, de Caxdolle, Herb. 
Richard (jetzt Drake del Castillo), in der Academy of Natur. Sciences 
zu Philadelphia, Herb. Krug et Ueban (340 Nr., hier und in Phila- 
delphia ex herb. Stevens), Florenz (ex herb. Webb), Leiden (ex herb. 
Persoon), Petersburg, Museum zu Neuchätel, herb. Willdenow zu Berlin 
(unter RüDOLPm); über den Verbleib der zugehörigen Zeichnungen und 
descriptiven Aufnahmen ist nichts bekannt. — Die Hauptsammlung von 
Guyana im Herb. Richard (jetzt Drake del Castillo) und Herb. Delksskrt 
in Genf, Doubletten in Paris, wo auch die Zeichnungen und Manuskript- 
beschreibungen sind, St. Petersburg, Kew. — Die Sammlungen sind 
niemals im Zusamraeniiange bearbeitet worden. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 222, 266 — 268; J. Decaisne: Notice sur 
M. A. Poiteau in Rev. hortic. IV ser. vol. III (1854) p. 115; F. Lakousse 
Grand Dictionn. univ. XII (1874) p. 1275; Rousselon in Ann. Soc. d'hortic. 
de Paris 1854 (n. v.); Sarg. Silva II p. 75; Ed. Bureau: Etüde biographiqiie 



106 Ign. Uhban: Notae biographicae. 

sur le Botaniste Pierre -Antoike Poiteau in Nonv. Archiv, du Musenm III ser. 
vol. IX (1897) p. 1 — 94 mit Porträt auf S. 3 (ich bin dieser sehr sorg- 
fältigen Arbeit gefolgt, welche viele Irrthümer der anderen Biographen auf 
Grund eines umfangreichen Quellenstudiums richtig stellt); Pritz. Thes. II ed. 
p. 93, 250, 2C4; Jacks. Guide p. 128, 421; Cat. Sc. Pap. IV p. 969 — 970; 
Urb. Symb. I p. 93, III p. 10. 

Poiithieu, de, sammelte vor 1786 in Jamaica, Antigua, Bar- 
buda, Montserrat, Guadeloupe, Grenada und Tobago. 

Coli. Herb. Banks im British Museum, Herb. Delessert in Genf 
(ex herb. Lambert), einiges auch im Herb. Swartz in Stockholm. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 266. 

Powell, Henry, (*1864), geb. zu Goodrich, Herefordshire, in Eng- 
land den 13. III. 1864, war Gärtner zu Kew und ist seit 1890 Curator 
des neuen botanischen Gartens in St. Vincent, wo er hauptsächlich 
1891 — 1893 sammelte. 

Coli. Kew, einiges im Herb. Krug et Urban. 

Lit. D. Morris in Kew Bull. Add. Ser. I (1898) p. 93; briefl. Mit- 
theilung durch D. Morris. 

Prax, (? — 1858), kam als französischer Vice-Consul 1852 nach 
Haiti, sammelte besonders 1854 in der Umgebung der Stadt Gonaives 
und wahrscheinlich auch auf der gegenüberliegenden Insel gleichen 
Namens. Er starb daselbst 1858, nachdem er vorher Frau und Kind 
verloren hatte. 

Coli. Museum in Paris, einiges im Herb. Krug et Urban. 

Lit. Briefl. Mittheilung von Herrn W. Buch. 

Prciileloup, L. A., (? bis ca. 1885), lebte als Apotheker 1853 bis 
1869 auf Sto. Domingo (wahrscheinlich in der Hauptstadt selbst) und 
zog sich dann nach Pully bei Lausanne (Schweiz) zurück, wo er um 
1885 starb. Sein Herbar (ca. 1054 Nr.) schenkte er testamentarisch der 
Universität Lausanne. 

Coli. Kantonal-Museum (Cabinet de botanique) zu Lausanne, Dou- 
bletten im Herb. Krug et Urban (320 Nr.) und Boissier-Barbey. 

Lit. Briefl. Mittheilung des Prof. .1. B. Schnetzler in Lausanne. 

Prestoe, Henry, in Kew Gardens ausgebildet, war 1864 — 1886 
als Nachfolger von H. Crüger Superintendent des botanischen Gartens 
in Trinidad, gab im letztgenannten Jahre seine Stellung auf und lebt 
seitdem als Pensionär in England. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. J. H. Hart: Ann. Rep. Bot. Gard. Trinid. 1887 p. 9; Kew Bull, 
add. ser. I p. 56; Cat. Sc. Pap. XI p. 63; Urb. Symb. I p. 131. 



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U l^u 



p]. Jhur^i 



Ponthieu — Purdie. 107 

Prior, Richard Chandler Alexander, (* 1809), geb. in Corsham bei 
Bath (England) den 6. III. 1809, wurde in Charterhouse erzogen, in 
Oxford graduirt, 1840 Fellovv of the London College of Physicians, gab 
aber schon 1841 seine medicinische Praxis auf, um nach Gratz zu über- 
siedeln und drei Jahre lang Botanik zu studiren. Er sammelte in den 
Alpen, Croatien und Dalmatien, Italien und Sicilien. Im Jahre 1846 
begab er sich .auf zwei Jahre nach dem Capland, konnte jedoch seine 
botanischen Ausflüge wegen des Kaffernkrieges nicht über Graharastown 
ausdehnen. 1849 ging er nach Canada und den Vereinigten Staaten 
und von da im November nach Jamal ca, wo er bis August 1850 blieb 
und die Blue Mountains und den nördlichen Theil der Insel (Moneague) 
erforschte. Seitdem machte er verschiedene kürzere Reisen nach Italien, 
Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich und Deutschland. 1849 
fügte er nach dem Tode eines nahen Verwandten den Namen „Prior" 
seinem eigenen (Alexander) hinzu. In den letzten 40 Jahren lebt er 
theils in London, theils auf seinem Landsitze bei Taunton, mit literari- 
schen Arbeiten beschäftigt (Populär names of British Plants cf. Journ. 
of Bot. XVIII. 1880 p. 25, Geschichte des Croquet- Spiels, Uebersetzung 
von Ancient Danish Ballads). 

Coli. Die Jamaica- Pflanzen in Kew, herb. Grisebach (Göttingen), 
Krug et Urban (hier ca. 350 Arten). 

Lit. Brief!. Mittheilung von P.; Peitz. Thes. II ed. p. 253; Jacks. Guide 
p. 10, 218; Cat. Sc. Pap. I p. 43 — 44, VI p. 564; Ukb. Symb. I p. 57. 

Purdie, AVilliam, (?^ — 1857), geb. in Schottland, lernte im bota- 
nischen Garten in Edinburgh unter W. Mag Nab, war darauf in Kew 
thätig und ging im Auftrage Sir William Hooker's Mai 1843 als Sammler 
von lebenden und Herbarpflanzen nach Jamaica. Während eines ein- 
jährigen Aufenthaltes daselbst durchstreifte er die ganze Insel und durch- 
forschte die Flora derselben eingehender als irgend ein anderer Botaniker 
dieses Jahrhunderts. Von da begab er sich auf Anregung von J. Lixdex, 
der ihn auf der Rückkehr vom Festlaude im April 1844 in Jamaica 
traf, kurz nachher nach Santa Marta in Neu-Granada, wo er zweimal 
die Sierra Nevada bestieg und dann die Provinzen Bogota und das Thal 
des Rio Magdalena besuchte (1844 — 1845). Im Jahre 1846 wurde er 
als Nachfolger von Lückhart Government's Botanist und Superintendent 
des botanischen Gartens auf Trinidad. 1851 machte er noch einmal 
eine Reise in das Innere von Venezuela und zu Informationszwecken 
1854 eine solche nach Portorico, und starb in Trinidad am 10. X. 1857. 
Einige seiner Pflanzen stammen auch von den Inseln Tobago, Guade- 
loupe und Montserrat. 

Coli. Kew Herbarium, Doubletten von Jamaica im Pariser Museum 
(ex herb. W. Hooker, ohne Angabe des Sammlers), einiges im Herb. Krug 



108 Ign. Urban: Notao biograpliicae. 

et Urban, einige Bruchstücke im Herb. Grisebach (Göttingen), Pflanzen 
von Trinidad auch in Florenz. 

Lit. W. PuRDiE in Hook. Lond. Journ. Bot. HI (1844) p. 501 — 533, 
IV (1845) p. 14 — 27, VI (1847) p. 40; Seem. in Bonplandia V (1857) 
p. 364; Linden et Planchon: Troisieme voyage de J. Linden I (1863) 
p. LX — LXI; J. H. Hart in Ann. Rep. Bot. Gard. Trinidad 1887 p. 9; 
Britt. and Boulg. p. 139; Kew Bull. Add. ser. I p. 55; Britz. Thes. II ed. 
p. 254; Cat. Sc. Pap. V p. 43; Urb. Symb. I p. 132. 

Pursli (hiess eigentlich Pursch), Friedrich Traugott, (1774 bis 
1820), geb. zu Grossenhayn in Sachsen (Deutschland) den 4. IL 1774, 
beschäftigte sich in Dresden mit Naturwissenschaften, besonders mit 
Botanik und empfing seine gärtnerische Ausbildung in dem dortigen 
Königlichen Garten unter Hofgärtner Seidel. Im Jahre 1799 ging er 
nach Nordamerika, um in Baltimore die Anlage eines grösseren Gartens 
zu leiten, erhielt dann die Aufsicht über den damals in grossem An- 
sehen stehenden Garten von William Hamilton in Philadelphia (1802 
bis 1805) und wurde mit Mijhlenberg, Marshall, Bartram, Barton, 
Le Conte und anderen berühmten Botanikern bekannt. Von dem leb- 
haftesten "Wunsche beseelt, die Erforschung der nordamerikanischen Flora 
fortzuführen und Michaux- Richard 's Flora durch ein vollständigeres 
Werk zu ersetzen, durchstreifte er 1805 — 1806 einen grossen Theil der 
Oststaaten von Maryland bis Carolina und von Pennsylvanien bis New 
Hampshire. Während er die Materialien für die Publikation vorbereitete, 
Avurde ihm 1807 die Direction des botanischen Gartens in New York, 
welcher gerade damals aus dem Privatbesitze des Prof. Hosack für den 
Staat angekauft Avorden war, übertragen. In Folge eines schweren Fieber- 
anfails, der seine Kräfte erschöpft hatte, machte er 1810 — 1811 eine 
Reise nach Westindien und besuchte Barbados, Martinique, Domi- 
nica, Guadeloupe und St. Barthelemy. Nach dreijährigem Aufent- 
iialte in England (1811 — 1814), wo er seine Flora von Nordamerika 
nach vergleichenden Studien in den dortigen grossen Herbarien zum 
Abschlüsse brachte und publicirte, begab er sich zur Fortsetzung seiner 
botanischen Untersuchungen nach Canada und starb am 11. VII. 1820 
zu Montreal. 

Coli. Sein Herbar ging in den Besitz von A. B. Lambert über und 
wurde nach dessen Tode 1843 im Einzelnen verkauft. 

Lit. F. Pursh: Flora Americae septentrionalis vol. I (1814) Preface; 
Regensb. Flora I (1818) p. 357, III (1820) p. 542, X (1827) p. 192, 491 
bis 496 (Nachriclit von seinem Bruder Carl August Pursch über das Leben 
von Friedrich P., worin auch die berichtigende, aber später fast ganz über- 
sehene Mittheilung, dass er nicht in Sibirien, sondern au dem genannten 
Orte geboren ist), 528; Las. Mus. Deless. p. 460 — 461; F. Pursh: Journal 
of a botanical excursion in the northern parts of the states of Pennsylvania 



Vi/, ^wa;-. ^ri. Au 



;._ ^ ^c^ ^-^^ -^ '^'^ •''^-'--^ '^- -^ -^^ ^-^- ^^ 



Pursh — Read. 109 

and New York, during the year 1807, Philadelphia 1869, edited by Thomas 
P. James (n. v.); F. S. Brake Dict. Amer. Biogr. (1872) p. 746; Sarg. Silva 
II p. 39; Harshberger Botan. Philad. (1899) p. 113—117; Pritz. Thes. 
II ed. p. 254 — 255; Jacks. Guide p. 354, 365, 409, 443. 

ßamage, G. A., aus Edinburgh, begleitete H. N. Ridley und den 
Rev. T. S. Lea iin Jahre 1887 auf ihrer Expedition nach Pernambuco 
(Brasilien) und Fernando Noronha. Im Auftrage des brittischen 
Committee für die Erforschung der Fauna und Flora Westindiens sam- 
melte er sodann 1888 — 1889 in Dominica und Sta. Lucia, kehrte 
aber im Mai des letztgenannten Jahres in Folge von Kränklichkeit nach 
England zurück. 

Coli. British Museum (hier die Hauptsammlung der brasil. Reise), 
Kew Herbarium (hier die westindische Sammlung am besten vertreten), 
die Pflanzen von Westindien auch im Herb. Krug et Ukbax (ca. 600 Nr.). 

Lit. Ridley in Journ. Linn. See. XXVII (1891) p. 1 — 2; Urb. Symb. I 
p. 136 — 137. 

Bamoii de la Sagra cf. Sagea. 

Ravn, Peter, (? — 1839), geb. in Dröbak (Norwegen), machte 1816 
das chirurgische Examen, ging 1819 nach St. Thomas, wo er 1830 als 
Garnisonschirurg und 1834 als Regimentschirurg angestellt wurde, und 
starb daselbst am 26. IV. 1839. Er sammelte auf St. Thomas, St. Croix, 
St. Jan und Vieques (Grab Island). 

Coli. Bot. Museum zu Kopenhagen, einiges im Herb, de Candolle 
in Genf. 

Lit. Krebs Bidr. St. Tliom. p. 291; Kiaersk. in Bot. Tidsskr. Kopenh. 
XXIII (1900) p. 43. 

Rawsoii, Sir Rawson William, (1812 — 1899), geb. in London den 
8. IX. 1812, bekleidete höhere Stellungen im englischen Colonialdienste 
und zwar in Mauritius, im Caplande, seit 1864 auf den Bahamas, 
war bis 1875 Gouverneur der Windward Islands (Barbados) und 
starb in London den 20. XL 1899. Sein Hauptinteresse wandte er den 
Farnen zu; in Verbindung mit Dr. Pappe publicirte er unter anderem 
1858 eine Synopsis Filicum Africae australis. 

Coli. British Museum, Kew, Dupla von den Bahamas (a. 1867 bis 
1868) und von Grenada (a. 1870 — 1872) in Berlin. 

Lit. Bbitten's Journ. of Bot. XXXVIII (1900) p. 63; BuU. Mise. Inf. 
Kew 1899 p. 221 — 222; Jacks. Guide p. 347; Cat. Sc. Pap. VIII p. 708, 
XI p. 116; Urb. Symb. I p. 38. 

Read, James, nordamerikanischer Schiffsofficier, sammelte auf 
Cuba, Portorico, St.Thomas, St. Croix, Guadeloupe undCuraQao, 
sowie in China. 



110 Ign. Urban: Notae biogiaphicae. 

Coli. Acad. of Nat. Scienc. in Philadelphia, die westindischen 
Pflanzen, deren Ursprung in Bezug auf die einzelnen Inseln nicht 
immer ganz sicher scheint, auch im Herb. Krug et Urban. 

ßeade, Oswald A., Pharraaceut bei dem Royal Naval Hospital 
auf den Bermudas, sammelte daselbst um 1880. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. ÜRB. Symb. I p. 134. 

ßees, Rev. T. L., sammelte bei Oxford in St. Elizabeth Parish auf 
Jamaica Farne, welche von G. S. Jenman in seiner Synoptical list be- 
arbeitet wurden. 

Reid, James, Quaker, wurde 1692 auf Kosten des Königs Wilhelm 
von England nach Barbados geschickt und sammelte dort. 

Coli. Herb. Sloane im British Museum. 

Lit. W. B. Hemsley in Bbitt. Jonrn. of Bot. XXI (1883) p. 259 (hier 
„Read" und „Reede" geschrieben); Britt. and Boulg. p. 141. 

Rein, Johannes Justus, (* 1835), geb. zu Rauenheim am Main im 
Grossherzogthum Hessen (Deutschland) den 27. I. 1835, studirte 1853 
bis 1855 an der Universität Giessen , war 1858 — 1860 Lehrer an der 
Ritter- und Domschule der esthländi sehen Ritterschaft zu Reval und 
machte 1860 Reisen in Finnland und Skandinavien. Nachdem er im 
Winter 1860 — 1861 seine Studien in Giessen wieder aufgenommen 
und in Rostock promovirt hatte, lebte er vom Sommer 1861 — 1863 als 
Erzieher der Söhne des Gouverneurs Sir Harry Oku auf den Bermudas. 
1872 machte R. mit Prof. Freiherrn Karl vox Fritsch eine Studienreise 
nach den Can arischen Inseln und dem marokkanischen Atlas, 1873 
bis 1875 bereiste er im Auftrage der preussischen Regierung Japan. 
Im April 1876 wurde er Professor der Erdkunde in Marburg, Herbst 
1883 in Bonn. Von hier aus besuchte er 1897 Transkaspien, Tur- 
kestan und die russischen Culturversuche zu Tschakwa bei Batum. 
Ausserdem hatte er sich in den Jahren 1872 — 1892 viermal zu Studien- 
zwecken in Spanien aufgehalten. 

Coli. Hauptsammlung der Gefässpflanzen von den Bermudas im 
Herb. Grisebach zu Göttingen, Doubletten (189 Nr.) im Berliner Museum; 
die Algen von dort im Herb, des botanischen Gartens zu Dublin (ex 
Herb. Harvey), Doubletten im Berliner Museum und bei Prof. Noll in 
Bonn. — Die Pflanzen von Japan im Pariser Museum? und in Berlin 
und St. Petersburg, die europäischen und marokkanischen in Berlin. 

Lit. W. B. Hemsl. Bot. Chall. Exp. (1884) p. 6; briefl. Mittheilung 
von R.; Cat. Sc. Pap. VIE p. 723, XI p. 133; Urb. Symb. I p. 135. 

Reynoso, Alvaro, (1830 — 1889), geb. in Durän auf Cuba im 
Jahre 1830, wurde im Colleg zu San Cristobal erzogen und ging 1847 



^■1.^^^ :._^MI 



Reade — Richard. 111 

nach Paris, um Chemie zu studiren. Hier erhielt er 1854 einen Preis 
für seine Untersuchungen über das Chloroform und promovirte zum Dr. 
der Wissenschaften. In seine Heimath zurückgekehrt widmete er sich 
besonders der Förderung des Landbaus auf der Insel und veröffentlichte 
verschiedene diesbezügliche Arbeiten. Sein Hauptvperk: Ensayo sobre 
el cultivo de la cana de azucar, welches ein Libro de oro der cubani- 
schen Hacendados genannt wurde, erschien 1862 und wurde 1878 in 
dritter Auflage herausgegeben. Er starb den 11. VIII. 1889. Grisebach 
widmete ihm die Gattung Reynosia. 

Lit. F. Calcagno Dicc. biogr. Cubano (1878) p. 542; Sarg. Silva II 
p. 19; briefl. Mittheilung von G. de la Maza; Cat. Sc. Pap. V p. 181—182, 
Vm p. 741, XI p. 163; ürb. Symb. I p. 138. 

ßeynoso, Antonio, lebte um 1833 in Guanimar auf Cuba und 
sammelte für Ramon de la Sagra (vergl. diesen). 
Lit. ÜRB. Symb. I p. 143. 

Ricliard, Louis Claude Marie, (1754 — 1821), geb. zu Auteuil 
(Frankreich) den 4. IX. 1754 als ältester Sohn des dortigen Hofgärtners 
Claude R. und Neffe des Vorstehers des Gartens zu Trianon, verliess 
das elterliche Haus, weil er sich nicht nach dem Wunsche seines Vaters 
dem geistlichen Stande widmen wollte, besuchte das College Mazarin 
zu Paris, studirte dann Mineralogie, Zoologie, vergleichende Anatomie 
und besonders unter Berxhard de Jussieu Botanik und erwarb sich 
nebenbei nicht nur den Lebensunterhalt, sondern selbst ein kleines Ver- 
mögen durch Zeichnen von Gartenplänen. Im Jahre 1781 wurde er 
auf den Vorschlag der Akademie der Wissenschaften von dem König 
Louis XVI. nach Guyana geschickt, um Nutzpflanzen aus der alten 
Welt dort einzuführen und auf den französischen Antillen zu verbreiten. 
Von Cayenne aus machte er 1785 eine Reise nach Brasilien (Parä) 
und besuchte alsdann vom Februar 1786 bis November 1787 die Inseln 
Martinique, Guadeloupe, Antigua, Barbuda, Anguila, St. Croix, 
Tortola, St. Jan, St. Thomas, Portorico, Haiti, begab sich darauf 
wieder nach Guyana und kehrte im Frühjahr 1789 mit reichhaltigen 
Schätzen aus dem Pflanzen-, Thier- und Mineralreiche und vielen Zeich- 
nungen nach Frankreich zurück. Hier aber standen jetzt andere Männer 
an der Spitze der Regierung und des Museums, die von R.'s Mission 
nichts wissen wollten und sich weigerten, die aus eigenen Mitteln für 
die Reise gemachten Auslagen zu ersetzen. In Folge dessen verlor er 
die Lust, seine zahlreichen Entdeckungen zu publiciren, und musste 
zum Planzeichnen zurückkehren, um sich den Lebensunterhalt zu ver- 
schaffen. Im Jahre 1795 endlich, als Fourcroy die Ecole de M6decine 
gegründet hatte, erhielt er die botanische Professur an derselben, legte 



112 Ign. Urban: Notae biographicae. 

einen kleinen botanischen Garten an und bildete eine Reihe Schüler aus. 
Die wenig zahlreichen, aber hervorragenden Arbeiten, welche von ihm 
erschienen, standen nach dem Zeugnisse der Zeitgenossen in gar keinem 
Yerhältnisse zu dem, was er auf botanischem und zoologischem Gebiete 
wirklich erforscht hatte. Nach längerer Krankheit starb er den 7. VI. 
1821 zu Paris. 

Coli. Sein ausgezeichnetes Herbar ging in den Besitz seines Sohnes, 
AcHiLLE Richard, dem Bearbeiter der Phanerogamen in Sagra's Historia 
de Cuba, über. Nach des letzteren Tode (1854) wurden die Sammlungen 
von Vater und Sohn, von denen das Herbarium guyanense-antillanum 
2604, das Herb, cubense (Ramon de la Sagra, Linden etc.) 4464 Arten 
nebst zahlreichen Doubletten umfasste, 1856 von dem Grafen Albert 
DE Franqueville in Paris angekauft, welcher sie den Botanikern in libe- 
ralster Weise zum Studium überliess. Als dieser gestorben war, kaufte 
1891 Drake DEL Castillo in Paris das Herbar und übergab einen Theil 
davon dem Pariser Museum. Doubletten sind im Herb. Vahl in Kopen- 
hagen, Herb. Willdenow in Berlin und im Herb. Cosson in Paris. 

Lit. K. S. Kunth: Notice sur Louis -Clatjue- Marie Richard. Paris 1824. 
8° 23 p. (ex Pritz. Thes. I ed. p. 145); Auszug daraus in Hook. Journ. of 
Bot. IV (1842) p. 423—433 (mit Porträt); G. Cuvier: Eloge bist, de 
M. Richard in M^m. du Museum d'hist. nat. XII (1825) p. 349—366 et in 
Mem. Acad. Scienc. VII (1827) p. CXCIV — CCXII; Las. Mus. Deless. p.474; 
Dict. Scienc. nat. vol. LVI (1845) p. 211 — 212; Didot Nouv. Biogr. gener. 
XLII (1863) p. 184 — 187; Sagot in Ann. Sc. nat. VI ser. vol. X (1880) 
p 366; die besuchten Inseln gegenüber den irrthümlichen Angaben der Autoren 
nach Herbaretiquetten ; Pritz. Thes. II ed. p. 48, 97, 263; Jacks. Guide p. 8, 
36, 129, 354, 508; Cat. Sc. Pap. V p. 187; über das Herb. Richard briefi. 
Mittheilung von Drake del Castillo in Paris und ex Hook. Journ. of Bot. 
and Kew Mise. VIII (1856) p. 81 — 82, sowie Botan. Zeitung XIV (1856) 
p. 151- 152. 

Ricksecker, Alfred Edmund, (* 1869), geb. zu West Salem in 
Illinois (U. S. A.) den 10. XII. 1869 als Sohn des Rev. Jos. J. R. und 
der folgenden, graduirte 1894 am Oberlin College zum Bach. Art. und 
wurde daselbst Assistent für Botanik. October 1895 bis September 1896 
hielt er sich in St. Croix auf und wurde 1900 zum Professor of Science 
am Wilton College in Iowa berufen. 

Coli. Vollständigste Sammlung im Field Columbian Museum in 
Chicago, ferner im National Museum in Washington, Miss. Bot. Garden 
in St. Louis, Gray Herbarium in Cambridge, Universitätsher bar in Min- 
neapolis. Herb. Krug et Urban (386 Nr.), Bot. Garten in Edinburgh, 
Oberlin College in Ohio. 

Lit. Briefl. Mittheilung von A. E. R. 



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Richard — Ritter. 113 

ßicksecker, Mrs. Leonora Agnes, (* 1849), geb. zu Nazareth in 
Pennsylvanien (ü. S. A.) den 4. I. 1849, besuchte die Moravian Parochial 
Schools, graduirte am Young Ladies' Seminar zu Beth, Pa., und ver- 
heirathete sich 1867 mit dem Rev. Jos. J. Ricksecker. 1893 — 1897 hielt 
sie sich in St. Croix auf und sammelte, von ihren beiden Söhnen Fraiv'k 
und Paul unterstützt, 1896 — 1897. 

Coli. A^ollständigste Sammlung im Field Columbian Museum in 
Chicago, ferner im botan. Garten zu Edinburgh und im Herb. Krug et 
URB.UN (415 Nr.). 

Lit. Brief! . Mittheilung ihres Sohnes A. E. R. 

ßiedle, Anselme, geb. ca. 1775 zu Yrsee bei Ausbourg (wo?), 
begleitete als Gärtner des Jardin des plantes mit dem Auftrage, haupt- 
sächlich lebende Pflanzen und Samen zu sammeln, die französische 
Expedition unter Kapitän Baudix nach den canarischen Inseln, Tri- 
nidad, St. Thomas und Portorico 1796 — ^1798 (cf. Ledru) und eine 
andere unter demselben Kapitän, welcher Leschenault de la Tour als 
Botaniker und Guichenot und Sautier ebenfalls als Gärtner beigegeben 
waren, nach Australien und Timor 1801 — 1803. 

Coli. Museum zu Paris, vieles auch im Berliner Museum (ex herb. 
Kunth) und Herb. Krug et Urban; die Pflanzen von Timor im Museum 
zu Paris, Doubletten im Herb. Delessert. 

Lit. Decaisne in Nouv. Arch. du Mus. d'hist. nat. Paris III (1834) 
p. 335 — 336; Las. Mus. Deless. p. 271, 490 — 491; Urb. Symb. I p. 94 — 95. 

Riise, Albert Heinrich, (1810 — 1882), geb. zu Aero in Dänemark 
den 11. IX. 1810, Apotheker, ging als solcher nach St. Thomas, wo 
er Pflanzen und Conchylien sammelte, kehrte 1870 nach Kopenhagen 
zurück und starb daselbst den 18. X. 1882. 

Coli. Botan. Museum zu Kopenhagen. 

Lit. KiAEESK. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XXIII (1900) p. 43—44. 

Ritter, Karl, (1800 — ?), geb. zu Luugwitz bei Dresden im Jahre 
1800, machte seine gärtnerischen Studien in Dresden und Leipzig, wurde 
Hofgärtner in AVien und ging 1820 auf Kosten des Kaisers Franz I. 
von Oesterreich nach dem nordwestlichen Haiti, um für die kaiser- 
lichen Gärten und Hof- Naturalien -Cabinete Sammlungen zu veranstalten. 
Er hielt sich vom April 1820 bis Ende Februar 1821 auf der Insel 
auf, hauptsächlich in der Umgebung von Cap Haitien, zuletzt bei Gonaives 
und südwärts bis St. Marc. Nach seiner Rückkehr trat er wieder bei 
der K. K. Garten Verwaltung als Hofgärtner ein und wurde 1832 Garten- 
director beim Grafen Ludwig Sz^chexyi in Pressburg. Durch eine rege 
literarische Thätigkeit, sowie durch die Anlage zahlreicher Gärten auf 
den Gütern der ungarischen Magnaten hat er sehr fördernd auf die Ent- 

ürban, Symb. ant. III. 8 



114 Ign. TJrban: Notae biographicae. 

Wickelung des ungarischen Gartenbaus eingewirkt. lieber Zeit und Ort 
seines Todes ist nichts bekannt. 

Coli. Hofmuseum zu Wien, lebende Pflanzen in den Kaiserlichen 
Gärten zu Schönbrunn. 

Lit. Regensb. Flora YII (1824) p. 577—583; C. von Wurzbach Biogr. 
Lexik. XXVI (1874) p. 185—187; briefl. Mittlieilung des Herrn Dr. M. Kron- 
feld in Wien; Urb. Symb. I p. 138 — 139. 

ßiYOire, Madame, sammelte 1839 auf Martinique. 
Coli. Museum zu Paris, einiges im Herb. KEua et Urban. 

B-oberts, Mrs. Seed, sammelte zu St. Andrew auf Jamaica Farne, 
welche von G. S. Jenman in seiner Synoptical list bearbeitet Avurden. 

KoMn, Claude C, Abbe und Geistlicher in Rochambeau's Armee 
während des nordamerikanischen Befreiungskrieges, machte 1802 — 1806 
Reisen im Innern von Louisiana, im westlichen Florida, nach Mar- 
tinique und Sto. Domingo. 

Coli. Ob R. auch in Westindien gesammelt hat, ist mir nicht 
bekannt. 

Las. Mus. Deless. p. 462; F. S. Drake Dict. Amer. Biogr. (1872) p. 774; 
Pritz. Thes. II ed. p. 256, 265; Jacks. Guide p. 363. 

RoMiisoii, Anthony, (? — 1768), Dr. med., stammte aus Sunder- 
land (England), war Arzt in Jamaica und beschäftigte sich eifrig mit 
der Thier- und Pflanzenwelt der Insel. Er starb 1768. Seine 455 Zeich- 
nungen sind erhalten geblieben und befinden sich in der Bibliothek des 
Institute of Jamaica; von seinen Manuscripten ist nur eine Abschrift 
vorhanden, welche von Lunan benutzt wurde. 

Coli. Einiges im Herb. Banks im British Museum. 

Lit. Britt. and Boulg. p. 144; F. Cundall im Journ. Inst, of Jamaica 
I (1892) p. 99, (1893) p. 327; T. D. A. Cocicerill in Amer. Naturalist XXVIII 
(1894) p. 775—780. 

Eobiiisoii, H. E. Wiüiam, Gouverneur der Bahama-Inselu, für 
deren Culturen er sehr thätig war, sammelte daselbst 1877 und wurde 
um 1880 Gouverneur von Barbados. 

Coli Kew Herbarium. 

Lit. Kew Rep. for 1877 p. 48, 1880 p. 30. 

ßohr, Julius Philipp Benjamin von, (ca. 1737—1793), geb. in 
Dänemark um 1737, war 1757 — 1791 zuerst Landmesser, später Bau- 
rath (Oberconducteur) und ausserdem Oberstlieutenant der Miliz auf 
St. Croix. Zur Hebung der Baumwollencultur auf den dänischen Inseln 
machte er seit 1786 Studienreisennach Jamaica, Portorico, St. Thomas, 
Montserrat, Guadeloupe, Martinique, Trinidad, Cura^ao, Sta. 
Martha, Carthagena, Cayenne und Surinam und sandte mehrere 



Rivoire — Rugel. 115 

Hundert daselbst gesammelter Pflauzen an Prof. Vahl in Kopenhagen. 
1791 nahm er seinen Abschied und verscholl 1793 mit dem Schiffe auf 
einer Reise von Kordamerika nach Guinea. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen, einiges im Herb. Banks im 
British Museum, im Herb. Martius in Brüssel und im Herb. "Wuxdexow 
in Berlin (ex herb. Yahl). 

Lit. Vahl Eclog. praef.; Las. Mus. Deless. p. 489; Watol in Bot. 
Tidsskr. Kopenh. XII (1880) p. 82; Kiaeesk. 1. c. XXIII (1900) p. 44; 
H. VON Eggers: briefl. Mittheilung; Cat. Sc. Pap. V p. 258; Urb. Symb. I 
p. 140, 173. 

Roquefeiiille (oder Roquefeuil), Mademoiselle de, schenkte Jussieu 
1787—1788 Pflanzen von Haiti (ob selbst gesammelt?). 
Coli. Herb. Jüssieu in Paris. 

Rothrock, Joseph Trimble, (* 1839), geb. zu Mc Veytovpn, Mifflin 
County, Pennsylvanien den 9. IV. 1839, graduirte 1864 an der Lawrence 
Scientific School der Harvard University und erhielt den medicinischen 
Doctorgrad 1867 von der Universität Pennsylvanien. 1865 wurde er 
einer Commission als Botaniker beigegeben, welche in Alaska eine 
Route für einen Telegraphen durch das Behringsmeer feststellen 
sollte. 1873 — 1875 begleitete er als Arzt und Botaniker Lieutenant 
Wheeler's Exploring Expedition west of the 100^'^ meridian und brachte 
grosse botanische Sammlungen in Colorado, Arizona, New Mexico 
und Californien zusammen (cf. Vol. VI der WnEELER'schen Reports). 
Seit 1877 ist er Professor der Botanik an der Universität von Penn- 
sylvanien und hat sein Interesse besonders der Einführung einer ratio- 
nellen Porstcultur in diesem Staate zugewendet. Ueber seine im Winter 
1889 — 1890 nach Westindien unternommene Forschungsreise vergl. 

HiTCHCOCK. 

Coli. Herbar der Academy of Natur. Sciences zu Philadelphia (ex 
Harshberger p. 29). 

Lit. Sarg. Silva VIII p. 92; Harshberger: Botanists of Philadelphia 
p. 305 — 313 (mit Porträt); Pritz. Thes. II ed. p. 270; Jacks. Guide p. 357; 
Cat. Sc. Pap. V p. 303, VIII p. 787, XI p. 228; Urb. Symb. I p. 141. 

Rugel, Ferdinand, (1806—1879), geb. zu Weingarten in Baden 
(Deutschland) den 24. XII. 1806, studirte Pharmacie und wurde Gehülfe 
in einer Apotheke in Bern, von wo aus er 1837 — 1840 botanische 
Sammelreisen in der Schweiz, nach Norditalien und Südfrankreich bis 
zu den Pyrenäen machte. Auf Veranlassung von R. J. Shuttleworth, 
welcher damals in Bern lebte, trat er 1840 eine Reise nach den Ver- 
einigten Staaten in Nordamerika an, um Pflanzen und Insekten zu 
sammeln. Er besuchte Virginia, Carolina, Georgia, Florida, Key AVest 

8* 



116 Tgn. TJrban: Notae biographicae. 

(Februar, März 1846) und ging 1849 nach Cuba, wo er hauptsächlich 
in der Umgebung von Matanzas, an der Punta Brava Baj, am Eio 
Yummy, Canimar und San Juan, in der Boca de Camarioca, im Thale 
von Tomory und in der Punta niaya thätig war. Später Hess er sich 
in Knoxville (Tennessee) als Apotheker und Arzt nieder und bewirth- 
schaftete zuletzt eine Farm in Jefferson County in demselben Staate; 
hier starb er den 31. XII. 1879. 

Coli. Rugel's Herbar ging im Jahre 1881 durch Kauf an Isaac 
Martindale und von diesem an das Philadelphia College of Pharmacy 
über(HAESHBERGER: Botan. of Philad. p. 326). Die amerik. Pflanzen wurden 
theils von Shuttleworth, theils vom British Museum, von dem das Herb. 
Shuttl. 1877 erworben wurde, vertheilt und befinden sich in mehreren 
Museen, die Cuba-Pflanzen (Nr. 1 — 400, 600 — 975) im British Museum, 
Kew, Cambridge (Mass.), Leiden, Krug et Urban, Petersburg, Grisebach 
in Göttingen, Columbia College in New York (ex herb. Meissner). 

Lit. Reg-ensb. Flora XXI. I (1838) Intell.-bl. p. 29 — 30, XXIII. II 
(1840) Intell.-bl. p. 1 — 2, XXVII (1844) p. 175; Mohl in Botan. Zeitg. II 
(1844) p. 110 — 111; Sarg. Silva IX p. 110. 

Ruiz, Hipölito, (1754 — 1815), geb. zu Belorado in Alt-Castilien 
(Spanien) den 8. VIII. 1754, Sohn eines Ackerbauers, studirte von 1772 
an zu Madrid Naturwissenschaften und besonders Botanik unter C. G. Ortega 
und A. Palau und erhielt 1777 v,on der spanischen Regierung den Auf- 
trag, in Peru und Chile naturhistorische Sammlungen anzulegen. Mit 
ihm gingen sein Landsmann Jose Pavon und der französische Arzt und 
Botaniker Joseph Dombey, letzterer zunächst in der Absicht, Gewächse 
zu sammeln, welche in Europa acclimatisirt werden könnten. Sie lan- 
deten am 8. April 1778 in Callao, durchforschten die Provinz Chancay 
und schickten ihre Ausbeute an trockenen Pflanzen und Abbildungen 
nach Spanien. In den folgenden Jahren besuchten sie Huanuco, Chincao, 
Macora, Cuchero sowie Chile, verloren aber einen grossen Theil der 
Sammlungen und Manuscripte theils durch den Untergang des Transport- 
schiffes an der portugiesischen Küste (Februar 1786), theils durch Brand 
in Macora (August 1785). Dombey hatte Peru mit reichhaltigen Schätzen 
bereits im April 1784 verlassen und war über Rio de Janeiro zurück- 
gekehrt. Ruiz und Pavon suchten die Yerluste durch Reisen nach 
Huanuco, Muua und Piliao nach Kräften zu ersetzen imd kamen im 
September 1788 wieder in Cadiz an. R. starb 1815 in Madrid. Die 
ihm zugeschriebenen Pflanzen von Portorico sind wahrscheinlich von 
MociNO und SESsf; gesammelt. 

Coli. Bot. Garten zu Madrid, British Museum in London, Berliner 
Museum (ex herb. Lambert), Nationalherbar zu Washington (ex herb. 
Berlin, resp. Greifswald), Bot. Garten zu Königsberg. 



Ruiz — Sagia. 117 

Lit. Au historical Eulogium on Don Hipolito Ruiz Lopez. Salisbuiy 
1831. 80 55 p. (n. v.); Las. Mus. Deless. p. 244 — 247; Colm. Bot. Penins. 
Hisp.-Lusit. (1858) p.45 — 46, 179 — 181; Pritz. Thes. Iled. p. 273; Jacks. 
Guide p. 127, 377; Cat. Sc. Pap. Y p. 326. 

ßyaii, John, Dr. der Mediciu, war in der zweiten Hälfte des 
achtzelmten Jahrhunderts Plantagenbesitzer auf Montserrat und ein 
Freund von Rohr. Er sammelte auch auf St. Croix und St. Jan und 
liess von seinem Bruder auf Trinidad sammeln. All die vorzüglich 
präparirten Pflanzen nebst Blüthen und Früchten in Alkohol, sowie 
zahlreiche Notizen über Standort etc. übergab er nach seiner Rückkehr 
Prof. Vahl in Kopenhagen. Er starb im Anfange des neunzehnten Jahr- 
hunderts. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen. 

Lit. Vahl EcL Pi-aef.; Kiaeksk. in Bot. Tidsskr. Kopenh. XXIII 
(1900) p. 44. 

Sagra, Ramon de la, (1798 — 1871), geb. zu Coruna in Galicien 
(Spanien) im Jahre 1798, erhielt von der spanischen Regierung den 
Auftrag, die Direction des botanischen Gartens zu Habana zu über- 
nehmen, der, einige Jahre vorher gegründet, bis dahin von J. A. de la 
OssA verwaltet worden war. Er kam im Jahre 1822 nach Cuba, er- 
hielt zugleich die Professur für Botanik an der Universität und machte 
sich sehr bald durch seine Abhandlungen über die Reform des botani- 
schen Gartens und Unterrichtes, über die Anwendung der Botanik auf 
Medicin und Agricultur, über die Nutzpflanzen der Insel, sowie durch 
die Gründung der Anales de Ciencias, Agricultura, Comercio j Artes 
einen geachteten Namen. Um correcte Bestimmungen für die von ihm 
besprochenen Pflanzen zu erhalten, hatte er sich mit P. de Candolle in 
Genf in Verbindung gesetzt. Schon frühzeitig reifte in ihm der Plan 
eines gross angelegten Werkes über Cuba, welches die geographischen 
und klimatischen Verhältnisse, die Bevölkerung, ihre Verwaltung, ihre 
Sitten, Cultiir, den Ackerbau u.s. w. und die gesammte Naturgeschichte 
der Insel zum Gegenstande haben sollte. Behufs Herbeischaffung der 
nothwendigen Materialien suchte er dann Correspondenten in allen Theilen 
der Insel zu gewinnen. Für die Erforschung der Flora waren durch 
Aufsammeln und Trocknen der Pflanzen thätig: J. M. Valenzuela, der 
1833 in der Vuelta Abajo in erfolgreichster Weise sammelte, Sebastlu^ 
BoNAXi, Antonio Reynoso in Guanimar, Manuel de Montev]-:rde in Puerto - 
Principe, A. H. Lanier auf der Insel Pinos, Pedro Auber, letzterer be- 
sonders auf kryptogamischem Gebiete, und andere (vergl. Sagra Cuba 
vol. X Introd. p. 28 — 29). Dass sich ein derartiges AVerk in Cuba nicht 
ausführen liess, lag auf der Hand. S. siedelte deshalb mit seinen Samm- 
lungen im Jahre 1835 nach Paris über und gewann hier für die Be- 



118 Ign. Urban: Notae biographicae. 

arbeitung der einzelnen Abtheikmgen unter den französischen Gelehrten 
hervorragende Kräfte, während er selbst die allgemeine Einleitung und 
den Abschnitt über Klima und Ackerbau schrieb. So entstand die 
Historia fisica politica y natural de la isla de Cuba. Paris. Folio 1842 
bis 1856. S. blieb in Europa, wurde Generalconsul von Uruguay, 
Correspondent des Institut de France und starb im Juni 1871 zu 
Cortaillod im Kanton Neuchätel (Schweiz). 

Coli. Aeltere Sammlungen im Herb, de Candolle in Genf, im 
Herb. Mercier (jetzt in Florenz) und im Herb. Moricand in Paris. Die 
phanerog. Originalien zu der Historia fisica im Herb. Richard, welches 
nach A. Richard's Tode (1854) in den Besitz des Grafen Franqueville 
überging. Dieser vertheilte 1861 — 1865 die zahlreichen Doubletten 
(leider unbestimmt und ohne irgend welche Angaben, nur bisweilen mit 
kleinen Nummerzetteln an den Zweigen) an Paris, Wiener Hofmuseum, 
Berlin, British Museum, Kew, Herb. Webb (jetzt in Florenz), St. Peters- 
burg, Zürich, Herb, de Candolle und Delessert in Genf, Lübeck, Herb. 
Krug et Urban (125 Nr., ex Herb. Philad.). Nach Franqueville's Tode 
kaufte Drake del Castillo in Paris das Herbar Richard und schenkte 
es später zum Theil dem Pariser Museum. Die Kryptogamen sind im 
Herb. Montagne (jetzt im Besitze des Museum d'hist. nat. zu Paris), 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 265; Sagra Cuba X Introd. p. 1, 28 — 29; 
Colmeiro Botan. Hisp.-Lusit. (1858) p. 202 — 203; Bot. Zeitg. XXIX (1871) 
p. 604; F. Calcagno: Dicc. Biogr. Cubano (1878) p. 572; Pritz. Tlies. II ed. 
p. 276; Jacks. Guide p. 369, 370, 449; Cat. Sc. Pap. III p. 857, VI p. 709, 
VIII p. 167—108, X p. 518; Urb. Symb. I p. 109, 114, 141 — 147. 

Sargeiit, Charles Sprague, (* 1841), geb. zu Boston in Massa- 
chusetts (U. S. A.) den 24. IV. 1841, erhielt seine Ausbildung in Boston 
an Privatschulen und am Harvard College, von welchem er 1862 graduirt 
wurde, machte auf Seite der Nordstaaten den Secessionskrieg mit und 
hielt sich dann drei Jahre auf Reisen in Europa auf. 1870 Avurde er 
Professor der Horticultur am Harvard College, später Director des bota- 
nischen Gartens der Universität, 1873 erster Director des Arnold Arbo- 
retums zu Jamaica Piain und bald nachher Universitätsprofessor der 
Arboricultur. Von seinen zahlreichen Forschungs- und Sammelreisen 
in den Vereinigten Staaten, aus welchen das gediegene Prachtwerk 
The Silva of North America, Boston and New York, 11 Bände, gross 4^ 
hervorging, seien erwähnt: 1878 zu der Sierra Nevada in Californien, 
1879 mit AsA Gray in die südlichen Appalachian- Gebirge, Winter 1880 
Südstaaten und Florida, Sommer 1880 nach Colorado und durch die 
Gebirge der Pacifischen Staaten von British Columbien bis zur mexica- 
nischen Grenze von Arizona in Begleitung von Dr. G. Engelmann, 1883 
in die nördlichen Rocky Mountains als Mitglied der Northern Trans- 



^^wy. OrJ. M^yl y- 199. 



Sargent — Schack. 119 

Continental Survey, 1885 Westindien (Barbados, Martinique, St. Kitts 
und Jamaica), Texas und Louisiana, April und November 1886 Florida 
Key's, 1887 Florida Key's, Texas und zum nordöstlichen Mexico, 
1892 nach Japan, 1893 im Winter nach Arizona und Californien, im 
Sommer nach Colorado, Süd -Californien und Arizona, 1896 nach den 
nördlichen Kocky Mountains mit Einschluss des Yellowstone National 
Park, nach Washington, Oregon, Californien, Arizona und Colorado, 
1897 nach Alaska und Californien, 1898 drei Reisen nach den Florida 
Key's und in die Appalachian-Gebirge, 1900 nach Texas, dem nordöst- 
lichen Mexico und den Golfstaaten, 1901 nach Louisiana, Texas und 
dem südlichen Arkansas; ausserdem kürzere Reisen zu den White 
Mountains von New Hampshire, zu den grossen Seeen und anderen 
Theilen des Landes. 

Coli. Herbar des Arnold -Arboretums. 

Lit, Briefl. Mittheilung von S. ; Jacks. Guide p. 360; Urb, Symb. I 
p. 147, II p. 5. 

SauYalle, Francisco Adolfe, (1807 — 1879), geb. zu Charleston in 
Süd -Carolina (Ver. Staaten) den 1. VIL 1807, von französischer Ab- 
stammung, erhielt seine Erziehung von seinem siebenten Lebensjahre 
an in dem Lyceum zu Ronen in der Normandie, machte darauf grössere 
Reisen durch Europa und kam 1824 nach Cuba. Durch Uebersetzung 
medicinischer und naturwissenschaftlicher Artikel, durch Vorschläge, 
wie die ökonomischen und sanitären Verhältnisse zu verbessern seien, 
erwarb er sich nicht geringe Verdienste um die Insel. Seit 1867 Mit- 
glied der Akademie der Wissenschaften zu Habana lebte er auf seinem 
Landsitze in der Vuelta Abajo bei San Cristöbal am Fusse der Loma del 
Cuzco und starb am 30. I. 1879. Ausser mit der Botanik beschäftigte 
er sich auch mit Malacologie. 

Coli. Sein Herbar, welches eine der besten Wright'schen Samm- 
lungen enthält, in der Akademie der Wissenschaften zu Habana. 

Lit. F. Calcagno Dicc. biogr. Cubano (1878) p. 589; J. E. Rämos: 
Elogio del acadetnico de raerito Sr. D. Francisco A. Sauvalle in Anal. Acad. 
Cienc. Habana, Rev. cient. XVI (1879) p. 38 — 52 und (ex G. de la Maza 
in lit.) in La Enciclopedia. Habana III (1887) p. 377; Jacks. Guide p. 370; 
Cat. Sc. Pap. Vm p. 838; Urb. Symb. I p. 148 — 150. 

Schack, Baron von, (? — 1824), aus Oesterreich gebürtig, lebte 
längere Zeit auf Trinidad und starb im September 1824 zu Guayra 
in Venezuela. 

Coli. Kew Herbarium (ex herb. Hookee); er sandte auch lebende 
Pflanzen an die botanischen Gärten zu Glasgow und Liverpool und an 
die Horticultural Society zu London. 

Lit. Regensb. Flora VIII (1825) p. 336; Las. Mus. Deless. p. 492. 



120 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Scliimper, Andreas Franz Wilhelm, (1856 — 1901), geb. zu Stras- 
burg im Elsass (Deutschland) den 12. V, 1856, studirte daselbst 1874 
bis 1878, promovirte 1878, habilitirte sich für Botanik in Bonn 1883, 
wurde 1886 Professor extraord. und erhielt 1899 einen Ruf als ordent- 
licher Professor nach Basel. Seh. bereiste November 1880 bis December 
1881 die östlichen Vereinigten Staaten von Massachusetts bis Florida, 
Martinique und Dominica, December 1882 bis September 1883 
Trinidad, Dominica (nebst kurzem Aufenthalte auf Grenada, St. Lucia, 
Barbados) und Venezuela (Prov. Maturin), August 1886 bis Januar 
1887 Brasilien (Prov. Rio de Janeiro, Sta. Catharina, Bahia, Pernambuco), 
August 1889 bis April 1890 Java und Ceylon, und begleitete August 1898 
bis Ende April 1899 die deutsche Tiefsee -Expedition. Seh. 's Studien 
auf diesen Reisen erstreckten sich hauptsächlich auf wichtige biologische 
Fragen. Sein Tod erfolgte am 10. IX. 1901 zu Basel. 

Coli. Seh. sammelte meist nur Alkohol -Material, welches in den 
botanischen Instituten in Bonn und Basel aufbewahrt wird. 

Lit. Briefl. Mittheilung Sch.'s; Leopold. XXXVII p. 87; Jacks. Guide 
p. 107, 493; Cat. Sc. Pap. XI p. 310 — 311; Urb. Symb. I p. 150 — 151. 

Sclilim, Louis Joseph, begleitete J. Linden auf dessen dritter Reise 
December 1841 bis October 1844 nach Venezuela, Neu- Granada, Jamaica 
und Cuba, ging dann im Jahre 1845 mit Nie. Funck im Auftrage des 
LiNDEN'schen Etablissements (d'Introduction pour les plantes nouvelles) 
in Luxemburg nach Guadeloupe, wo eine nicht unbedeutende Samm- 
lung angelegt wurde, und von da nach Venezuela. Hier besuchten 
sie die Provinzen Caracas, Carabobo, Barquisimento, Trujillo, Mara- 
caibo, Merida und wandten sich dann dem östlichen Neu-Granada 
zu. Nachdem Funck bald darauf nach Europa zurückgekehrt war, ver- 
legte Seh. sein Hauptquartier nach Baja in der Prov. Pamplona, von 
wo aus er seine Excui'sionen bis zu den Paramos von San Turban und 
Cachiri, in die heissen Regionen von Bucaramanga, Jiron, Florida- 
bianca und bis zu den Ufern des Rio Sube ausdehnte. Leider gingen 
die Resultate dieser 15 monatlichen Thätigkeit für die Botanik und den 
Gartenbau durch Schiffbruch an der Mündung des Rio Magdalena ver- 
loren. Seh. erforschte dann die Prov. Soto und 09ana, ging den Rio 
Magdalena hinab, besuchte die Sierra Nevada de Santa- Marta sowie die 
Umgebung von Minca und kehrte im Monat August 1852 nach Europa 
zurück. 

Coli. Die getrockneten Pflanzen wurden von dem LiNDEN'schen 
Etablissement an verschiedene Museen verkauft, z. B. Kew, British 
Museum, Paris, Brüssel, Delessert, Boissier, de Candolle in Genf, 
Webb (jetzt in Florenz). 



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Schimper — Schomburgk. 121 

Lit. Linden et Planchon: Troisieme voyage de J. Linden I (1863) 
p. L — LVL 

Schöpf, Johann David, (1752 — 1800), Dr. med., geb. zu Wun- 
siedel in Bayern den 8. IIL 1752, besuchte das Gymnasium in Hof 
und die Universität Erlangen, wurde Arzt in Ansbach und begleitete 
als solcher 1777 die Ansbacher Truppen, welche von den Engländern 
im nordamerikanischen Unabhängigkeitskriege angeworben waren, nach 
Nordamerika. Nach dem Frieden von "Versailles 1783 bereiste er die 
Oststaaten hauptsächlich behufs naturhistorischer Erforschung, ging Ende 
März 1784 mit Marter und Boos auf drei Monate nach den Bahamas 
(New Providence etc.) und kehrte von da im Juni 1784 nach Europa 
zurück. Er liess sich in Baireuth als praktischer Arzt nieder und starb 
in Ansbach den 10. IX. 1800 als Geheimer Hofrath und Präsident der 
Medicinalcollegien. Die Ergebnisse seiner Reise veröffentlichte Seh. in 
den Werken: Materia medica americana potissimum regni vegetabilis 
1787, Beiträge zur mineralogischen Kenntniss des östlichen Theiles von 
Nordamerika und seiner Gebirge 1787, Reise durch einige der mittleren 
und südlichen Vereinigten Nordamerikanischen Staaten, nach Ost- Florida 
und den Bahama- Inseln 1788. 

Coli. Sammlungen von ihm sind mir nicht bekannt. 

Lit. Hermann Peters: Johann David Schöpf in Pharmaceut. Rund- 
schau XIII (1895) p. 151 — 156; Fred. Hoffmann in Pharmaceutical Review 
XVI (1898) p. 296 — 302: Pritz. Thes. II ed. p. 286. 

Schomburgk, Robert Hermann, (1804 — 1865), geb. zu Frei bürg 
an der Unstrut (Deutschland) den 5. VI. 1804 als ältester Sohn eines 
Pfarrers und Bruder des 1891 in Australien verstorbenen Directors des 
botanischen Gartens in Adelaide Richard Sch., zeigte schon als Knabe 
eine grosse Liebe zu der interessanten Pflanzenwelt seiner Heimath, 
besonders zu den dort zahlreich vertretenen Orchideen, musste aber 
dem Willen des Vaters entsprechend sich dem Kaufmannsstande widmen. 
Mit einer guten Vorbildung in den Realfächern trat er 14 Jahre alt in 
Naumburg in die Lehre und kam von da im Jahre 1823 in das Comptoir 
seines Onkels nach Leipzig. Hier erhielt er Gelegenheit, sich wissen- 
schaftlich mit Botanik zu beschäftigen, die Vorlesungen des Professors 
ScHwÄGEiCHEN ZU hörcu uud die Pflanzen der dortigen grösseren Gärten, 
besonders des REiciiEXBACH'schen zu studiren. Das dadurch erwachte 
Verlangen, die Flora ferner Länder kennen zu lernen, konnte er 1828 
befriedigen, indem er für das Geschäft seines Onkels eine Anzahl Merino- 
schafe nach New York überführte. Kurz nach seiner Ankunft in dieser 
Stadt erhielt er eine Anstellung als Commis in Richmond in Virginien. 
Sein Entschluss, die Vereinigten Staaten zum Gegenstande seiner Studien 
zu machen und dort Sammlungen anzulegen, kam aber nicht zur Aus- 



122 Ign. Urbän: Notae biographicae. 

fübrung, da er bereits im November 1829 nacb St. Tbomas übersiedelte. 
Allein seine kaufmännischen Unternehmungen misslangen, sein Eigen- 
thum ging am Sylvesterabend 1830 in St. Thomas durch Feuer zu Grunde, 
Avährend er sich gerade auf einer botanischen Excursion nach St. Jan 
befand. Diese Verluste bestimmten ihn, allen commerciellen Geschäften 
zu entsagen und sich nur der Botanik und anderen Naturwissenschaften 
zu widmen. Er besuchte Portorico, Tor toi a und Anegada und 
fertigte von letzterer unter grossen Gefahren eine ausgezeichnete Karte 
an, welche die britische Admiralität 1832 für den Gebrauch der Kgl. 
Marine veröffentlichte, während die Beschreibung der Insel in den Be- 
richten der geographischen Gesellschaft zu London Aufnahme fand. — 
Durch diese und andere hydrographische Arbeiten in England bekannt 
geworden, wurde er auf seinen Yorschlag von der geogr. Gesellschaft 
in London mit der Aufgabe betraut, im Anschluss an Humboldt's Be- 
reisung des Orinoco- Gebietes British Guyana zu erforschen. Auf 
der ersten Reise 1835 — 1839 ging er von Georgetown aus, entdeckte 
im oberen Laufe des Berbice Neujahr 1837 die Victoria regia, drang 
durch die Gebirgsketten des nördlichen Brasiliens bis zum Orinoco 
nach Esmeralda in Venezuela vor, ging durch den Cassiquiare, stieg 
am Rio Branco auf und kehrte durch das Flusssystem des Essequibo 
nach Demerara zurück. Auf der zweiten Reise 1840 — 1844, welche 
den Zweck verfolgte, die Grenzen von British Guyana aufzunehmen, 
begleitete ihn ausser einem Marineofficier, einem Maler und Chirurgen 
sein Bruder, der Gärtner am botanischen Garten zu Berlin Richard Sch. 
Die Expedition wendete sich zunächst nach der Mündung des Orinoco 
und zum_Roraima- Gebirge; alsdann untersuchte Sch. allein, nur von 
Indianern begleitet, die Flusssysteme des Cuyuni und des Mazurin 
AVinter 1842 — 1843, vereinigte sich mit den übrigen in Pirara, stieg 
den Rupununi aufwärts und fuhr auf dem Corentyn zurück. Die Resul- 
tate dieser Forschungsreisen auf botanischem, geologischem, physikali- 
schem, geographischem und hydrographischem Gebiete waren so hervor- 
ragende, dass die Königin von England Scn. den Baronettitel verlieh. 
— 1846 — 1847 hielt sich Sch. elf Monate lang in Barbados auf, um 
ein Eisenbahnprojekt für die Insel auszuarbeiten, welches aber nicht zu 
Stande kam, und Studien zu einer monographischen Arbeit The History 
of Barbados anzustellen, 1848 — 1857 als britischer Consul in Sto. Do- 
mingo, Avo er weite Reisen in das Innere z. B. nach dem Enriquillo- 
See und 1851 zu dem Cibao- Gebirge bis in das Valle de Constanza 
machte, 1857 — 1864 als britischer Generalconsul in Bangkok (Siara). 
Vom tropischen Klima in seiner Gesundheit erschüttert, kehrte er im 
April 1864 nach Europa zurück und starb am 11. III. 1865 in der 
Maison de sante zu Schöneberg bei Berlin. 






y.-,^' ^- A^' 



Schramm — Schücht. 123 

Coli. Die Pflanzen der virginischen Inseln gingen an L. Reichen- 
bach in Leipzig, der sie zu vertreiben hatte, die von Barbados und 
Siani sind in Kew und Berlin, die von Sto. Domingo (ca. 51/2 Cent.) 
ebenda und ausserdem aucii in Paris, die von Guyana besonders gut 
in Kew und im British Museum, Doubletten in Berlin und Paris. Die 
in anderen Museen befindlichen Guyana -Pflanzen rühren wohl meist 
von RiCHAED ScH. her, dessen Hauptsammlung in Berlin ist, obwohl 
auch Pflanzen von Robert durch Bextham (cf. Regensb. Flora XXI. 
1838 p. 423) verkauft sind. 

Lit. Regensb. Flora XII (1829) p. 640, XIII (1830) p. 424; R. H. 
Schombukgk: Visit to the valley of Constanza in The Atlienaeum 1852 u. 1291 
p. 797 — 799; Wilhelm Strecker: Reisen der Brüder Schomburgk in British 
Guiana. Frankfm't a. M. 1852. 143 p. 8°; Peterm. Mittheil. 1857 p. 322; 
Autobiographie in Leopoldina I (1859) p. 34 — 39 (leider von allen Bio- 
graphen übersehen); Schlechtend. in Bot. Zeitg. XXIII (1865) p. 131 — 132; 
F. Ratzel in Allg. Deutsche Biogr, XXXII (1891) p. 240 — 243;]Hajrsh- 
berger: Bot. of Philad. p. 190; Pritz. Thes. II ed. p. 286; Jacks. Guide 
p. 369; Cat. Sc. Pap. Y p. 520 — 522, VIII p. 879; Urb. Symb. I p. 152 
bis 153. 

Schramm, Alphons, (1823 — 1875), geb. zu Weissenburg im 
Elsass den 1. YIII. 1823, widmete sich dem Steuerfache, war als Be- 
amter in franz. Guyana und Martinique stationirt und kam 1848 als 
Commis de la douane nach Guadeloupe, wo er allmählich zum Chef 
de Bureau und Inspecteur sedentaire aufrückte. Er erforschte in erfolg- 
reichster Weise in Verbindung mit Mazö u. a. die Algenflora der Insel 
und der benachbarten Eilande Saintes, Marie Galante, Desirade. 
Ausserdem schrieb er: Crustacees de la Guadeloupe d'apres un manu- 
scrit du Dr. Isis Desbonxe I. Brachyures. Basse -Terre 1867, sowie einen 
Catalogue des Coquilles et des Crustacees de la Guadeloupe envoyes ä 
l'Exposition universelle de 1867. II edit. Basse-Terre 1869. 1873 kehrte 
er nach Frankreich zurück und starb im März 1875 in Nantes an der 
Lepra. 

Coli. Sein Algenherbar ging im Jahre 1871 bei einer Feuers- 
brunst zu Pointe- ä-Pitre auf Guadeloupe zu Grunde; damit verbrannten 
auch einige Originalien zu der Algenflora von Maze und Schramm, Avelche 
sich nur in diesem befanden. 

Lit. Brief]. Nachrichten von Pere Duss; Pritz. Thes. II ed. p. 287; 
Jacks. Guide p. 370; Cat. Sc. Pap. VIII p. 885, XI p. 341; Urb. Symb. I 
p. 105 — 107. 

Schücht, Joseph, Gärtner aus Wien, ging mit Bredemeyer auf 
seiner zweiten Reise 1785 nach Haiti, 1786 — 1788 nach Venezuela 
(vergl. Bredemeyer und Marter). 



124 lüN. Ubban: Notae biograpbicae. 

Schumann, Walter, geb. zu Löhne in Westfalen (Preussen), war 
als Gärtner bei Haage & Schmidt in Erfurt, 1880 — 1882 in Tiflis, 1883 
in Odessa thätig. 1884 ging er nach Haiti, wo er in der Umgebung 
von Port-au-Prince sammelte, und von da in demselben Jahre nach 
Mexico. Hier erhielt er eine Stelle als Obergärtner auf der Hacienda 
del Jaral in der Nähe der Hauptstadt, durchstreifte das Land von März 
bis August 1888, um Pflanzen, Vögel, Keptilien und Insekten zu sam- 
meln, und Avurde dann Besitzer einer Handelsgärtnerei in Mexico selbst. 

Coli. Die Pflanzen von Haiti und Jaral verkaufte Prof. Hauss- 
knecht in Weimar an verschiedene Museen und Private; eine der besten 
Sammlungen ist in Berlin (ex herb. Bernhardi); die späteren Samm- 
lungen gingen nach England. 

Lit. Briefl. Mittheiluugeu der Herren Lehrer Keinecke und Apotheker 
A. Lucas in Erfurt und des Herrn Herm. Rothe in Artern. 

Schwanecke, Carl, (* 1821), geb. zu Wernigerode (Deutschland) 
den 4. VII. 1821, erlernte zuerst die Klempnerei, dann die Gärtnerei 
im Schlossgarten seiner Vaterstadt und trat 1844 als Gehülfe in den 
damals berühmten Garten des Hofbuchdruckers Decker (Obergärtner 
Reinecke) in Berlin ein. Im Juli 1 846 schloss er sich einer Expedition 
an, welche ein Herr von Winterfeld, der vorher mehrere Jahre als 
Bergdirector in Peru thätig gewesen war, zur Besiedelung der Mosquito- 
küste zusammengebracht hatte. Aus Mangel an Geld ging man aber 
schon in St. Thomas auseinander. Sch. siedelte zunächst nach Vieques, 
dann nach Portorico über, wo er in der Hacienda des Schweizers 
Sandoz bei Humacao eine gastfreundliche Aufnahme fand. Von hier 
aus besuchte er die Gebirge des östlichen Theiles der Insel, besonders 
die Sierra de Luquillo, nördlich bis nach Fajardo und Rio Blanco, süd- 
westlich bis nach Guayama. Ueber Puerto -Plata auf Sto. Domingo, 
wo er in Folge Schiffbruchs eine Kiste seiner Pflanzen einbüsste und 
von October bis Ende December 1849 aufgehalten wurde, traf er, als 
einziger Ueberlebender der erwähnten Expedition, am 29. Januar 1850 
wieder in der Heimath ein. Er conditionirte zunächst im Schlossgarten 
zu Wernigerode und gründete dann 1852 in Oschersleben eine Handels- 
gärtnerei, welche sich durch die Cultur der Stiefmütterchen (Pensees) 
einen Weltruf erworben hat. Dort lebt er im rüstigen Greisenalter 
noch heute. 

Coli. Piianerogamen im Botan. Museum in Berlin (322 Nr.), einiges 
in Leipzig und Göttingen, die Kryptogamen, von welchen aber auch an 
andere Interessenten verkauft wurde, in Berlin; die Gramineen und 
Farne waren an Booth in Flottbeck (Holstein) abgegeben. 

Lit. Briefl. Mittheilung von Sch.; Gartenflora vol. L (1901) p. 355 
bis 358 (Selbstbiographie mit Forträt); Urb. Symb. I p. 113, 157, 159. 



Schumann — Sesse. 125 

Seaforth, Lord Francis, um 1803 Gouverneur von Barbados, 
wo er für DawsOxN Turner Algen sammelte. Auch brachte er von dort 
mehrere Hundert lebende Pflanzen nach England und übergab sie 
A. B. Lambert, in dessen Gewächshäusern zu Boy ton viele zur Blüthe 
kamen, die dann getrocknet dem LAMBERT'schen Herbar einverleibt 
wurden. 

Coli. Herb. Lambert (wo jetzt?). 

Lit. D. Don in Lambert's Pinus H ed. App.; Britt. and Boülg. p. 151. 

Seariiig, Dr. Anna H., aus Rochester in New York, sammelte um 
1885 auf den Bahama-Inseln. 

Coli. Ueber den Verbleib der Sammlung ist mir nichts bekannt. 
Lit. Proc. Acad. Nat. Sc. Pliilad. 1889 p. 133. 

Segretaiii, aus Prankreich gebürtig, war Thierarzt des Gouverne- 
ments zu Guadeloupe und sammelte daselbst besonders 1852. 
Coli. Museum zu Paris; einiges im Herb. Krug et Urban. 
Lit. Briefl. Mittheilung von Pere Duss. 

Seitz, Albrecht, (* 1865), geb. in Hanau (Preussen) den 14. Y. 
1865, besuchte die Klingerschule in Frankfurt a. M., musste wegen 
schwacher Gesundheit das Studium der Chemie aufgeben und wurde 
Kaufmann. Als solcher hielt er sich mehrere Jahre in Spanien, einige 
Zeit in Portorico und Yenezuela auf und erwarb 1890 eine Pflanzung 
auf Tobago, welche er 1893 mit einer anderen, an der King's Bay 
vertauschte. Allein der Rückgang der Cacao- und Kaffeepreise, die 
schwierigen Arbeiterverhältnisse und die Unmöglichkeit, durch den 
Handel mit Rohprodukten (besonders mit Cedernholz) ein gesichertes 
Auskommen zu finden, zwangen ihn 1896, die Plantage zu verkaufen 
und nach Hamburg zurückzukehren. Erst im letzten Jahre seines Aufent- 
haltes auf der Insel trat S. mit dem Yerfasser in Yerbindung und legte 
eine vortreffliche Sammlung an. 

Coli. Herb. Krug et Urban (109 Nr.). 

Lit. Brief]. Mittheilung von S. 

Sess6, Martin, wurde 1788 Director des neugegründeten botani- 
schen Gartens zu Mexico und erhielt von dem Könige von Spanien 
Carlos IY. den Auftrag, als Arzt und erster Botaniker eine wissen- 
schaftliche Expedition zur Erforschung der Naturprodukte von Nueva- 
Espafia zu leiten. Ihm schloss sich J. M. Moclno (vergl. diesen) an. 
Schon seit 1789, aber hauptsächlich von 1795 — 1804 untersuchten sie 
die ausgedehnten Gebiete von Nicaragua bis zum Rio Yaqui im nörd- 
lichen Mexico und der Halbinsel Californien; ja sie sollen bis zu 
den Inseln Yaneouvers und Charlotte vorgedrungen sein; ausserdem 



126 Ign. Ufban: Notae biographicae. 

sammelten sie in Cuba, Portorico und wahrscheinlich auf einigen klein^en 
Antillen. Die Ergebnisse dieser Reisen sowohl an getrockneten Pflanzen 
wie an bildlichen Aufnahmen waren ganz bedeutend, sind aber leider 
niemals im Zusammenhange bearbeitet worden, S. starb zu Mexico 
um 1809. 

Coli. Das Herbar von S. und M. ist seit 1820 im botanischen 
Garten zu Madrid, eine kleine Anzahl im Herb. Delessert in Genf (ex 
herb. Lajvibert). Die in den Herbarien von Ruiz und Pavox sich vor- 
findenden Pflanzen von Mexico, Cuba und Portorico sind höchstwahr- 
scheinlich von S. und M. gesammelt. Ueber die an Ort und Stelle an- 
gefertigten Abbildungen vergl. MociNO. — Zahlreiche neue Arten, deren 
Samen von S. und M. nach Madrid gesandt waren, wurden von Cava- 
nilles und Lagasca aus dem dortigen botanischen Garten beschrieben. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 205 — 206, 322 obs.; Colm. Botan. Penins. 
Hisp.-Lusit. (1858) p.49 — 51, 184—185 et Prim. Not. Veg. Araer. p.48 — 49 ; 
DC. Phytogr. p. 434; Hemsl. Biol. IV p. 120 — 121; Leon Bibl. Botän.-Mexic. 
(1895) p. 323 — 340; Pritz. Thes. II ed. p. 295; Jacks. Guide p. 367. 

Shakespeare sammelte 1780 — 1782 auf Jamaica und führte 
Culturpflanzen ein. 

Coli. Herb. Banks im British Museum. 

Lit. Brought. Hort. East. in B. Edw. Hist. IV ed. III p. 367—407. 

Sherring, Richard Vowell, F. L. S., sammelte im Auftrage des 
Committee für die Erforschung der Fauna und Flora Westindiens von 
October 1890 bis Juni 1891 auf Grenada hauptsächlich Pteridophyten 
und Orchideen. Lebt als Privatmann in England und macht öfter Reisen 
zu seinen Besitzungen in Westindien, z.B. nach Jamaica, von wo er 
in den Jahren 1880 — 1887 Herbarien mitbrachte, und nach Trinidad. 

Coli. Kew Herbarium und British Museum, Herb. Krug et Urban, 
J. D. Smith in Baltimore. 

Lit. Journ. of Bot. XX (1882) p. 326; briefl. Mittheilung von W. B. 
Hemsley; Urb. Symb. I p. 8, 86, 137. 

Sieber, Franz Wilhelm, (1789 — 1844), geb. in Prag (Böhmen) 
den 30.111. 1789, absolvirte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte 
zuerst Architektur, dann das Ingenieurfach und wandte sich darauf den 
Sprachen, Naturwissenschaften und der Medicin, besonders aber der 
Botanik zu. Seine Lebensaufgabe bildete das Herbeischaffen und der 
Vertrieb von Sammlungen hauptsächlich aus dem Pflanzen- und Thier- 
reich. Er selbst bereiste, von kleineren Touren abgesehen, 1811 — 1812 
Italien, 1817—1818 Kreta, Aegypten und Palästina, 1822—1824 
Mauritius, Australien (New South Wales) und Capland; ferner 
schickte er auf seine Kosten als Sammler aus: Franz Kohaut 1819 bis 



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Shakespeare — Sintenis. 127 

1821 nach Martinique, C. Theodor Hilsenberg und W. Bojer 1821 bis 
1823 nach Mauritius und Madagascar, F. Kohaut und Jos. ScHMmT 

1822 nach dem Senegal, Franz Wrbna 1822 nach Trinidad, Carl 
Zeyher 1822 nach dem Capland. Die letzten 14 Jahre seines Lebens 
brachte er in einer Irrenanstalt in Prag zu, v>o er den 17. XII. 1844 
starb. S. war ein hochbegabter, aber schon frühzeitig an Wahnvor- 
stellungen leidender Mann, der weder mit den Menschen noch mit dem 
Gelde umzugehen verstand. 

Coli. Seine Sammlungen sind in fast allen europäischen und in 
manchen auswärtigen Herbarien, besonders gut auch in Berlin. Die 
„Flora Martin." umfasst 400 numerirte Species, dazu ein Supplement 
von ca. 200 Nr. Ausserdem befinden sich auch Martinique -Pflanzen in 
der „Flora mixta". Die „Flora Trinitatis" enthält 382 Arten. S.'s eigenes 
Herbar ging 1837 in den Besitz des Freiherru von Reichenbach über, 
welcher es 1867 an H. van Heurck in Antwerpen abtrat. 

Lit. Leg. Glückselig: Franz Wilhelm Sieber. Ein biographischer 
Denkstein, AVien 1847, 90 p. 8*^ mit Bildniss; A. Martins in H. van Heurck 
Obs. bot. I (1870) p. 8 — 9; F. C. Dietrich: Franz Wilhelm Sieber in Jahrb. 
Königl. botan. Gart. u. Museums zu Berlin I (1881) p. 278 — 306; Pritz. 
Thes. II ed. p. 297; Jacks. Guide p. 313, 350; Cat. Sc. Pap. V p. 684. 

Simmoiuls, Thomas William, (? — 1804), geb. zu Dartford? in 
Kent (England), Wundarzt, begleitete den Gouverneur Lord Seaforth im 
Jahre 1803 nach Barbados, starb aber schon, im folgenden Jahre in 
Trinidad. 

Coli. Herb. Lambert (jetzt?). 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 491; Britt. and Boulg. p. 154. 

Sintenis, Paul Ernst Emil, (* 1847), geb. zu Seidenberg in der 
Oberlausitz (Preussen) den 4. VI. 1847 als ältester Sohn des im Jahre 
1865 verstorbenen Kreisphysikus Dr. Eduard Sintenis, besuchte das 
Gymnasium zu Görlitz und trat 1863 als Apothekeiiehrling ein. Nach- 
dem er in verschiedenen Orten Deutschlands conditionirt hatte, ging er 
mit seinem Bruder Max 1872 — 1876 nach der Dobrudscha, um Yögel, 
Säugethiere und nebenbei auch Pflanzen (ca. 1300 Arten) zu sammeln. 
1877 — 1879 studirte er Pharmacie in Breslau und war zugleich Ama- 
nuensis bei den Vorlesungen des Prof. Goeppert. Nachdem er wiederum 
ein halbes Jahr als Apotheker thätig gewesen war, widmete er sich von 
nun an ausschliesslich den botanischen Sammelreisen. 1880 ging er 
mit Unterstützung Dr. Keck's in Begleitung von G. Rigo über Smyrna 
und Rhodus nach Cypern (ca. 1200 Arten), assistirte 1881 — 1882 
A. ToEPFFER in Brandenburg bei der Leitung des schlesischen. Tausch- 
vereins, bereiste in dessen Auftrage Herbst 1881 das österreichische 
Litorale, Istrieii und Oberitalien und erforschte unter der Aegide 



128 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Prof. Ascherson's 1883 die Troas (ca. 30000 Exemplare). — October 
1884 bis Juni 1887 hielt sich S. auf Kosten des Consuls L. Krug in 
Portorico auf, um die Insel nach den Anweisungen des Verfassers 
planmässig zu erforschen. Er sammelte 1884 (vom October an, Nr. 1 
bis 525) bei Mayagüez und Maricao, 1885 (Nr. 526 — 3292) bei Cabo-rojo, 
Bayamon, Fajardo, Cabeza de S. Juan, in der Sierra de Naguabo, Sierra 
de Luquillo, bestieg am 13. und 14. Juli den Monte Yunque, besuchte 
Yabucoa, die Sierra de Juncos, Hato grande, Caguas, Aguas buenas, 
Guayama, Cayey, Aibonito, Barranquitas, Coamo, Juana Diaz, 1886 
(Nr. 3293 — 5815) Coamo, Ponce, Gruayanilla, Adjuntas, Yauco, Sabana 
Grande, San German, Guanica, Utuado, Jayuya, Adjuntas, Pneuelas, 
Guayanilla, Ponce, Patillas, Maunabo, Yabucoa, Sierra de Naguabo, 
Sierra de las Piedras, Rincon, Anasco, Aguada, Aguadilla, 1887 (Nr. 5816 
bis 7025) Lares, Pepino, Las Marias, ütuado, Camuy, Hatillo, Arecibo, 
Manati, Barceloneta, Ciales, Vega-baja, Morovis, Dorado, Mayagüez und 
auf der Rückreise im Juni 1887 St. Thomas (37 Nr.). — In den fol- 
genden Jahren widmete sich S. wieder vom zeitigen Prühjahr bis zum 
Spätherbst der Erforschung der Plora des Orients, meist unterstützt von 
dem Gärtnereibesitzer Max Leichtlin in Baden-Baden, für den er lebende 
Pflanzen, besonders Zwiebelgewächse zu sammeln hatte. Er bereiste 
1888 Syrien, Mesopotamien bis Mardin in Kurdistan, 1889 tür- 
kisch Armenien über Trapezunt bis Khasput, 1890 desgl. bis Egin, 
1891 in Gemeinschaft mit J. Bornmüller die Insel Thasos, die Halb- 
insel Chalcidice und den thessalischen Olymp, 1892 Paphlagonien 
über Ineboli bis Tossia, 1894 türkisch Armenien über Trapezunt bis 
Gümüschkane, 1896 Thessalien, das Pindus- und Pelion- Gebirge, 
1900 — 1901 Persien. 

Coli. Die Pflanzen aus der Dobrudscha sind am besten in Kew, 
Petersburg und Berlin vertreten, die von Cypern wurden von Dr. Keck 
an zahlreiche Interessenten vertrieben, die Hauptsammlung aus der Troas, 
von S. selber vertheilt, befindet sich in Berlin. — Die Ausbeute von 
Portorico wurde unter der Aufsicht des Verfassers in zwei Serien (1885 
bis 1890 und 1899 — 1901), von denen die letztere auch die im Jahre 
1899 publicirten neuen Arten enthält, in Berlin ausgegeben. Soweit 
noch keine anderweitige besonders monographische Durcharbeitung der 
einzelnen Familien stattgefunden hatte, wurden die Bestimmungen im 
Anschluss an Grisebach's Flora und nach Durchsicht seines Herbars 
gegeben, besonders bei den Pflanzen der ersten Ausgabe; es sind des- 
halb hier nicht wenige Correcturen noth wendig. Die Hauptsammlung 
mit allen Nummern und Standorten ist im Herb. Krug et Urban des 
Berliner botanischen Museums, Beide Serien erhielten Kew, GRAY-Herb. 
in Cambridge, Brit. Museum in London, Nat. Museum in Washington» 



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Sintenis. 129 

P. SiNTENis (dem städt. Museum in Görlitz vermacht), Hofmuseum in "Wien, 
Reichsherbar in Leiden, Herbar der Stadt Genf (Delessert), L. Richter 
in Budapest, Bot. Garten in St. Petersburg, Bot. Museum in Hamburg, 
Bot. Garten in New York, Miss. Bot. Garten in St. Louis, Mus. in 
München, Paris, Field Col. Mus. zu Chicago, de Candolle, Boissier- 
Barbey in Genf, F. Kurtz in Cördoba, Bot. Museum in Breslau, Stock- 
holm (H. Serie direkt, L Serie ex herb. C. 0. Schlyter in Hudiksvall), 
Bot. Dep. in Jamaica, Bot. Garten in Trinidad, Calcutta, Bot. Garten 
in Wien, Mus. in Göttingen, Brake del Castillo in Paris, Bot. Mus. 
der Universität in Zürich, H. H. Heller in Lancaster (Fa.), Biltmore 
Herb, in Nord -Carolina, Budapest (H. Serie direkt, die L Serie ex herb. 
Haynald), Iowa State College of Agriculture zu Ames, Groningen, 
üniversitätsherbar zu Minneapolis, E. Cosson in Paris, Bot. Garten in 
Edinburgh, Sydney, Prof. Haussknecht in Weimar, städt. Museum in 
Lübeck. Die erste Serie allein erhielten: J. D. Smith in Baltimore, städt. 
Museum in Bremen, Prof. C. MEZ-Halle, W. VATKE-Berlin (jetzt im Be- 
sitze Prof. Haussknecht's in Weimar), J. F. Hamilton in London, Dr 
J. Schrader in Berlin (jetzt in der palaeobotanischen Abtheilung der kgl. 
geologischen Landesanstalt zu Berlin), Prof. G. Hieronymus (jetzt Bot. 
Museum in Berlin), W. Canby (jetzt im College of Pharmacy zu New 
York), Agric. College Inghani Co. in Michigan, Prof. E. Stehler in 
Chauds de Fonds (Schweiz), Herb, des Polytechnikums in Zürich, Böhm. 
Museum in Prag, Acad. of Nat. Sc. zu Philadelphia, Uuiv.-Herbar zu 
Lausanne und zwei bis drei andere Herbarien, denen die Sammlungen 
durch Dr. Keck zugingen. Die Farne allein erhielten Prof. Lueessen 
in Königsberg, Dr. H. Christ in Basel, die Glumaceen F. Paeske (jetzt 
im Herb. Göttingen), die Orchideen Prof. Kräxzlix in Gross -Lichter- 
felde, die Melastomaceen Prof. Cogniaux in Verviers, die Lauraceen und 
Bromeliaceen Prof. C. Mez in Halle, die Cyperaceen 0. Boegkeler (jetzt 
Bot. Museum in Berlin), die Gramineen E. Hackel in St. Polten, die 
Araliaceen E. Marchal in Brüssel, die Sapotaceen L. Pierre in Paris, 
die Sapindaceen L. Radlkofer in München, die Nyctaginaceen A. Heimerl 
in Wien, die Aquifoliaceen Th. Loesener in Berlin, die Potamogeton- 
Arten A. Bexnett in Croydon. Die Kryptogamen gingen an Kew, British 
Museum in London, Städt. Heibar in Genf, Nat. Museum in Washington, 
Bot. Garten in New York, Mus. in Hamburg, Miss. Bot. Garten in 
St. Louis, Bot. Garten in Wien, München, Hofmuseum in Wien, Univ.- 
Herbar in Zürich, Bot. Garten in St. Petersburg, Stockholm, Groningen, 
Budapest; die Laubmoose allein an C. Müller (jetzt im Bot. Museum 
in Berlin), die Lebermoose an F. Stephani in Leipzig, die Pilze an 
P. Magnus in Berlin und R. G. Bresadola in Trient, die Flechten an 
JoH. Müller (jetzt im Herb. Boissier-Barbey), die Characeen an 0. Nord- 

Urban, Syinb. aut. III. -^ 



130 Ign. TJrban: Notae biographicae. 

STEDT in Limd, die Algen an M. Möbius in Frankfurt und F. Hauck 
(jetzt im Herb. Weber van Bosse in Amsterdam). — Die Pflanzen der 
Orientreisen sind in sehr zahlreichen europäischen Museen und Privat- 
herbarien. 

Lit. Briefl. Mittheihing von S.; Urb. Symb. I p. 16, 32, 53, 66 bis 
67, 88, 92, 108 — 109, 113, 114, 117, 135, 159, 171—173, 291—479. 

Sloaiie, Sir Haus, (1660 — 1753), geb. zu Killyleagh in Down Co. 
(Irland) den 16. IV. 1660 als siebenter Sohn des General -Einnehmers 
Alexander S. und seiner Frau Sarah, Tochter des Rev. Dr. Hicks. Mit 
16 Jahren bekam er ein Lungenleiden, welches ihn drei Jahre an das 
Zimmer fesselte und ihn sein ganzes Leben lang sehr vorsichtig, nament- 
lich in Bezug auf geistige Getränke machte. Er studirte Medicin zu 
London, Paris und Montpellier, an letzterem Orte auch Botanik unter 
Pierre Magnol undTouRNEFORT, und promovirte 1683 zu Orange (Arausio, 
im Dep. Vaucluse) zum Dr. med. Nachdem er Mitglied des Aerzte- 
Collegs zu London geworden war, ging er im Jahre 1687 als Leibarzt 
mit dem Herzog von Albemarle, dem neu ernannten Gouverneur von 
Jamaica, über Madeira, Barbados, Nevis, St. Christopher, wo 
jedesmal ein kurzer Aufenthalt Gelegenheit zum Sammeln bot, nach 
Jamaica. Hier blieb er vom 19. December 1687 bis zum 16. März 
1689 und erforschte die Parishes St. Catherine, St. Andrew, St. Mary 
und St. Ann, besonders die beiden ersten, sehr eingehend. Nach seiner 
Rückkehr Hess sich S. in Bloomsbury Square zu London als praktischer 
Arzt nieder und gelangte bald zu grossem Ruhm und Ansehen. Er 
wurde 1719 Präsident des Aerzte-Collegs, 1727 als Nachfolger Is. Newton's 
Präsident der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften, ferner auswärtiges 
Mitglied der Akademien zu Berlin, Paris, Petersburg, Madrid, Göttingen, 
Leipzig, königlicher Leibarzt und Generalarzt der englischen Armee, 
und seit 1716 Baronet. Trotz seiner ausserordentlichen Freigebigkeit 
brachte ihm seine ärztliche Praxis ein fürstliches Yermögeu ein, von 
dem er einen grossen Theil auf die Vermehrung seiner Bibliothek und 
seines Museums verwendete. Im Mai 1741 gab er seine ärztliche Praxis 
auf und zog sich auf seine Besitzung zu Chelsea zurück, wo er am 
11. I. 1753 im Alter von 93 Jahren starb. 

Coli. S.'s Sammlungen gingen laut Testament in den Besitz der 
englischen Regierung über, welche dafür 400000 Mark an seine Erben 
zu zahlen hatte; sie bildeten den Grundstock zum British Museum und 
wurden von Chelsea nach Moutague House übergeführt. Die botani- 
schen Collectionen, in welchen sich auch das Herbar Plukenet mit 
8000 Pflanzen befindet, werden jetzt nebst der zugehörigen Bibliothek 
und den Manuskripten in der botanischen Abtheilung des British Museums 



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Sloane — Stahl. 131 

gesondert aufbewahrt. Die Jamaica- Pflanzen nehmen acht grosse Folio- 
bände ein. 

Lit. Commentarii de rebus in scientia naturali et medicina gestis, 
Lipsiae vol. II pars I (1753) p. 367—368, 727 — 732; Histoire de l'acad. 
des Scienc. Paris 1753 p. 305 — 320; J. D. Michaelis: Sloanei vita in Com- 
mentarii Sog. Gotting. tom. IUI ad annum 1754 p. 146 — 154 (503 — 511); 
Levensbesehryving van den Heere Hans Sloane in Uitgezogte A^erhandelingen 
I p. 1 — 17 (n. V.); Laseg. Mus. Deless. p. 11, 487; Didot Nouv. Biogr. gener. 
XLIV (1865) p. 56 — 58; Britt. and Boulg. p. 155 — 156; F. Cundall in 
Journ. Inst. Jam. I (1893) p. 223 (mit Porträt); N. Moore in Dict. Nat. Biogr. 
LH (1897) p. 379 — 380; Pritz. Thes. II ed. p. 298 — 299; Jacks. Guide 
p. 370; Urb. Symb. I p. 154 — 157. 

Smith, George Whitfield, (* 1860), geb. zu Barbados den 24. VII. 
1860, war 1890 — 1894 Curator der botanischen Station von Grenada 
und ist jetzt Travelling Superintendent of the Imperial Department of 
Agriculture for the West Indies. Im Auftrage des Committee für die 
Erforschung der Fauna und Flora Westindiens und auf Kosten von 
F. Du Cane Godmax nahm er mit Herb. H. Smith 1889 — 1890 eine gründ- 
liche Untersuchung der Blüthenpflanzen und Pteridophyten von St. Vin- 
cent (1980 Nr.) und der benachbarten kleinen Inseln (Grenadinen) 
Bequia (378 Nr.), Cannouan (30 Nr.), Mustique (163 Nr.) und Union 
(50 Nr.) vor. 

Coli. Die Typen von St. Vincent sind in Kew; die Doubletten 
gingen an das British Museum, Herb. Krug et Urban (sehr reichhaltige 
Sammlung), Edinburgh, Columbia College in New York, die Farne auch 
nach Demerara in Brit. Guyana, Cambridge (Mass.), Melbourne. Die 
Pflanzen von Grenada in Kew, Doubletten im Herb. Krug et Urban. 

Lit. Kew Bull. 1893 Nr. 81 p. 233; Morris in Kew Biül. Add. ser. I 
(1898) p. 74; briefl. Mittheilung durch D. Morris; Urb. Symb. I p. 7, 86 
bis 87. 

Smith, Herbert H., gebürtig aus Nordamerika, ging im Auftrage 
F. Du Cane Godman's mit seiner Frau nach St. Vincent, hauptsachlich 
um auf dem Gebiete der Zoologie zu sammeln. Hier associirte er sich 
mit H. H. SmTH und führte mit diesem eine planmässige botanische 
Erforschung dieser Insel und der benachbarten Grenadinen aus (vergl. 
vorigen). 

Lit. Vergl. vorher, Urb. Symb. III p. 4. 

Stahl, Dr. Augustin, (* 1842), geb. auf der Insel Cura9ao den 
21. I. 1842 als Sohn eines Deutschen und einer Holländerin, besuchte 
1853 — 1858 das Gymnasium in Helmstedt in Braunschweig, der Hei- 
math seines Vaters, wurde Apothekerlehrling in Braunschweig und stu- 
dirte 1861 — 1864 in Würzburg Medicin. Nach bestandenem Doctor- 

9* 



132 Ign. TJrban: Notae biographicae. 

examen Hess er sich im Januar 1865 in Portorico als Arzt nieder 
und lebt seitdem in Bayamon in der Nähe der Hauptstadt San Juan, 
einige Jahre abgerechnet, die er in Manati zubrachte. St. widmete sich 
neben seiner Berufsthätigkeit mit grossem Eifer und Erfolge dem Stu- 
dium der Naturgeschichte von Portorico, die er zeitweilig (1874) an 
dem ersten dort gegründeten Gymnasium docirte, und legte umfang- 
reiche zoologische und ethnologische Sammlungen an. 1883 gab er 
unter dem Titel: Fauna de Puerto-Rico. Clasificacion sistematica de los 
animales que corresponden a esta fauna y Catälogo del cabinete zoolögico 
del Doctor A. Stahl einen Catalog heraus, in welchem er 2773 Arten 
seiner Sammlung (darunter 1837 Portoricenser) aufzählt. 1889 ver- 
öffentlichte er eine Schrift über die Urbewohner der Insel: Los Indios 
Borinquefios (nach Ober: Puerto-Rico p. VII), deren Werkzeuge, 
Idole u. s. w. in seinem naturhistorischen Cabinete in beträchtlicher An- 
zahl vertreten waren, ferner Arbeiten über die Zuckerrohrkrankheit und 
medicinische Artikel. Der Botanik hatte sich St. schon in den siebziger 
Jahren zugewandt und manche interessante Funde an Prof. Grisebach 
in Göttingen geschickt, der sie aber meist unrichtig bestimmte. Seine 
numerirte Sammlung fällt in die Jahre 1883 — 1889 und repräsentirt 
die Flora der Nordküste von Loiza bis Manati nebst den angrenzenden 
Gebirgen des Innern sowie die Gegend nördlich von Ponce (Peiiuelas, 
Adjuntas etc.), welche er 1888 besuchte. Seitdem hat er in Folge von 
Kränklichkeit und Ueberhäufung mit Berufsgeschäften seine botanischen 
Excursionen eingestellt. 

Coli. Herb. Krug et Urban, sowohl die Bestimmungsexemplare 
als auch St.'s eigenes Herbar (1144 Nr.), eine kleine Anzahl im botan. 
Museum in Göttingen (ex herb. Griseb.). 

Lit. Briefl. Mittheilung von St.; Cat. Sc. Pap. XI p.472; Urb. Symb. I 
p. 158 — 159. 

Steinheil, Adolph, (1810 — 1839), geb. zu Strasburg im Elsass 
im XII. 1810, studirte daselbst sowie in Paris und Montpellier Phar- 
macie, Chemie und Botanik, war an verschiedenen Orten Frankreichs 
l^ii- und[1834 zu Bona in Algier als Pharmaceut und Militärchirurg statio- 
nirt und trat 1839 eine Studienreise nach Südamerika an. Nachdem 
er sich einige Wochen auf Martinique aufgehalten hatte, starb er am 
26. Y. 1839 auf der Ueberfahrt von dort nach Caracas. Seine wissen- 
schaftlichen Arbeiten beschäftigten sich hauptsächlich mit morphologischen 
Fragen; ausserdem begann er in Verbindung mit Barneoud eine Mono- 
graphie der Plantaginaceen und von Diantims. 

Coli. Museum zu Paris, einiges von Martinique im Herb. Krug 
et Urban, die algerischen Pflanzen auch in Berlin. 



steinheil — Suriiigar. 133 

Lit. Eegensb. Flora XXII (1839) p. 560; F. M. Barneoud: Adolphe 
Steinheil in Ann. Sc. nat. II ser. vol. XII (1839) p. 109 — 118; Pritz. 
Thes. I ed. n. 198, II ed. p. 305; Cat. Sc. Pap. V p. 814 — 815. 

Suriaii, Joseph Donat, (? — 1691), Arzt, Pharmacognost und Bota- 
niker in Marseille im letzten Viertel des siebzehnten Jahrhunderts, er- 
hielt von König Ludwig XIV. durch den früheren Intendanten in West- 
indien, damaligen Intendanten der Galeeren in Marseille, Begon, den 
Auftrag, auf den französischen Antillen seltene und merkwürdige Natur- 
produkte zu studiren und zu sammeln. Er wählte Chaeles Plumiee, 
aus dem Orden der Minimes, hauptsächlich wegen seines hervorragenden 
Zeichentalentes, als Begleiter. Sie reisten 1689 ab, besuchten Marti- 
nique und Haiti und scheinen sich derartig in ihre Aufgabe getheilt 
zu haben, dass Sueian hauptsächlich die Pflanzen für das Herbar prä- 
parirte und auf ihre medicinischen Eigenschaften untersuchte, während 
Plumiee Pflanzen und Thiere zeichnete und sorgfältig beschrieb. Nach 
18 -monatlichem Aufenthalte kehrten sie zurück, aus unbekannten Gründen 
mit einander verfeindet. S. erhielt seinen Abschied und starb bereits 
1691 zu Marseille, indem er einen Decoct giftiger Kräuter versehentlich 
als Purgirmittel benutzte. 

Coli. Das Herbar Sueian enthält in 10 Foliobänden 10 Centurien 
auf Papier geklebter Pflanzen, war lange in Jussieu's Besitz und wird 
jetzt im Pariser Museum aufbewahrt; es ist aber nicht sonderlich con- 
servirt. Einige Pflanzen auch im Herb. Jussieu und Vaillant ebendort. 

Lit. Pltoiier Genera (1703) p. 37; Labat Voyage I ed. IV (1722) 
p. 10 seq. und Deutsche Ausg. IV p. 341 folg.; Biogr. nnivers. class. III 
(1829) p. 2955; Pritz. Thes. II ed. p. 309; Urb. Symb. I p. 124, 130; 160 
bis 161. 

Suriiigar, Willem Frederik Reinier, (1832 — 1898), geb. zu Leeu- 
warden in Holland den 28. XII. 1832 als Sohn eines Buchhändlers, 
besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte seit 1850 zuerst 
Medicin, dann Botanik auf den Universitäten Leiden und Utrecht und 
wurde 1857 zum Doctor promovirt. Noch in demselben Jahre erhielt 
er die Stellvertretung von de Veiese an der Universität Leiden, wurde 
1862 dessen Nachfolger und 1871 Director des Reichsherbars daselbst. 
In diesen Stellungen verblieb er bis zu seinem am 12. VII. 1898 er- 
folgten Tode. S.'s Arbeiten bezogen sich hauptsächlich auf das Studium 
der Algen, der Pflanzenteratologie, der Rafflesiaceen , auf die nieder- 
ländische Flora und die Cactaceen. Ende 1884 ging er im Auftrage 
der niederländischen geographischen Gesellschaft mit einer Reihe anderer 
Gelehrten nach den niederländisch -westindischen Inseln zu deren wissen- 
schaftlicher Erforschung ab. Man landete am 30. December in Para- 
maribo (Surinam), besuchte Georgetown, Trinidad und ging von da nach 



134 Ign. ürban: Notae biographicae. 

Cura^ao. Auf Cura9ao verweilten sie den 10. — 28. Januar, 11. bis 
17. Februar, 27. Februar bis 11. März, 28.-29. März, auf Aruba den 
30. Januar bis 9. Februar, auf Bonaire den 19. — 25. Februar, auf 
St. Eustache den 8. — 21, 29. April, 6.— 19. Mai, Saba den 22. bis 
28. April, St. Martin den 30. April bis 5. Mai, St. Kitts den 20. bis 
22. Mai; von da fuhren sie über New York nach Amsterdam zurück. 

Coli. Reichsherbar in Leiden, Doubletton im Herb. Krug et Urban. 

Lit. K. Schumann: Willem Frederik Reinier Suringar in Monatsschr. 
für Kakteenkunde Vm (1898) p. 134 — 137 mit Bildniss und in Verh. Bot. 
Ver. Brandenbg. XL (1898) p. CXVII — CXVIll; Gard. Chron. Ill ser. 
vol. XXIV (1898) p. G9; Yuyck: In memoriain Prof. Dr. W. F. R. Suringar 
in Nederl. Kruidk. Arch. III ser. vol. I (1808) p. I — X; Hugo de Vries: 
W. F. R. Suringar in Ber. Deutsch. Bot. Gosellsch. XVII (1899) p. (220) 
bis (224); Reiseroute nach briefl. Mittheil, von S.; Fritz. Thes. II ed. p. 309; 
Jacks. Guide p. 324, 383, 441, 480, .507; Cat. Sc. Pap. V p. 888, YIII 
p. 1046, XT p. 531; Urb. Symb. I p. IG 1 — 162. 

Swainsoii sammelte 1830 — 1842 in erfolgreichster Weise auf den 
Bahamas. Ueber sein Leben ist nichts bekannt. Mit dem Zoologen 
William Swainson kann er nicht identisch sein; denn dieser war um 
1830 in England thätig und wanderte 1837 nach New-Zealand aus, 
wo er 1855 starb (cf. Britt. and Boulg. p. 165; Dict. Nat. Biogr. LY 
p. 192 — 193; A. Güxther in Proc. Linn. Soc. London 1899 — 1900 p. 14 
bis 61). 

Coli. Kew Herbarium (ex herb. Hooker). 

Lit. W. B. Hemsl. briefl. Mittheilung. 

Swartz, Olof, (1760—1818), geb. in Norrköping (Schweden) den 
21. IX. 1760 als Sohn eines Fabrikbesitzers, kam 1778 auf die Univer- 
sität Upsala, studirte zunächst unter Linnö fil. Naturgeschichte, dann 
Medicin, bereiste 1780 Lulea Lappmark, Finnland und Aland, 1781 
Aland, 1782 die Insel Gotland, publicirte unter Linne's Vorsitz 1781 
seine Dissertation: Methodus muscorum und machte 1783 sein medi- 
cinisches Kandidaten-Examen. Am 5. August 1783 trat er auf eigene 
Kosten eine Reise nach Amerika an. Nach fast zweimonatlichem Aufent- 
halte in Nordamerika landete er am 5. Januar 1784 in der Montego- 
Bay auf Jamale a, besuchte von hier aus (wahrscheinlich nur auf kurze 
Zeit) Cuba und mindestens vom December 1784 bis zum Juni 1785 
Haiti, kam dann nach Jamaica zur Fortsetzung seiner Studien zurück 
und schiffte sich 1786 in Kingston nach Europa ein. Bei seiner Rück- 
kehr verweilte er bis zum Herbst 1787 in London, wo er im Bank' 
sehen Museum seine Sammlungen zu bearbeiten begann und Gelegen- 
heit fand, die V. BiiowNE'schen Originalien im LiNNJii'schen Herbar und 
die SLOANE'schen Typen im British Museum zu vergleichen. Während 



6) ^ A-A-w A4^ . 



SwainsoQ — Syme. 135 

seiner Reise, am 14. VI. 1785, war er bereits zum Dr. med. in absentia 
promovirt worden. Kaum hatte Sw. die zalilreichen Novitäten in knapp- 
ster Form als Prodromus einer Flora von Westindien veröffentlicht, als 
er 1789 zum Intendanten des Kgl. Naturalien- Cabinets auf Drottning- 
holm ernannt wurde. 1791 vertauschte er diese Stelle mit der eines 
Professors an der soeben gegründeten Bergianischen Gartenschule, welche 
unter der Aufsicht der Akademie der Wissenschaften zu Stockholm stand, 
Avurde 1807 Intendant des Museums der Akademie, 1811 Sekretär der- 
selben und 1813 Professor der Naturgeschichte bei dem medicinischen 
Institut. Während dieser Zeit machte Sw. zahlreiche Reisen durch fast 
alle Provinzen Schwedens, entdeckte viele neue Arten besonders von 
Kryptogamen, arbeitete seine Flora Ind. occ. aus und schrieb wichtige 
Abhandlungen über Pilze, Flechten, Moose, Farne und Orchideen. Sein 
Tod erfolgte am 19. IX. 1818 zu Stockholm. 

Coli. Sein Herbar ging 1819 durch Kauf an die Akademie der 
Wissenschaften in Stockholm über und wird in der botanischen Ab- 
theilung des Reichsmuseums aufbewahrt; die westindischen Pflanzen 
sind leider nicht mehr vollständig vorhanden. Eine grosse Anzahl der 
letzteren besitzt das British Museum in London; mehr oder weniger zahl- 
reiche Arten sind im Herb. Willdexow in Berlin, in den Herb. ScmtEBER 
und ScHWÄGRiCHEN in München, Vahl in Kopenhagen, im Herb, der 
Linnean Society in London, im Prodromus- Herbar von de Candolle 
und im Herb. Martius in Brüssel. 

Lit. SwARTZ Prodr. p. YI— VIII; Kongi. Vetensk. Acad. Handl. Stock- 
holm 1818 p. 870 — 380; C. A. Agardh: Olof Swartz in Regensb. Flora III 
(1820) p. 550 — 558 und Biographie über den Prof. Olof Swartz in Swartz 
Adn. bot. (1829) p. XXIII — XXIX; C. Spreng.: Memoria 0. Swartzii in Nov. 
Act. Acad. Nat. Cur. X pars II (1821) p. XXXIV — XLI (abgedruckt in 
Swartz Adn. bot. p. XII — XXII); Magnus af Pontin: Aminnelse-Tal öfver 
Herr Olof Swartz. Stockholm 1821. 8°. 58p.; Biographie über den Professor 
Olof Swartz. Stockholm 1828. 8«. 32 p. 2 tab. mit Bildniss (n. v.); Jon. Em. 
Wikström: Biographie über den Prof. Olof Swartz in Swartz Adn. bot. 
(1829) p.XXX — LXXIV mit Bildniss; Hook. Journ. of Bot. II (1840) p. 382 
bis 392 (mit Porträt) ; Sarg. Silva V p. 44; J.Hagen: Olof Swartz, 1760 
bis 1818, in Kgl. Norske Vidensk. Selsk. Skr. 1897 (ex Just Bot. Jahresb. 
XXV 1897. I p. 5); Britz. Thes. II ed. p. 309 — 310; Jacks. Guide p. 112, 
150, 359, 368; Cat. Sc. Pap. V p. 890 — 897; Urb. Symb. I p. 162— 167. 

Syiiic, George, (*I844), geb. in Perthshire (Schottland) am 11. VII. 
1844, erlernte die Gärtnerei in dem Etablissement von Dickson und 
Turnbull in Pertli und war 1879 — 1884 Superintendent bei den bota- 
nischen Gärten zu Jamaica. Hier sammelte er hauptsächlich am Mt. 
Moses, bei Castleton, St. Mary, Jones Gap Farne, welche von G. S. Jenman 
in seiner Synoptical list etc. bearbeitet wurden, beschäftigte sich aber 



136 Ign. Ubbän: Notae biogiaphicae. 

auch mit dem Studium der Orchideen. Jetzt lebt er in Californien 
(Petaluma, Sonoma Co.). 

Coli. Herb. Kew, Jenmax. 

Lit. Brieil. Mittlicilung von S. durch Herrn W. Fawcett in Jamaica. 

Taylor, Miss Fanny Hope, brachte in den Jahren 1852 — 1854 
in Jamaica eine ausgezeichnete Sammlung von Farnen zusammen, haupt- 
sächlich in den Port Royal Mts., bei Portland, St. David. 

Coli. Herb. Kew, herb. Jkxman. 

Lit. Jenm. in Britt. Journ. of Bot. XXIV (1886) p. 270. 

Terrassoii sammelte auf Martinique (wann?). 

Coli. Museum zu Paris, Montpellier (ex herb. Cambess.). 

Tliiery, Nicolas Joseph Th. de Menonville, (1739 — 1780), geb. zu 
St. Mihiel in der Lorraine (Frankreich) den 18. VI. 1739, studirte Rechts- 
wissenschaft und wurde Advocat, wandte sich dann aber der Botanik 
zu und ging nach Haiti, wo er Vorsteher des Colonialgartens in Port- 
au-Prince wurde. Er machte sich hauptsächlich um die Einbürgerung 
der Cochenille-Zucht auf der Insel verdient und führte 1777 Nopal- 
und andere Nutzpflanzen aus Mexico ein. Nach seiner Rückkehr nach 
Haiti wurde er Botaniste du roi und starb in Port-au-Prince 1780 
Sein Werk: Traite de la culture du nopal wurde erst nach seinem Tode 
nn Jahre 1786 in Cap Fran(;ais (Haiti) veröffentlicht. 

Coli. Museum in Paris, Dupla in Montpellier (ex herb. Cambess.). 

Lit. Mokeau de Saint -Mery: Descript. de la partie irauc;. de l'isle 
de Sainte-Domingue vol. II (1798) p. 365; Didot Nouv. Biogr. gener. XLV 
(1806) p. 200 — 201; Britz. Thes. II ed. p. 815; Leon Bibl. Botän.-Mexic. 
(1895) p. 245 — 247. 

Tliiouvillc, de^ sammelte 1844 auf Guadeloupe hauptsächlich 
Farne. 

Coli. Herb. Fee im botanischen Garten zu Rio de Janeiro. 

Lit. Fee: Hist. des fougeres et lycop. des Äntilles. 

Thompson, William J., gehört dem Botanical Department zu 
Jamaica an und war Superintendent von Castleton Gardens 1889 bis 
1890, Kings House Garden 1890 — 1892 und seitdem wieder von Castleton 
Gardens. 

Coli. Vergl. unter Fawcett. 

Lit. Brief! . Mittheilung von W. Harris und W. Fawcett. 

Tillsoii, Arthur G., wurde als Gärtner in Kew ausgebildet, über- 
nahm die 1889 gegründete botanische Station zu Antigua als erster 
Curator und blieb in dieser Stellung bis Juli 1897. 

Coli. Kew Herbarium, einiges im Herb. Kruu et Urban. 

Lit. D. Morris in Kew Bull. Add. Ser. I p. 118. 



^t.1. ipr^, /f^3 









Taylor — Tussac. 137 

Torralbas, Jose L, (* 1842), geb. zu Matanzas (Cuba) den 23. I. 
1842, stiidirte an der Universität zu Habana, wurde 1864 Licentiat 
der Mediciu und 1890 auf Grund seiner Dissertation: Los Insectos y la 
seleccion natural de las plantas Doctor en Ciencias naturales. Er ist 
jetzt Mitglied der Akademie, Professor an der Universität und Conser- 
vator des botanischen Museums in Habana. 

Coli. Herb. Kkug et Ukban (360 Nr. ex a. 1890 — 1891). 

Lit. Briefl. Mittheilung von G. de la Maza; Urb. Symb. 1 p. 105, 169, 
n p. 5, III p. 11. 

Tiirpiii, Pierre Jean Eran9ois, (1775 — 1840), geb. zu Yire in 
der Normandio (Frankreich) den 11. III. 1775, ging im Jahre 1796 
mit einer Expedition, welche die französische Regierung zur Wieder- 
herstellung der Ordnung in Haiti ausgerüstet hatte, von Brest aus 
als Soldat im Bataillon Calvados nach Cap-Fran^ais (jetzt Cap Haitien) 
und wurde von Poiteau, den er daselbst kennen lernte, in die Botanik 
eingeführt. Nach einem kurzen Aufenthalte in Frankreich kehrte er 
nach Haiti zurück, nahm an der Belagerung von Jacmel Theil, wurde 
Zeichner bei dem Chef- Ingenieur Sorel in Port-au-Prince und kam 
alsdann wieder zum Cap, wo er durch Poiteau mit dem nordamerikani- 
schen Consul Edward Stevens bekannt wurde. Für diesen fertigte er 
1799—1800 theils in Saint- Suzanne, theils in Cap, theils auf der Insel 
La Tortue ca. 300 Tafeln Pflanzenabbildungen an. Bald nach Poiteau's 
Abreise verliess auch er die Insel und kehrte über New York und 
Philadelphia Ende 1802 nach Frankreich zurück. Hier veröffentlichte 
er eine grössere Reihe von Arbeiten über Gramineen, Cacteen, Organo- 
graphie, Physiologie und Pathologie, eine Iconographie vegetale (mit 
Poiteau zusammen), eine unvollendet gebliebene colorirte Flore pari- 
sienne u. s. w., lieferte ausgezeichnete Abbildungen zu einer Anzahl 
bedeutender Werke (cf. Pritz. I ed. p. 303) und starb zu Paris am 
1. V. 1840. 

Coli. Museum zu Paris, meist unter „Poiteau et Turpin" (vergl. 
Poiteau), Herb. Lenormand jetzt im botan. Garten zu Caen. 

Lit. Poiteau in Annal. Sog. d'hortic. Paris XXVII p. 90 (n. v.)i 
Regensb. Flora XXIII (1840) p. 548 — 544; A. Richard: Notice biogr. sur 
M. TuRPm in Turpin Icon. veget. (1841) (n.'v.); Las. Mus. Deless. p. 489 
bis 490; DiDOT Nouv. Biogr. gener. XLV (1866) p. 742 — 743; Pritz. Thes. 
Iled. p. 93, 250, 325 — 826; Jacks. Guide p. 77, 116, 276; Cat. Sc. Pap. 
VI p. 70 — 72, 761. 

Tussac, F. Richard de, ging um 1786 nach Martinique und von 
da nach Haiti, wo er sich 15 Jahre dem Studium der Pflanzenwelt 
widmete. Er botanisirte in der Umgebung von J6r6mie(?), Port-au- 
Prince, St. Marc, in der Plaine Desolee zwischen Artibonite und Gonaives, 



i38 Ign. Urban: Notae Ijiograpbicae. 

Arcaliaye, StrSuzanne, Port Fran^ais und Cap Haitien. Bei der Ein- 
äscherung der letztgenannten Stadt am 5. Februar 1802 verbrannten ihm 
die beinahe 2000 Abbildungen, während er die Manuskripte und die 
Herbarien rettete. Kurz nachher ging er nach Jamal ca, um für die 
französischen Gärten in Haiti aus dem botanischen Garten zu East 
lebende Pflanzen zu holen. Er blieb 10 Monate auf der Insel und sam- 
melte in den Blue Mts., St. Mary (St. Georges), St. Andrew (Liguanea), 
Clarendon, St. Ann, St. Elizabeth und St. James. Von da kehrte er, 
ohne den eigentlichen Zweck seiner Eeise erreicht zu haben, gegen 
Ende des Jahres 1802 in seine Heimath zurück. — Ueber sein sonstiges 
Leben ist nichts weiter bekannt. 

Coli. Herb. Jussieu (ihm vonT. 1807 geschenkt) und Herb. Desvaux 
in Paris, Museum zu Florenz, Herb, de Candolle, aber überall, wie 
es scheint, nur wenig. 

Lit. Las. Mus. Deless. p. 489; Pßiiz. Tlies. II ed. p. 326; Jacks. 
Guide p. 369; Cat. Sc. Pap. YI p. 73; Ukb. Sjanb. I p. 170 — 171. 

Yaleiiziiela, Jose Maria, sammelte hauptsächlich October bis 
December 1833 in der Yuelta Abajo auf Cuba für Ramon de la Sagiia 
(vergl. diesen). 

Lit. Ubb. Symb. I p. 143. 

Y.araimc sammelte um 1851 in Sto. Domingo. 

Coli. Museum zu Paris, etwas im Herb. Krug et Urban. 

Waby, John Frederick, (* 1848), geb. in London den 26. X. 1848, 
conditionirte in verschiedenen grösseren Gärtnereien Englands und in 
Passy bei Paris, wurde 1873 Obergärtner am botanischen Garten in 
Trinidad und 1878 am Government botanischen Garten in British 
Guyana, wo er seit 1900 auch in Botanik unterrichtet. April bis Juni 
1895 sammelte er in Barbados ca. 140 Arten. Schrieb 1893 ein Werk 
über tropische Gärtnerei. 

Coli. Kew Herbarium, Krug et Urban, Washington (Smiths. Inst.), 
Bot. Garten zu Demerara. 

Lit. Briefl. Mittheilung von W.; Urb. Symb. I p. 131. 

Walsli, J. J., sammelte um 1889 in St. Martin, St. Eustache, 
St. Kitts, Dominica, St. Lucia und Grenada. 
Coli. Kew Herbarium? 
Lit. ÜRB. Symb. I p. 137. 

Warming-, Johannes Eugenius Bülow, (* 1841), geb. zu Manö 
(Dänemark) den 3. XL 1841, begann seine Studien 1859, reiste Februar 
1863 nach Brasilien, wo er sich bis 1866 bei dem Paläontologen Dr. 
P. AY. Lu.xD in Lagoa Santa (Minas Geraes) aufhielt und botanische Unter- 



Valenzuela — Weiiilaud. 139 

suchungen anstellte sowie Sammlungen anlegte. Nach seiner Rückkehr 
nach Kopenhagen wurde er 1868 Magister, 1871 Doctor, 1873 Docent 
an der Universität daselbst, war 1882 — 1886 Lehrer an der Hoch- 
schule zu Stockholm und ist seitdem Professor an der Universität und 
Director des botanischen Gartens in Kopenhagen. 1884 machte er eine 
Reise nach Grönland, w^obei er auch Island berührte, 1885 nach 
Finnmarken, October 1891 bis März 1892 nach Barbados, Trinidad, 
Venezuela, Portorico (Ponce, Mayagüez, 'Aguadilla), St. Thomas, 
St. Croix und St. Jan, 1897 nach den Faroer-Inseln. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen. 

Lit. Warm, in Bot. Tidsskr. XII (1880 — 1881) p. 20G — 213; Kiaersk. 
1. c. XXIII (1900) p. 44— -45; briefl. Mittheihmg von W.; Praxz. Thes. II ed. 
p.339; Jacks. Guide p.G2, 85, 90, 92, 204, 333, 372, 488; Cat. Sc. Pap. 
VIII p. 1197, XI p. 751 — 752. 

TVaters, James, sammelte in Jamaica um 1826 — 1830, wurde, 
wenn es derselbe ist, 4837 Stipendiary Curate zu St. Elizabeth, 1847 
Island Curate ebenda. 

Coli. Kew Herbarium. 

Lit. Briefl. Mittlieilung von W. B. Hemsley, von W. Ä. Feurtado durch 
Herrn Frank Cundall in Jamaica. 

Watt, David E., aus Jamaica gebürtig, gehört dem dortigen 
Botanical Department an und zwar als Gärtner an Hill Gardens. 
Coli. Vergl. unter Fawcett. 
Lit. Briefl. Mittheilung von W. Harris. 

Weiiilaiid, David Friedrich, (* 1829), geb. zu Grabenstetten bei 
Urach (Württemberg) den 80. YlII. 1829, studirte zu Tübingen 1847 
bis 1852 zuerst Philosophie und Theologie, dann Naturwissenschaften, 
promovirte 1852 mit einer Arbeit über die Generatio spontanea und 
wurde Assistent am zoologischen Museum zu Berlin für die herpetolo- 
gische Sammlung. 1855 — 1858 hielt er sich in Cambridge (Mass.) auf 
und bearbeitete für L. Agassiz's Contrib. Nat. Hist. of the Unit. States 
die vergleichende Anatomie der Schildkröten und die Entwickeliings- 
geschichte der Gadoiden. Von hier aus besuchte er Januar bis Juli 
1857 Haiti, um in der Nähe von Jeremie bei Corail das für den Schiffs- 
verkehr so verhängnissvolle Wachsthum der Korallenpolypen, besonders 
der Madrepora alcicornis zu studiren; nebenbei machte er auch ethno- 
logische Studien und sammelte Echinodermen, Landmollusken und Rep- 
tilien, sowie Farne und Meeresalgen. Im October 1858 kehrte AV. von 
Cambridge nach Deutschland zurück, übernahm im folgenden Jahre die 
wissenschaftliche Direction des zoologischen Gartens und die zoologischen 
Vorlesungen am Senckenbergischeu Stift in Frankfurt a. M. und begrün- 



140 lüN. Ukban: Notae biograpbicae. 

dete dasolbst die Zeitschrift „Der zoologische Garten". Später Hess er 
sich in Hohenwittlingen auf der Schwäbischen Alb bei Urach nieder 
und ist hier mit helminthologischen, nialakologischen und ornithologi- 
schen Studien beschäftigt; auch über die menschlichen und thierischen 
prähistorischen Bewohner der Höhlen der Alb hat er ein populäres in 
vierter Auflage erschienenes Buch verfasst. 

Coli. Farne im botan. Museum zu Berlin und im Herb. Krug et 
Ukban (69 Nr.). 

Lit. Briefl. Mittheilung von W.; Cat. Sc. Pap. VI p. 304 — 305, XI 
p. 773. 

West, Hans, (1758 — 1811), geb. in Hindsholm auf Fünen (Däne- 
mark) im Jahre 1758 als Sohn des dortigen Predigers, studirte in Kopen- 
hagen moderne Sprachen und Hess sich 1788 in St. Croix nieder, wo 
er bis 1800 Rektor der Schule in Christianssted und später Notarius 
publjcus war. 1802 ging er als Consul nach Holland und starb 1811 
in Cassel auf der Rückreise von Frankreich. Er sammelte hauptsächlich 
auf St. Croix, aber auch auf St. Thomas, Vieques (Grab Island), 
Portorico, wo er 1797 mit Ledru Excursionen machte, und in Marti- 
nique sowohl Phauerogamen wie Kryptogamen, die er an Prof. Yahl 
in Kopenhagen schickte. 

Coli. Bot. Museum in Kopenhagen, einiges auch im Museum zu 
Berlin und im Herb, de Candolle (ex herb. Puerari). 

Lit. Vahl Ecl. Praef.; Warm, in Bot. Tidsskr. Kopenh. XII (1880) 
p. 82; KiAERSK. 1. 0. XXIII (1900) p. 45 — 46; Pritz. Thes. II ed. p. 344; 
Urb. Symb. I p. 173, 174 — 176. 

Wiles, James, war Gärtner bei R. A. Salisbury, begleitete 1791 
bis 1793 den Kapitän Bligh auf seiner zweiten Reise nach der Südsee 
(Otaheiti, Timor etc.), führte 1793 junge Brodfruchtbäume von dort in 
die botanischen Gärten zu St. Vincent und zu Liguanea in Jamaica 
über, die sich auf den Inseln sehr gut einbürgerten, und wurde Vor- 
steher des letzteren bis ca. 1805. 

Coli. Herb. Delessert in Genf (ex herb. Lambert), Kew?, Herb. 
Banks im British Museum. 

Lit. Bull. Mise. Inf. Kew 1891 p. 300 — 301, 1892 p. 95; Fawc. 
in Bot. Gaz. XXIV (1897) p. 347; Britt. and Boulg. p. 220. 

f if.-^. '«"'' Wilson, Nathaniel, geb. in Schottlanc}," war 1834 und 1838 Gärtner 
in Kew und Kensington, ging nach Jamaica, wurde dort 1846 Island 
Botanist und Vorsteher des Bath Gartens, um welchen er sich durch 
zahlreiche Einführungen grosse Verdienste erwarb, legte 1860 den 
Castleton Garten an, nahm 1867 seinen Abschied nnd starb ^w»— iO?8l l.S--'"iL. 
Wahrscheinlich von Sir W. Hooker beauftragt, für die in Angriff 



f: V 






West — Ch. Wright. 141 

genommene Flora of tlie Brit. West Indies zu sammeln , besuchte er in 
den Jahren 1857 — 1858 die verschiedensten Theile der Insel wie St. 
Andrews, Portland, St. Mary, Mancheoneal, Dolphin Head und sammelte 
ca. 750 Arten. 

Coli. Kew, Brit. Museum, Herb. Grisebach in Göttingen, Krug et 
Urbak (hier ca. 250 Nr.). 

Lit. Bnll. Mise. Inf. Kew 1891 p. 321, Add. ser. I (1898) p. 143 
bis 144; Fawc. in Bot. Gaz. XXIV (1897) p. 348 — 349; Cat. Sc. Pap. 
VI. 388. 

Wilson, Rev. Sherman B., sammelte in Jamaica besonders am 
Mount Moses 1874 Farne, welche von G. S. Jenman in seiner Synoptical 
list bearbeitet wurden. 

lYoodforcl, Sir Ralph, (1784—1828), geb. in England im Jahre 
1784, war von 1813 — 1828 Gouverneur von Trinidad und starb im 
Mai 1828 auf der See in der Nähe von Haiti. 

Coli. Kew Herbarium? 

Lit. Briefl. Mittheilung von J. H. Hart. 

Wrl)iia, Franz, Gärtner aus Mährisch -Budwitz in Oesterreich, 
ging im Jahre 1822 nach Trinidad, um für die Exsiccaten Sieber's 
(vergl. diesen) zu sammeln. 

Wriglit, Charles, (1811—1885), geb. zu Wethersfield in Connec- 
ticut (U. S. A.) den 29. X. 1811, besuchte die Schule seines Heimaths- 
dorfes, trat 1831 in das Yale College ein nnd graduirte daselbst 1835. 
Nachdem er ein Jahr laug eine Hauslehrerstelle in Natchez (Mississ.) 
bekleidet hatte, wanderte er im Frühjahr 1837 nach der damals noch 
unabhängigen Republik Texas aus, wo er 10 Jahre lang theils in 
Zarvala am Neches - Flusse als Landmesser, theils in Rutersville in 
Fayette County und Austin als Lehrer thätig war, nebenbei aber eifrig 
botanisirte. Während des Krieges mit Mexico 1847 — 1848 hatte er 
Gelegenheit, durch Vermittelung seines Freundes Dr. Veitch, sich einer 
Freiwilligen.-Truppo anzuschliessen und seine Excursionen bis an den 
Eagle-Pass an der mexikanischen Grenze auszudehnen. Nachdem er 
seine Sammlungen heimgebracht und auch A. Gray in Cambridge be- 
sucht hatte, mit dem er bereits 1844 in Verbindung getreten Avar, 
wurde ihm 1849 gestattet, mit einer A.btheilung Regierungstruppen in 
Texas durch den noch ganz unbekannten Landstrich von San Antonio 
nach El Paso am Rio Grande zu ziehen. Die Resultate dieser Reise 
wurden von A. Gray 1852 als „Plantae Wrightianae I" veröffentlicht. 
Mehr als ein Jahr brachte darauf W. im mittleren Theile von Texas 
als Lehrer an einer kleinen Schule zu, bis er im Frühjahr 1851 eine 
Stellung als Botaniker und Landmesser bei der Expedition fand, die 



142 Ion. ürban: Notae biographicae. 

unter dem Obersten Graham die Regiüiruug der Grenze zwischen Mexico 
und den Yereinigten Staaten vornehmen sollte. Nachdem er dieselbe 
von Texas über New Mexico bis zur Mitte des Territoriums Arizona 
begleitet hatte, kehrte er im Sommer 1852 über St. Louis, wo er Dr. 
ExGELMANN die Cacteen überlieferte, nach Cambridge zurück. Die auf 
dieser Reise gemachten Sammlungen bildeten die Grundlage zum II. Theile 
der „Plantae Wrightianae" (1853) und zusammen mit denen von Dr. 
Paery, Prof. Thurber, Dr. J. M. Bigelow u. a. das Material zur „Botany 
of the Mexican Boundary Survey" 1859. — In den Jahren 1853 bis 
1855 begleitete W. als Botaniker die North Pacific Exploring Expedition 
unter Kapitän Ringgold, später unter Commander John Rodgers. Man 
besuchte Simon's Bay in Capland, Sydney, Hongkong, die Bonin- 
und Liu-Kiu-Inseln, Japan und die Inseln in der Behringstrasse. 
Im October 1855 kam man nach St. Francisco zurück, von wo aus W. 
noch einen mehrwöchentlichen Abstecher nach Nicaragua machte. 

Im Herbst 1856 begann W. die Erforschung der Flora von Cuba, 
welche er bis zum Jahre 1867 mehr förderte, als alle anderen Sammler 
vor und nach ihm zusammengenommen. Auf der ersten Reise landete 
er in Santiago und besuchte die Gebirge des Cobre, die Loma del Gato, 
Nimanima, Saltadero und die Umgebung von Monteverde, wo ihm Don 
Federico Lescaille auf seiner Kaffeepflanzung die ausgiebigste Gast- 
freundschaft gewährte. Anfang Herbst 1857 kehrte er mit reichhaltigen 
Sammlungen in seine Heimath zurück. — Ende 1858 ging W. zunächst 
wieder nach Monteverde und sammelte vom Januar bis Juli 1859 in 
Gesellschaft des Zoologen Dr. Guxdlach^ in der näheren und entfernteren 
Umgebung des Ortes. Während der zweiten Hälfte von 1859 sowie in 
den beiden folgenden Jahren wurde der ganze Osten der Insel: die 
Sierra Maestra mit dem Monte Liban und dem Pico del Toro, die Um- 
gebung von Bayamo, wo er bei dem Arzte Manuel Yero gastliche Auf- 
nahme fand, die Ufer des Rio Cauto und andererseits Punta de Maysi, 
Baracoa und Mayari durchforscht. Im Winter 1861 — 1862 wanderte 
er von Bayamo über Las Tunas, Puerto -Principe, Santo -Espiritu weiter 
nach Westen und schlug sein Hauptquartier auf der Zuckerplantage 
Fermina des Don Simon de Cardenas auf, von wo aus das sich bis zur 
Südküste erstreckende Sumpfgebiet, die Cienega de Zapato, unter Füh- 
rung Gundlach's besucht wurde. Er durchforschte dann die Umgebung 
von Matanzas und Cardenas, sowie die Tetas de Caraarioca und ver- 
legte im Sommer 1862 den Schauplatz seiner Thätigkeit nach dem 

1) Es ist bisher von Niemandem darauf hingewiesen, wieviel Wright dem Dr. 
GuNDLACH zu Verdanken hat, der seit 1838 auf der Insel und überall bekannt und 
beliebt, W. auf den grossen Plantagen einführte oder ihm Enipfehhmgsbriefe an diu 
Besitzer derselben jnitgab. 



Ch. Wright. 143 

westlich von Habana gelegenen Theile der Insel, in die Vuelta Abajo. 
Hier fand er auf dem Hato Balestena, einer Viehzüchterei am Süd- 
abhauge des Gebirges gegenüber Bahia Honda, bei Don Jose Blaix, 
dem Schwager von Sauvalle, gastliche Aufnahme und dehnte seine 
Excursionen fast bis zum Cap San Antonio, dem südwestlichen Ende 
der Insel, aus. — Sommer 1864 bis Herbst 1865 hielt er sich wieder 
in den Vereinigten Staaten, theils in seiner Heimath, theils in Cambridge 
(Mass.) auf. Auf der letzten Reise durchsuchte er noch einmal die 
Vuelta Abajo, ging per Dampfer nach Trinidad (in der Mitte der Süd- 
küste), dessen Umgebung er unter dem Schutze des reichen Don JrsTu 
Cautero erforschte, und von da nach Guantänamo und Santiago, in 
dasjenige Gebiet, wo er seine Thätigkeit begonnen hatte. Im Juli 1867 
verliess W. die Insel und begab sieh nach Cambridge, um den Grise- 
BACii'schen Catal. Plant, cubens. auf Grund seiner eigenen Beobachtungen 
und Untersuchungen einer Revision zu unterziehen und die zahlreichen 
neuen Arten demselben einzureihen. So entstand das Werk, welches 
unter dem Titel „Sauvalle: Flora Cubana" bekannt ist. 

Im Jahre 1871 wurden W., Prof. C. C. Parry und H. Brummel 
als Botaniker einer Commission beigegeben, welche in Sto. Domingo 
Land und Leute behufs Einverleibung in die Vereinigten Staaten stu- 
diren sollte. Man landete am 24. Januar 1871 in der Samana-Bay, 
durchkreuzte Sto. Domingo nach verschiedenen Richtungen, verweilte 
eine Woche in der Hauptstadt von Haiti und kehrte Ende März nach 
den Vereinigten Staaten zurück. Die botanischen Ergebnisse dieser 
Expedition waren wegen der ungünstigen Jahreszeit und des eilfertigen 
Reisens nicht erhebliche. 

Den grössten Theil der folgenden Jahre brachte W. in Cambridge 
zu, Avo er im Gray -Herbarium arbeitete, bis ihn die Sorge um seine 
kranken Geschwister in die Heimath rief. Hier in Wethersfield starb 
er am 11. VIII. 1885 am Herzschlage. A. Gray sagt von ihm: W. war 
ein Mann von kleiner aber gut gebauter Statur, mehr zähe als kräftig, 
im höchsten Grade massig, höchst einfach in seinen Gewohnheiten, stets 
bescheiden und anspruchslos, aber bestimmt und geradezu in seiner 
Ausdrucksweise, liebenswürdig, zuverlässig und religiös. Die einzige 
Triebfeder zu seinen hervorragenden Leistungen war die Neigung und 
Liebe zur Botanik. 

Coli. Die Sammlungen aus Texas etc. und von der Reise um die 
Erde scheinen nur wenig verbreitet zu sein. Die beste findet sich 
jedenfalls im Gray -Herbarium in Cambridge, eine andere in Kew, aus 
Texas und New Mexico bei de Caxdolle, aus Japan im botan. Garten 
zu St. Petersburg. — Die vollständigste Sammlung der Phanerogamen 
und Pteridophyten von Cuba, welche beinahe 4000 Nr. umfasst, ist im 



144 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Gray -Herbarium in Cambridge und in der Akademie der Wissenschaften 
zu Habana (Herb. Sauvalle), demnächst im Herb. Grisebacii in Göttingen, 
dem aber die Ausbeute der letzten beiden Jahre fehlt, und im Kew 
Herbarium. Ausserdem mehr oder weniger vollständig bei Boissier-Barbey 
in Genf, in Bremen, British Museum, Brüssel (ex herb. Martius), Buda- 
pest (ex herb. Haynald), bei de Candolle in Genf, Cossox in Paris, 
Delessert in Genf, Dublin, Krug etlJRBAJs in Berlin, Madrid, New York 
bot. Garten (ex herb. Torrey), New York College of Pharmacy (ex herb. 
W. M. Canby), Paris, St. Petersburg, J.D.Smith in Baltimore, Washington, 
Wien (Hofmuseura ex herb. H. G. Reichenbach und botanischer Garten). 
Moose sind im GRAY-Herbar in Cambridge, Berlin (ex herb. C. Müller, 
bez. ex herb. Gottsche), Kew, British Museum, die Flechten (cf. J. Müller 
in Bot. Zeitung XLH. 1884 p. 14) im Kryptog. Herbar in Cambridge, 
Paris, British Museum, Herb. Boissier-Barbey (ex herb. J. Müller- Arg.), 
die Pilze im Kryptog. Herbar zu Cambridge, Kew, British Museum, 
New York bot. Garten (ex herb. J. B. Ellis), die Algen im Kryptog. 
Herbar in Cambridge. — Die Sto. Domingo -Pflanzen befinden sich im 
National Museum in Washington, im Gray -Herbarium zu Cambridge 
und in Kew (hier nur 57 interessantere Arten). 

Lit. A. Gray: Charles Wright in Amer. Journ, Sc. III ser. XXX 
(1885) p. 247 et XXXI (1886) p. 12 — 17 et Scient. Pap. II p.4G8 — 474; 
Sarg. Silv, I p. 94; J. Gundlach briefl. Mittheilungen; Cat. Sc. Pap. VIII 
p. 1270; Urb. Symb. I p. 10 — 11, 15, 41, 50, 59 — 62, 92, 96, 108, 
113, 114, 117, 134, 136, 148 — 150, 154, 159, 160, 170, 178. 

Wriglit, William, (1735 — 1819), Dr. med., geb. zu Crieff in 
Perthshire (Schottland) III. 1735, begann 1756 seine Studien auf der 
Universität Edinburgh, unterbrach dieselben aber 1757, um als Arzt 
auf einem Walfischfahrer eine Eeise nach Grönland zu machen, und 
wurde nach absolvirtem Examen Schiffsarzt. 1765 begab er sich nach 
Jamaica, wo er neben der Ausübung seiner medicinischen Praxis in 
Hampden (Trelawny) seit 1771 auch eifrig sammelte und lebende Pflanzen 
nach Kew, getrocknete an Sir J. Banxs schickte. 1777 — 1779 hielt er 
sich in England und Schottland auf, um seine Studien fortzusetzen. Auf 
seiner zweiten Reise nach Jamaica 1779 wurde er von einem spanischen 
Schiffe gefangen genommen, verlor seinen Hortus siccus und wurde in 
Spanien internirt. 1782 — 1785 war er als Generalarzt wiederum in 
Jamaica und suchte sein Herbarium durch neue Aufsammlungen zu 
ersetzen, wobei ihn 0. Swaetz unterstützte. 1796 — 1798 verweilte er 
in gleicher Eigenschaft auf Barbados und legte eine grosse Sammlung 
von Windward -Pflanzen an. Nach seiner Rückkehr Hess er sich in 
Edinburgh nieder, theils mit seiner Praxis, theils mit seinen Samm- 
lungen beschäftigt, und starb daselbst den 19. IX. 1819. 



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W. Wright — Wullschlägel. 145 

Coli. Edinburgh, Liverpool, Herb. BaxivS im British Museum, 
Kew (ex herb. Foesyth, welches Bextham 1835 kaufte), Brüssel (ca. 
200 Nr. ex herb. Martius, von Rob. Brow^' bestimmt). Wahrscheinlich 
stammen einige seiner für Jamaica angegebenen Pflanzen von Barbados. 

Lit. Memoir of the late William "Wright , M. D. , Edinl)m-gh and London 
1828. 80. 456 p. mit Bildniss (n. v.); Naturalist IV (1839) p. 399 (n. v.); 
Bkitt. and Boulg. p. 187; Journ. of Instit. Jam. 11 (1895) p. 183; G. S. Boulger 
in Dict. Nat. Biogr. LXIII (1900) p. 136—137; Fritz. Tlies. II ed. p. 351; 
Cat. Sc. Pap. VI p. 446; Urb. Symb. I p. 59, 178 — 179. 

Württemberg, Friedrich Paul Wilhelm Herzog von, (1797 bis 
1860), geb. zu Karlsruhe in Schlesien (Deutschland) den 25. VII. 1797, 
diente zuerst in der preussischen und württembergischen Armee, wid- 
mete sich aber dann geographischen und naturwissenschaftlichen Studien. 
1822 — 1824 unternahm er eine Reise nach Nordamerika, besonders 
zum Mississippi und Missouri, 1829 nach Haiti, wo er August bis 
October mit C. Ehrenberg sammelte, Mexico und den südlichen Staaten 
der Union, 1889 — 1840 nach dem oberen Nil, 1849 — 1856 nach Nord- 
und Südamerika, 1857 nach Nordamerika, 1858 — 1859 nach Australien, 
Neu-Seeland, Ceylon und Aegypten. Er starb in Mergentheim (Württem- 
berg) den 25. XL 1860. Seine Sammlungen erstreckten sich nicht nur 
auf geographische, ethnographische und antiquarische Gegenstände, son- 
dern auch auf Mineralogie, Geognosie, Botanik und Zoologie. 

Coli. Museum in München. 

Lit. Bonplandia VIII (1860) p. 386; Jahreshefte des Vereins f. vaterl. 
Naturk. in Württemb. XVIII (1862) p. 20 — 24; P. Stalin in Allg. Deutsche 
Biogr. XXV (1887) p. 243 — 244; Cat. Sc. Pap. VI p. 452. 

Wullschläg-el, Heinrich Rudolf, (1805 — 1864), geb. in Sarepta 
(Russland) den 1. IL 1805, erhielt seine Erziehung in Niesky, seine 
theologische Ausbildung in Gnadenfeld in Schlesien, war 1826 — 1834 
Lehrer in Niesky, Ebersdorf (Reuss) und Herrnhut und leitete 1834 bis 
1843 die Verwaltung des äusseren Haushalts der Brüder- Gemeinde in 
Neudietendorf (Gotha). 1844 — 1847 stand er der Mission in Antigua, 
1847—1849 in Jamaica (Manchester: Springfield, Fairfield, Chatham), 
1849 — 1855 in Paramaribo in Surinam vor und machte von hier aus 
im Juni 1855 eine Reise nach der Mosquitoküste zur Einweihung einer 
neuen Kirche in Bluefields. 1855 trat er in die Direction der Brüder- 
gemeinde in Berthelsdorf bei Herrnhut, wurde 1857 Bischof der Brüder- 
kirche und starb am 29. III. 1864 in Berthelsdorf. 

Coli. Seine westindischen Pflanzen (Nr. 1 — 760 von Antigua, Nr. 
761 — 1395 von Jamaica) im Bot. Museum zu München (Hauptsamm- 
lung mit den Original -Etiquetten), Herb. Martius (jetzt Brüssel), Herb. 
ReighExNbacii (jetzt im Hofmuseum in Wien), Herb. Grisebach (jetzt 



Urban, Symb. ant. III. 



10 



146 Ign. Urban: Notae biographicae. 

Göttingen), Herb. Krug etÜEBAN, Kew (hier sehr wenig). — Die Pflanzen 
von Surinam sind mit den Original -Etiquetten im Herb. Martius in 
Brüssel, Doubletten im Herb. Grisebach. — Die von der Mosquitoküste 
im Bot. Museum in Berlin (ex Herb. Görlitz). 

Lit. Radlk. Mon. Serj. Ergänz, p. 12G — 127; briefl. Mittheilung des 
Missionsdirectors G. Burkhaedt in Berthelsdorf; Urb. Symb. I p. 59. 

Wydler, Heinrich, (1800 — 1883), geb. in Zürich (Schweiz) den 
24. lY. 1800, war anfänglich in einer Musikalienhandlung, dann in 
einem Bankgeschäfte thätig, studirte darauf in Zürich und Göttingen 
Medicin und Naturwissenschaften und unterrichtete einige Jahre an 
einer Privatschule. Im Frühjahr 1827 trat er auf Anregung P. de Can- 
dolle's und mit Unterstützung einiger anderer Botaniker, besonders 
Delessert's eine Keise nach Westindien an. Er besuchte auf einen 
Monat St. Thomas, darauf das östliche Portorico, besonders die Sierra 
de Luquillo, verlor aber den grössten Theil seiner Ausbeute durch In- 
sekten und Fäulniss und kehrte, nachdem er in Ponce das gelbe Fieber 
glücklich überstanden liatte, Ende 1827 nach Genf zurück. 1828 bis 
1830 war "W. Adjunct am botanischen Garten in St. Petersburg, 1830 
bis 1834 Conservator des Herb, de Candolle, erhielt von der Baseler 
Universität den Dr. med. honoris causa, wurde darauf Lehrer an der 
Realschule in Bern und schliesslich Professor an der dortigen Universität. 
Im Jahre 1853 stellte er, durch seine Verheirathung in eine sorgen- 
freie Lage gekommen, seine Vorlesungen ein, lebte theils in Bern, theils 
in Strasburg und starb den 6. XII. 1883 zu Gernsbach in Baden. W. 
hat sich durch seine zahlreichen morphologischen Arbeiten einen sehr 
geachteten Namen erworben. 

Coli. Vollständigste Sammlung (ca. 425 Nr.) im Herb, de Caxdolle, 
ferner im Herb. Delessert, Berlin, Paris, Florenz, Nancy, Brüssel (ex 
herb. Martius). 

Lit. J. Sachs Gesch. d. Botan. (1875) p. 178; Bot. Zeitung XLII (1884) 
p. 282 — 287 (aus einer Autobiographie entnommen); E. Wunschmann izi Allg. 
Deutsche Biogr. XLIV (1898) p. 392 — 898; Pritz. Thes. II ed. p. 852; 
Jacks. Guide p. 143; Cat. Sc. Pap. VI p. 459 — 460, VHI p. 1284, XI 
p. 865; Urb. Symb. I p. 179. 

Youiig, George, Dr. med., Militärarzt in Westindien, sammelte 
auf Tobago und war der erste Curator des botanischen Gartens in 
St. Vincent 1765 — 1774. 

Coli. Herb. Banics im British Museum. 

Lit. Britt. and Boulg. p. 187. 



AV Jodler — Conspectus. 



147 



Conspectus 
insularum earumque peregrinatorum botanicorum/ 

(Peregi'inatores uacis circuniscripti herbaria non reliqueruüt.) 



F. A. Michaux 1806. 
A. W. Lane vor 1844. 
A. F. Kemp vor 1857. 
[J. M. Jones ca. 1859.] 
J. Kein 1861 — 1863. 
J. H. Lefroy 1871 — 1877. 



Bermudas. 

H. N. Moseley 1873. 
0. A. Reade ca. 1880. 
J. F. Kemp 1885. 

B. D. Gilbert 1898 (Pterid. 

C. F. Millspaiigh 1898. 



Key insulae. 



J. L. Blodgett 1838—1855. 
Ignotiis (J. L. Cabanis) vor 1839. 
F. RugeJ 1846. 
A. P. Garber ca. 1870. 



J. C. Melvill 1872. 

A. H. Ciirtiss 1880 — 1881. 

C. S. Sargent 1886, 1887, 1898. 



M. Catesby 1725 — 1726. 
F.Boos, F. J. Marter u. [J.D. Schöpf] 

1784. 
A. Michaux 1789. 
J. Fräser 1802. 
Crudy vor 1810. 
Swainson 1830 — 1842. 
W. F. Daniell 1857 — 1858. 
J. Hjahnarson 1858. 
W. Cooper 1859. 
R.W. Rawson 1867 — 1868. 



Bahamas. 

H. E. W. Robinson 1877. 
L. J. K. Brace 1877 — 1880. 



A. H. Searing ca. 1885. 

F. H. Herrick 1886. 

[J. Gardiner 1886-1888.] 

C. S. Dolley ca. 1887. 

H. von Eggers 1887, 1888. 

A. S. Hitchcock 1890. 

J. I. et A. B. Northrop 1890. 

D. Morris 1895. 



Cuba. 
[G. F. de Oviedo zw. 1519 — 1556.] M. Sesse u. J. M. Mocino zwischen 
W. Houstoun 1729. 1795 — 1804. 

N. J. Jacquin 1758 — 1759. ?J. Pavou. 

0. Swartz 1784. ?L. Me. 



1) Nonuulli hoc loco enumerati (praesertim veteres) uon in Notis biographicis, 
sed in Bibliographia Synib. vol. I p. 5 — 180 coniniemorantur. 

10* 



148 



Ion. Urban: Notae biographicae. 



h 



B. M. Boldo 1797 — 1799. 

[A. Parra vor 1799.] 

M. E. Descourtilz 1799. 

A. von Humboldt und A. Bonpland 

1800—180], 1804. 
J. Fräser 1801, 1809. 
J. A. de la Ossa ca. 1820—1830. 
G. Don 1822. 
E. Foeppig 1822-1824. 
K. de la Sagra 1822 — 1835. 
RA. Sauvalle 1824 — 1879. 
S. Bonani ca. 1833. 
Ant. Keynoso ca. 1833. 
J. M. Yalenzuela 1833. 
M. de Monteverde vor 1835. 
Th. Drumniond 1835. 
P. A. Auber 1835 — 1843 (Kryptog.). 
J. Linden 1837—1838, 1844. 

E. Otto 183$. 

H. Delessert 1838 — 1839. 
[F.W. P. Greenwood vor 1839.] 

F. Leibold 1839, 1864. 
H. Galeotti 1840. 



J. M. Despreaux 1841. 
L. M. Liebmann 1843. 
A.W. Lane vor 1844. 
F. Kugel 1849. 

B. D. Greene. 
J. Read. 

a Wright 1856 — 1857, 1859 bis 

1864, 1865 — 1867. 
[J. C. Oxamendi ca. 1860 — 1885.] 
[Alv. Reynoso ca. 1860 — 1889.J 
Jamain 1863. 
T. Heuser 1869. 
[J. Planellas ca. 1880 — 1886.] 
J. Gundlach 1885. 
[G. de la Maza 1887—1901.] 

C. F. Millspaugh 1888, 1899. 
H. von Eggers 1889. 

A. B. Bosque ca. 1890. 

S. A. de Morales ca. 1890. 

J. 1 Torralbas ca. 1890—1891. 

[A. Worsley 1894.] 

R. Combs 1895 — 1896. 



A. Lanier 1831. 
J. Blain ca. 1850. 



W. Fawcett 1888. 
A. S. Hitchcock 1891. 



P i n s. 

C. F. Millspaugh 1899. 

Cayman. 

C. F. Millspaugh 1899. 



J. Harlow ca. 1670. 
H. Barham 1680 — 1726. 
H. Sloane 1687—1689. 
W. Houstoun zw. 1729 — 1733. 
P.Browne 1746 — 1755. 
[E. Long ca. 1755— 1769.J 
N. J. Jacquin 1758. 
A. Robinson vor 1768. 
W. Wright 1771 — 1777, 1782 bis 
1785. 



Jamaica. 

Th. Dancer 1773 — 1811. 

Shakespeare 1780 — 1782. 

F. Massen 1781. 

0. Swartz 1784, 1785 — 1786. 

de Ponthieu vor 1786. 

J. von Rohr 1786. 

F. J. Marter 1786 — 1787. 

J. Wiles 1793 — 1805. 

A. Broughton vor 1800. 

F. R. de Tussac 1802. 



KCL '? / ^r.nn^i/^^'-^^ ('^■^'-^^ ' ''''^^-'^ 



Cou.spectus insularuin earunn|uo peregrinatoruni botanicorum. 



149 



E. N. Bancroft 1811 — 1842. 
J. Liinan vor 1814. 

C. Bertero 1821. 

G. Don 1822. 

R. Howard 1823 — 1826. 

J. Macfadyeu 1825 — 1850. 

J. Waters ca. 1826 — 1830. 

Murray 1827. 

Th. Higson 1828 — 1836. 

H. Distin 1830 — 1840. 

H. Cummg 1831. 

G. Macnab 1838 — 1859. 

Th. Hartweg 1843. 

W. Purdie 1843 — 1844. 

H. J. Krebs zwischen 1843 — 1866. 

A. W. Lane vor 1844. 

W. A. Bromfield 1844. 

P. H. Gosse 1844 — 1845. 

A. S. Oersted 1846. 

K Wilson 1846 — 1858. 

H. R. Wiillschlägel 1847—1849. 

R. C. Alexander Prior 1849 — 1850. 

F. H. Taylor 1852 — 1854 (Pterid.). 
H. Barkly 1853 — 1856. 

W. T. March bes. 1857— 1858. 
W. R Daniell ca. 1863. 

G. S. Jenman 1873—79 (Pteridoph.). 



B. Baker (Pteridoph.). 
Kendal (Pteridoph.). 

T. L. Rees (Pteridoph.). 

S. Roberts (Pteridoph.). 

S. B. Wilson 1874 (Pteridoph.). 

W. Nock 1875 — 1880 (Pteridoph.). 

G. Syme 1879 — 1884. 

D. Morris 1879 — 1886. 
R.V. Sherring 1880 — 1887. 
F. C. Lehmann 1881. 

J. H. Hart 1881 — 1887. 

C. S. Sargent 1885. 
W. Fawcett seit 1887. 
H. von Eggers 1888. 

W. J. Thompson seit 1889. 

D. E. Watt ca. 1890. 

A. S. Hitchcock 1890. 

E. H. L. Krause 1890. 

J. E. Humphrey 1893, 1897 (Krypt). 

[A.Worsley 1894.] 

W. Cradwick seit 1894. 

W. Harris seit 1894. 

E. Campbell 1894 — 1896,. 

B. D. Gilbert 1895 (Pteridoph.). 
A. Fredholm 1897. 

0. Hansen 1897. 

C. F. Millspaugh 1899, 1900. 



Tortuga s. Tortue. 
[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] P. A. Poiteau und P. J. F. Turpin 
[C. Plumier zwischen 1689 — 1697.] ca. 1799. 



Hispaniola. 
(H = Haiti, D = Sto. Domiogo.) 

[G. F. de Oviedo zw. 1514—1556.] [J. D. Chevalier vor 1752.] 



[J. de Acosta 1571 — 1587.] 

J. D. Surian (H) 1689 — 1690. 

[C. Plumier (H) 1689—1697.] 

[J. B.Labat zwischen 1694 — 1705.] 

[A. Minguet (H) 1698—1722.] 

[L. Feuillöe (H) 1705.] 

J.B.R.P.Desportes(H)1732-1748. 



N. J. Jacquin (H) 1757-1758. 

F. Aublet (H) 1764. 

?Ph. Commerson. 

[Nicolson (H) vor 1776.] 

N. J. Thiery de Menonville (H) bis 

1780. 
0. Swartz (H) 1784-1785. 



150 



Ign. Uhban: Notae biograpbicae. 



[A. S. Valverde vor 1785.] 

F. J. Marter, F. Bredenieyer und 

J. Schlicht (H) 1785 — 1786. 
L. Cl. Richard (H) 1786 — 1787. 
F. R. de Tussac (H) 1786 — 1802. 
Roquefeuille vor 1787. 
J. F. Dutrone 1787. 
Nectoux (H) 1788 seq. 
Palisot de Beauvois (H) 1788 bis 

1791. 
De l'Etang (H) vor 1789. 
J. Martin (H) 1789 seq. 
?L. Nee. 

P. A. Poiteau (H) 1796 — 1801. 
P. J. F. Tiirpin (H) 1796 — 1802. 
M. E. Descourtilz (H) 1799 — 1803. 
?J. Pavon. 

Lahaye (H) bis 1802. 
[C. N". P. Gilbert (H) 1802.] 
[C. C. Robiii 1802 — 1806.] 
W. Hamilton ca. 1814. 
C. Bertero 1819 — 1820. 
K. Ritter (H) 1820 — 1821. 
Ch. Mackenzie (H) 1826 — 1827. 
V. Jacquemont (H) 1827. 



B. Jäger (H) 1827—1830. 

C. Ehren berg (H) 1828 — 1831. 

P. Herzog v. Württemberg (H) 1829. 

L'Epagnier (H) 1844. 

Rob. Sciiomburgk (D) 1848—1857. 

C. Schwanecke (D) 1849. 

Varanne ca. 1851. 

L. A. Prenleloup (D) 1853 — 1869. 

Prax (H) 1854. 

C. J. Mayerhoff (D) 1856 — 1859. 

D. Weiniand (H) 1857 (Fil., Alg.). 
[W. M. Gabb (D) 1869-1871.] 

H. Brummel, C. C. Parry, C. Wright 

(H, D) 1871. 
W. Schumann (H) 1884. 
L. Picarda (H) 1886 — 1898. 
H. von Eggers (D) 1887, (H) 1887, 

1888. 
[J. R. Abad vor 1888.] 
A. Favrat (H) 1888. 

E. H. L. Krause (H) 1890. 

[L. G. Tippenhauer (H) vor 1893.1 
C. F. MiUspaugh (D) 1899. 
W. Buch (H) seit 1899. 



[G. F. de Oviedo zw. 1519 — 

[I. Abbad vor 1782.] 

F. Bredenieyer 1785 — 1786. 

J. von Rohr 1786. 

L. Cl. Richard 1786 — 1787. 

[T. Rodriguez vor 1790.| 

M. Sesse und J. M. Mocino zw 

1795 — 1804. 
?J. Pavon. 
?H. Ruiz. 
H. West 1797. 
K Baudin, A. P. Ledru, A. 

1797—1798. 
C. Bertero 1818 — 1819. 
A. P16e 1822 — 1823. 



Portorico. 
1556.] C. S. Parker ca. 1825. 

H. B. Hornbeck zwischen 1825 und 
1844. 

H. Wydler 1827. 

Rob. Schomburgk ca. 1831. 

K. Moritz 1835. 
ischen F. M. Liebmann 1841? 

H. J. Krebs zwischen 1843 — 1866. 

C. Schwanecke 1846 — 1849. 

|D. Belle y Espinosa 1848 — 1878.] 

J. Read. 
Riedlo B. F. Blauner 1852 — 1853. 

L. Krug 1857—1876. 

R. de Grosourdy vor 1864. 

A. Stahl 1865 — 1889. 



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Conspectus iusularum earuiinjuc i)cregriiiatoruiu botauicoium. 



151 



0. Kuntze 1874. 

J. Giindlach 1875—1876. 

A. P. Garber 1880. 

J. B. Pagan 1880—1884. 

H. von Eggers 1881, 1883. 



P. Sintenis 1884—1887. 
E. Warming 1892. 
[A.Worsley 1894.] 
C. F. Millspaugh 1899. 
A. A. Heller 1899, 1900. 



[de Rochefort vor 1658.] 



Autill. minores. 

[J. B. Labat 1694—1705.] 



Vieques s. 
[J. B. Labat zwischen 1694—1705.] 
H. West ca. 1797. 
P. ßavn zwischen 1819 — 1839. 



Grab island. 

B. F. Bkuner 1852 — 1853. 
ß. de Grosourdy vor 1864. 
H. von Eggers vor 1887. 



C. F. Millspaugh 1899. 

[C. Pluniier zwischen 1689 - 

[J. B. Labat zwischen 1694 — 

[C. G. A. Oldendorp 1767— 

J. von Rohr 1786. 

KCl. Richard 1786 — 1787. 

H. West ca. 1795. 

N. Baudin, A. P. Ledru, A, 

1797. 
Criidy vor 1810. 
F. L. l'Herminier 1815. 
P. E. Benzon zwischen 1817 
C. Bertero 1818. 
P. Ravn 1819—1839. 
A. Plee 1821. 
[J. B. Ricord-Madianna zw 

und 1825.] 
H. B. Hornbeck zw. 1825 
H. Wjdler 1827. 
C. Ehrenberg 1827—1828. 
Rob. Schomburgk ca. 1829 
K. Moritz 1834—1835. 
Ch. Breutel 1841. 

H. von Eggers 1881. 



Culebra. 

St. Thomas. 
-1697.] E. von Friedrichsthal 1841. 
-1705.] H. J. Krebs 1843 — 1870. 
1768.] A.W. Lane vor 1844. 

A. S. Oersted 1845 — 1846. 
P. Duchassaing ca. 1846. 
von Chrismar 1849. 

Riedle J. Read. 

J. GoUmer ca. 1850. 

B. F. Blauner 1852 — 1853. 

A. H. Riise bis 1870. 
—1848. H. von Eggers 1872 — 1873, 1874 

bis 1887, 1888. 
H. N. Moseley 1873 (Krypt). 
0. Kuntze 1874. 
. 1821 P. Sintenis 1887. 

E. H. L. Krause 1890. 
— 1844. E. Warming 1892. 

F.C.E.Borgesen 1892, 1895—1896. 

B. D. Gilbert 1893 (Pterid.). 
-1830. 0. W. Paulsen 1895 — 1896. 

C. F. Millspaugh 1899. 

Water island. 



152 



Ign. Urban: Notae biogvaphicae. 



St. Jan. 



[C. G. A. Oldendorp 1767—1768.] 

J. Ryan ca. 1780. 

L. Gl. Richard 1786 — 1787. 

P. E. Benzon zwischen 1817 —1848. 

P. Ravn zwischen 1819—1839. 

H. B. Hornbeck 1825—1844. 

Rob. Schomburgk 1830 — 1831. 

K. Moritz 1834 — 1835. 



Ch. Breutel 1841 (haupts. Krypt.). 
H. J. Krebs zwischen 1843 — 1870. 
H. von Eggers vor 1879, 1887 bis 

1888. 
E.Warming 1892. 
F. C. E. Borgesen 1892, 1895 bis 

1896. 
O.W. Paulsen 1895 — 1896. 



L. Gl. Richard 1786 — 1787. 
Rob. Schomburgk ca. 1831. 

Rob. Schomburgk 1831. 



Tortola. 

H. von Eggers 1887. 



Anegada. 



St. 
[J. B. duTertre ca. 1650 — 1656.] 
[J.B.Labat zwischen 1694—1705. 
J. von Rohr 1757-1791. 
[C. G. A. Oldendorp 1767—1768.] 
J. Ryan ca. 1780. 
L. Gl. Richard 1786 — 1787. 
P. E. Isert 1787. 
H. West 1788 — 1800. 
Pflug vor 1797. 
A. P. Ledru 1797. 
P. E. Benzon 1817—1848. 
P. Ravn zwischen 1819 — 1839. 
C. S. Parker ca. 1825. 



Croix. 

H. B. Hornbeck zw. 1825 — 1844. 
I Gh. Breutel 1841 (haupts. Kryptog.). 

F. M. Liebmann 1841. 

H. J. Krebs zwischen 1843 — 1870. 

A. S. Oersted 1845 — 1846. 

J. Read. 

H. von Eggers 1870 — 1872, 1873 
bis 1874. 

E. Warnung 1892. 

F. O.E. Borgesen 1892, 1895 -1896. 

0. W. Paulsen 1895 - 1896. 

A. E. Ricksecker 1895 — 1896. 

L. A. Ricksecker 1896 — 1897. 



Anguilla. 
L. Cl. Richard 1786 — 1787. W. R. EUiott 1892. 

D. Morris 1890. 

St. Martin. 
[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] H. Maze ca. 1860 — 1877 (Algae). 
[J. B. Labat zwischen 1694 — 1705.] W. F. R. Suringar 1885. 
N. J. Jacquin zw. 1755 — 1757. J. J. Walsh ca. 1889. 

A. Plee 1821. 



^,^: v:tr^ -3^^ c^.kii^s:,i^o/. 



Conspectus insularum earumque peregrinatorum botanicorum. 



153 



St. Barthelemy. 



[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] 

[J.B.Labat zwischen 1694 — 1705. 

N. J. Jacquin zw. 1755 — 1757.] 

S. Fahlberg 1785 — 1834. 

B. Ä. Euphrasen 1788. 

J. E. Forsström 1803 — 1815. 



F. Pursh 1810 — 1811. 
F. L. l'Herminier 1815. 
A. Plee 1821. 

[J. B. Ricord-Madianna zw. 1821 
und 1825.] 



Saba. 
[J.B.Labat zwischen 1694 — 1705.] F. L. l'Herminier 1815. 
J. E. Forsström zwischen 1803 und 0. Kuutze 1874. 

1815. W. F. R. Suringar 1885. 

St. Eustache. 
[J. B. Labat zwischen 1694 — 1705.] B. A. Euphrason 1788. 
N. J. Jacquin zwischen 1755 — 1757. F. L. l'Herminier 1815. 
F. Masson 1780. W. F. R. Suringar 1885. 

S. Fahlberg zwischen 1785 — 1834. J. J.Walsh ca. 1889. 



St. Kitts s. St. 
[J. B. du Tertre ca. 1650—1656.] 
H. Sloane 1687. 

[C. Flumier zwischen 1689 — 1697.] 
[J. B. Labat zwischen 1694 — 1705.] 
P. Browne 1745. 

N. J. Jacquin zwischen 1755 — 1757. 
F. Masson 1780. 

S. Fahlberg zwischen 1785—1834. 
B. A. Euphrasen 1788. 



Christopher. 

W. Hamilton ca, 1814. 

Ch. Breutel 1841 (haupts. Krypt. 

J. R. Elsey 1857. 

H. von Eggers 1882. 

C. S. Sargent 1885. 

W. F. R. Suringar 1885. 

J. J. "Walsh ca. 1889. 

C. A. Barber ca. 1893. 



H. Sloane 1687. 

[W. Smith vor 1745.] 

F. Masson 1780. 



de Ponthieu vor 1786. 

L. Cl. Richard 1786 — 1787. 



P. Browne 1745. 
F. Masson 1780. 



Nevis. 

W. Hamilton 1814. 
C. A. Barber ca. 1893. 

Barbuda. 

H. A. A. Nicholls 1891. 

Antigua. 

de Ponthieu vor 1786. 
L.Cl. Richard 1786—1787. 



154 



Ign. Uhban: Notae biographicae. 



?J. Pavon. 

W. Hamilton ca. 1814. 

F. L. rHerminier 1815. 

T. Nicholson ca. 1831 — 1841. 

Ch. Breutel 1841 (haupts. Krypt; 

A. W. Lane vor 1844. 



H. R. Wullschlägel 1844—1847. 

K. Finlay ca. 1850. 

A. G. Tillson 1889 — 1897. 

H. A. A. Nicholls 1890 — 1891. 

C. A. Barber 1891 — 1895. 



Montserrat. 

H. K. Holme ca. 1878. 
H. A. A. Nicholls 1890 
C. A. Barber ca. 1893. 



1891. 



P. Browne 1745. 
J. Eyan ca. 1780. 
de Ponthieu vor 1786. 
J. von Rohr 1786. 

Guadeloupe. 
[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] P. Nyst ca. 1830 
[C.Plumier zwischen 1689—1697.] 
[J. B. Labat zwischen 1694 — 1705.] 
N. J. Jacquin zwischen 1755 — 1757. 
S. Fahlberg zwischen 1785 — 1834. 
de Ponthieu vor 1786. 
J. von Rohr 1786. 
L. Gl. Richard 1786 — 1787. 
Martfelt vor 1791. 
F. L. l'Herminier 1798 — 1829. 
Badier vor 1800. 
J. E. Forsström zw. 1803 — 1815. 

F. Pursh 1810 — 1811. 
W. Hamilton ca. 1814. 
C. Bertero 1816 — 1818. 
A. Plee 1820. 
[J. B. Ricord-Madianna zw. 1821 

und 1825.] 

G. S. Perrottet 1824, 1841. 
C. S. Parker ca. 1825. 
E. Guyon vor 1827. 

Dcsirade. 
P. Duchassaing ca. 1846. H. Maze ca. 1860 — 1877 (Algae). 

A. Schramm ca. 1860—1873 (Algae). A. Duss 1892. 

Marie galante. 
[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] T. Husnot 1868 (Glum., Krypt.). 
A.Schramm ca. 1860 — 1873 (Algae). Bucquet ca. 1877. 
H. P. Maze ca. 1860 — 1877 (Algae). [A. Duss 1895.] 



F. rHerminier ca. 1830 — 1866. 
Chr. Krauss vor 1838. 
Beaupertuis 1839. 
ThiouviUe 1844 (Pteridoph.). 
P. Duchassaing 1844—1848, 1851 

seq. 
K Funck u. L. J. Schlini 1845. 
A. Schramm 1818 — 1873 (Algae). 
J. Read. 
H. Maze 1851 — 1892 (Pteridoph., 

Algae). 
Segretain 1852. 

Germain ca. 1856 — 1864 (Krypt). 
J. Mattei 1857—1894 (Algae). 
E. Jardin 1861. 

T. Husnot 1868 (Glum., Krypt). 
E. A. Marie 1874— 1875 (Musci). 
Lefebre 1877 (Musci). 
A. Duss seit 1890. 



T^.M^-^ 1^^^ <l-^^^ FCf^^n-'^'^ 



Conspectus iusularum earunifjue peregrinatorum botanicorum. 



155 



Les Saintes. 
[J. B. du Tertie ca. 1650—1656.] H. Maze ca. 1860- 
[J.ß.Labat zwischen 1694 — 1705.] [A. Duss 1896.] 
A. Schramm ca. 1860 — 1873 (Algae). 



1877 (Algae). 



[J. B. Labat zwischen 1694 

J. Gregg vor 1786. 

RPursh 1810 — 1811. 

[J. B. Kicord-Madianna zwischen 

1821 — 1825.] 
J. Imray 1837—1880. 
Hoskin 1841. 
K. Finlay ca. 1850. 
Miirray 
H. von Eggers 1880 — 1883. 



Dominica. 

1705.] [W. Schimper 1881, 1883.] 

F. Johow 1882-1883. 
A. Duss 1883, 1885. 
H. A. A. NichoUs seit 1886. 

G. A. Ramage 1888 — 1889. 
J. J. Walsh ca. 1889. 
W. R. EUiott 1892, 1894, 1895 bis 

1896 (Krypt). 
C. A. Barber ca. 1893. 



Mart 
[J. B. du Tertre ca. 1650 — 1656.] 
J. D. Surian 1689—1690. 
[C. Plumier 1689 — 1697.] 
[J.B. Labat zwischen 1694 — 1705.] 
[L. Feuillee 1703—1704, 1711.] 
[Th. de Chauvalon 1751 — 1756.] 
N. J. Jacquin 1755. 
J. B. Leblond 1767. 
A. Anderson zw. 1785 — 1811. 
S. Fahlberg zwischen 1785 — 1834. 
J. von Rohr 1786. 
F. R. de Tussac 1786. 
L. Ch Richard 1786 — 1787. 
Aquart ca. 1787. 
F. E. Isert 1787. 
J. Martin 1789. 
H.West ca. 1795. 
[C. C. Robin 1802 — 1806.] 
F. Pursh 1810 — 1811. 



inique. 

F.Kohaut (sub Sieber) 1819—1821. 

A. Plee 1820, 1825. 

[J.B.Ricord-Madianna 1821-1825.] 

E. Guyon vor 1827. 

P. Nyst ca. 1830. 

Rivoire 1839. 

A. Steinheil 1839. 

Terrassen 

G. S. Perrottet 1841. 

C. Belanger 1853 — 1881. 

E. Jardin 1861. 

L.Hahn 1867—1870. 

A. Coutance ca. 1868. 

T. Husnot 1868 (Glum., Krypt). 

A. Duss 1876 — 1889, 1899, 1900, 
1901. 

[W. Schimper 1881.] 
C. S. Sargent 1885. 

B. D. Gilbert 1893 (Pterid.). 



Santa Lucia. 
fj. B. du Tertre ca. 1650—1656.] J. B. Leblond ca. 1767. 
[J.B. Labat zwischen 1694 — 1705.] F. Massen 1780. 



156 



A.Anderson zwischen 1785 

Criidy vor 1810. 

A. Plee 1821. 

H. B. Murray ca. 1878 (Pteridoph.). 

Bar 

[R. Ligen 1647— 16501 

H. Sloane 1687. 

J. Reid 1692. 

[J.B.Labat zwischen 1694—1705.] 

P. Browne 1745. 

[G. Hughes vor 1750.] 

F. Massen 1779. 

A.Anderson zwischen 1785 — 1811. 

J. Gregg vor 1786. 

Martfelt vor 1791. 

W. Wright 1796 — 1798. 

F. Seaforth ca. 1803. 

T.W. Simmonds 1803 — 1804. 

F. Pursh 1810 — 1811. 

W. Hamilton ca. 1814. 



Ion. Ukban: Notao biographicae. 

1811. A. üuss 1885. 



G. A. Ramage 1888- 
J. J.Walsh ca. 1889. 



1889. 



bados. 

C. S. Parker ca. 1825. 

[J. D. Maycock vor 1837.] ^ 

A. W. Lane vor 1844. 

Rob. Schomburgk 1846 — 1847. 

W. Munro 1870—1876. 

W. B. Miirray ca. 1871. 

0. Kuutze 1874. 

R.W. Rawson vor 1875. 

C. S. Sargent 1885. 

E. H. L. Krause 1890. 

H. von Eggers 1890, 1891. 

E.Warming 1891. 

J. H. Hart ca. 1895. 

J. F.Waby 1895. 



[C. Plumier zwischen 1689 
[J. B. Labat zwischen 1694- 
N. J. Jacquin zwischen 1755 
G. Young 1765 — 1774. 
A.Anderson 1785 — 1811. 
G. Caley 1816 — 1823. 
L. Guilding 1817 — 1833. 
J. Macrae 1823. 



St. Vincent. 
-1697.] C. S. Parker ca. 1825. 
1705.] H. von Eggers 1889 — 1890. 
-1757. H. H. u. G. W. Smith 1889—1890. 

E. H. L. Krause 1890. 

H. A. A. Nicholls 1890 — 1891. 

W. R. Elliott 1891 — 1892 (Krypt). 

H.Powell 1891 — 1893. 

J. H. Hart ca. 1895. 



Bequia. 
[J.B.Labat zwischen 1694-1705.] H. H. u. G.W. Smith 1890. 
H. von Eggers 1890. 



H.H. u. G.W. Smith 1890. 



H. H. u. G. W. Smith 1890. 



H.H. u. G.W.Smith 1890. 



Mustique. 



Cannouan. 



Union. 



Conspectus insularum earumque peregrinatoram botanicorum. 



157 



Grenada. 



[J. B. da Tertre ca. 1650 — 1656.] 

[J.B.Labat zwischen 1694 — 1705.] 

N. J. Jacqiiin zwischen 1755 — 1757. 

F. Masson 1779. 

A.Anderson zwischen 1785 — 1811. 

de Ponthieu vor 1786. 

A.W. Lane vor 1844. 

A. S. Oersted 1845 — 1846. 

K. Finlay ca. 1850. 

RW. Rawson 1870 — 1872. 



G. Murray 1886 (Algae). 

W. R. EUiott 1886 — 1889 (Pterid.). 

H. von Eggers 1889. 

J. J. Walsh ca. 1889. 

R.y. Sherring 1890 — 1891. 

G.W. Smith 1890 — 1894. 

D. W. Alexander 1891. 

W. E. Broadway seit 1894. 

J. H. Hart ca. 1895. 



[de Rochefort vor 1665. 
G. Tonng ca. 1765. 
J. Gregg vor 1786. 
de Ponthieu vor 1786. 
W. Hamilton ca. 1814. 
F. L. l'Herrainier 



Tobago. 

L. C. Meyer 1879. 

H. von Eggers 1889, 1891, 1899. 

Th. Clemens 1890 — 1891. 

H. A. A. Nicholls 1890 — 1891. 

J. H. Hart ca. 1895. 

A. Seitz 1896. 



Trini 
[G. F. de Oviedo zwischen 1519 bis 

1556.] 
J. B. Leblond ca. 1767. 
Ryan ca. 1780. 

A.Anderson zwischen 1785 — 1811. 
J. von Rohr 1786. 
N. Baudin, A. P. Ledru, A. Riedle 

1797. 
R.Woodtbrd 1813 — 1828. 
D. Lockart 1818 — 1846. 
von Schack ca. 1820. 
F.Wrbna (sub Sieber) 1822. 
C. S. Parker ca. 1825. 
H. Crueger 1841 — 1864. 
A. W. Lane vor 1844. 
W. A. Bromfield 1844. 
Bradford 1845 — 1846. 



dad. 

W. Purdie 1846 — 1857. 
K. Finlay ca. 1850 — 1868. 
Gerraain ca. 1860 (Krypt.\ 
H. Prestoe 1864—1886. 
0. Kuntze 1874. 
A. Pendler 1877—1883 
F. Johow 1882 — 1883. 
[W. Schimper 1882 — 1883.] 
H. von Eggers 1883, 1899. 
R. V. Sherring 1885—1886 (Pterid. 
J. H. Hart seit 1887. 
W. E. Broadway 1888—1894. 

D. W. Alexander 1890 seq. 

E. Warmiug 1891. 
Baptiste 1891 — 1896. 
W. Lunt 1894 — 1898. 

F. A. Lodge seit 1899. 



Margarita. 
[G. F. de Oviedo zw^ 1519—1556.] A. Ernst 1873. 



158 Ion. Urban: Notae biogi'apliicae, Conspectus. 

Tortuga. 
A. Ernst 1874. 

Los Roques. 
A. Ernst 1871. 

Bonaire. 
W. F. R. Suringar 1885. 

Cura^ao. 
N. J. Jacquin zwischen 1755 — 1757. J. Read 
J. von Rohr 1786. W. F. R. Suringar 1885 

F. Bredemeyer 1788. H. von Eggers 1893. 

Aruba. 
N. J. Jacquin zwischen 1755—1757. ^Y. F. R. Suringar 1885. 






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III. Piperaceae. 

Exposuit 
C. DE CaXDOLLE. 



Clavis generuDi. 

Frutices vel arbores I. Piper Linn. 

Herbae. 

Antherae 4-loculares. Stigmata 4 ... IL VerhuelUa Miq. 
Aiitherae 2-loculares. Stigma unicum siraplex vel rarias 2-lobatum 

III. Peperomia R. et P. 

I. Piper Linn. 

PijJer L. Gen. et Sp. (pro parte); Puix et Pav. Fl. per. I p. 33; 
Kunth in H. B. K. Nov. Gen. I y. 46; Bl. Monogr. der oost Ind. 
Pepers in Verh. d. Bat. Genoots. vol. XI et Enum. PI. jav. (pro parte) ; 
A. Dietr. Spec. I p. 634; Miq. Syst. Pip. p. 305; C. DC. Prodr. 
XVI, 1 p. 240. — Ileckeria, Enckea, Steffen.^ia, Schilleria, Ottonia 
Kunth in Linnaea XIII. — Coccohryon, Caidohryon Klotxsch Msc. in 
herb. Berol. — Carpunya Presl Epim. bot. — Schixoneph'os Griffith 
Notid. — Potomorphe, Macropiper, Rhyncholejns , Middera, Cubeba, 
Callianira, Enckea, Peltobryon, Sphaerostachys , Ärtanthe, Ottonia, 
Zippelia et pars Chavicae Miq. Syst. Pip. — Macropiper, Ileckeria, Piper, 
Chavica, Nematanthera Engl, in Engl.-Prantl Pflanxen - fam. 111,1 

2). 6—10. 
Bractea a flore libera vel rarissime (in speciebus antillanis nun- 
quam) cum flore connata. Flor es spicati sessiles vel pedicellati seu 
simpliciter racemosi, hermaphroditi vel unisexuales. Stamina 1 — 10, 
antheris 4 - locularibus caducis, filamentis persistentibus. Stigmata 
2 — 4. Ovulum 2-teguminatum. — Frutices vel arbores. Systema 
fibrovasculare duplex, id est fasciculis tubum periphericum formantibus 
et fasciculis intramedullaribus sistens. 



160 C. DE Candolle: 



Clavis specierum. 

Sectio Eiickea C. DC. Prodr. XYI, 1 p. 240 (emend.). Flores herma- 
phroditi sessiles vel pedicellati. Bractea a flore distincta. Stamina in llore 
5 — G, raro 4. ßaccae sat discretae vel subcondensae, ovatae vel raro ob- 
longae. Stigmata 3 — 5 in apice baccae sessilia. Spicae opposititbliae. Flores 
in antillanis sessiles. 

1°. Folia penninervia. 

Petiolus nsque ad limbum vaginans. Limbi snbtus villosi 

1. P. Hartii C. DC. 
Petiolus basi ima vaginans. Limbi iitrinque glabri 

2. P. Hohenackeri C. DC. 
2^. Folia multinervia. 

■j- Limbi ovato - elliptici vel elliptici 8 — 12 cm. longi. 
Eamuli et limbi puberuli. Bractea hirtella. 

3. P. medümi Jacq. 
Eamuli et limbi glabri. Bractea glabra 

4. P. Amalago L. 

ff Limbi oblonge -ovati vel elliptico-lanceolati 6 — 9 cm. longi, 
O Limbi utrinque glabri. 

Spica Mio cluplo longior 5. P. Wullschlaegelii C. DC. 
Spica folio fere ^j^ brevior 

G. P. unguiculatum K. et Pav. 
OO Limbi subtus pubescentes. 

Limbi basi utrinque acuti 

1. P. Richardiammi C. DC. 
Limbi basi rotundati aut subcordati 

8. P. mananthum C. Wright 
fff Limbi 3-lobi 9. P. subpanduri forme C. DC. 

Sectio Steffeiisia C. DC. Prodr. XVI, 1 p. 240 (emend.). Flores her- 
maphroditi sessiles vel pedicellati. Bractea a flore distincta. Stamina in 
flore 4. Baccae in floribus sessilibus condensae et + angulosae vel raro 
ovatae aut giobosae. Spicae oppositifoliae aut (tantum in paucissimis spe- 
ciebus) axillares. 

A. Spicae oppositifoliae. 

a. Folia multinervia. 

Bacca apice disco in medio stigmatifero coronata 

10. P. reticulatum L. 
Bacca^sine disco summo apice stigmatifera 

11. P. niarginatiim Jacq^. 

b. Folia multiplinervia. 

Limbi basi aequilateri, 12 — IG cm. longi [mum G.T}G. 

11. P. marginatum Jacq. ß. fir- 
Limbi basi valde inaequilateri usque ad 37 cm. longi 

12. P. caraeasanum Bredem. 

c. Folia~penninervia. 
1°. Flores pedicellati . . . . 13. P. ovcttum Vahl 



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